So macht man heute den Führerschein

– Clemens Gleich in Kategorie(n) , , – 12.08.2010

Alte Hasen erzäh­len oft, wie sie damals den Füh­rer­schein gemacht haben. Ein­mal um den Block, unter­schrie­ben, fer­tig. So sah es viele Jahre spä­ter bei mir aus:

Wir schrei­ben das Jahr 2004, Sprit ist teuer wie nie, Autos bil­lig — zumin­dest, solang man kei­nen teu­ren Sprit nach­fül­len muss. Der Motor­rad­kult aus den Sieb­zi­gern, als die Maschine noch das Vehi­kel zum Aus­bruch aus einer unge­lieb­ten Gesell­schaft war, zum sai­so­na­len Aus­flug in die par­ti­elle Gesetz­lo­sig­keit, der ist längst passé. Immer noch ver­kau­fen einem zwie­lich­tige Gestal­ten tech­ni­sche Unzu­läng­lich­kei­ten als “lie­bens­werte Macken” und als Fort­be­we­gungs­mit­tel ver­sagt das Motor­rad im Win­ter öfter als die Deut­sche Bahn, bei ver­gleich­bar gesal­ze­nen Prei­sen. Warum um alles in der Welt will also heute noch jemand Motor­rad fahren?

“Fas­zi­nie­rend!”

Klar, jeder, der das liest, der weiß es, aber Fas­zi­na­tion kann man nun mal schlecht erklä­ren, man muss sel­ber snow­boar­den, flie­gen, segeln, vögeln und fah­ren, bevor man sowas wirk­lich ver­steht. Die Mög­lich­keit dazu gibt es beim Motor­rad für den Nor­mal­sterb­li­chen eigent­lich nur ille­gal, was dazu führt, dass man es mit 18 beim Auto­lap­pen belässt und von bes­se­ren Zei­ten träumt, wenn man mal zuviel Geld, Zeit und Ner­ven hat. So wars bei mir, so wars bei Mil­lio­nen ande­ren, die immer noch erzäh­len “ich wollt auch schon immer”, wenn das Thema auf zwei Räder kommt.

Der zweite und letzte Alter­s­an­lass vor der Rente kommt mit 25, wenn das Gesetz den unge­dros­sel­ten Füh­rer­schein auf schwe­rem Gerät erlaubt. Nur hat man sich dann ja schon mit einem Leben auf vier Rädern abge­fun­den, träumt von einer Viper statt einer Fire­bolt und über­haupt befällt viele schon vor 30 die Ver­nunft, die Resi­gna­tion oder bei­des. Im Gegen­satz zu den Mil­lio­nen ande­ren stehe ich aber mit 25 nach Laden­schluss auf einer Fighters-Standfeier rum und guck debil grin­send den Stunt­vi­deos auf dem Groß­bild­fern­se­her zu.

Her­umal­bern auf dem Motor­rad, das wollte ich damals. (Bild: X-tremisten)

Was ich da als jemand, der nicht­mal ein Auto hat und Fahr­rad fährt, zu suchen habe, tut hier nichts zu Sache, es geht um den Effekt: A-haa! Gla­dia­to­ren, ach was sag ich: Hel­den auf Hon­das sind das! Glor­rei­che Jugend­er­in­ne­run­gen mel­den sich, aus einer Zeit, als wir Skates-bewehrt über Fahr­rä­der, mehr oder weni­ger Frei­wil­lige sowie alle Arten von Begren­zung spran­gen, die Wände hoch und run­ter fuh­ren und signi­fi­kant mehr Zeit mit der Suche nach dem per­fek­ten Rail ver­brach­ten als mit der Suche nach net­ten Mädels. Klare Sache, so ein Motor­rad muss her, selbst wenn mir Fahr­leh­rer und TÜV-Geschwartel im Nacken sit­zen wer­den. Eine Woche spä­ter klin­geln alle Fahr­schul­te­le­fone der Umge­bung. Nicht mehr jung, aber auch noch nicht ganz tot, den offe­nen Ofen­lap­pen quasi als Trost­preis im Visier, fange ich das zweite Mal im Leben mit der Fahr­schule an.

