Gefahren: MV Agusta Rivale 800

MV Agustas Rivale 800 sah für mich zunächst wie der ultimative Triumph von Design über Substanz aus. Gut, dass ich sie trotzdem gefahren bin. Sie ist wunderbar.

Treffen mit MV Agusta erinnern mich immer an Gespräche mit Capos im Kino. Menschen mit schönen Haaren und schöner Baumwolle lungern im Schummerlicht und erzählen unter Zuhilfenahme ausladender Handgesten unglaubliche Dinge. Die Art, wie MV ihre Marktzahlen vorrechnet, sollte als Videolehrgang jedem angehenden Statistiker in der Ausbildung gezeigt werden. Aber die Krönung ist das Ride-by-Wire-System, das E-Gas. Jedes Mal, wenn sie etwas daran ändern, sagen die MV-Techniker dasselbe: „Jajaja, früher, si, si, aber JETZT, jetzt ist ALLES anders, nämlich gut, um nicht zu sagen: perfekt.“ Selbstverständlich ist es immer noch nicht gut, auch nicht bei der neuen Rivale 800. Aber wie bei den Geschäftszahlen gibt es hinter der italienisch haarsträubenden Übertreibung eine positive Realität. Es ist nicht perfekt. Es wird auch wohl nie perfekt sein. Aber es ist gut genug. Die erste Vierzylinder-Brutale, die ich vor langer Zeit fuhr, ging mit mechanischen Drosselklappen ebenfalls manierenlos ans Gas und lastwechselte wie ein Lichtschalter. Das ist prinzipiell immer noch so. Es sollte dich aber nicht davon abhalten, die Rivale zu probieren, denn sie ist nach Ansicht von MV und einer überraschenden Anzahl von Testern die bisher beste Landstraßen-MV.

Verspielte Linienführung mit Supermoto-Zitaten und viel Alberei. Mir gefällt's.
Verspielte Linienführung mit Supermoto-Zitaten und viel Alberei. Mir gefällt‘s.

Mein erstes Mal auf einer Brutale werde ich nie vergessen, wie niemand eine so arge Erfahrung vergessen kann. Der Motor brummt nicht, er knurrt. Das Viech will von der Leine gelassen werden, ruckt und zuckt am Gas. Wenn die Kurven kommen, senkt sich der Kopf in den Fahrtwind und etwas Wunderbares passiert: Alles außer den Kurven verschwindet. Spiegel? Außerhalb des Blickfelds. Tacho? Unsichtbar. Fahrzeug? Hörbar. Auf der Rivale sitzt der Fahrer ein ganzes Stück weiter vorne als auf der Brutale, sodass genau dieses Fahrgefühl wieder sofort eintritt. Man muss MV für ihre Prioritäten lieben: Spiegel, Warnleuchten und Tachoeinheit sieht der Fahrer nicht. Dafür zeigt sich die Spitze des Vorderrads im unteren Blickfeld wie eine offene Visierung. Die Drehzahl verrät der Dreizylinder durch die Frequenz seines Heulens. Mehr brauche ich persönlich nicht beim Fahren. Den Tacho kann ich mir auf dem nächsten langweiligen Zwischenstück, der nächsten Ortschaft anschauen.

Feucht werden

Nässe verrät gute Ergonomie.
Nässe verrät gute Ergonomie.

MV hat sich als Ausprobierstrecke für die Rivale eins der schönsten Stücke Südfrankreichs ausgesucht, entlang der Route Napoléon. Das Wetter hat sich MV nicht ausgesucht. Es regnet bei Ankunft, zum Fahren wird zwar der Himmel blau, die Straße bleibt jedoch nass. Eine Bewertung bei Nässe ist immer so ein Ding. Einerseits fehlen Eindrücke aus den unteren Schräglagen und den oberen Geschwindigkeitslagen. Andererseits zeigt Nässe sehr gut, wie wohl sich die Tester auf dem Motorrad fühlen. Sagen wir es so: Ich hatte trotz Nässe Spaß, und ein Motorrad, das bei Nässe Spaß macht, bei Trockenheit jedoch nicht mehr, ist mir bisher noch nicht untergekommen.

