Von Autor zu Leser geschrieben

Am Nexus diverser Krisen ist es meistens sehr interessant, weil rundherum spannende Veränderungen passieren. Krisen bieten sich dazu an oder zwingen gar dazu, Neues zu probieren. Der klassisch kapitalistische Kaufmann drückte es früher so aus: „Wenn Blut in den Straßen fließt, soll man investieren.“ Was ich seit einiger Zeit als probierenswert beobachte, ist das Crowdfunding bei Startnext, dem deutschen Analogon zu Kickstarter. Jetzt habe ich einen konkreten Anwendungsfall. Ich möchte den düsteren Zukunftsroman „Gottes Mörder“ schreiben, der mir schon lange im Kopf spukt. Vermittels des Übertragungsmediums „Text“ in andere Köpfe hat er es einfach deshalb noch nicht geschafft, weil dieses Buch schreiben und eine gute Umsetzung bezahlen mit meinem täglichen Lohnschreiben nicht gelungen ist.

Finanziere einen Mörder. Schon ab einem Euro.
Finanziere einen Mörder. Schon ab einem Euro.

Jetzt gehen bitte alle mal auf die Projektseite, drücken auf „Fan werden“ (das kostet nix) und schauen generell, ob sie Lesestoff dieser Art interessiert. Es müssen nur 75 Leute auf diesen Knopf drücken, dann kann ich die Finanzierung eröffnen. Die läuft so, dass man Beträge ab einem Euro spendet. Wenn der nötige Gesamtbetrag nicht zusammenkommt, erhält jeder sein Geld zurück, das wird nur auf einem Treuhandkonto geparkt, nicht mir gegeben. Wenn das Geld zusammenkommt, fertige ich eine Ebook-Ausgabe und eine Taschenbuch-Ausgabe an. Wichtig ist mir: Jeder, der Geld beisteuert, erhält das Ebook, wenn es fertig ist. Ja, ab einem Euro. Du kannst natürlich auch für dicke 100 Euro eins von fünzehn durchnummerierten Shirts schießen, dir von mir ein alternatives Ende schreiben und als Ebook oder Taschenbuch schicken lassen, eine signierte Erstausgabe des Taschenbuchs wollen oder auch einfach nur im Abspann erwähnt werden.

Dieses Experiment ist für alle, die vollkommen zu Recht immer wieder tuscheln „man müsste mal, da geht doch was“. Ja. Man müsste mal. Heute zum Beispiel. Probieren wir es einfach aus. Vielleicht geht da was. Also geh mal da hin:

Gottes Mörder finanzieren

Kommentare:

ältere
  • Frank Kemper meinte am 27. September 2013 um 13:07:

    Cooles Projekt. Unterstütze ich gerne als Fan, und wenn es dann startet, auch mit einem lächerlich kleinen Geldbetrag. T-Shirt brauch‘ ich nicht, 4XL hast du ja sowieso nicht am Start. Good Luck, und erzähl mal wie es war.

    Ansonsten kann man natürlich (solange Clemens noch nicht fertig ist) auch mein Buch kaufen: http://www.red.bullet.net (Amazon Kindle)

  • Clemens Gleich meinte am 27. September 2013 um 13:15:

    @Frank Kemper: 4XL kann ich sehr wohl am Start haben, weil die 15 Shirts ja eh auf Passung gedruckt und ausgesucht werden. Ansonsten: Das mit dem Krautfanding interessiert mich selber und ich werde die gemachten Erfahrungen so oder so beschreiben.

  • Monika Schwill meinte am 27. September 2013 um 13:50:

    das Projekt finde ich auch klasse – ein kleiner Klick mit großer Wirkung!

  • Alfred Lockinger meinte am 27. September 2013 um 17:47:

    du kannst es nicht lassen 😛 …….
    geile idee! das verstecken von charakteren hinter gott und teufel, nur um kaputte geisteshaltungen darzustellen ist nicht meins, muss es aber auch ned sein. deine idee das projekt entsprechend zu finanzieren und im vorfeld bereits dadurch für „werbung“ zu sorgen finde ich klasse.
    wünsch dir viel glück damit………(ich werde das thema beobachten und versuchen daraus zu lernen..)

  • Clemens Gleich meinte am 27. September 2013 um 17:54:

    @Alfred Lockinger: Oh, es geht nicht ums Verstecken von Geisteshaltungen, sondern Gott und Teufel haben in der Geschichte eine sehr konkrete, reale Existenz. Sie ist nur nicht das, was die meisten erwarten.

    Startnext und Crowdfunding ist wie gesagt für alle Medienschaffer und Leser interessant. Im besten Zusammenspiel bestimmt kapitaldemokratisch die Leserschaft, welche Projekte real werden. Und dann ist das vielleicht mal nicht das dreimillionste Autoportal, sondern etwas, das es noch nicht gibt.

  • Mirjam Löw meinte am 27. September 2013 um 22:57:

    freut mich dass wieder ein neues Roman-Projekt in Planung ist!
    Auch die Idee es so zu finanzieren find ich super… hoffe auf ganz viele neue Ideen und Meinungen, die beim Verlag sonst so nicht durchgehen 😉
    und vielleicht doch mal ein Anlass die längst geplante Rezension zum ersten Roman zu schreiben!

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