Fahr­leere

“Macht 270 Euro Anmel­dung; Fahr­pra­xis kost’ 33 die Drei­vier­tel­stunde und rechne mal an die sechs­hun­dert Euro für die zwölf Pflicht­stun­den. Prü­fungs­ge­büh­ren und Lehr­ma­te­rial extra.” … “Äähhh…”

Die offi­zi­elle Aus­bil­dung ist aller­min­des­tens der zweit­größte Pos­ten in der Gesamt­rech­nung “Auch-Mopped-fahren-will”. Mit Lehr­ma­te­rial, Prü­fungs­ge­büh­ren und den saf­tig dotier­ten Pflicht­fahr­ten kommt man selbst beim bes­ten Wil­len kaum unter tau­send Euro weg. 1200 bis 1500 Euro sind anschei­nend je nach Region total nor­mal und wer’s lang­sam ange­hen lässt, ist schnell sogar 2000 Mücken los.

Zwan­zig Kilo­me­ter wei­ter fin­det sich eine mar­gi­nal bezahl­ba­rere Fahr­schule, die außer­dem mit schnel­ler Aus­bil­dung wirbt. Lei­der ist das so gelo­gen, dass mich nur ein Fakt davon abhält, mich aus purer Unge­duld irgend­wann aufs eigene Krad zu schwin­gen, Schein hin oder her: Nie­mand will mir eins ver­kau­fen. Dazu aber spä­ter mehr.

Aller Anfang ist leicht

Weil der Chef die nagel­neue Honda noch fer­tig ein­fah­ren will, begin­nen wir die Grund­fahr­übun­gen mit einer ER-5 Twis­ter. Fah­rer aus­ge­wach­se­ner Maschi­nen freuen sich gern dar­über, dass sich die kleine Kawa­saki leicht wie ein Fahr­rad fährt. Mein Fahr­rad wiegt gute zehn Kilo, trotz­dem finde ich die Twis­ter super­hand­lich. Aber erst­mal heißt es dick anzie­hen, trotz 30 Grad im dies­jäh­ri­gen circa drei­wö­chi­gen Som­mer: Helm, Pulli, lange Jeans, Hand­schuhe und “mit den Schu­hen steigst du mir ned aufs Mop­ped! Stie­fel an.” Die Kör­per­tem­pe­ra­tur ist zügig in Rich­tung Hit­ze­kol­laps unter­wegs und ich frage mich, wieso die alle im Som­mer fah­ren wol­len. Auf dem Fahr­rad bin ich um die Jah­res­zeit unge­fähr nackt; nur Shorts müs­sen sein, damit mir nicht jeder in den Arsch gucken kann.

Wäh­rend es beim Auto genügt, die unge­fäh­ren Koor­di­na­ten von Kupp­lung, Bremse und Gas zu ken­nen, um den Stra­ßen­ver­kehr auf­hal­ten zu dür­fen, fängt der Mop­ped­un­ter­richt mit Geschick­lich­keits­übun­gen an. Nach eini­gen Run­den um Kegel schwin­gen und Rei­fen­quiet­scher­les fah­ren wir raus auf die Straße und durch die grüne Gegend, von der es in Bay­ern eine ganze Menge gibt.

Jemand hat mir vor­her vom Motor­rad­fah­rer­gruß erzählt, aber das kom­pli­zierte Geflecht des wer-wen-Grüßens und vor allem des wen-auf-keinen-Fall-Grüßens ver­wirrt mich der­art, dass ich im Dun­keln ver­se­hent­lich einen Rol­ler­fah­rer grüße, was mich wahr­schein­lich für immer aus der Gruß­ge­mein­schaft dis­qua­li­fi­ziert. Ein schnau­zer­be­wehr­ter bay­ri­scher Bulle auf chrom­star­ren­dem bay­ri­schem Gerät sieht mich fins­terst an und hält sich betont ver­bis­sen am Len­ker fest. Muss wohl von mei­nem Faux-pas wissen…