Einige Dinge sind sofort auffällig. Die nach vorn verschobene Sitzposition auf längeren Federwegen als bei der Brutale bringt so viel Gewicht aufs Vorderrad, dass sich alles um eben dieses dreht. Das Heck ist stets leicht. Deshalb versucht es, beim zu optimistischen Herunterschalten vor der Kurve, das Vorderrad zu überholen und kann durch erstaunlich leichten Druck aufs Fußbremspedal ansatzlos blockiert werden. Die Sitzergonomie ist so, dass ein drückender Fahrstil tatsächlich am besten funktioniert. Legen oder gar hängen geht natürlich auch, passt aber dieses kleine Stück schlechter. Man sitzt zu weit vorne dafür. Der breite Rahmen und diese Plastikschwülste drücken auf die Beininnenseiten, der Sitz ist dagegen sehr bequem. Wie bei der alten Hypermotard kippt er einen per seiner Schräge etwas nach vorne an den Tank, allerdings weniger stark auf die Eier als die Duc es tat.

Blinker-Handprotektoren-Spiegel-Kombi: Gestaltung gut, Funktion homöopathisch.
Blinker-Handprotektoren-Spiegel-Kombi: Gestaltung gut, Funktion homöopathisch.

ABS gibt es bei MV nicht, da arbeiten sie noch zusammen mit Bosch dran. Vielleicht kriegen sie es bis zum gesetzlichen Pflichteinführungstermin 2017 fertig. Sagen wir es so: Wenn die ABS-Software-Iterationen so werden wie beim E-Gas, ist es sicherer ohne. In Sachen Leistung kann die Bremse eh nicht viel besser als jetzt werden. Die Brembo-Monoblocs greifen so kräftig, dass ein Schweizer Kollege kopfschüttelnd sagte „Viel zu stark!“. Aber das ist wie bei der 1098 damals: Manche werden die Bremse mit rutschigeren Belägen abrüsten, Andere (ich) finden es so ziemlich gut, weil man mit ein bis zwei Fingern jederzeit jede Bremsleistung abrufen kann. Außer wirksam ist die Bremse noch gefühlsecht und kommt mit einer linearen Kopplung von Greifkraft zu Bremsleistung — top.

Der Lenkanschlag brachte mich schon beim Losfahren zum Lachen. Abbiegen vom Hof, klack, Ende des Lenkwinkels. Ach, MV … Um in einem Zug auf einer B-Landstraße zu wenden, muss man die Rivale wie eine Fireblade am Lenkanschlag in Schräglage bringen. Beim darauf folgenden Einrollen fällt auf: MV hat den Quickshifter repariert, der bei der F3 800 so seine Probleme machte. Sanft zuckt das System mit den Drosselklappen, damit das Getriebe dergestalt entlastet schaltbar wird. Das klappt sogar im Teillastbetrieb in Ortschaften super, und der vierte Gang geht jetzt auch zuverlässig rein.

Beitext-Rivale

Der Motor ist mechanisch identisch mit dem der Brutale 800. Nur Ansaug- und Abgassystem sind anders. Das heißt auch hier: Ein Tenorsänger von Reihendreizylinder mit einem Tourette-Syndrom von Ansprechverhalten. Es ist besser geworden, die Anfälle von „Fotze!“ sind jetzt als verhaltenes Husten getarnt, aber es ist noch nicht wirklich gut. Wie ein kleiner Dreizylinder laufen kann, zeigt Triumph. MV zeigt immerhin Durchhaltevermögen beim Nachbessern. Die neueste Idee ist, dass die schon bisher beim Händler kostenlosen Software-Updates künftig zuhause gemacht werden können sollen, signierte Software und so. Ich kann einen Ozean von Problemen sehen, sage ich dem augenberingten Teckniikal Dairecktor, der nur nickt und versucht, nicht zu weinen. Aber die Idee ist gut. Ambitioniert. Italienisch. Insgesamt eben so, wie es auch die Umsetzung sein wird. Aber bleiben wir im Heute. Heute gibt es ein „Rain“-Setting, das man tatsächlich verwenden kann, ja: sogar möchte. Es stellt die Traktionskontrolle auf die stärkste Stufe 8 und lässt die Drosselklappen sanfter ansprechen. Die Topend-Leistung bleibt dabei dieselbe. Das weichere Rain-Setting ist zwar ruppiger als anderswo die normalen Settings, aber es ist fahrbar, benutzbar, vorhanden und es funktioniert.

