Michelin Power Pure auf ZX-6R: no go

“Der Michelin Power Pure flattert wie ein Putzlumpen“ hab ich gesagt, als ich den Reifen auf der Kawasaki ZX-6R MJ 09 zum ersten mal gefahren bin. Tja, heute war ich mit ihr zum kleinen Service bei Kawasaki Deutschland und der Kawa-Testfahrer dort erklärte mehr oder weniger entsetzt: „Der Reifen ist auf dem Motorrad gefährlich instabil, ich habe dem keine Freigabe gegeben.“ Das erklärt einiges. Das Motorrad flattert vor allem bei höheren Geschwindigkeiten herum, auf der Autobahn drehe ich regelmäßig am Öhlins-Lenkungsdämpfer, um festzustellen, das der schon komplett zugedreht ist. Das Problem ist, dass Michelin diesen Reifen extrem leicht gebaut hat mit einer sehr weichen Karkasse. Er funktioniert auf einigen anderen Motorrädern ebenfalls nicht so richtig, wie man in Tests liest. Beim Tempo engerer Straßen legt sich der Reifen zwar schön neutral in die Schräge, nur gibt es eben Gerüchten zufolge auch schnelle Strecken. Werde mal nachbohren, wieso ein nicht freigegebener Reifen da überhaupt montiert wurde.

Es gibt eine Variante (Sonderkennung „A“) für die kleine Ninja, bei dem die Karkasse etwas stabiler ist. Auch den würde ich jedoch nicht draufmachen, denn erstens ist er ein gutes Stück teurer und zweitens gibt es für die 600er Reifen, die viel besser passen: Pirelli Diablo Rosso Corsa und Metzeler Sportec M5 Interact. Den erstgenannten habe ich aufgrund meiner hellsichtigen Fähigkeiten schon vor Wochen bestellt (letzer bekannter Aufenthaltsort: Motorrad Action Team), der zweitgenannte könnte der nächste Kandidat sein, weil er der erklärte Lieblingsreifen des Kawa-Testfahrers auf der grünen Lucy ist. Nur wenig schlechter funktioniert offenbar der Dunlop Sportmax Sportsmart, aber dafür langt wahrscheinlich die Restzeit des Dauertests nicht mehr.

Kommentare:

ältere
  • Butzi meinte am 30. Juli 2010 um 15:14:

    Bin den Reifen bei den Michelin Testtagen auf der NBG GP Strecke auf der BMW S1kRR gefahren. Das Ding ist eine Katastrophe. In schellen Kurven kippt das Bike plötzlich nach innen. Ich schätze mal der wird der Druck zu groß und die Karkasse gibt nach. Der Schlappen ist ein „No-Go“. Wie ist denn so was bei der Entwicklung durch die Endkontrolle gekommen?

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