Ich baue eine Bremse an die KTM 690 Duke

Gestern bin ich durchs Mahdental gefahren, Test- und Einstellfahrt nach Reifen- mit angeschlossenem Bremsbelagwechsel. Die Straße ist zur Sanierung gesperrt (mehr dazu hier), man kann aber vom Kreisverkehr bis zur Baumschule fahren, was eine ganz neue Lust auf Koniferen in mir geweckt hat. Ich empfehle jedem Testfahrer, bei dieser Baumschule oftmöglichst vorbeizuschauen, auch wegen dem geringen Verkehrsaufkommen. Das Ergebnis der Fahrt ist erfreulich: Die Conti RaceAttack Endurance arbeiten gut an der Duke, und ich habe endlich eine gescheite Vorderradbremse. Dieses Teil hat eine traurige Geschichte: Schon beim Kauf klagte ich KTM Mayer mein Leid, der sagte: „Die Bremse ist vielen zu lasch, wir probieren da grad Beläge.“ Er fand auch was, aber ich vergaß die Bremsbeläge erstmal, bis ich beim Reifenwechsel sofort welche brauchte, den Laden aber nicht erreichte. Deshalb habe ich Sintermetall-Beläge von Lucas beim Louis umme Ecke gekauft (Artikelnummer 10044712, Link). Für 37,95 Euro gibt es dort einen Belag, der das tut, was der Serienbelag nicht kann: feste greifen. Ich habe mir also endlich (billigst) eine Bremse gebaut.

Warum KTM das nicht ab Werk macht, könnte am Verschleiß liegen. Die Duke 4 hat eine 4 mm dünne Scheibe mit Mindestdicke 3,6 mm. Damit die Nichtraser-Neukunden damit lange glücklich sind, hat KTM nach den Worten des Motorradflüsterers Volker Bartheld „usbekische Kuhscheiße“ mit etwas verpresst, das wie eine Drahtbürste mit Haarausfall aussieht. Maschinenbauerisch interessant, fahrerisch: beim ersten Reifenwechsel wegschmeißen, den Rotz. Die gute Nachricht ist dann: Man braucht nicht unbedingt die Bremse der Duke R für guten Griff bei moderaten Bedienkräften. Interessant auch die unterschiedlichen Kundschaftsprofile. Der Mayer wusste sofort, von was ich spreche, als die Duke 4 noch flammneu war. KTM Stuttgart dagegen sagte vor einer Woche immer noch: „Nach schärferen Bremsbelägen hat noch niemand gefragt.“ *klickerdiklicker* „Und es gibt auch keine.“ KTM Stuttgart braucht offenbar meine Informationsdienste als offizieller Duke-Propagandaminister. To ze Thumpmobile!

Kommentare:

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  • Jörg Mutke meinte am 4. September 2013 um 9:33:

    Erfahren wir, wann die Scheiben runter sind?

  • Clemens Gleich meinte am 4. September 2013 um 9:35:

    @Jörg Mutke: Aber selbstverständlich. Es interessiert mich ja auch selber. Eine dickere Scheibe mit 5+ mm ist fest im Wartungsplan verschrieben, es fehlt nur ein Termin.

  • Mahdentalstraße „für Motorradfahrer nicht mehr sicher“ – Sanierung hat begonnen | AJ's Blog meinte am 4. September 2013 um 17:40:

    […] (Zeichen 255) steht immer noch an beiden Enden – auch wenn der sonst stets gut informierte Blog „Mojomag“ anderer Meinung […]

  • JoNi meinte am 16. September 2013 um 14:33:

    Die Sintermetall-Beläge von Lucas sind top, wobei die unter TRW vermarktet werden! Es gibt die glaube ich als SRQ, SCR und CRQ-Variante. Seit 5-6 Jahren kommen die Serien-Kuhscheisse-Verpressten-zu-dünnen-wir-packen-partout-nicht-Beläge direkt von den Moppeds und werden durch die SRQ-Varianten ersetzt. Bin mir nicht sicher ob ich die Fahren darf wegen zu krass. Aber die packen sowohl bei der CBR600 als auch bei der Streety top – gute Entscheidung.

  • Dr. Bratfeld meinte am 23. November 2013 um 17:10:

    Servus Clemens!

    Amen. Und danke für die lobende Erwähnung. Natürlich wird die Scheibe Federn lassen müssen. Aber das wird weit überbewertet, den vom Lucas gibts natürlich auch sowas. Sogar für meinen ollen Hobel, der seit 1998 mit nichts Anderem unterwegs ist.

    Dr. V. Bratfeld

  • FatGhandi meinte am 1. März 2014 um 16:15:

    @Clemens: Hoi Clemens!
    Du hast mich glücklich gemacht. Bin gerade vom Angasen/ erster Fahrt mit den Lucas Belägen zurück… ganz prächtig. ^_^ Ich fand es vorher wirklich irritierend, wie feste man für Wirkung hinlangen musste. Jetzt ist es fein. THX für den Tipp und Dir eine exzellente Saison!

  • zensorsliebling meinte am 7. September 2014 um 10:51:

    Sinterbeläge als Ersatz für Serienmist gibt es schon lange. Schlappe Alt-BMW Bremsen lassen sich damit auf verkehrssicheres Niveau bringen. Aber viele rennen lieber gleich zu wunderlichen Teuratech Verkäufern und kaufen lasergeformtes Flacheisen mit passendem Adapter und „Spezialbelägen“ für Fantasiepreise. Bremst dann so gut wie der Sinterbelag für 22€, sieht aber nach Ingenieurskunst aus.

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