Das Design ist voll geil. Wer anders denkt, ist doof.

Design oder keine MV sein. Das Heck ist soo italienisch ...
Design oder keine MV sein. Das Heck ist soo italienisch …

Anhand von MVs Fotos unkten die Traditionalisten über das Design. Traditionalisten haben jedoch noch nie MV gekauft. MV ist Design. In realo gefällt mir das Design besser, weil die Fotos ohne Mensch nicht zeigen, wie klein diese Maschine ist. Mir gefiel die Gestaltung allerdings schon auf den Fotos. Sie ist verspielt, modern und ja: ein bisschen albern. Warum ist das LED-Rücklicht zweigeteilt, die Blinker aber am Kennzeichen unten? Weil es geht! Und Apropos Kennzeichen: Dessen Halter ist ja stets der erste #Aufschrei bei jeder Neuvorstellung. MV löst es so: Um das insektig-spitze Heck nicht zu verschandeln, trägt die Rivale das Kennzeichen am Hinterrad-Kotflügel und scheißt auf Nichtigkeiten wie „ungefederte Massen“. Eine Verwechslungsgefahr mit egal welchem anderen Motorrad besteht nicht. Ein Honda-Ingenieur kann Design nicht einmal so denken wie es ein Ingenieur in Varese jeden Tag praktiziert. Es ist doch eh immer dasselbe: Über Geschmack kann man nicht sinnvoll streiten. Mir gefällt die Rivale. Alle Anderen haben einen Scheißgeschmack.

Das geheime Nutzwertlabor in Varese hat Deutschen diese Spiegel gebaut.
Das geheime Nutzwertlabor in Varese hat Deutschen diese Spiegel gebaut.

Ein gutes Beispiel für den MV Way of Construction sind die Spiegel. Es sind Klappspiegel an den Lenkerenden, genauso, wie sie Ducati an die erste Hypermotard baute, und genau wie dort ist der Nutzen bestenfalls homöopathisch. Die Dinger richtig einzustellen ist schwierig im Stand und fast unmöglich in Fahrt. Sie sind winzig und zeigen nicht viel. Sie machen den Lenker viel zu breit, deshalb klappt man sie bei Staudurchfahrten am besten nach hinten. Wenn man das allerdings tut, muss man sie danach neu einstellen, weil sie sich ihre Position nicht merken, obwohl das ein mechanisches Standard-Feature an praktisch jedem anderen Motorrad ist. MVs Ingenieure wussten das alles sehr gut, eben von der Hypermotard. Aber ihrem Unternehmen steht das riesige Dauerkind Giovanni Castiglioni vor, und das wollte einfach keine normalen Spiegel an seinem coolen Motorrad haben, die ihm die Linie versauen. Ein geheim operierendes Nutzwertteam innerhalb der Firma hat es aus dem Untergrund immerhin geschafft, einen Satz normale Spiegel in die Special Parts zu hieven: CNC-gefräste Halterungen mit Befestigung an den Klemmen der Handhebel für rund 70 Euro den Satz.

Tank viel zu klein, Funktion zu unausgereift, Händlernetz zu unvorhanden und trotzdem so geil. Fahren.
Tank viel zu klein, Funktion zu unausgereift, Händlernetz zu unvorhanden und trotzdem so geil. Fahren.

Seine eigene Rivale hat Giovanni aufwendig im Tarnfarbenmuster lackieren lassen. Dazu kommt ein 200er-Hinterrad, das sich nach Fahreraussagen besser fährt als gedacht. Der nächste Schritt wird sein, da den Motor aus der F3 800 zu montieren. Leistung, verstehste? Bisschen was geht immer. Offenbar fährt der Herr Castiglioni Junior eh wie eine gesengte Sau. „Giovanni ist verrückt“, sagen seine Kollegen aus der Geschäftsleitung beim Abendessen, weil sie nicht wissen, dass ich sie hier verpetze. „Ich habe ihn wieder fahren sehen. Das muss aufhören. Wir haben nur einen Präsidenten.“ MV soll nach dem Willen der heute Handelnden im Mehrheitsbesitz des Spielkinds bleiben. MV wird daher auch weiterhin Motorräder für Menschen bauen, die im Kopf acht Jahre alt sind. Für uns also.

