Ich packe meine Sachen: Kleidung

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 30.08.2010

Mit der VFR eine Gewalt­tour fah­ren, das fiel mir damals so ein. Jetzt bie­tet sich mit Hon­das VFR-Roadtrip eine an. Eine Gewalt­tour muss gut vor­be­rei­tet sein, des­halb bin ich immer vor­be­rei­tet, weil ich so oft gewalt­tä­tig fahre. Ich lebe hier prak­tisch aus mei­nem Kul­tur­beu­tel, was es mir auch erspart, Zahn­bürs­ten in den Bade­zim­mern der Stadt zu ver­tei­len, wie es die Klein­geld­prin­zes­sin emp­fiehlt. Ich kann immer los­fah­ren. Allein. Und das ist der Punkt: Dies­mal bin ich nicht allein, son­dern wir sind zu acht. Ja, Grup­pen kön­nen gut funk­tio­nie­ren, wenn sie ein­ge­spielt sind. Doch aus unse­rer Gruppe kenne ich exakt 1,42 Leute persönlich.

Warum das ein Pro­blem ist, erklärt der For­scher (in die­sem Fall: ich) damit, dass eine hohe Belas­tung zu ent­spre­chen­dem Stress führt. Stress wie­derum führt zu Hass. “The hate is very real”, sagte Sir Ranulph Fien­nes den “Worst Explo­rers in the World”, als sie mit dem Auto zum Nord­pol fah­ren woll­ten. Es fängt aller­dings meis­tens schon weit vor dem Nord­pol an, viel­leicht schon im Oden­wald. Des­halb grüble ich bereits jetzt über die Basics. Leder oder Tex­til fah­ren im Sep­tem­ber? Boxer oder Bra­zi­lian String? Wohl­füh­len ist gut gegen Stress ist gut gegen Hass. Die Stan­dard­lö­sung wär ja gewe­sen, in mei­ner BMW-Kampfkartonjacke zu fah­ren, aber die wider­setzt sich aktu­ell allen Ver­su­chen, sie für Fotos sau­ber zu krie­gen. Ein Hil­fe­ge­such an BMWs Beklei­dungs­ab­tei­lung ist soeben raus. Viel­leicht wis­sen die was. Tou­ren­le­der fände ich ja für Fotos am schöns­ten, aller­dings wird der eis­kalte Regen wie es aus­sieht schon heute nacht in Schnee über­ge­hen, also wird das wohl zu kalt sein.

Wasch­ma­schine nutz­los, Bürste erfolg­los, Cle­mens ratlos

Und dann eben Equipment-Masturbation. Wir wer­den Foto-Objektive aus geschlif­fe­nen Roh­dia­man­ten mit­neh­men, eine Bat­te­rie von abstrus auf­lö­sen­den Film­ka­me­ras, genug Mikro­wel­len­funk­sys­teme, um ein klei­nes Huhn zu garen und genug Navis, dass sie uns vom Hass ablen­ken, indem sie uns wahn­sin­nig machen. Es geht über­haupt gene­rell um etwas Ablen­kung in der Arbeit. Meine Liste umfasst bis jetzt eine falt­bare Rei­se­schreib­ma­schine, einen mono­li­thi­schen MP3-Player, das Gesamt­werk von Samuel Lang­horne Cle­mens, ein Feu­er­zeug, ein Sack Kabel­bin­der, ein Fall­mes­ser und zwei Fla­schen Talis­ker, mög­lichst in Fassstärke.

Das mag jetzt über­trie­ben erschei­nen. Doch das haben meine Beglei­ter auf der letz­ten Tour auch gesagt, und dann ist diese unschöne Sache mit den Flei­scher­ha­ken und den “Brigitte”-Heften auf dem Lin­ole­um­bo­den pas­siert. Lie­ber Vor­sicht als Nachsicht.

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