Deutsche Umwelthilfe (DUH): Wir petzen, ihr zahlt

Clemens Gleich in Kategorie(n) , , , - 26.10.2011

In der letzten Zeit lese ich einen Feed, der mir mehr Lacher bringt als alle LOLCats, als selbst perverse Affen. Ich rede vom Nachrichtenstrom der Deutschen Presseagentur (dpa). Da stehen dann Sachen drin wie: „Wenn man Reifen offen hinlegt, könnten die geklaut werden.“, „Vorsicht: im Herbst könnte man müde werden.“ oder „Flirt an der Ampel — das entspannt.“ Einige gute Lacher kommen über den Pressemitteilungsseitenstrom, und fast alle davon stammen von einer schrägen Organisation namens „Deutsche Umwelthilfe“ (DUH). Die DUH ist eine Organisation, die Spendengelder dazu verwendet, harmlose Leute zu verpetzen. Vielleicht ist Deutschland in der glücklichen Lage, keine echten Umweltprobleme mehr zu haben, dass die großen Unternehmen ihren giftigen Schrott nicht mehr stumpf auf ihre Müllkippe Afrika entsorgen, dass die Chemie- und Pharmakonzerne nur noch Rosenduft als Abfallprodukt produzieren, dass die DUH also gezwungen ist, sich in Ermangelung der großen Dinge um die nichtigen zu kümmern. Aber wisster was? Für wahrscheinlich halte ich das nicht. Vielmehr halte ich die DUH für einen Zeck, für einen Systemparasiten, der die Schwachen aussaugt wie es irgendwie alle tun.

Feed-Nachricht:DUH verpetzt Leute mit falscher Staubplakette!“ In Magdeburg und Halle übrigens, Deutschlands gesündesten Luftkurorten quasi. Als „positiv“ vermerkt die Mitteilung hierbei, dass sich selbst dort im Osten praktisch jeder an die sinnfreie Regelung hält. Well, D’UH! Feed-Nachricht: “Bischöfe fahren Mittelklasselimousinen, ohne die DUH zu fragen!“ Manche antworteten gar nicht!!11einself! Diese Comedy-Texte führten mich auf die DUH-Website, in der Hoffnung auf mehr solches Material. Man wird dort nicht enttäuscht: „Wir verklagen den Hornbach wegen giftigen Leuchtmitteln.“ Es geht hierbei wohlgemerkt um ein paar Milligramm Quecksilber hin oder her. Es geht allerdings nicht darum, dass diese giftigen, in der Herstellung energieaufwendigen Energiesparlampen ohnehin das Gegenteil von Umweltschutz sind. Der DUH findet die nämlich gut. Der vielleicht noch erträglichste Einsatz ihrer Petz-Skillz findet dann bei einer Klage gegen das KKW Philipsburg statt. Es geht um schlampiges Arbeiten, wie es zwar täglich vorkommt, aber bei AKW durchaus verachtet werden sollte. AKW betreibt man am besten wie eine militärische Operation, aber nicht wie eine der Bundeswehr mit ihren gut so genannten „Katastropheneinsätzen“, sondern die einer richtigen Armee — der Israelis zum Beispiel: kalt, emotionslos, nüchtern, effizient, mit Equipment-Overkill und einem Schuss zielgerichteter Menschenverachtung.

Apropos zielgerichtete Menschenverachtung: „Der jährlich durch KYOCERA verliehene KYOTO-Preis in Japan gehört nach dem Nobelpreis zu den höchsten Ehrungen“, schreibt die DUH da eiskalt, weil Kyocera Deutschland seit 20 Jahren ihr „Partner“ ist. Ich habe jetzt nichts gegen Kyocera persönlich, aber das ist so, als würde eine Frauenrechtsorganisation osteuropäische Youporn-Accounts featuren, weil sie fünf Cents pro Klick kriegt. Ich könnte hier noch Stunden auf die DUH einschlagen, but you get the drift. Es ist eine Organisation, die aus haltlosen Schuldgefühlen motivierte Spendengelder in Klagen oder Quatsch verwandelt, die nichts ändern, aber einen gewissen Unterhaltungswert haben. Wer also diese konkrete Unterhaltung langfristig für seine Comedy-Feeds erhalten wissen möchte, sollte die DUH finanziell unterstützen. Der Rest sollte sie verachten.

Mehr Material zum Verachten: CO2-Fußabdrücke und -Aufkleber

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