Angst vor dem Handy

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 05.05.2010

Mobil­funk­strah­lung, ne, die soll ja so gefähr­lich sein. Lange habe ich mich gesträubt, um mich schließ­lich doch breit­schla­gen zu las­sen. Das ist gefähr­lich an der Handy-Strahlung:

In der unend­li­chen Dis­kus­sion über even­tu­elle schäd­li­che Effekte von Mobil­funk­strah­lung gab es lange Zeit einen belieb­ten Schluss­satz: “Es gibt eh noch keine Lang­zeit­stu­dien dar­über.” Von 2000 bis 2007 lief jedoch eine groß­an­ge­legte, von der World Health Organza­tion WHO koor­di­nierte Stu­die zu die­sem Thema, und zusam­men­fas­sende Bröck­chen davon wur­den 2008 schon vorab ver­öf­fent­licht. Bis jetzt haben die Befra­gun­gen an etwa 6000 Betrof­fe­nen von Hirn­tu­mo­ren und über 1000 Betrof­fe­nen von Akustikus-Neurinomen in den Län­dern Aus­tra­lien, Kanada, Däne­mark, Deutsch­land, Finn­land, Frank­reich, Groß­bri­tan­nien, Israel, Ita­lien, Japan, Neu­see­land, Nor­we­gen, Schwe­den und USA keine schä­di­gende Wir­kung nach­wei­sen kön­nen. Die End­er­geb­nisse der Stu­die, ihre Schluss­fol­ge­run­gen und gesam­mel­ten Publi­ka­tio­nen wer­den nicht mehr lange auf sich war­ten las­sen. Ist die Dis­kus­sion dann been­det? Nein. Sie flammt dann erst rich­tig wie­der auf.

Zunächst ein­mal ist die Befra­gung als Methode der Daten­ge­win­nung denk­bar weich, ja: unzu­ver­läs­sig. Man sehe sich hierzu nur mal Zeu­gen­aus­sa­gen vor Gericht oder zu einem Ver­kehrs­un­fall an. Zur Interphone-Studie wur­den die etwa 7000 Test­per­so­nen plus die­selbe Anzahl gesun­der Per­so­nen als Kon­troll­gruppe in einem com­pu­ter­ge­stütz­ten per­sön­li­chen Inter­view zu ihrer Mobil­funknut­zung befragt. An wel­cher Seite hal­ten Sie das Tele­fon? Wie sieht der Arbeits­platz aus? Wel­che medi­zi­ni­sche Vor­ge­schichte exis­tiert? Sind Sie Rau­cher? Und so wei­ter. Zu den gene­rel­len Schwie­rig­kei­ten einer Befra­gung kommt noch der Zeit­raum, den das Inter­view abde­cken will. Wer kann sich schon kor­rekt en détail erin­nern, wie er vor zehn Jah­ren tele­fo­nierte? Nie­mand. Erin­ne­run­gen sind stark emo­tio­nal durch­setzt und von gegen­wär­ti­gem (Wunsch-)Denken beein­flusst. Men­schen sind nun mal keine Daten­ak­ku­mu­la­ti­ons­ro­bo­ter. Ein Tumor auf der lin­ken Seite beein­flusst daher eben­falls die Ant­wor­ten. Klar hab ich immer links tele­fo­niert, links ist doch der Tumor, frag nicht so blöd.

