Bankenzocker: Springt endlich!

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 09.06.2010

August 2009. Ich hatte gerade frisch dem Büro­le­ben gekün­digt und saß sehr bohé­mien mit mei­ner Rei­se­schreib­ma­schine und einem Brandy im Tee­haus über Stutt­gart, um Prosa in den Pro­zes­sor zu kli­ckern. Das Tee­haus im Weis­sen­burg­park ist ein sehr ange­neh­mer Ort, dort essen aller­dings auch unan­ge­nehme Leute zu mit­tag. Nament­lich: Finanzhei­nis. Ein klei­ner Trupp saß ein paar Tische wei­ter und unter­hielt sich. Im Som­mer 2009 dachte die Bild-Zeitung ja noch: “Ban­ken­krise, hamwa grad so über­stan­den. Jetz’n Bier.” Der deut­sche (und nicht nur der deut­sche) Staat war mit Mil­li­ar­den von Euros ein­ge­sprun­gen, um ein Sys­tem zu ret­ten, das es defi­ni­tiv nicht ver­dient hatte. Wir brau­chen den Finanz­markt nicht in die­sem Umfang, er ist ein wuchern­des Krebs­ge­schwür. Es gedeiht des­halb so präch­tig, weil die Finanzhei­nis in den Lob­bies sit­zen und die Lob­bies, das ist Fakt, machen die Gesetze in Deutsch­land. Die Poli­tik ist nur ein Hau­fen aus­füh­ren­der Hand­pup­pen – nur, falls sich jemand fragt, wieso Top-Politiker immer so dumm sind: es ist vor­teil­haft für ihre Kar­riere. Aber das Thema hat­ten wir ja bei der Abwrack­prä­mie schonmal.

Jeden­falls über­hörte ich das Gespräch der Fina(n)zis. Sie unter­hiel­ten sich laut lachend über ihre neu­es­ten Zocke­reien mit dem Geld ande­rer Leute. Der Staat hatte ihnen ihre Exis­tenz­grund­lage gesi­chert, die sie selbst ver­zockt hat­ten, aber das hat­ten sie gar nicht gemerkt oder als selbst­ver­ständ­lich hin­ge­nom­men. Hahaha, Bau­ruine wegen Spe­ku­la­tion, hahaha. Hahaha, in mei­nen Fonds ist nur heiße Luft, merkt ja kei­ner, hahaha. Ich hätte auf­ste­hen und jedem eine Wat­schen ins Gesicht ser­vie­ren sol­len – und wenn sie ent­geis­tert gefragt hät­ten: “warum?”, dann gleich noch zwei hin­ter­her. Dazu war ich jedoch zu geset­zes­treu, zu faul und zu besof­fen, sie sind mir ent­wischt, bevor ich eine Ent­schei­dung tref­fen konnte, was mit sol­chen Sub­jek­ten zu tun sei. Zuhause bestellte ich mir ein Shirt mit dem Zitat:

Jump!
You Fuckers!

Die­ser wütende Aus­spruch stammt von einem Pro­tes­tan­ten an der Wall Street, der Ende 2008 ver­zwei­felt über seine Ohn­macht und die Gewis­sen­lo­sig­keit war, mit der sie aus­ge­nutzt wurde. Bei frü­he­ren Ban­ken­kri­sen hat­ten einige Ban­ker zumin­dest noch Ehr­ge­fühl, zumin­dest noch den Anstand, zu sprin­gen. Heute lässt man sich seine ver­zock­ten Mil­li­ar­den vom Staat erset­zen und küm­mert sich allein um Gewinne aus dem Alp­traum, der das gegen­wär­tige Finanz­we­sen dar­stellt. Zeit, auf­zu­wa­chen. Denn es bringt nichts, die Ban­ken zu ret­ten, sie machen unter­bre­chungs­frei so wei­ter – ohne Scham, ohne Unrechts­be­wusst­sein und am wich­tigs­ten: ohne eige­nes Risiko, denn das trägt der jewei­lige Staat ja. Das ist kein Kapi­ta­lis­mus mehr, das ist ein Kriegs­her­ren­ka­sino. Es steht uns eine mas­sive Ent­wer­tung des Euros ins Haus, und das liegt nicht an Grie­chen­land oder den nächs­ten Bank­rott­kan­di­da­ten (Irland? Por­tu­gal?), son­dern es liegt zunächst mal an einem krank­haft auf­ge­bläh­ten Finanz­markt. Bank­rott­staa­ten sind eher Opfer der Finanz­welt als die Ursa­chen ihrer Pro­bleme. Wer in den letz­ten Jah­ren den gigan­ti­schen Beton­fried­hof aus Immobilienspekulationsblasen-Bauruinen gese­hen hat, aus dem Süd­spa­nien heute besteht, weiß, was ich meine.

