Die alte Garde

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 10.01.2012

Über die Weih­nachts­tage habe ich an einem Tisch die Jobs-Biographie gese­hen, ein Geschenk an jeman­den, der sich sicher­lich nur dar­über ärgert, weil er das Buch als Trost­preis statt eines neuen iPho­nes gekriegt hat. Medi­en­in­ter­es­siert habe ich darin geblät­tert und begann kurz dar­auf zu lesen. Ich habe es erst am nächs­ten Mor­gen wie­der weg­ge­legt, als ich fer­tig war. Das Inter­es­sante an die­sem Buch ist näm­lich gar nicht Steve Jobs (denn das der ein bru­tal anstren­gen­der Fir­men­dik­ta­tor war, weiß man auch ohne die Details), son­dern die Zeit, in der es spielt. Alle wich­ti­gen Jungs kom­men darin vor: Bill Gates, Bill Atkin­son, Jef Ras­kin, Steve Woz­niak, Larry Ell­i­son, Nolan Bush­nell, Paul Ter­rell, Jony Ive, Andy Grove, Paul Ottel­ini, es sind Dut­zende der Aller­bes­ten. Das Buch beginnt mit den Anfangs­ta­gen des per­sön­li­chen Digi­ta­len Zeit­al­ters, das diese Pio­niere fun­da­men­tiert haben, es geht um die Kind­heit des Per­so­nal Com­pu­ters. Dann wird diese gene­relle Geschichte zur Geschichte mei­ner Welt­raum­tech­ni­ker­ge­ne­ra­tion. Der erste Mac­in­tosh. Als ich den im win­zi­gen Schau­fens­ter des mür­ri­schen Apple-Büdchens am Ort sah, wusste ich beim ers­ten Blick, dass er ein hoff­nungs­lo­ser Fall ist. Ich wollte sofort einen haben. Grenz­ge­niale Pro­dukte ohne jede Chance auf Ver­kaufs­er­folge haben mich schon immer genauso fas­zi­niert wie kom­plett gestörte grenz­ge­niale Frauen. Ich war der ein­zige Mensch auf der Welt, der im vol­len Bewusst­sein des Unter­gangs die­ser Platt­form einen Atari Jaguar kau­fen wollte, und ich habe Nächte wach­ge­le­gen, in denen mich der Wunsch nach gestör­ten Frauen und nach einem Apple New­ton 2000 ver­zehrte. Die­ses Buch ist also gar keine Geld­ma­che­rei mit Apple-Fanboys, son­dern ein lesens­wer­tes Stück Com­pu­ter­ge­schichte (die lang­wei­li­gen Pas­sa­gen sind gut als sol­che erkenn– und damit skip-bar). Und dann habe ich noch ein Buch gele­sen, dies­mal nicht über die alte Garde, son­dern von einem der alten Garde, dies­mal des Motorradfahrens:

Zonko auf Monden

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