Volks­ra­del

End­lich ist die Honda CBF 600 ihre vor­ge­schrie­be­nen Kilo­me­ter ein­ge­fah­ren und ich krieg sie in meine schmie­ri­gen Grif­fel. Mit rund 220 Kilo Lebend­ge­wicht, chefig-bequemer Sitz­bank und Hornet-Motor komme ich mir vor wie der Adel der Straße. Die Spit­zen­leis­tung ist mit 78 PS nied­ri­ger als die der Hor­net, unter ande­rem, weil die Ver­si­che­run­gen ab 79 mal frech das Dop­pelte ver­lan­gen kön­nen. Aber die Dreh­mo­ment­kurve ist unten­rum schö­ner, sodass die CBF bis um die 8000 Tou­ren mehr Leis­tung locker macht als ihre Schwes­ter und das ist genau der Stadt­fahr– und Fahr­schul­be­reich. Ich nenn sie die “Hor­net for ze Ger­mans”, weil ich ein plan­lo­ser Neu­ling bin und das des­halb darf.

Auf jeden Fall kein Fahr­rad mehr. Bilde mir ein, dass mich auf ein­mal viel mehr Leute grü­ßen, aber ich bli­cke da eh nicht durch. Täg­lich grüßt mich eine Oma, weil ich sie am Zebra­strei­fen in uner­schöpf­li­cher Freund­lich­keit nicht kaputt­fahre. In mei­ner Para­noia glaube ich, dass sie da jeden Tag auf mich war­tet, aber wahr­schein­lich brem­sen im Schröder-Regime eh nur noch Fahr­schu­len für Rent­ner und sie kommt ein­fach vor­her nicht rüber.

Die Bestä­ti­gung, dass ich mit der 600er tat­säch­lich als Ver­kehrs­teil­neh­mer aner­kannt werde, lie­fert mir die bay­ri­sche Poli­zei an der Ampel. So schnell es die Antriebs­schlupf­re­ge­lung ihres Drei­ers erlaubt, zieht sie davon; wahr­schein­lich gewohnt, regel­mä­ßig von Mop­ped­fah­rern ste­hen­ge­las­sen zu wer­den. Ich fahr trotz­dem brav fünf­zig, sonst schreit mir der Fahr­leh­rer per Funk das Trom­mel­fell in Fetzen.

Mit Rei­fen­quiet­schen ist es unter­des­sen vor­bei, mit ABS stup­pelt die CBF bei Voll­ver­zö­ge­rung leise zum Still­stand. Glaub ja immer noch, der Fahr­schul­chef hat das ABS nur gekauft, dass die Schü­ler ihm die Hin­ter­rei­fen nicht mehr so schnell weg­schmo­ren. In der Kurve schüt­telt die Honda im Extrem­fall wegen ABS kräf­tig mit ihrem Lenk­ge­weih, also frage ich den Fahr­leh­rer, was man da so macht. “Na, in der Kurve nicht brem­sen!” Aber wann dann? “Vor­her!” Setze “Hell­sicht” auf die Liste der zu ler­nen­den Zweiradfertigkeiten.

Dop­pel­null

Die abys­mal lang­wei­lige Theo­rie hat ihren arm­se­li­gen Höhe­punkt in einem Test, der offen­sicht­lich aus der Schim­pan­sen­ver­hal­tens­for­schung stammt. Kei­ner fällt durch, sogar Fuß­pilz oder Angela Mer­kel hät­ten hier eine rea­lis­ti­sche Chance. In der prak­ti­schen Prü­fung mache ich zwar eben­falls keine Feh­ler, ein paar Meter vor der Mop­ped­garage lässt mich der Prü­fer den­noch rechts ran­fah­ren. Ich lege mir schon mal zurecht, was ich ihm alles über seine Fami­li­en­ver­hält­nisse oder sein Sexu­al­ver­hal­ten aus­ein­an­der­set­zen werde, aber er will nur ins TÜV-Café und lässt mich bestehen.