Ja, die neue Ducati Hypermotard ist günstiger und kann den Alltag besser. Aber das sind keine Italienerkaufgründe. Die MV ist viel lebenslustiger.
Ja, die neue Ducati Hypermotard ist günstiger und kann den Alltag besser. Aber das sind keine Italienerkaufgründe. Die MV ist viel lebenslustiger.

MV Agusta Rivale 800 2014

Ist: besser als die Ducati Hypermotard, weil sie schlechter ist.
Kos­tet: 12.865 Euro inklusive Nebenkosten
Leis­tet: 125 PS (92 kW) bei 12.000 U/min
Stemmt: 84 Nm bei 8.600 U/min aus 798 ccm
Wiegt: 178 kg ohne alles (Herstellerangabe)
Tankt: 12,9 Liter Super. Ich wiederhole für Freunde des Tourens: 12,9 Liter.
Hat: eine magische Anziehungskraft auf meinen inneren Achtjährigen.

Kommentare:

ältere
  • Axel Bergander meinte am 28. Oktober 2013 um 0:54:

    So muss ein Nutzwert-Test: Jetzt will ich die mal fahren. Nachdem die neue Hyper mich nicht aus den Socken warf.
    Gut auch die Sozia-Fußrasten: Wem die passen, der ist höchsten 1,50 und wiegt dementsprechend weniger als ein schlechtes Gewissen. Natural selection by design – die längstfällige Synthese von Evolution und Intelligent Design.

  • Lambogusta me gusta | MoJomag meinte am 28. Oktober 2013 um 9:00:

    […] Die MV Agusta Rivale 800 […]

  • Clemens Gleich meinte am 28. Oktober 2013 um 9:41:

    Die Soziusfußrasten sind bei MV immer als virtuell anzusehen: Du KÖNNTEST die dranlassen. Rein theoretisch. Aber jetzt mach sie bitte ab, ja?

  • Jay meinte am 28. Oktober 2013 um 10:32:

    OhWieGeilForte in N3-Dosierung – spwohl die Maschine als auch der Text.

    Danke für die Unvernunft.

    Ein Vernunftfahrer (Anders kann man jemanden,d er F650GS fährt nicht nennen, oder?

    Jay

  • Richie meinte am 28. Oktober 2013 um 11:16:

    Oh, ja! Ich kann dich so gut verstehen! Meine unendliche Empathie hat es mir erlaubt, deine Testerlebnisse am eigenen Leib zu erfahren, zumindest zu 99%.
    Mein erster Dreizyliner war die TNT 1130. Dreckiger, rasselnder Dreizylinder, mit einem Rücklicht, welches vom einzelnen Auspuffrohr durchbohrt wurde und nun links und rechts fragmentarisch sein zurückhaltendes Dasein fristet, um nicht zu sehr vom Ausblasinstrument abzulenken. Die mechanische Gravitationsregelung, welche die Wheelieneigung gegen mechanischen Vortrieb tauschte, ließ lieder die Kühler auf die Seiten wandern, dafür brachte der weiter vorne gelagerte Motor so viel Gewicht auf die Vorderhand, dass es ein pemanentes Juchzen um dem Helm gab. Ein Kumpel hatte nach 50km exzessiven Lastwechelspielen sogar etwas von Bauchmuskelkater gesprochen, obwohl er doch sehr sportlich ist.

    Ich bin gespannt, was mir deine Erkenntnisse über die Super Duke R 1290 so bescheren.

  • Thoralf meinte am 28. Oktober 2013 um 12:02:

    JA, sie sieht scheißgeil aus *schnüff* , nur diese Lenkerendenspiegel gingen schon an der Hyper nicht, wie will man da an münchenr Kreuzungen vor in die erste Reihe kommen ?
    Ansonsten, Blick frei aufs Vorderrad und kein ABS hat meine kleine Streetfighter auch, OK, sie sieht fast schon brav aus im direkten Vergleich … aber wer hat denn da bei der Lampenmaske abgeguckt ? 😉 . Persönliches Fazit: Andere Mütter haben auch schöne Töchter und es freut mich immer wieder zu sehen was da so schickes daher kommt , aber Wechseldruck verspür ich derzeit keinen 🙂

  • Seb meinte am 28. Oktober 2013 um 12:07:

