JMStV ist scheiße, APRC ist geil

In der englischsprachigen Philosophiemystik heißt es, wenn unendlich viele Affen auf unendlich vielen Schreibmaschinen herumhacken, kommt irgendwann per Zufall ein Werk von Shakespeare dabei heraus. In der deutschen Politikpraxis ist jetzt etwas sehr Ähnliches passiert: Eine ungeheure Anzahl stupend primitiver Primaten hat sich über Jahre die Ärsche an Tastaturen abgewischt, und durch schieren Zufall ist der JMStV dabei herausgekommen, der neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag für 2011. Darin stehen erstaunlicherweise deutsche, oft richtig geschriebene Wörter! Ansonsten fehlt dem Dokument jedoch jegliche Semantik, ja: jeglicher Sinn, und genau aus diesem Grund haben es die verantwortlichen Politikprimaten zu einem gültigen Gesetz erklärt. Details hier.

Jede kleine Popelseite (meaning me) soll (oder soll vielleicht auch nicht, so genau kann man das bei der affigen Formulierung noch nicht wissen) einen Jugendschutzbeauftragten haben. Den braucht es, weil das Gesetz so dämlich ist. Es sieht vor, auf das Internet dieselben Mechanismen anzuwenden wie auf Rundfunk, obwohl beide technisch nichts miteinander zu tun haben: Sendezeiten zum Beispiel. <- Das ist kein Witz. Das kommt eben davon, wenn man zu vielen Affen zu viele Keyboards und zu viel Papaya gibt. Ja, liebe Regierung, klar, ich fahr dann jeden Morgen zu meinem dampfbetriebenen Internetsendemast in der Eifel, um dort das Ventil bis 22 Uhr zu schließen! Gerne! Diese Sendezeitbeschränkungen ignorieren wir schön seit ca. 2003, als sie das erste Mal auftauchten. Neu sind Altersbeschränkungen, die technisch irgendwie über eine tolle Schnittstelle gelöst werden sollen, die es erstens nicht gibt, die jedoch zweitens wie alles im JMStV zum Himmel schreiender Quatsch ist. Kurt Beck, dieser dicke, hinterfotzige Mann befürwortet den JMStV, was in diesem Universum zweifelsfrei beweist, dass er Hirnriss pur ist. Was kommt 2012? Bücher mit Zeitbomben? Müssen wir den Jugendlichen doch die Augen ausstechen, weil sie dann eben dänische statt deutscher Pornos gucken? Nein, wir sollten dieses Machwerk kollektiv als das behandeln, was es ist: ein fiktives Stück Comedy. Ich lache jetzt mal, bin ehrenamtlicher Jugendmedienstaatsschutzmann und mach sonst gar nichts. Außer natürlich noch verraten, was es mit diesem „APRC“ auf sich hat:

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