Irgend­wie kann ich mich nicht über den Schein freuen, denn moto­ri­siert bin ich immer noch nicht, obwohl ich seit Wochen eine Gebrauchte suche. Der Ver­mie­ter hat mir seine Fiz­zer zum mal fah­ren ange­bo­ten, aber sein Sohn hat einen Tag vor­her einen Plat­ten rein­ge­fah­ren, die Sau.

Das große Pro­blem mit Motor­rä­dern ist, dass ihre Besit­zer sie so gern haben. Am liebs­ten wür­den sie für jedes Jahr, in dem es ihre zärt­li­che Zuwen­dung genos­sen hat, einen Schein auf den Neu­preis drauf­le­gen, anstatt Ver­schleiß und Fort­schritt Rech­nung zu tra­gen. Wer ver­nünf­tige Preise ver­langt, wird als Preis­bre­cher von allen Sei­ten min­des­tens ver­bal beharkt. Bil­lige Ein­stei­ger­mo­delle? Wahn­sin­nige ver­lan­gen 2000 Euro­nen für fast fünf­zehn Jahre alte GS 500er, und über­haupt ist jedes Mop­ped “ein ech­ter Klassiker”.

Mein Schatzssss

Händ­ler hel­fen mir auch nicht wei­ter. Tuut-tut…
“JA?!”
“Ich inter­es­siere mich für die GPZ, was ist das denn für ein Bau­jahr?”
“Bau­jahr?! Was wess ich, was des für a Bau­jahr is!! Des is a GPZ, ke schöns Mop­ped, aber es fährt!”
“Ähh… Viel­leicht komm ich bes­ser vor­bei und schau sie mir an. Habt ihr ne rote Num­mer da?” (Eine sehr berech­tigte Frage übri­gens)
“…Was?”
“Ne rote Num­mer, damit ich mal fah­ren kann.”
“Mir sin a Motor­rad­han­del, was glaubstn du?! Natür­lich ham wir a rote Num­mer!! Zum Fah­ren musst zwei Tage vor­her anru­fen und dann isse wahr­schein­lich schon weg, weils Wet­ter gut is!”
“Ja… Machen wirs so, ich ruf viel­leicht nochma an. Tschüs.”
“Hmpf.”

Ein ande­rer blafft mich an, er könne bei sei­nem strik­ten Zeit­plan nur eine Maschine am Tag voll­tan­ken und raus­schie­ben, nicht zwei, und als ich am nächs­ten Tag vor­bei­komme und mal pro­bie­ren will, schaut er mich ent­geis­tert an. Er war sicher, dass ich ein Kenn­zei­chen mit­bringe. Ich war sicher, dass er ein Kenn­zei­chen mit­bringt. Über­haupt scheint das rote Kenn­zei­chen eine sel­tene Rari­tät zu sein, viel­leicht gibt es pro Stadt nur eins für alle Motorradhändler.

Wir (inzwi­schen hab ich Hilfe bekom­men) machen die­sen glück­li­chen Besit­zer des Einen Schilds aus­fin­dig. Er ist super­freund­lich, aber merk­wür­dig ent­rückt, anschei­nend schon unter dem bösen Ein­fluss des mäch­ti­gen Arte­fakts. Ich kann eine 600er Yamaha XJ pro­be­fah­ren, die nie einen Trop­fen Regen gese­hen hat, dafür täg­lich den Polier­lap­pen. Natür­lich kann ich mir die nie leis­ten, aber sie “fährt auch nicht anders als die da drü­ben”. Die da drü­ben kann ich mir leis­ten, aber sie fährt nicht, der Schild­meis­ter weiß auch nicht, ob und für wie­viel sie das je tun wird, also las­sen wir ihn mit sei­ner prop­pe­vol­len Gebrauch­ten­halle allein. Viel­leicht sam­melt er ja…