    Für mental Achtjährige – ‘nuff said! In meinem Hirn grad ähnliche Überlegungen. Trag mich mit dem Gedanken des Wiedereinstiegs in die Zweiradwelt. Vernunft oder Wahnsinn – konkret MV Brutale 800 oder Speed Triple 1050 (R). Die MV bin ich probegefahren. Fährt sich wie ein Fahrrad und verhält sich wie ein Jack Russell auf Crack (nettes Zitat aus nem englischen Testvideo). Ich mach mir nur Sorgen um die Haltbarkeit. Wenn man mal einen Blick in die Foren wirft, wird es einem zum Teil Angst und Bange. Schick ist sie trotzdem.

    Die Speedy hab ich bis dato nur begrabbelt und leider noch nicht gefahren. Da sind die Aussagen der Bekannten aber durchwegs positiv. Da es auch noch tourentauglich sein soll und ich wenig Lust habe mit ner italienischen Zicke in der Wallachei liegenzubleiben, werd ich in die Richtung wohl noch mal ein Auge mehr werfen. Leicht ist die Entscheidung nicht…

    Grüße,
    Seb

  • Clemens Gleich meinte am 28. Oktober 2013 um 12:16:

    @Seb: Dann kauf besser die Speed Triple oder noch besser eine Street Triple R. Die haben auch Dreizylinder, aber mit mehr Manieren und mehr Zuverlässigkeit. Sehen halt nicht ganz so interessant aus, fahren aber toll.

  • Dirk Klatt meinte am 28. Oktober 2013 um 16:31:

    @Seb: Das mit der sprichwörtlichen italienische Unzuverlässigkeit kann ich so gar nicht bestätigen. Ich bin Guzzi V11 und Ducati S4R gefahren und diese beiden Diven haben immer zuverlässigst ihren Dienst versehen und dabei hinreißend ausgesehen. Man darf sie nur nicht verbasteln (…was gerade Guzzi-Owner allzu gern tun) Mit einer der frühen Triumphs dagegen hab ich (kurz nach Widerbelebung der Marke) sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Nachdem ich mehrfach liegen geblieben bin habe ich sie schließlich frustriert abgegeben. Aber auch die schlechten Erfahrungen meines Explorer fahrenden/schiebenden Nachbarn lassen vermuten, dass bei Triumph nicht alles Gold ist, was in der Fachpresse so oft verführerisch glänzt.
    Und wenn ich mir heute keine „MV“ mehr antun würde, dass Design hat mich eigentlich immer begeistert. Das können die Italiener eben wie keine andere Nation.

  • Seb meinte am 28. Oktober 2013 um 22:02:

    @Clemens Ich denke auch das es die bessere Wahl ist. Die Optik hat ihren eigenen Charme. Der einzige Knackpunkt ist die Doppelauspuffanlage, aber da bietet der Zubehörhandel ja reichhaltig Abhilfe.

    @Dirk Ich denk ich weiss was Du meinst. Hab selber noch eine RS 250 stehen die wohl einen ganz einzigartigen Charakter hat. In dem Fall zwar ein Suzuki Motor in einem Aprilia Chassis, trotzdem ein faszinierendes Fahrzeug. Wollte also nicht alle Italienerinnen über einen Kamm scheren. Ein alter Freund von mir ist eine Sprint ST gefahren mit über 100tkm. Das hat mich schon beeindruckt. Ein anderer fährt Ducati mit hohen Jahresfahrleistungen, allerdings hat der Motor mittlerweile das zeitliche gesegnet. Sehe das aber alles nicht dogmatisch! Ich war früher mehr der Schrauber und weniger der Fahrer. Mittlerweile will ich mich einfach drauf setzen und fahren. Nur nicht unbedingt auf eine Japanerin. 😉 Beim Design bin ich übrigens ganz Deiner Meinung. Das sind sie immer wieder ganz weit vorn!

