Test Shark RSR II Carbon

– Clemens Gleich in Kategorie(n) , – 16.07.2010

Der Shark RSR II Car­bon in weiß ist der­zeit der wohl belieb­teste Shark unter Renn­fah­rern. Warum? Guck ihn ein­fach an…

Es gibt Köpfe für Helme, das sage ich immer, weil es Fakt ist. Mir zum Bei­spiel pas­sen Shark, Shoei und Uvex beson­ders gut, wäh­rend ich bei Timos und mei­ner Alpen­tour auf der damals neuen BMW F 800 bald vor Schmer­zen wahn­sin­nig gewor­den wäre in die­sem Klapphelm-Luftschutzbunker Schu­berth Con­cept. Als wir wie­der daheim waren, schlüpfte ich in Erwar­tung von Fol­ge­schmer­zen wie­der in mei­nen roten RSR I. Es war wie ein heil­sa­mes Kamil­len­bad. Ich habe geseufzt vor Erleichterung.

Diese Tour hat mei­nen Modus Ope­randi in Sachen Motor­rad­klei­dung mit begrün­det: Nur Sachen fah­ren, die gut sind. Man spart sich eine Menge Ärger wäh­rend des Fah­rens, man spart sich eine Menge Ärger danach, weil nie­mand gern hört, dass man ihn öffent­lich scheiße fin­det, und es gibt einem das gute Gefühl, sich die rich­tige Gesell­schaft sel­ber aus­zu­su­chen. Diese Ein­stel­lung hat zu ein, zwei Dis­kus­sio­nen mit dem Test­chef geführt, ich bleibe aller­dings dabei, dass es die ein­zig rich­tige Art ist, ehr­lich zum Publi­kum zu sein.

Als der RSR II her­aus­kam, habe ich ihn zunächst in schwarz getes­tet. Der Test war kurz, der Helm war gut. Dann habe ich mit dem wei­ßen RSR II das Ren­nen gegen Guido und Timo im Auto­rei­se­zug nach Ita­lien auf der Kawa­saki ZZR 1400 gewon­nen, das wir in MO 7–2009 ver­an­stal­tet haben. Die­ser Test war lang, sehr lang. Mir haben die Ohren weh­ge­tan, weil Shark gegen­über dem alten RSR etwas am Design geän­dert hat, also habe ich mit dem Mes­ser eben­falls etwas am Design geän­dert, näm­lich Platz für meine rie­si­gen Ohr­wa­scheln in die Pols­ter geschnit­ten. Was nur wie­der zeigt: Es führt kein Weg an lan­gem Anpro­bie­ren vor­bei. Danach hatte ich den Helm über­all mit. Er ist ein biss­chen wie ein inter­es­san­tes Motor­rad, Leute spre­chen einen dar­auf an, weil seine Optik ein­fach from outer space ist. Ich habe mei­nen Affen­an­zug so gestal­tet, dass er zum Helm passt, was eigent­lich schon alles über das Gerät sagt, was man wis­sen muss.

Seine Schale ist aus Koh­le­fa­ser­la­mi­nat, er wiegt daher nur gute 1200 Gramm. Das wasch­bare, anti­bak­te­ri­elle Fut­ter ist typisch Shark wie eine Art super­fluffige Welt­raum­bett­wä­sche. Der Helm liegt ruhig im Wind, sitzt gut, hat eine gleich­mä­ßige, gut funk­tio­nie­rende Be– und Ent­lüf­tung und, ach ja: das beste Visier der Welt. Keine Ahnung, wer die­ses Poly­car­bo­natschild für Shark strickt (BASF?), es sind jeden­falls Meis­ter ihres Fachs. Es ist etwa dop­pelt so dick wie nor­male Visiere bei den­noch bes­tem Kon­trast– und Streu­licht­ver­hal­ten. Das dunkle Visier für den RSR II ist von außen kom­plett blick­dicht, dun­kelt von innen stark ab. Den­noch ist es der­art kon­trast­reich, dass man es bei jedem Tages­licht fah­ren kann, auch im Regen. Erst bei voll­kom­me­ner Dun­kel­heit muss man aufs Klare wechseln.

Der dicke Schild ras­tet mit einem sat­ten “Tschunk!” ein, lässt sich stu­fen­los öffnen, ist mit sei­ner fla­chen Kon­tur für Abreiß­vi­siere geeig­net und schützt beim Sturz das Gesicht (des­halb ist es so dick). Rennfahrer-Oldtimer Her­bert Kauf­mann hat sein Shark bei einem Sturz mal davor bewahrt, bei einem Sturz die Gabel sei­nes Renn­mo­tor­rads mit dem Gesicht inspi­zie­ren zu müs­sen. Hat eh schon genug Nar­ben im Gesicht, der Mann. Die Dicke führt auch dazu, dass die­ses Visier selbst bei kal­ten Tem­pe­ra­tu­ren ohne Pin­lock beschlag­frei bleibt. Stra­ßen­preise fan­gen bei etwa 500 Euro an. [Siehe hier]

Jetzt bin ich im obe­ren Absatz doch ein wenig prak­tisch gewor­den. Zurück zur Base­line: der zwin­gendste Grund, die­sen Helm haben zu wol­len, ist das:

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