Schon diese paar Punkte zei­gen, dass Nach­ar­beit nötig ist. Die Ergeb­nisse aus Inter­phone wer­den wahr­schein­lich keine groß­ar­ti­gen Neu­ig­kei­ten ent­hal­ten, sie könn­ten aber durch­aus Hin­weise dar­auf lie­fern, was For­scher in der Folge unter­su­chen soll­ten. Die Frak­tion, die Mobil­funk als irre­le­van­ten Bei­trag zu den gesam­mel­ten Umwelt­ein­flüs­sen auf den Men­schen ansieht, wird sagen, dass man sich das Geld ein­fach spa­ren sollte, weil bis jetzt noch keine wirk­lich halt­ba­ren Hin­weise auf eine schä­di­gende Wir­kung vor­lie­gen. Die Mobil­funk­geg­ner könn­ten genau das­selbe sagen, weil sie gerne ebenso pau­schal wie vage anfüh­ren: “In unzäh­li­gen Stu­dien haben füh­rende Wis­sen­schaft­ler die schä­di­gende Wir­kung von Han­dys schon lange belegt”. Beide Stand­punkte sind igno­rant. Es gibt der­zeit keine kon­kre­ten Hin­weise dar­auf, dass mobile Tele­fo­nie die Nut­zer schä­digt. Es gibt jedoch auch keine Belege dafür, dass sie es über den Ver­lauf eines Tele­fo­nie­rer­le­bens nicht tut. Diese Belege von den Her­stel­lern der Geräte zu for­dern, ist beliebt, aber unfair. Einen sol­chen Null­ef­fekt­be­weis gibt es in der Medi­zin oder der Bio­lo­gie nicht. Eben­so­gut könnte man Nokia auf­for­dern, jetzt end­lich mal die Exis­tenz Got­tes end­gül­tig und zwei­fels­frei zu klä­ren. Wie in der Reli­gion gibt es im Mobil­funk den letzt­gül­ti­gen Beweis nicht. Es gibt nur Stu­dien, Tests und dar­aus resul­tie­rende Wahrscheinlichkeiten.

Blei­ben wir beim Ver­gleich mit der Reli­gion. Wie dort dreht sich auch beim Mobil­funk alles um die Gefühls­welt des Men­schen. Vie­len Leu­ten geht es schlecht, wenn in ihrer Nähe ein neuer Mast mit Funk-Transpondern der ver­schie­de­nen Netz­an­bie­ter auf­taucht. Ich erin­nere mich an einen kon­kre­ten Fall, der in mei­ner dama­li­gen Redak­tion auf­lief. Gegen einen neuen Mast for­mierte sich schnell eine Bür­ger­be­we­gung, die mit vie­len Fäl­len von Kopf­schmer­zen, Schlaf­stö­run­gen, Ner­vo­si­tät und mehr beleg­ten, wie sich die­ser auf ihren Gesund­heits­zu­stand aus­wirkte. Es wirkte bedenk­lich, fast, als hätte jemand Plu­to­nium dort abge­kippt, als wür­den uns dort in kür­zes­ter Zeit die Leser weg­ster­ben. Wir rie­fen beim Betrei­ber an, um ihn dar­auf hin­zu­wei­sen, dass er in der Innen­stadt nicht mit fünf Mega­watt an Gam­ma­strah­lung rum­bal­lern darf. “Ja, wir krie­gen die­sel­ben Beschwer­den”, ant­wor­tete eine genervte Stimme. “Wie soll das erst wer­den, wenn wir das Ding anschal­ten? Wir haben noch nicht­mal die Genehmigung.”