  • Dirk Klatt meinte am 29. Oktober 2013 um 12:20:

    @Dirk Klatt: ….ich brauche hier dringend eine Korrekturfunktion …wenn ich hinterher sehe, was ich manchmal an gramatikalischen Peinlichkeiten so verewige …mea culpa…

  • Clemens Gleich meinte am 29. Oktober 2013 um 12:29:

    @Dirk Klatt: Ist bei Dir doch wirklich ned tragisch. Ansonsten: Korrekturen wären möglich, allerdings verlöre man dann eine wichtige Funktion: Horste würden sich weiterhin zum Horst machen, dann aber Geschichtsbeschönigung im Thread betreiben. Bin mir unschlüssig, was wichtiger ist. Bis jetzt die Unmöglichkeit von nachträglicher Beschönigung.

  • Dirk Klatt meinte am 29. Oktober 2013 um 12:56:

    @Clemens Gleich: …da hast Du recht …keine Beschönigungen und Relativierungen …werde mir einen Duden neben den Laptop legen

  • Thimo meinte am 30. Oktober 2013 um 15:02:

    Geile Mopete!

    Muss ich mir beim Örk-Mörk unbedingt in Natura anguggen. Zum Thema Nutzwert oder Zuverlässigkeit: Meine Bella (996) sieht auch kaputt geil aus, gilt für MV genauso. Und mit meiner Bella fahre ich auch täglich zur Arbeit – gleich wieder heim ins lange WE.

    Aber leider habe ich mich schon in die Baby-Panigale verguggt. Wann folgt Fahrbericht davon, Herr Gleich?

  • Clemens Gleich meinte am 30. Oktober 2013 um 15:37:

    @Thimo: Baby-Panigale hatte ich ehrlich gesagt keine Lust. Ich kenne die große schon, da war sie mir es nicht wert, zwei Tage an Flughäfen zu verbringen. Das Feedback von Toby ist allerdings so mittel: Fährt ausgezeichnet, der Motor ist aber unspannend, zu sehr wie ein Vierzylinder in der Fahrart.

  • Thimo meinte am 30. Oktober 2013 um 16:02:

    Danke für die Kurz-Info. Macht ja traurig. Dann hilft wohl nur wirklich selbst erfahren im Frühjahr.

    An der Tanke habe ich gestern die Motorrad durchgeblättert, die waren ganz angetan von Motor und Leistungsabgabe (im Vergleich zur Großen). Letzte taugliche Landstrassen-Duc für alte Männer wie mich dann wohl wirklich 848 oder 1098.

    • Clemens Gleich meinte am 30. Oktober 2013 um 16:13:

      Die 1199 taugt nicht richtig für die Landstraße, das stimmt. Ich würde alles in Fahrberichten immer cum grano salis nehmen, und: Alles ist eine Meinung. Generell ist es mit Motorrädern wie mit Musik: Finde heraus, welcher Redakteur auf Deiner Wellenlänge denkt. Was der Rest schreibt, ist vollkommen uninteressant.

  • Frau S. meinte am 10. November 2013 um 22:05:

    Bin 20 Jahre Ducati gefahren(hatte nie technische Probleme, auch bei der 916 nicht) und seit 5 Jahren auf einer MV Brutale 750 unterwegs.Die Rivale probegefahren – für´s Frühjahr mit ABS (für den ev. Wiederverkauf) bestellt. Fahre seit Jahren auch Vorkriegs-Moped´s(u.a.eine Indian Scout von 1929) und rege mich über Fahrwerksschwächen, Ruckeln der Kupplung u. merkwürdiges Bremsverhalten nicht mehr auf. Freue mich 9-Jährig u. tierisch auf die Rivale.
    Frau S.

  • Clemens Gleich meinte am 10. November 2013 um 22:20:

    @Frau S.: Glückwunsch! Kann man die Rivale schon mit ABS vorbestellen? Was sagt der Freundliche für einen Termin? Das interessiert bestimmt viele potenzielle Kunden.

  • Frau S. meinte am 10. November 2013 um 22:39:

    Ich hoffe auf März – im Vertrag steht – baldmöglichst. Ab 2014 optional mit ABS lieferbar.
    Wenn sie früher kommt, nutze ich sie als Schneeefräse.
    Frau S.

  • Seb meinte am 17. Dezember 2013 um 15:18:

    Falls es noch jemand interessiert 😉 Es ist bei mir die Brutale geworden. Ich freu mich schon auf das irre, kleine Ding!

  • Dirk Klatt meinte am 23. Dezember 2013 um 17:53:

    @Seb: ……wohl getan ….viel spannender als ‚ne Triumph ….Glückwunsch!!!

