Motorräder, die einen anschreien

Einer meiner All-time Favorites ist zurück: Die Kawasaki ZX-6R 636. Das Konzept war schon immer so, dass man dem für die Supersport-Zulassung nötigen Motor mit maximal 600 ccm das bisschen mehr Hubraum gab, das ihn optimal machte. In der Folge riss die Straßen-636 eben wegen ihres Motors der Racing-600er gern den Arsch mit einem Anker auf, und wir fanden es alle schade, als sich Kawa diesen Split 2009 nimmer leisten konnte und den 600er-Motor mit einer vorher nie gekannten Mitte ausstattete, die aus Feenstaub statt Hubraum stammte. Das war meine Lucy Liu, der MO-Dauertester, den ich Kawa abkaufen wollte, die mich jedoch vergessen haben, was ich ihnen jetzt vorhalten kann: „Ihr seid schuld daran, dass mein Navi kaputt ist, weil ich mit Lucy ja die Duke nicht gekauft hätt.“ Aber das ist alles Vergangenheit. Vergangenheit ist auch der gesamte 600-Supersport-Markt, weswegen Kawa sich dachte „dann können wir auch die 636 wieder machen“ — ein gangbarer Versuch, wenn das Zeug eh schon rumsteht: ABS, Traktionskontrolle, die (bei korrektem Ölstand) ziemlich gute BPF-Gabel von Showa und der alte Motor [Update von Ralf: der alte Motor nur außen, innen aber jetzt mit mehr Hub statt wie früher mehr Bohrung]. Das ist dann auch so mein einziges Bedenken (außer natürlich Gewicht, ich bin ja Gewichtsnazi): Der Motor der 2009er-Ninja 6R war so gut, dass ich fürchte, er hat mich für den 636er verdorben. Werde mir das gelegentlich anschauen. Zwischenzeitlich schaut ihr euch einen anderen elektrotechnisch hochgerüsteten Vierzylinder als Video an:

Die BMW HP4 in Jerez

Homepage Kawasaki 636

Kommentare:

ältere
  • Ben meinte am 18. September 2012 um 8:56:

    Danke für die Gänsehaut. So lange ich noch Kröten am sparen bin werden ständig neue Leckerbissen entwickelt. Das schürt die Vorfreude.

  • Jan meinte am 27. September 2012 um 17:39:

    Ich frage mich immer, warum gerade 636ccm? Im Ernst, wenn man schon nicht beim Supersportlauf antreten möchte, warum nicht 700 oder, ich möchts ja gar nicht mehr hoffen, 750ccm? Manchmal beschleicht mich das Gefühl, diese 36ccm werden doch arg betont. Bevor geschrieen wird „fahr doch erstmal eine“, muss ich zugeben, dass ich die alte 636 nur auf der Strasse gefahren bin. Sonst fahre ich hässlichen Tourensport auf der Landstrasse und Sportler nur auf der Rennstrecke. Und eben da finde ich eine 750er GSX-R einen schönen Kompromiss. Die Frau fährt eine Racing-Only 600 ZX6-R mit Kit Getriebe und allerlei Bolt-Ons (und -Offs) (und träumt von ihrer verflossenen ZXR 750). Wunderbar entspannteres Heizen als auf meiner 10er. Somit kein Motorrad-Treff mässiges belächeln kleiner Hubräume.. aber dennoch, warum gerade 36 mehr? Damit man keinen zweiten Motor entwickeln muss? Und dann nur 36ccm? Ginge es nicht auch, Bohrung UND Hub zu erhöhen?

  • Clemens Gleich meinte am 27. September 2012 um 20:12:

    Yep. 36 ccm Plus sind wohl die errechnete dauerhaltbare Größe für diesen Motor. Man beachte auch: Das ist immer noch der alte Motor, nur eben mit mehr Hub statt mehr Bohrung. Warum nicht der NEUE 600er-Motor? Ich glaube, weil der mit seiner Gewichtsoptimierung dazu weniger geeignet wäre, weil: Wenn sie schon was am Rahmen ändern, hätten sie ja auch Platz für mehr Hubraum schaffen können. Oder sie bauen auf eine eventuelle Zugkraft des Namens „636“, wer weiß? Insgesamt finde ich Yamahas Ansatz in der FZ8 am besten: 800 ccm.

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