Rapid Kindermaching

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 06.01.2010

Eins mei­ner der­zei­ti­gen Lieb­lings­the­men ist Rapid Pro­to­typ­ing, diese Maschi­nen, die in magi­scher Schicht­ar­beit drei­di­men­sio­nale Objekte gera­dezu aus­dru­cken und des­halb gern “3D-Drucker” genannt wer­den. Ges­tern erzählte mir eine Freun­din, sie habe gele­sen, dass Frau­en­kli­ni­ken 3D-Modelle fri­scher Föten aus­dru­cken wol­len — für blinde Väter! Es soll prak­tisch ihr Äqui­va­lent zum Ultra­schall­bild wer­den und wahr­schein­lich ebenso obskur. Sie zeigt ihm (sehend) ein Ultra­schall­bild: “Unser Baby!” Er sieht nur ver­k­ris­selte Klum­pen: “Oooh! Äh… Wun­der­schön!” Sie gibt ihm (blind) einen 3D-Klumpen: “Unser Baby!” Er fühlt nur ein war­zi­ges Stück Gummi: “Aahrg!! Oh. ‘Tschul­di­gung, Schatz, hab es vor Schreck fal­len las­sen. War aber wun­der­schön. Schwes­ter! Fegen Sie das weg, ja? Danke.” Die armen blin­den Väter. Frü­her hat­ten sie wenigs­tens den Vor­teil, dass ihnen Ultra­schall­bil­der erspart blieben.

Die Freun­din brachte aber einen viel wich­ti­ge­ren Punkt ins Gespräch: “Es müsste ganz anders sein, es müsste rich­ti­ges Pro­to­typ­ing sein: Man zeigt der Gyn sei­nen Kerl und die druckt dann das mög­li­che Kind aus. Dann könnte man sehen, ob’s was wird.” Ich halte ihre Idee für genial. Hät­ten wir das nur schon frü­her gehabt, dann wär der Bun­des­tag heute leer und alles bes­ser. Wenn aus dem 3D-Drucker näm­lich so ein fah­ler Klaus aus Plas­tik fällt, ein Wolf­gang oder schlicht ein Depp, schreibt die Frau mit Edding drauf “sorry, es liegt nicht an dir, aber es ist Schluss” und schickt das Teil als begrün­dete Bezie­hungs­ter­mi­nie­rung mit der Post zum DochnichtDNAs­pen­der. Bis­her musste man Dep­pen erst umständ­lich groß­zie­hen, um das machen zu können.

Sie hatte aber noch wei­tere Ideen, die zwar tech­nisch so unmög­lich sind wie es 3D-Drucker frü­her waren, aber nicht weni­ger genial: “Wenn es aber passt, wird gleich der pas­sende voll funk­tio­nale Ute­rus aus­ge­druckt und die Sache mit der Schwan­ger­schaft hätte ihren Schre­cken ver­lo­ren.” Da eine Frau in der Schwan­ger­schaft 90 Pro­zent ihrer abs­trak­ten Ver­ar­bei­tungs­leis­tung ver­liert und damit auf dem­sel­ben Unter­gür­tel­ni­veau denkt wie ihr Mann oder ihr Hund, ist das zum ech­ten Vor­teil des Haus­hal­tes, wenn sie nor­mal bleibt. Sie könnte ihren küh­len Intel­lekt zum Bei­spiel dazu nut­zen, erst­mals seit vie­len Jah­ren etwas Sinn­vol­les im (wir erin­nern uns: lee­ren) Bun­des­tag zu überlegen.

Wir dru­cken uns einen Ute­rus aus Stahl: SLM-Maschine, Bild: BMW

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