Hypo Alpe Adria, Bavaria und wir

Wiiir lagen vor Karlova­cko u-hund hat­ten die Pest im Hin­ter­grund!“ (Bild: Phi­lip Herzog)

Ich möchte auch mit dem Mär­chen auf­räu­men, dass Finanz­zo­cker ganz beson­ders geris­sen und schlau sind. Das stimmt nicht. Sie sind meis­tens ziem­lich dumm. Man muss nicht schlau sein, um sich Mil­li­ar­den­be­träge frem­den Gel­des zu lei­hen, um damit wür­feln zu gehen, es rei­chen Gier und Skru­pel­lo­sig­keit. Diese Dumm­heit macht es gerade so schlimm: Sie ver­zo­cken den Boden, auf dem sie ste­hen, und mer­ken das nicht­mal. Reue? Eh nicht. Ende 2009 leg­ten wir mit einer Segel­yacht in der kroa­ti­schen Adria an einem guten Restau­rant an. Dort lagen zwei große Motor­yach­ten inklu­sive Bord­nut­ten, Mie­ter: gro­ßes Tier bei der Hypo Alpe Adria, einem Geld­sumpf par excel­lence. Wenn Reue so aus­sieht, mit ein paar Nut­ten den Wein­kel­ler zu plün­dern, dann bin ich jetzt auch reuig, mal egal, wofür. Gut bemerkt: Wir lagen da auch. Der Unter­schied (außer einem Hau­fen Geld nebst eini­gen Nut­ten natür­lich): Wir gehö­ren zum wirt­schaf­ten­den Wirts­kör­per, die zum Para­si­ten. Nicht falsch ver­ste­hen: Es soll jeder sein Geld ver­pras­sen, wie er mag, vor allem im Urlaub, und sei es noch so viel. Aber: SEIN Geld. Und: Ich will ver­ant­wort­li­che Köpfe rol­len und nicht beim Deka­die­ren sehen.

Es steht also eine mas­sive Infla­tion an. Wei­ters sollte man sich über Bank­rott gehende Staa­ten in der nächs­ten Zeit nicht wun­dern. Selbst die USA sind längst pleite, sie ope­rie­ren auf geborg­ter Zeit, indem sie den Dol­lar ans Rohöl hän­gen. Sobald welt­weit Öl für Euro ver­kauft wird, gehen sie unter wie ein Stein. Sad­dam Hus­sein hat damals ange­kün­digt, er wolle Öl für Euro ver­kau­fen. Da hatte er – huch! – auf ein­mal Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen und die Kaval­le­rie rückte aus. Die beste Idee seit lan­gem ist die Finanz­trans­ak­ti­ons­steuer, die – selbst im nied­ri­gen Promille-Bereich ange­setzt – Dut­zende Mil­li­ar­den Euro in die Staats­kasse (zurück)bringt. Das ent­spre­chende Gesetz dazu wird von der Finanz­lobby der­art weich­ge­kocht, ja: umge­krem­pelt wer­den, dass am Ende wir das an der Super­markt­kasse zah­len sol­len. Just you wait.