Ein Auto­händ­ler will eine stau­bige Ban­dit los­wer­den, die er für einen Korea-Kombi in Zah­lung genom­men hat. “LEISTUNGSSTEIGERUNG!!11″ schreit die Inter­net­an­zeige. Wie die Stei­ge­rung pas­siert ist, weiß er nicht, aber er gebe auf Motor­rä­der kei­nes­falls irgend­wel­che Garan­tien und pro­be­fah­ren, das ginge trotz vori­ger Zusi­che­rung am Tele­fon höchs­tens ein­mal um die Hyun­dais auf dem Hin­ter­hof. Die Aus­wir­kun­gen der Leis­tungs­stei­ge­rung zei­gen sich, als das Teil par­tout nicht ansprin­gen will. Aber das sei ja klar, heute wären schon Leute dage­we­sen und nach drei Mal star­ten, da gehe ein Motor­rad­mo­tor eben nicht mehr an — wegen der feuch­ten Zünd­ker­zen und so. Der Händ­ler dreht sich von mei­ner Exper­tin fort, die ihn mit intel­li­gen­ten Fra­gen ver­un­si­chert und schleimt mich an: “Du kennst dich doch aus…” Da müs­sen wir ihn zu sei­nem eige­nen Schutz verlassen.

Trend­wende

Mein ers­tes Motor­rad (Hin­ter­grund) war ein Mäd­chen­ma­gnet (Mäd­chen im Vordergrund).

Vor lau­ter Ver­zweif­lung haben wir uns mitt­ler­weile mit einem eige­nen Kenn­zei­chen bewaff­net. Damit stol­pern wir ohne viel Hoff­nung in den gar­ten­teich­ver­zier­ten Hin­ter­hof einer Piz­ze­ria und sehen eine fahr­bar aus­se­hende Kawa GPZ 600 R. Die Nach­frage ergibt, dass sie bezahl­bar ist, also stelle ich mich men­tal schon mal auf Beschimp­fun­gen ein. Der Chef schreit mich jedoch nicht an, hat kürz­lich TÜV machen las­sen, gibt ein Jahr Garan­tie und kann sie in einer hal­ben Stunde für eine Pro­be­fahrt fer­tig­ma­chen, wenn wir ein Schild haben (Ha!).

Wir sind geschockt: Ein Händ­ler, der was ver­kau­fen will! Die 600er fährt gut, das weckt gleich mal unser Miss­trauen, des­halb schlei­fen wir sie solange durch den Pott, bis wir sicher sind, dass die Kupp­lung im Arsch ist. Den Meis­ter kann das nicht scho­cken, er will das bis mor­gen in Ord­nung brin­gen. Sein Geselle schiebt indes gleich fünf Mop­peds am Stück in die Garage. Am nächs­ten Tag hab ich eine hand­li­che, rei­se­taug­li­che Maschine, die mich kom­for­ta­bel, aber nach­drück­lich zurück in den Süden schiebt. Über das Design will ich nichts hören, hin­ter den Stum­mel­len­kern sieht die Welt gut aus. Zwei Tage spä­ter rutscht die Kupplung…

Fahr­zit

Liebe Neu­linge: Es hat sich trotz allem gelohnt. Motor­rad­fah­ren ist schnell, gefähr­lich, drau­ßen, direkt, bru­tal und kann in jeder Hin­sicht wun­der­bar schräg sein. Woll­tet ihr nicht auch schon immer mal? Erste Bekannte haben sich bei mei­nen Besu­chen schon anste­cken las­sen und sind erst in der Fahr­schule in die harte fina­zi­elle Rea­li­tät zurück­ge­ris­sen wor­den. Wer aber bereit ist, Auto, Wert­sa­chen, Haus, Hund und Freun­din zu ver­äu­ßern und sich von der oft feind­se­li­gen Mop­ped­welt nicht abschre­cken lässt, fin­det im Sat­tel den wohl größ­ten Spaß, den man mit einer Maschine haben kann.

Liebe Indus­trie, Inter­es­sen­ver­bände und der­glei­chen: … Mir fällt echt nichts ein… Biete mich aber hier­mit als das wohl erste Bera­tungs­mit­glied an, das keine sechs­stel­li­gen Jah­res­ein­künfte oder ver­mö­gende Eltern hat. Und die­ser Text stammt aus dem Jahr 2004. Seit­dem hat sich eini­ges getan – in die fal­sche Rich­tung: der Füh­rer­schein kos­tet noch mehr, die Fahr­leh­rer­aus­bil­dung ist im Schnitt noch schlech­ter und die Händ­ler sind sogar kurz vor der Schlie­ßung noch so arro­gant eklig, dass man beim bes­ten Wil­len kein Mit­leid haben kann. Licht­blick jedoch: der Gebraucht­markt sieht mini­mal bes­ser aus, wahr­schein­lich wegen Wirtschaftskrise.