  • harry meinte am 15. März 2014 um 12:39:

    in einem heft gesehen, sofort zum händler, mich verliebt, eine woche darauf probefahrt, 20 km, zurück zum händler, gekauft!! hab noch nie ein motorad mit so geilem händling gefahren

  • Seb meinte am 12. April 2014 um 21:58:

    Da dieser Test auch ein kleinwenig dazu beitrug das es bei mir die Brutale wurde – nun ein erstes Fazit nach ein wenig mehr als 1200km. Ich habe sie Mitte März bei Alex von Maniac Motors abgeholt, mich brav an die Einfahrvorgaben gehalten und muss sagen: Selbst ohne großen Abruf der bisherigen Spitzenleistung ist das bis jetzt das Motorrad was mir am meisten Spaß macht.

    Das Fahrwerk gibt einem ein Gottvertrauen was ich so noch selten erlebt habe. Die Sitzposition ist sportlich und trotzdem im großen und ganzen ergonomisch sehr angenehm. Gleiches gilt für den serienmäßigen Windschutz. Ich habe mit meinen knapp 1,80 wahrscheinlich auch eine dankbare Größe. Das vielgescholtene Mapping tut bei mir ohne große Probleme seinen Dienst. Die letzten Versionen haben wohl die groben Schnitzer der Vergangenheit beseitigt. Ich denke allerdings, dass sie auf lange Zeit eh noch viel mehr kann als ich in der Lage bin umzusetzen. Dafür verzeiht sie mir viele meiner Fehler, solange ich nicht den Respekt vor ihr verliere.

    Aus einer kleinen Feierabendrunde sind gern mal 150km geworden und es kann gar nicht genügend Kurven geben die man mit der verrückten kleinen Italienerin auskosten möchte. Auf Arbeit gab es von der ansässigen GS Fraktion erst mal spöttische Sprüche, bis sie dann vor dem Gerät standen. Gefühlt ist sie halb so klein und wirkt wie einzig und allein auf Angriff getrimmt. Und zum Thema Vernunft, was ich ja selber angerissen habe. Jeder Kilometer zaubert mir ein Grinsen ins Gesicht – ich denk insofern hab ich alles richtig gemacht 😉

    @Dirk
    Danke, damit ist hast Du vollkommen recht!

    Grüße an alle „Unvernünftigen“ da draussen!

    • Clemens Gleich meinte am 14. April 2014 um 9:54:

      Sebastian! Alles richtig gemacht. Herzlichen Glückwunsch zu einer tollen Mopete!

  • Seb meinte am 20. April 2014 um 23:04:

    Danke Clemens!

  • harry meinte am 27. April 2014 um 22:16:

    hab sie jetzt 1500 km, würde die süsse gegen keine andere maschine eintauschen, funfactor pur!

  • harry meinte am 13. September 2014 um 2:18:

    so, hab jetzt 5000 km drauf und werde das teil nie mehr her geben. fun pur!!! war jetzt dreimal in italien im urlaub mit der hübschen, und egal wo man die maschiene hinstellt, fünf minuten später ist eine traube meschen um das teil rum und fotografiert sich zu tode:-) und zu den kosten wo alle schreien, der erste kundendienst ( 1000 Km) hat 125 euro gekostet! mein sohn hat für seine 125 yamaha 210 euro bezahlt!

  • Tommy meinte am 14. November 2014 um 16:03:

    Hallo,

    Hab deinen Bericht gelesen und hab entdeckt das Du interessante Handprotektoren hast.
    Sind die Blinker in den Handprotektoren integriert? Wo welchem Hersteller sind die Protektoren?

    Gruesse

    Tommy

    • Clemens Gleich meinte am 14. November 2014 um 16:25:

      Die Protektorenblinker sind Serie.

  • Volker Bühler meinte am 12. November 2016 um 0:32:

    Keine Ahnung ob sich der Achtjährige in mir so freut, aber ich fahre halt auch Brutale 750 und 1090. Natürlich ist es völliger Blödsinn zwei gleiche Motorräder zu fahren, aber die beiden Brutale sind nicht gleich. Und sie sind ganz anders als die anderen 4 Mopeten in meiner Behausung. Und sie haben eine therapeutische Wirkung – von mir aus auch auf den Achtjährigen in mir.

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