Ja, ich sehe die­selbe Ohn­macht wie die­ser Typ an der Wall­street. Des­halb trage ich wenigs­tens mein Shirt, und finde, jeder sollte eines im Schrank haben, so für den Spa­zier­gang durchs Ban­ken­vier­tel. Es gibt im Inter­net viele Anbie­ter, die einem das auf ein Shirt dru­cken. Ich habe püt­zisch dienst­leis­tend da mal was vor­be­rei­tet für alle, die das fer­tig haben wol­len: Klick­stu hier. Und ich hoffe wirk­lich, dass sich mög­lichst viele Dep­pen aus Finanz­welt wie Poli­tik die Bot­schaft zu Her­zen neh­men: Wir brau­chen euch gerade jetzt gar nicht. Bitte springt einfach.

Jump! You Fuckers!

Wer keine Ahnung hat, von was ich grad rede, sollte sich das Inter­view in der Main Post zu Gemüte füh­ren, den Fern­seh­bei­trag im ZDF, sowie den Film “Let’s Make Money”:

Ter­ro­ris­mus an Finanz­märk­ten (Main Post)

Finanz­krise 2.0 (ZDF)

Let’s Make Money (Amazon)

Wei­tere Links in den Kommentaren

Woanders wird gesagt …

  1. Wir empfehlen: Harakiri | Wolfgang Lonien - geschrieben am 9. November 2011 um 08:03

    […] ja frü­her hat es noch Anstand gege­ben, wie auch Cle­mens in sei­nem sehr lesens­wer­ten Arti­kel “Ban­ken­zo­cker: Sprint end­lich!” geschrie­ben hat. Frü­her sind Ban­ker bei Ver­lus­ten noch aus den Fens­tern gesprun­gen. Heute […]

Kommentare

  1. Clemens Gleich - geschrieben am 9. Juni 2010 um 19:33 Uhr - Kommentar-Link

    Kommt soeben der Hin­weis auf den Betrü­ger­fall Madoff rein. Die Bild­klick­stre­cke der SZ sagt: „Aus­druck der Dra­ma­tik ist die Tat­sa­che, dass sich der Fonds­ma­na­ger, der ihr Geld bei Madoff ange­legt hatte, in New York erschoss.“

    http://www.sueddeutsche.de/geld/die-gesichter-des-madoff-crashs-reingelegt-und-abgezockt-1.473620–4

  2. Clemens Gleich - geschrieben am 10. Juni 2010 um 14:43 Uhr - Kommentar-Link

    Uwe Dolata bei Erwin Pel­zig im BR über unsere „Lob­by­kra­tie“, Würz­burgs „Anlü­ge­be­ra­ter“ und das „kor­rup­teste Land der Welt“:

    http://bertjensen.info/uwe-dolata-zu-gast-bei-pelzig-unterhaelt-sich/

    Main Post über die Sendung:

    http://www.mainpost.de/lokales/franken/Wuerzburger-Uwe-Dolata-zu-Gast-bei-Pelzig-unterhaelt-sich;art1727,5532361

  3. leser - geschrieben am 16. Juni 2010 um 09:46 Uhr - Kommentar-Link

    Apro­pos Kroa­tien:
    Hieß es viel­leicht „Wir lagen vor Kar­lo­bag und hat­ten Karlova­cko an Bord“?
    Denn die Küs­ten­straße süd­lich von Kar­lo­bag kann es mit _der_ Pan­o­ra­mico auf­neh­men, mei­ner unmaß­geb­li­chen Mei­nung nach. Mal probiert?

    Regards!

  4. Clemens Gleich - geschrieben am 16. Juni 2010 um 10:04 Uhr - Kommentar-Link

    Singt man „KarloVA­cko“ mit der­sel­ben Verve wie „Mada­GAS­kar“, ergibt das einen groß­ar­ti­gen Klang, finde ich. Die Küs­ten­straße bei Kar­lo­bag kenne ich nicht, nehme sie aber hier­mit in die „Liste Der Schö­nen Stra­ßen“ auf, um sie fah­ren zu kön­nen, wenn ich in der Gegend unter­wegs bin.

