Bier and Loathing: der hoffnungslose Panamera

Clemens Gleich in Kategorie(n) , , - 27.09.2012

Es gibt Fahrzeuge, an die muss man sich gewöhnen. Die Honda Fireblade ab 2008 (SC 59) ist so ein Beispiel: Nach den schnittigen Raubvogelgesichtern der Vorgänger dauerte es ein bisschen, ihr kurzes Pekinesengesicht erst ertragen und schließlich gar schön finden zu können. Manchmal geht ein Fahrzeug auch auf Bildern überhaupt nicht, obwohl es später in der Realität daneben stehend super ist. Der Porsche Panamera fällt in keine dieser Kategorien. Er zeigt die große Tragik des gesamten Porsche-Designs: „Der 911 ist unsere große Nummer, also muss jetzt alles aussehen wie der!“ Der Heckmotor des 911 ist einfach linienbestimmend, und ohne den direkten Bezug zur Vergangenheit könnte man so einen Quatsch heute auch nicht bauen. Es ist schön, dass es ihn gibt, als letzten seiner Art. Nicht schön ist es, dass es den Cayenne gibt. Er sieht aus, als wär ein VW Touareg mit 200 km/h in einen Elefantenarsch gefahren. Der einzige Grund für diese Verschandelung des Straßenbilds ist der zwanghafte Versuch, einen optischen Bezug zum 911 herzustellen.

Und dann der Panamera. Für den fehlen mir die Worte. Maserati und Aston haben gezeigt, wie schön ein viertüriger GT-Wagen sein kann. Die Bauart hilft der Optik. Es muss einige Anstrengung gekostet haben, das in einem Maße zu versauen, dass ich neben einem Panamera kaum mein Frühstück unten behalten kann. Warum, Porsche? Warum baut ihr diesen wunderbaren Wagen in Form einer fünf Meter langen Warze? Wie beim Cayenne will Porsche den Panamera jetzt ein bisserl abmildern in puncto Netzhautpeitschung. Außerdem: „Hübrrit!“ Gute Gelegenheit für den Versuch, mir die Warze schönzutrinken, dachte ich.

„Studie“, sagt Porsche und stellt das Design der nächsten Panameras vor. (Bild: Porsche)

Aber dann unterließ ich diesen selbstmörderischen Versuch, weil der neue Dschäääägg in Bildern kam: Jaguar F-Type. Der ist zwar wie üblich viiiel zu fett (rund 1600 kg), aber es gefällt mir, was Jaguar sagt: „Das ist ein 1+1-Sitzer.“ Die Aussage ist britisches Englisch für den Fakt, dass in diesem Wagen der Sitz auf der anderen Seite ausschließlich dafür gedacht ist, den abendlichen Geschlechtsverkehr des Fahrers zu transportieren — wie das sich eben gehört in einem Roadster. Alle Bedienelemente richten sich gen Lenkradhalter, und ein abweisender Balken verhindert, dass der Geschlechtsverkehr am Radio rumfummelt. I approve.

Open intercourse transporters in three colours: F-Type Jaaaaag. Ab 73.400 Euro. (Bild: Jaguar)

Zahlen und Bilderklickgymnastik bei meinen Stuttgarter Nachbarn hier

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