Angst, Schuld, Gesundheit

Letztens war ich mit Mio fotografieren. Vorher am Telefon, wir hatten uns lange nicht gesprochen, der übliche kleine Aufholschnack, bei dem wir auch auf Handys kamen. Sie hatte unlängst einen Vortrag besucht, auf der ihr der Redner Angst gemacht hatte, Angst um ihre Kinder, die in einem Wald von Antennen aufwachsen. Ich habe deshalb einen Text zum Thema Mobilfunkstrahlung hochgeladen, der den Stand der Dinge auf einfache Weise zusammenfasst. Am Ende gibt‘s einen Link auf eine weiterführende Seite, die Daten zum Thema sammelt. Der Text war eine Auftragsarbeit, die ich nur zögerlich angenommen habe, weil der Mobilfunk eines dieser Themen ist, die mit viel Emotion, aber wenig Verstand diskutiert werden. Oft und gern argumentieren zum Beispiel ansonsten normale Leute mit dem philosophisch-religiösen Begriff der „Feinstofflichkeit“. Oder mit hohl nachgeplapperten Satzhülsen wie „aber das ist so gepulst“. Andere bappen „Schutzsteine“ oder anderen Quatsch auf ihre Geräte. Die meisten zitieren Studien, wie ich das ewige Expertenzitieren von Journalisten parodiere (“alle relevanten Experten (also ich)…“). Wie kann da ein Gespräch über physikalisch-biologische Risiken stattfinden?

Ich bin der Überzeugung, dass die meisten Leute wirklich echte Angst haben und eine Menge Quatsch dafür glauben — ebenso, wie ich der Ansicht bin, dass es wie überall ein paar Zecken gibt, die diese Angst ausnutzen. Sie halten Vorträge. Sie schreiben mir Leserbriefe voller Vorwürfe. Sie verkaufen „baubiologischen“ Firlefanz, der bei genauem Hinsehen wertloser Ramsch zu lächerlich hohen Preisen ist. Sie sind, kurz gesagt, einfach scheiße. Wenn ich deshalb nur für ein wenig Aufklärung in Mios Haus und einigen anderen sorgen kann, lohnt es sich, wieder feinstoffliche Argumente, grobmotorisch in die Tastatur gehackt, im Posteingang finden zu müssen:

Das ist schädlich am Handy

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