  5. Birkenfeldt - geschrieben am 22. Juni 2010 um 21:29 Uhr - Kommentar-Link

    So so, der kleine Cle­mens liest also ein Inter­view in einer Pro­vinz­zei­tung und schaut sich ein paar Film­chen an und dann erklärt er uns die Welt: Ban­ker sind böse und gie­rig und des­halb kommt bald eine Infla­tion und wir ver­lie­ren wegen denen unser gan­zes Geld. Schön erklärt und vor allem so ein­fach. Nur trotz­dem falsch. Die bösen Ban­ker machen auch nichts ande­res als der Dackel mei­ner Tante: Wenn man ihm einen Ring Fleisch­wurst vor die Schnauze hält, schnappt er zu.
    Die Ursa­chen die­ser Schul­den­krise lie­gen im Geld­sys­tem, im Zin­ses­zins und vor allem in der ver­fehl­ten Noten­bank­geld­po­li­tik der ver­gan­gen (Krisen)Jahre. Rezes­sio­nen und Schul­den­ab­bau (über Defla­tion) wer­den nicht zuge­las­sen, son­dern sofort mit mehr Geld (Fleischwürs­ten) „bekämpft“. Der ach so böse Ban­ker macht nur seine Arbeit, näm­lich: ver­su­chen, für die hin­ge­hal­tene Fleisch­wurst die höchste Ren­dite zu erzie­len. Die­ses Finanz­sys­tem nähert sich sei­nem Ende, die Ban­ker sind daran aber am wenigs­ten Schuld.
    Zum vertiefen:

    http://ef-magazin.de/2008/12/16/857-wirtschaftskrise-hurra-wir-sind-bankrott

    http://ef-magazin.de/2010/06/15/2235-zwischen-deflation-und-inflation-und-die-rolle-der-politik-steuergelder-fuer-pigs-und-andere-schweine

    http://ef-magazin.de/2008/05/30/weltfinanzmaerkte-frankensteins-jammern

  6. birkenfeldt - geschrieben am 22. Juni 2010 um 21:46 Uhr - Kommentar-Link

    Nach­trag: Klar­text zur Schul­den­krise mit ein­fa­chen Worten

    http://www.wiwo.de/finanzen/waehrungsabwertung-ist-ein-suesses-gift-430982/

  7. Clemens Gleich - geschrieben am 22. Juni 2010 um 22:36 Uhr - Kommentar-Link

    Hey Bir­ken­feldt,

    danke für die Links, werde sie mir als Hin­ter­grund rein­zie­hen. Meine Kri­tik bleibt: Ein Mensch ist mehr als der Dackel Dei­ner Tante, ich stelle moralisch-ethische Ansprü­che an ihn. Das ist natür­lich kein allei­ni­ges Pro­blem des Finanz­sek­tors. Jour­na­lis­ten sind ja zum Bei­spiel eben­falls scheiße. Den­noch: die Argu­men­ta­tion mit der Wurst lasse ich nicht gel­ten, genauso könnte man sagen: „die Diebe kön­nen nix dafür, die ande­ren sol­len bes­ser aufpassen.“

  8. AVG - geschrieben am 10. Juli 2010 um 15:55 Uhr - Kommentar-Link

    Nach­dem das WM-Getröte nun end­lich vor­bei ist, haben viel­leicht schon ein paar Mit­bür­ger mit­be­kom­men, was die Bun­des­re­gie­rung uns in der Zwi­schen­zeit klamm­heim­lich unter­ge­ju­belt hat.
    Zum Sprin­gen habe ich mir hier ein paar Gedan­ken gemacht:

    http://www.youtube.com/watch?v=qCYRxHz-OY0&feature=channel

    [Anmer­kung des Leser­brie­fon­kels für Eilige: Das Video ent­hält keine Infos, es ist nur eine Art Auf­for­de­rung zu akti­ver Demokratie.]

