Kollegen schelten

Clemens Gleich - 30.06.2010

Es ver­stößt gegen die Eti­kette von Jour­na­lis­ten, Kol­le­gen für schlechte Arti­kel zu schel­ten. “Wir machen keine Kol­le­gen­schelte”, hieß es im Heise-Newsroom immer, wenn jemand einen hane­bü­che­nen Arti­kel bei der Kon­kur­renz bloß­stel­len wollte. Die Gründe, die Ursprünge dafür kenne ich nicht. Sie inter­es­sie­ren mich auch nicht son­der­lich. Fest steht, dass es dadurch ein biss­chen ange­neh­mer für alle wird, weil man ja meis­tens zwei Tage spä­ter sel­ber was ver­sem­melt. Nun bin ich aller­dings ein schlech­ter Jour­na­list, bezie­hungs­weise gar kein Jour­na­list, son­dern eher so ein geschich­ten­er­zäh­len­der Affe (Pan Nar­ren­sis), und da packt mich ein­fach manch­mal die Wut, da muss ich mich über Sachen auf­re­gen. Als die Sache mit dem Auto-Hacking die Runde machte, wollte ich das des­halb ein­fach igno­rie­ren, damit ich mich nicht auf­rege. Ich habe dann ein­fach eine nette Lie­bes­ge­schichte mit peri­phe­rem the­ma­ti­schen Bezug gepos­tet, als es aktu­ell war. Zwei Wochen, nach­dem es aktu­ell war, bat mich jemand, das Thema für ein Haus­frau­en­pu­bli­kum zu ver­wurs­ten und natür­lich habe ich mich der­art auf­ge­regt, dass er mehr Arbeit als üblich damit hatte, weil er alle “ich”s raus­ma­chen musste, zusam­men mit aller Kol­le­gen­schelte. Die war zwar anonym, aber dem kann in Tei­len gehol­fen wer­den: Die dümmste Vari­ante kam vom WDR. Wenn ihr Jungs da dann Rund­funk­steuer von allen kriegt, erwarte ich schon ein Pfund mehr Hirn von euch, Kol­legas. Lange Rede, noch län­ge­rer Sinn: Es folgt das Ori­gi­nal mit Kol­le­gen­schelte. Schel­tet mich gerne zurück, nur für euch sind ja die Kom­men­tare da.

Schel­ten übers Auto-Hacking

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