Massenkompatibel

Fasching ist traditionell die Zeit der Besinnlichkeit, der Wünsche und Geschenke. Ich persönlich wünsche mir, ich wäre massenkompatibel. Das Wort „massenkompatibel“ leidet an einer schlechten Presse, die es nicht verdient hat. Im Grunde will doch jeder von möglichst vielen anerkannt oder gar gemocht werden. Oder wenigstens verstanden. Gestern hatte ich ein Gespräch mit einem Auftraggeber, der sich beschwerte: „Das ist viel, viel zu kompliziert! Mir schwirrt der Kopf!“ Meine Antwort: „Ich habe mich extra an der Computer Bild orientiert bei der Wortwahl. Zugegeben, ist irgendwie ein Fachmagazin…“ Hat nix geholfen. Das setzt sich privat fort. Sie: „Warum lachst du?“ Ich: Erklärung. Sie: „Arschloch!“ Seit vielen Jahren sage ich deshalb immer „Weils lustig ist“, obwohl ich mich viel lieber um Kopf und Kragen erklären tät. Egal, Witze erklären ist eh fast so abtörnend wie Träume erzählen. Letztens hab ich übrigens geträumt, ich würde in der Einheit des Colonel aus Avatar gegen die Bugs aus Starship Troopers kämpfen und wir hatten aus irgendeinem bescheuerten Grund keine Automatikpistolen mit Magazinen, sondern Revolver. Wenigstens hatten wir Schnelllader, aber es ist doch klar, dass man so selbst gegen blaue Schlümpfe aus dem Weltall abkackt. <- Sehen Sie? Träume. Gäähn.

Trotzdem würde ich beim geselligen Beisammensein gern sagen, was ich denke, und hören, was ich will (nämlich Zustimmung). Stattdessen höre ich so Sachen wie „du bist krank“. Dabei waren diese drei Chinesinnen volljährig und die Säge keimfrei! Ich bin auch nicht arrogant. Ich kann doch nichts dafür, dass ich in direkter Linie von Maxwell, Einstein, Mata Hari, Hilton Simpson, Mathias Kneißl, Johnny Knoxville, König Arthur, Mutter Theresa und Johann Sebastian Bach abstamme. Ich kann auch nichts dafür, dass ich ein unerträglicher Klugscheißer bin. Das ist genetisch. Ich hab ein Attest dafür.

In der Realität bin ich also (noch!) nicht massenkompatibel. Aber meine Traumsaufrunde sieht so aus: Nach einem Tag auf der Rennstrecke setzen wir uns abends hin und reden über die schönsten Arten, Sprit zu verbrennen. Dann schnappen wir unsere Boxhandschuhe und Waffen, um uns auf die Fresse zu hauen. Anschließend sitzen wir fröhlich blutend mit schwimmenden Cocktails im Whirlpool und machen Manöverbesprechung, bevor wir auf die Zimmer zu unseren Damen gehen, mit denen wir uns volltrunken das Hirn aus dem Schädel vögeln. Wenn Sie denselben Traum und obendrein einen entsprechenden Whirlpool haben, schreiben Sie mich bitte sofort an. Meine Chinesinnen gehen mir nämlich aus. Bis dahin trinke ich allein über Technik schreibend meinen Scotch:

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