Ducati Desmosedici in Mugello

Mit einem Füh­rer­schein darf man dann auch mal Ducati Des­mo­se­dici fah­ren. (Bild: Ducati)

Woanders wird gesagt …

  1. Motorrad fahren ist … « Boris Bojić - geschrieben am 14. August 2010 um 11:38

Kommentare

  1. Boris - geschrieben am 14. August 2010 um 10:25 Uhr - Kommentar-Link

    Prima Arti­kel! Und das wit­zige daran ist, dass es 1:1 meine Geschichte sein könnte vom Beginn der Füh­rer­scheins, des Ler­nens, der Prü­fung und der Suche nach einem pas­sen­den, bezahl­ba­ren Mop­ped (bei mir ist es eine XJ 600 S Diver­sion geworden). :)

  2. Clemens Gleich - geschrieben am 14. August 2010 um 11:05 Uhr - Kommentar-Link

    Ja, ich mach auch grad noch­mal ein Déja vu durch, weil eine Freun­din den Füh­rer­schein macht. Es ist grau­en­haft. Kön­nen wir uns auf die Schul­ter klop­fen, das so gut hin­ge­kriegt zu haben.

  3. Boris - geschrieben am 14. August 2010 um 11:26 Uhr - Kommentar-Link

    Ich musste mich auch quasi bei allen „durch­set­zen“, denn so ziem­lich alle (Freunde, Fami­lie, Bekannte) waren davon nicht so begeistert.

    Es hat auch Vor­teile, schon älter zu sein — man muss nicht mehr auf andere hören. Und ich bereue es kein Stück ;)

  4. Boris - geschrieben am 14. August 2010 um 11:40 Uhr - Kommentar-Link

    Ich war so frei, dich zu zitie­ren: http://borisbojic.de/2010/08/14/motorrad-fahren-ist/ … ich hoffe das ist ok ;)

  5. Clemens Gleich - geschrieben am 14. August 2010 um 11:47 Uhr - Kommentar-Link

    Zitie­ren ist erfreu­lich. Guter Mann!

  6. Rita - geschrieben am 16. August 2010 um 09:05 Uhr - Kommentar-Link

    Das ist ja nicht gerade nett, wie die Motor­rad­händ­ler mit dir umge­sprun­gen sind. Die wol­len wohl anschei­nend nichts ver­kau­fen. Wenn sie mit allen Kun­den so umsprin­gen, was ich ver­mute, dann kön­nen sie schnell wie­der dicht machen.

  7. Patrick S. - geschrieben am 13. November 2011 um 05:09 Uhr - Kommentar-Link

    Hi,

    super Bericht hat mich gleich wie­der an meine Fahr­ten damals erinnert.

    Mein High­light war eine Übungs­stunde auf einem rie­si­gem Platz und stän­dig unter­halb 4000 Tou­ren lief die Maschine nur auf 2~3 Pöt­ten und kam dann mäch­tig vor­wärts und Nein ich konnte mich nicht dar­über freuen, erst als das Funk­ge­rät leer war (oder hab ichs aus­ge­macht? ;P ) ansons­ten wurde immer gebrüllt.

    Ich durfte meine Nacht­fahrt übri­gens in einer kas­trier­ten Stadt machen, in der nach 22 uhr nur 30 kmh erlaubt sind.

    Daher sollte man viel­leicht noch tren­nen ob man auch Orte zum fah­ren hat, erst 40 kmh aus der Stadt raus­fah­ren um fah­ren zu kön­nen ist doch echt sche***.

    Also Danke war echt genial zu lesen

    Gruß Kur­ven­räu­ber

    (der jetzt in Rhein­land Pfalz lebt und rich­tig räu­bert ;P)

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