Das Phä­no­men “Elek­tro­sen­si­bi­li­tät” erreichte kurz nach dem Jahr­tau­send­wech­sel sol­che Höhen, dass die Unis in Bie­le­feld und Mainz, das Deut­sche Krebs­for­schungs­zen­trum Hei­del­berg sowie die Bera­ter­firma TNS Health­care Mün­chen von 2003 bis 2006 die Effekte der Mas­ten auf Schlaf und Lebens­qua­li­tät unter­such­ten. Im Fazit heißt es: “Die vor­lie­gen­den Ergeb­nisse spre­chen gegen eine Beein­flus­sung der sub­jek­ti­ven und objek­ti­ven Schlaf­qua­li­tät durch elek­tro­ma­gne­ti­sche Fel­der von Mobil­funk­ba­sis­sta­tio­nen auf phy­sio­lo­gi­scher Ebene. Es konn­ten jedoch ein­deu­tige Effekte allein durch die Exis­tenz einer Mobil­funk­ba­sis­sta­tion ver­bun­den mit der Besorg­nis über mög­li­che gesund­heit­li­che Risi­ken auf die Schlaf­qua­li­tät nach­ge­wie­sen wer­den. Das vor­lie­gende Ergeb­nis zeigt, dass nicht die Expo­si­tion an sich die Schlaf­qua­li­tät nega­tiv beein­flusst, son­dern Beden­ken wegen der mög­li­chen gesund­heit­li­chen Fol­gen, und zwar auch, wenn die Anlage nicht in Betrieb ist.” Durch­aus nach­voll­zieh­bar. Wer möchte schon einen sol­chen Mast vor sei­nem Schlaf­zim­mer sehen, von dem doch alle sagen, dass er schäd­lich ist?

Die Elek­tro­sen­si­bli­tät an sich ist eben­falls welt­weit gut unter­sucht, eine der neu­es­ten Stu­dien kommt 2009 von der deut­schen Bun­des­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin. Sie kommt zum sel­ben Ergeb­nis wie alle diese Stu­dien: Die Elek­tro­sen­si­blen rea­gie­ren auf den Test mit ihren Sym­pto­men, zum Bei­spiel Kopf­schmer­zen. Diese Sym­ptome sind jedoch unab­hän­gig davon, ob gerade ein Feld anliegt. Oft schnei­den elek­tro­sen­si­ble Per­so­nen im Ver­gleich zur Kon­troll­gruppe sogar schlech­ter ab, da sie ten­den­zi­ell öfter vom Vor­han­den­sein eines Fel­des aus­ge­hen und dar­auf mit ihren typi­schen Sym­pto­men wie Kopf­schmer­zen rea­gie­ren. Ob reell ein elek­tro­ma­gne­ti­sches Feld eines Haus­halts­ge­räts oder eines Mobil­te­le­fons auf sie leuch­tet, kön­nen sie nicht erken­nen. Häme ist hier jedoch unan­ge­bracht. Diese Leute sind Men­schen, die lei­den und ver­die­nen daher die­selbe Rück­sicht, wie sie ande­ren Lei­den­den zuteil wird. Ein preus­si­sches “reiß dich halt zusam­men!” ist jeden­falls wenig zielführend.

Viel­leicht hilft ein wenig Ver­ständ­nis des Elek­tro­ma­gne­tis­mus’ an sich. Wenn von sol­chen Fel­dern die Rede ist, den­ken die meis­ten an elek­tri­sche Geräte. In Wirk­lich­keit ist elek­tro­ma­gne­ti­sche Strah­lung all­täg­lich, natür­lich, all­ge­gen­wär­tig. Das elek­tro­ma­gne­ti­sche Wel­len­spek­trum reicht von Radio­wel­len über sicht­ba­res Licht bis hin zu Rönt­gen– und Gam­ma­strah­len. Was die im Sprach­ge­brauch so deut­lich getrenn­ten Arten von Strah­lung unter­schei­det, ist schlicht ihre Wel­len­länge. Einen sehr klei­nen Aus­schnitt aus dem Spek­trum nimmt der Mensch direkt wahr, das sicht­bare Licht. Infra­rot (lang­wel­li­ger als der sicht­bare Bereich) kön­nen wir schon nicht mehr sehen, wohl aber bei hoher Inten­si­tät auf der Haut als Wärme spü­ren. Den UV-Bereich (kurz­wel­li­ger) sehen wir eben­falls nicht, wir spü­ren jedoch eine Über­do­sis in Form des Son­nen­brands. Der Son­nen­brand ist eine echte, nach­weis­lich schäd­li­che Strah­len­ver­bren­nung, vor der aller­dings den­noch kaum jemand so viel Angst hat wie vor einem Tele­fon. Sogar der mensch­li­che Kör­per strahlt, wie alles Leben, unter ande­rem im Terahertz-Bereich. Viele die­ser Fre­quen­zen neh­men die Ner­ven ab einer bestimm­ten Inten­si­tät mit­tel­bar als Wärme wahr. Das gilt auch für den Mikro­wel­len­be­reich, den Han­dys nut­zen. Mikro­wel­len erhit­zen zum Bei­spiel Essen oder kranke Kör­per­teile in Wär­me­be­hand­lun­gen. Die For­schung kennt diese Effekte, und die aktu­el­len Grenz­werte für Mobil­te­le­fo­nie fußen auf die­sen ther­mi­schen Effek­ten, weil sie ab einer bestimm­ten Grö­ßen­ord­nung schäd­lich werden.

