Consumer-GPS-Tracker Garmin GTU 10

Die Sondereinheiten der Volksüberwachung weltweit ebenso wie die der deutschen Polizei haben sowas längst, jetzt bietet Garmin es Endkonsumenten an: einen kleinen GPS-Tracker. Der feuerzeuggroße Garmin GTU 10 enthält einen GPS-Empfänger und Hardware für die GSM-Netzübertragung. Er sendet einfach in einstellbaren Zeitintervallen seine Position an Garmin, von wo aus sie der Kunde dann abrufen kann. Das Teil kostet 199 Euro, ist 7,6 x 3,3 x 2,0 cm groß und sieht so aus:

Garmin GTU 10, der Tracker für den Consumer-Markt. (Bild: Garmin)

Anwendungsbeispiele sind als Tracker für gestohlene Fortbewegungsmittel (beinah jede Yacht hat sowas) oder entlaufene Tiere. Interessanter ist jedoch die Anwendung am Menschen. Garmin schreibt zwar, das Datenschutzgesetz sei dagegen, aber in der Praxis interessiert Datenschutz doch offenbar ohnehin niemanden. Anwendungsgebiete, die sich Garmin vorstellt, wenn das eher theoretische Datenschutzproblem geklärt ist:

  • Eltern können sehen, wo sich ihre Kinder aufhalten (Schulweg, Schule, Kindergarten, Großeltern, bei Freunden usw.).
  • Fortlaufende Positionsbestimmung von Outdoor-Sportlern (Läufer, Radfahrer, Wanderer, Bergsteiger, Skitourengeher, Gleitschirmflieger etc.), wo sich dieser gerade befindet – auch während eines Rennens.
  • Auffinden einer pflegebedürftigen Person, wenn diese sich verirrt hat

Wir wissen aber doch alle, dass diese Teile wie ihre Analoga der Überwachungsbeamten mit Gusto dazu eingesetzt werden, (erwachsenen) Personen hinterherzuspionieren. Das GTU 10 ist klein genug, dass man es in vielen Sportausrüstungen verstecken kann. In Fahrzeugen ja sowieso. Meine Idee dazu wäre, als Wanzenwarner diese kleinen GSM-Pieper wieder auszugraben, die in den Neunzigern billig angeboten wurden, um vor sendenden Handys zu warnen, denn die waren das Wikileaks der vorigen Jahrhunderts. Andere Ideen?

Hier die gesamte Pressemitteilung

Kommentare:

ältere
  • Abacus meinte am 19. Januar 2011 um 8:38:

    Man darf bei diesen Geräten nicht nur den Nachteil sehen. Natürlich ist es zu verurteilen wenn Menschen ohne ihr Wissen überwacht werden. Allerdings muss man fairerweise auch die Vorteile bei bewusster Nutzung gegenüberstellen. Bei uns, ich lebe in einer eher dünn besiedelten dafür sehr Waldreichen Gegend, kommt es fast jedes Jahr vor das ein Motorradfahrer samt Motorrad über die Leitplanke geht und erst Stunden oder Tage später gefunden wird. Zuletzt im letzten Sommer wo ein Motorradfahrer über 8 Stunden von der Polizei, Feuerwehr und den Angehörigen gesucht wurde weil er, nachdem ein in einer Kurve gestürzt war, eine Böschung herunterrutschte und von derStrasse aus nicht mehr zu sehen war. Ich selber fahre seit dem ausschließlich mit eingeschaltetem Google Latitude so das meine Frau oder eine Handvoll sehr guter Freunde im Notfall wissen wo sie suchen müssen.

  • Clemens Gleich meinte am 19. Januar 2011 um 11:07:

    Du hast recht, nur negativ ist schlecht. Allerdings fand ich eben, das nur positiv der Pressemitteilung balanciert das nett aus.

  • Yul Brynner meinte am 31. März 2011 um 12:54:

    das solche geräte natürlich auch missbraucht werden steht ausser zweifel. ich seh das aber auch weniger tragisch sondern viel eher als hilfreich an. eine standortbestimmung ist schon seit ewig übers handy auch möglich blos für einen privaten nicht nutzbar.
    es gibt eben keine gefährlichen dinge nur gefährliche menschen die damit handieren

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