Test Shark RSR II Carbon

Der Shark RSR II Carbon in weiß ist derzeit der wohl beliebteste Shark unter Rennfahrern. Warum? Guck ihn einfach an…

Es gibt Köpfe für Helme, das sage ich immer, weil es Fakt ist. Mir zum Beispiel passen Shark, Shoei und Uvex besonders gut, während ich bei Timos und meiner Alpentour auf der damals neuen BMW F 800 bald vor Schmerzen wahnsinnig geworden wäre in diesem Klapphelm-Luftschutzbunker Schuberth Concept. Als wir wieder daheim waren, schlüpfte ich in Erwartung von Folgeschmerzen wieder in meinen roten RSR I. Es war wie ein heilsames Kamillenbad. Ich habe geseufzt vor Erleichterung.

Diese Tour hat meinen Modus Operandi in Sachen Motorradkleidung mit begründet: Nur Sachen fahren, die gut sind. Man spart sich eine Menge Ärger während des Fahrens, man spart sich eine Menge Ärger danach, weil niemand gern hört, dass man ihn öffentlich scheiße findet, und es gibt einem das gute Gefühl, sich die richtige Gesellschaft selber auszusuchen. Diese Einstellung hat zu ein, zwei Diskussionen mit dem Testchef geführt, ich bleibe allerdings dabei, dass es die einzig richtige Art ist, ehrlich zum Publikum zu sein.

Als der RSR II herauskam, habe ich ihn zunächst in schwarz getestet. Der Test war kurz, der Helm war gut. Dann habe ich mit dem weißen RSR II das Rennen gegen Guido und Timo im Autoreisezug nach Italien auf der Kawasaki ZZR 1400 gewonnen, das wir in MO 7-2009 veranstaltet haben. Dieser Test war lang, sehr lang. Mir haben die Ohren wehgetan, weil Shark gegenüber dem alten RSR etwas am Design geändert hat, also habe ich mit dem Messer ebenfalls etwas am Design geändert, nämlich Platz für meine riesigen Ohrwascheln in die Polster geschnitten. Was nur wieder zeigt: Es führt kein Weg an langem Anprobieren vorbei. Danach hatte ich den Helm überall mit. Er ist ein bisschen wie ein interessantes Motorrad, Leute sprechen einen darauf an, weil seine Optik einfach from outer space ist. Ich habe meinen Affenanzug so gestaltet, dass er zum Helm passt, was eigentlich schon alles über das Gerät sagt, was man wissen muss.

Seine Schale ist aus Kohlefaserlaminat, er wiegt daher nur gute 1200 Gramm. Das waschbare, antibakterielle Futter ist typisch Shark wie eine Art superfluffige Weltraumbettwäsche. Der Helm liegt ruhig im Wind, sitzt gut, hat eine gleichmäßige, gut funktionierende Be- und Entlüftung und, ach ja: das beste Visier der Welt. Keine Ahnung, wer dieses Polycarbonatschild für Shark strickt (BASF?), es sind jedenfalls Meister ihres Fachs. Es ist etwa doppelt so dick wie normale Visiere bei dennoch bestem Kontrast- und Streulichtverhalten. Das dunkle Visier für den RSR II ist von außen komplett blickdicht, dunkelt von innen stark ab. Dennoch ist es derart kontrastreich, dass man es bei jedem Tageslicht fahren kann, auch im Regen. Erst bei vollkommener Dunkelheit muss man aufs Klare wechseln.

Der dicke Schild rastet mit einem satten „Tschunk!“ ein, lässt sich stufenlos öffnen, ist mit seiner flachen Kontur für Abreißvisiere geeignet und schützt beim Sturz das Gesicht (deshalb ist es so dick). Rennfahrer-Oldtimer Herbert Kaufmann hat sein Shark bei einem Sturz mal davor bewahrt, bei einem Sturz die Gabel seines Rennmotorrads mit dem Gesicht inspizieren zu müssen. Hat eh schon genug Narben im Gesicht, der Mann. Die Dicke führt auch dazu, dass dieses Visier selbst bei kalten Temperaturen ohne Pinlock beschlagfrei bleibt. Straßenpreise fangen bei etwa 500 Euro an. [Siehe hier]

Jetzt bin ich im oberen Absatz doch ein wenig praktisch geworden. Zurück zur Baseline: der zwingendste Grund, diesen Helm haben zu wollen, ist das:

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