Das ent­spricht zwar dem Wis­sens­stand, doch bleibt dabei zunächst offen, wel­che elek­tro­ma­gne­ti­schen Ein­flüsse die Tele­fo­nie­re­rei außer­dem im Kör­per haben könnte. Mobil­funk­geg­ner argu­men­tie­ren gern, die Art, wie GSM– oder DECT-Telefone Gesprä­che oder andere Daten über­tra­gen, sei durch die Art ihrer Über­mitt­lung beson­ders gefähr­lich. Sie ver­wen­den dabei Begriffe wie “gepulste Strah­lung” oder argu­men­tie­ren, GSM-Strahlung sei des­halb schäd­li­cher, weil sie “Infor­ma­tio­nen” ent­halte, die irgend­was “Fein­stoff­li­ches” im Kör­per zer­stö­ren. Es ist prin­zi­pi­ell gut, mög­lichst viele Teil­as­pekte und emer­gente Phä­no­mene zu unter­su­chen, doch bewegt sich das Argu­men­ta­ti­ons­ni­veau meis­tens auf dem von schwar­zen Löchern im LHC. Ja: das Handy ist eine zusätz­li­che moderne Strah­len­quelle. Nein, der mensch­li­che Kör­per ist nicht dafür bekannt, auf sol­che Fel­der beson­ders emp­find­lich zu rea­gie­ren. Die­ser sal­zige Sack voll Elek­tro­che­mie ist im Gegen­teil dafür bekannt, in höchs­tem Maße EMV-störsicher zu sein. Ein Repor­ter der Seite Howstuffworks.com hat für einen Test ein altes Auto durch einen auf einem US-Luftwaffenstützpunkt künst­lich erzeug­ten elek­tro­ma­gne­ti­schen Puls gefah­ren. Die­ser Puls ist von einer Stärke, wie er bei einer in der Atmo­sphäre gezün­de­ten Atom­bombe auf­tritt. Er zer­stört in Sekun­den­bruch­tei­len alle elek­tro­ni­schen Schalt­kreise. Der Wagen blieb sofort ste­hen, tot, aus. Der Fah­rer spürte noch nicht­mal etwas.