  9. Chris G. - geschrieben am 4. Januar 2011 um 04:28 Uhr - Kommentar-Link

    Cle­mens das was Heute ueber die Bue­hne geht hat sich doch schon vor so ziem­lich genau 80 Jah­ren bei Uns genau so abgespielt.Die Akteure und Opfer waren damals genau Dies­sel­ben wie Heute.Das Ende der Wei­ma­rer Repu­blik.
    Bis uns ein klei­ner Mann aus Oes­ter­reich ver­suchte zu erret­ten.
    Fuer [seine Taten] bezah­len wir Deut­sche noch Heute…:-(
    Natu­er­lich war alles damals Scheisse unter Adolf und Heute ist trotz Allem alles toll und frei und geil…;-)
    Wir wol­len ja nicht als Deut­sche das trau­rige Schick­sal unse­res Mit­buer­gers Horst Mah­ler tei­len der sein Grund­recht auf freie Mei­nungs­aeus­se­rung wohl als ech­tes Grund­recht und Nicht alten DDR-Witz genom­men hat.
    Ja wir wis­sen lie­ber BRD-(Besatzungs)Verfassungsschutz „Die Erde ist eine Scheibe“…;-)
    Wenigs­tens wird man in der BRD heute als Ket­zer nicht mehr ver­brannt son­dern bekommt nur Staats­pen­sion auf­ge­brummt was bei der heu­ti­gen Arbeits­markt­si­tua­tion und dar­aus fol­gen­den Obdach­lo­sig­keit auch sein Gutes haben kann…;-)

  10. Clemens Gleich - geschrieben am 4. Januar 2011 um 14:28 Uhr - Kommentar-Link

    Chris, Adolf Hit­ler war selbst ein Ban­ken­zo­cker der schlimms­ten Sorte. Stich­wort Mefo-Wechsel. Wei­ter­hin ver­an­lasst Du mich zu etwas, das ich noch nie getan habe: Kom­men­tare edi­tie­ren. Deine Mit­tei­lun­gen ent­hal­ten Ras­sen­hetze, für die ich als Sei­ten­be­trei­ber mit ver­ant­wort­lich bin. Bitte beschränke Dich auf eine (von mir aus belie­big krasse) Meinung.

  11. sinsser - geschrieben am 9. November 2011 um 09:16 Uhr - Kommentar-Link

    Zitat (aus 06/2010):
    Es steht also eine mas­sive Infla­tion an. Wei­ters sollte man sich über Bank­rott gehende Staa­ten in der nächs­ten Zeit nicht wundern

    Also Cle­mens, ich muss schon sagen:
    Recht gehabt. Respekt.

    PS: Das T-Shirt ist schon so gut wie bestellt.

  12. Clemens Gleich - geschrieben am 9. November 2011 um 09:57 Uhr - Kommentar-Link

    Das war ja nicht schwer, da Recht zu behal­ten, die Fak­ten stan­den schon lange fest, bevor ich das über­haupt geschrie­ben habe. Das wirk­lich Trau­rige hier­bei ist: Es stand wie mir jedem Poli­ti­ker, jedem Ent­schei­der, jedem wich­ti­gen Ban­ker schon län­ger als mir frei, diese Ent­wick­lung zu sehen und was zu machen. Sie tun es jedoch nicht. Und an die­sem Punkt finde ich meine Ver­ur­tei­lung sol­chen unmo­ra­li­schen aso­zia­len Ver­hal­tens als gerecht­fer­tigt. Sol­che Sub­jekte sind Sozi­o­pa­then in einem sehr klas­si­schen Sinn.

    Wenn ein lang­jäh­ri­ger Investment-Zocker die Wahl hat, ob er seine Firma ins Unglück stürzt oder die Welt (nach uns die Sint­flut), dann muss er sel­ten zwei Mal den­ken und sein Chef muss nie eine mora­li­sche Ent­schei­dung fürch­ten. Man kann jetzt sagen, er hätte keine Wahl. Aber das wäre gelo­gen. Er hat nur kei­nen sozia­len Antrieb und kei­nen Mut dazu. Dafür gibts halt bitte kein Mitleid.

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