Webfonts are wonderful

Im Internet, das wissen wir ja aus der Zeitung, da geht immer alles ganz schnell, zack-zack. So zum Beispiel zum Browser geschickte eigene Seitenschriftarten, neu-denglisch „Webfonts“. Die habe ich zum ersten Mal so um 1997 herum in einer Testimplementierung gesehen und dachte mir: Das ist genau, was du haben willst. Morgen kann das jeder Browser. Tja, und jetzt, nur gute 13 Jahre später sind Webfonts tatsächlich durchgängig implementiert benutzbar. Sogar der Internet Explorer, das dicke Kind unter den Browsern, das beim Völkerball keiner haben will, macht es halbwegs mit. Deshalb konnten wir in nächtelangen Weltverbesserungsdiskussionen mit marginalem Typographiebezug das System komplett auf Webfonts umstellen. Die runde Überschriftart, die „Frankfurter“, ist also jetzt kein Flash mehr. Mojomag hostet damit selbst überhaupt kein Flash mehr, worüber ich ganz froh bin. Ein angenehmer Nebeneffekt ist es, dass Kommentare aufklappen endlich reibungslos mit Chrome funktioniert. Für die Techies: Vorher versank das Klick-Event im Flash und ward (für Chromes Skript-Engine) nicht mehr gesehen. Die Brotschriftart ist fortan Adobes „Myriad“, weil ich die mag. Ich bin mit ein Grund dafür, dass die heute in der c‘t steht, behaupte ich einfach mal, weil ich damals für sie gestimmt habe, als die alte Serifenschrift abgelöst wurde. Ich habe mit verschiedenen Größen gespielt und hätte sie gern einen Schritt größer gehabt, aber dann läuft sie scheiße durchs Gitterraster. As always: Schreit, wenn es Probleme macht.

Wer weniger Typornograf ist wie wo wir, für den hab ich natürlich auch was Feines mitgebracht. Die „Welt am Sonntag“ hat so eine Geschichte über einen Hundeladen bestellt, der jetzt gecancelt ist, deshalb habe ich niedliche Tiere auf handpolierten Pixeln:

Oooch! Wie süß!

Kommentare:

ältere
  • Onkel Karl meinte am 20. Dezember 2010 um 10:50:

    Der Font sieht (zumindest im Firefox 3. irgendwas) einfach nur grausam aus. Scheinbar willkürlich sind irgendwelche Zahlen und Buchstaben eher fett layoutet, asnsonten siehts aus wie ne extrem pixelige Schrift. Insgesmat eine 6- falls es sowas gibt. Vorher wars VIEL schöner.

  • Clemens Gleich meinte am 20. Dezember 2010 um 13:27:

    Hm. Unter dem aktuellen Firefox (3.6.1X) unter Windows wie Mac rendert es sehr sauber. Hast Du einen Screenshot und die Versionen von Browser wie Betriebssystem fürs Debugging?

  • Clemens Gleich meinte am 21. Dezember 2010 um 14:45:

    Okay, ich habe jetzt ein paar Screenshots unter KDE gesehen. Es sind Bilder des Grauens. Das Schriften-Rendering von KDE hat offenbar seit 2002 keinerlei Fortschritte gemacht, was mich persönlich überrascht und betrübt. Es sieht immer noch aus, als hätte eine Maus schnell ihren Durchfall auf einem Textdokument hinterlassen. Gnome sieht besser aus, ebenso wie das Rendering des Firefox (verwendet das die Gnome-Libraries?), aber gut ist anders. Gut ist Windows mit Cleartype. Sogar noch etwas besser ist die Typo unter MacOS X, mit der Einschränkung, dass die kein Subpixel-Hinting macht und die Schriften mit der verwendeten Graustufeninterpolation daher etwas größer, fetter erscheinen.

    Wir gucken uns die Tage an, wer mit Linux ankommt (<- ich weise darauf hin, dass da extra nicht steht "wie viele", denn es gibt ja VIR -- very important readers). Vielleicht bauen wir dann eine Weiche ein für KDE auf Verdana, das wegen seiner Verbreitung bevorzugt behandelt wird in den Render-Engines.

  • Onkel Karl meinte am 21. Dezember 2010 um 15:39:

    Scheint ein Problem der Infrastruktur im Büro zu sein. Hier läuft alles serverbasiert mit Windows2003 Servern und es gibt nur so winzige ThinClients zur Darstellung.
    Bei mir zuhause mit WinXP + Firefox sieht alles schön aus. Werds mir bei Gelegenheit nochmal mit Ubuntu anschauen.

  • Onkel Karl meinte am 30. Dezember 2010 um 10:32:

    Sieht auch mit Ubuntu 10.04 und Firefox super aus!

    • Clemens Gleich meinte am 31. Dezember 2010 um 13:27:

      Ja, auf Firefox ist es deutlich besser als im Konqueror. Trotzdem traurig, dass sauberes Schriften-Rendering unter KDE offenbar keinerlei Priorität hat. Das sieht seit zehn Jahren scheiße aus. Wenn ich jemals wieder eine Linux-Workstation aufsetze, dann wohl mit Gnome als erste Desktop-Umgebung.

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