Trotz­dem: Wei­tere For­schun­gen und Erkennt­nisse könn­ten durch­aus noch rele­vante Effekte zutage för­dern, an die wir aktu­ell noch gar nicht den­ken. Das Bun­des­amt für Strah­len­schutz (www.bfs.de) emp­fiehlt daher ver­un­si­cher­ten Handy-Nutzern den kon­ser­va­ti­ven Umgang mit den Gerä­ten: Fest­netz bevor­zu­gen, kurze Handy-Gespräche füh­ren, even­tu­ell gar Head­sets ver­wen­den, weil die Feld­stärke mit der Ent­fer­nung über­pro­por­tio­nal sehr stark abnimmt. Am bes­ten tele­fo­niert man unter freiem Him­mel in Sicht­weite zum Mobil­funk­mas­ten, also bei opti­ma­lem Emp­fang. Han­dys regeln die Sen­de­leis­tung näm­lich immer auf das für die Ver­bin­dung nied­rigst­mög­li­che Niveau her­un­ter, um Strom zu spa­ren. In Autos, Woh­nun­gen, Kel­lern, Bus­sen und so wei­ter muss das Tele­fon die Sen­de­leis­tung stark hoch­fah­ren, um eine sta­bile Ver­bin­dung zu hal­ten. Schir­mende Auf­kle­ber, wie sie man­cher­orts zum Schutz ange­prie­sen wer­den, sind also, wenn sie über­haupt eine Wir­kung haben, kon­tra­pro­duk­tiv, da sie meis­tens zu einer Erhö­hung der Sen­de­leis­tung direkt am Ohr füh­ren. Die maxi­male Sen­de­leis­tung Ihres Han­dys fin­den Sie in der Gebrauchs­an­lei­tung (der soge­nannte SAR-Wert für die spe­zi­fi­sche Absorp­ti­ons­rate), eine SAR-Übersicht bie­tet das BFS an. Der beste Strah­len­schutz ist und bleibt jedoch Abschal­ten. Es ist para­dox, aber man kann die meis­ten Mobil­funk­geg­ner auf dem Handy gut errei­chen. Eine sinn­volle Dis­kus­sion über unse­ren Umgang mit dem Mobil­te­le­fon muss daher vor allem die Frage ent­hal­ten, wie viel Abde­ckung und Erreich­bar­keit wir uns leis­ten wol­len. Das der­zei­tige Level haben sich nicht die Betrei­ber aus­ge­dacht, son­dern es ent­stand durch eine Nach­frage, die Emp­fang in jedem Kel­ler auf dem plat­ten Land ver­langt. Das geht eben nicht ohne einen Wald von Antennen.

Han­dys ste­hen immer wie­der im Kreuz­feuer der Kri­tik, obwohl viele Tech­ni­ken aus dem Atom­zeit­al­ter in weit höhe­rem Aus­maß strah­len. Direkt vor mei­nem Fens­ter steht ein Fern­seh­turm. Jeder Radio­sen­der dort strahlt mit einer Sen­de­leis­tung von bis zu 100.000 Watt. Ein Han­dy­mast sen­det in der Summe mit eini­gen hun­dert Watt. Frü­her gab es auch Fern­seh­sen­der, die mit einem Mega­watt strahl­ten. Oder Atom­bom­ben mit ihrem elek­tro­ma­gne­ti­schen Puls. Oder auch nur der ganz nor­male Ener­gie­trans­port über hohe Wech­sel­span­nun­gen. Diese Kan­di­da­ten über­tref­fen in der Feld­stärke ihre Nach­fah­ren des Infor­ma­ti­ons­zeit­al­ters bei Wei­tem und soll­ten daher in For­schung wie öffent­li­cher Dis­kus­sion min­des­tens gleich­be­rech­tigt Thema sein. Das Schäd­lichste an aller All­tags­strah­lung jedoch ist nach­weis­lich die Angst davor.

Pro­log, äh, Epi­log mein ich:
Die­ser Text ent­stand für die Welt, deren Maß­gabe es ist, dass “jede Haus­frau” jeden Text ver­ste­hen kön­nen muss. Er bleibt daher an der Ober­flä­che der Dis­kus­sion. Wer sich für eine wei­ter­ge­hende Behand­lung des The­mas inter­es­siert, sollte sich die Seite von Ralf Die­ter Wöl­fle anse­hen, auf der er auf lobens­wert nüch­terne Art ver­sucht, neu­tral Infor­ma­tio­nen zu sammeln:

Elektrosmoginfo.de

Kommentare

  1. Chris - geschrieben am 3. November 2010 um 21:12 Uhr - Kommentar-Link
  2. Handystrahlung - geschrieben am 10. September 2011 um 21:14 Uhr - Kommentar-Link

    Der Ein­fluß der Mobil­fun­k­in­dus­trie zeigt sich beson­ders bei den Stu­dien zu den gesund­heit­li­chen Auswirkungen.

