Test Ducati Monster 1100

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 27.01.2010

Tja. Irgend­wie über­ra­schend, die Ducati.

Man sitzt Monster-mäßig drauf, also tief, mit weit über den Tank gestreck­ten Armen, aber man tut das auf eine unglaub­lich wei­che, sofaige Art, die man ob der “ich-bin-ein-ganz-harter-Roadster”-Optik der Ducati nicht erwar­ten würde. Sie ist kein ganz har­ter Roads­ter, und des­halb ist sie ein bald per­fek­ter Roads­ter. Man sieht sie gern an, man hört gern den gefäl­li­gen Klang die­ses Rap­pel­z­wei­zy­lin­ders, man lacht über die Schlüs­sel­bunda­kus­tik der offe­nen Tro­cken­kupp­lung, und man fühlt sich vor allem im Sat­tel ein­fach wohl. Wenn die Elek­trik und die Kupp­lung, die auf dem Handling-Parcours irgend­wann ziem­lich aus ihrem Kas­ten geraucht hat, wenn die hal­ten, könnte ich mir vor­stel­len, auf die­sem Ding kreuz di quer durch Europa gewalt­zu­tou­ren. Ja, obwohl es aus Ita­lien kommt, wo es eher zuver­läs­sig Essen gibt als zuver­läs­sige Fahrzeuge.

Modisch ist die Ein­arm­schwinge, die geschwun­ge­nen Krüm­mer und die aus­tausch­ba­ren, in bunt erhält­li­chen Blen­den für den Tank und den Bei­fah­rer­sitz. Ande­rer­seits halte ich die­ses Krad für zeit­los. Ich mein, man wird immer sehen, dass sie ein Pro­dukt der Nul­ler­jahre ist, aber anders als der Suzuki Gla­dius wird man ihr das in zwan­zig Jah­ren nicht vor­hal­ten, son­dern sie schlicht zeit­lich ein­ord­nen — ähnlich der wür­dig geal­ter­ten 916.

Und Mode ist eh egal, die 1100 ist eine Fahr­ma­schine. Es gibt so Motor­rä­der, die den Fah­rer schon vor sei­nem per­sön­li­chen Pau­sen­schwel­len­wert ani­mie­ren, anzu­hal­ten. “Da könn­test tan­ken.” “Oh, das sieht mir nach einem super Platz für e Flupp­sche aus.” “Lass es für heute gut sein, lass uns Kaf­fee trin­ken.” Die Mons­ter ist anders. Wenn der Fah­rer lang­sam müde wird, sagt sie: “Komm, ein Pass geht noch.” Und dann noch einer… Ein Motor­rad, das man gern­ha­ben kann. Nein: muss.

Die Mons­ter 1100: Man muss sie ein­fach gern­ha­ben. (Bild: Ducati)

Ducati Mons­ter 1100 Modell 2009

Ist: ein wun­der­ba­rer Roads­ter mit zwei Zylin­dern im V
Kos­tet: 11.000 Euro
Leis­tet: 95 PS (69,8 kW) bei 7.500 U/min
Stemmt: 103 Nm bei 6.000 U/min aus 1078 ccm
Wiegt: 187 kg voll­ge­tankt
Tankt: 15 Liter Super
Hat: zylin­der­se­lek­tive Lambda-Regelung, DDA-Datalogging, wech­sel­bare Plas­tik­blen­den in vie­len Far­ben (so wie Handy-Schalen)

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