    Die Finan­zie­rung von Stu­dien beein­flußt deren Ergebnis:

    Das eigent­lich inter­es­sante Ergeb­nis von Lais Unter­su­chung aber ist: Rund vier von fünf Stu­dien, die elek­tro­ma­gne­ti­sche Strah­lung als unbe­denk­lich ein­stuf­ten, waren von der Indus­trie finanziert.“

    Das Insti­tut für Sozial– und Prä­ven­tiv­me­di­zin der Uni­ver­si­tät Bern kam in einer Ana­lyse zu dem­sel­ben Ergeb­nis wie Lai: Arbei­ten, an deren Finan­zie­rung die Indus­trie nicht betei­ligt war, fan­den zehn­mal häu­fi­ger sta­tis­tisch signi­fi­kante Effekte der Mobil­funk­strah­lung als Unter­su­chun­gen, die im Auf­trag der Indus­trie durch­ge­führt wor­den waren.“

    Quelle: Die Wochen­zei­tung WOZ, 11.03.2010, http://www.woz.ch/artikel/rss/19045.html

    Mehr Infor­ma­tio­nen zum Thema Mobil­funk und Gesund­heit – Gesund­heits­ri­si­ken von Handy, Han­dy­strah­lung, Mobil­funk­sen­dern, GSM, UMTS, LTE, TETRA, DECT, WLAN

    http://www.mobilfunkstudien.de

    http://www.facebook.com/Mobilfunk.und.Gesundheit

  3. Clemens Gleich - geschrieben am 10. September 2011 um 22:16 Uhr - Kommentar-Link

    Hin­weis für die Links des Her­ren: Dar­un­ter lie­gen Arti­kel zum Bei­spiel zu einem Pro­fes­sor, der (wie immer) alles revo­lu­tio­nie­ren will, aber (eben­falls wie immer) nicht sagen kann, wie, und der sich außer­dem mit „kos­ten­lo­ser Tele­pa­thie“ beschäf­tigt. Die Web­site des Pos­ters ist ten­den­ziös, ich emp­fehle wei­ter­hin die Web­site unter dem Arti­kel, weil sie Stu­dien in beide Rich­tun­gen berücksichtigt.

    Eine Aus­sage stimmt: Näm­lich, dass Fir­men For­schung finan­zie­ren und damit Ergeb­nisse beein­flus­sen. Das ist heute der (viel­leicht bedau­erns­werte) Nor­mal­zu­stand auf jedem Gebiet. Das ändert nichts an der Tat­sa­che, dass keine Stu­die bis jetzt stich­hal­tig einen Zusam­men­hang von übli­chem Funk­ver­kehr mit Krank­heits­bil­dern her­stellt, der über die im Arti­kel geschil­der­ten Psy­cho­so­ma­tis­men hin­aus­geht. Das kann durch­aus noch kom­men, aber dann höchst­wahr­schein­lich von guten For­schern statt Spin­nern. Und anders herum ist ein Beweis eines Nicht-Effekts unmög­lich. Ich gebe zum Bei­spiel jedem einen Fer­rari, der mir empi­risch nach­wei­sen kann, dass es das Hei­lige Flie­gende Spa­ghet­ti­mons­ter nicht gibt.

    Ich habe den Arti­kel damals wider­wil­lig geschrie­ben, weil ich den Handy-Panikern eine Lin­de­rung geben wollte. Sol­che Angst-Aggregatoren wie die­ser Pos­ter waren der Grund. Sie machen nichts kon­struk­tiv bes­ser. Sie machen nur mehr Angst. Sie sind der Feind.

Hinterlasse eine Antwort

Melde Dich mit Deinem Facebook- oder Twitter-Account an:

Connect with Facebook

Oder fülle einfach folgende Felder aus: