BMW R nineT: Kräder mit Bärten

Als ich die Tage über einige Umwege in Almería ankam, ging mir das Herz auf: Der seit so vielen Jahren erwartete Boxer-Roadster von BMW sah nicht nur gut aus, sondern fasste sich auch so an. Und dann fuhr er auch noch gut und röhrte kernig. Vielleicht ist die Hölle zugefroren, aber es ist unzweifelhaft passiert: Die erste wirklich coole Serien-BMW existiert Anno Domini 2014. Jeder deutsche Kradist hat eine Meinung zu diesem Motorrad oder gleich den Wunsch, eine zu haben (im September gibts wieder welche). Das Interessante ist jedoch, wie es in der Firma BMW überhaupt so weit kommen konnte. Die Münchner konstruieren ja belegbar gute Motorräder, die sich besser verkaufen. Aber cool war BMW bisher nie. Es gibt jedoch auch unter BMWs gebürsteter Maschinenbau-Effizienz Krausköpfe, die Wirres, aber Geniales erspinnen können. Aus persönlichen Gründen gilt ihnen allen meine große Sympathie. Was die R nineT für mich zeigt: Lasst die Spinner doch mal machen. Die Furcht vor einem alles verzehrenden Chaos, ließe man solche Personen machen, ist unbegründet, denn das sind alles Getriebene, die nicht anders können, als ihr Leben den Ideen zu widmen. Eure Vorurteile sind in Nichtigkeiten und Äußerlichkeiten begründet. Ich mag euch unbekannte Spinner alle, doch ich habe in der letzten Zeit zwei von euch persönlich getroffen, die an der Entstehung der R nineT maßgeblich beteiligt waren: Roland Stocker und Ola Stenegärd.

Roland Stocker

Roland Stocker hinter der nineT
Roland Stocker, Projektleiter der nineT

Roland ist Projektleiter der BMW R nineT. Als wir nach den ersten Kilometern (leider im Regen) auf der Ninette, wie sie Maik sofort nannte, am Fotopunkt warteten, unterhielten wir uns darüber, wieso das alles so lange gedauert hat. Denn eigentlich begann die Geschichte des puren Boxer-Roadsters schon 2005. Roland ist optisch so eine Mischung aus bayrischem Ex-Lausbub und Hipster-Kultureinschlag. Wenn er auf der Ninette sitzt oder über sie redet, wird klar, dass er dieses Motorrad im Prinzip zuallererst für sich und seine Brüder im Geiste gebaut hat. Das hat geklappt, denn selbst Ingenieure bei BMW kaufen dieses Motorrad, was ein sehr gutes Zeichen für ein Fahrzeug ist. Oft vermeiden Ingenieure die eigene Marke, weil sie wissen, wie es hinter den Kulissen zugeht. So jemandem wie Roland Stocker fällt natürlich schnell ein, was überfällig ist: einen Roadster bauen, der schlicht ist, aber echt, der Geschichte zitiert, statt sie wiederzukäuen. „Schaut euch doch mal da draußen um“, empfahl er seinen Kollegen. „Was die Leute umbauen an alten Boxern!“ Er fand, BMW könnte, sollte, müsste genau so etwas selber bauen. Ein bisserl was aus der eigenen Geschichte machen.

Doch die ersten Anfänge wanderten zunächst unumgesetzt in den Konzernkeller. Es ging BMW ja ausgezeichnet damit, konservativ positionierte Modelle an der Cutting Edge der Hochelektronik auszuführen und an eine Generation von Motorradfahrern zu vermarkten, die nichts lieber kaufte. Die Rettung für das Kellerkind kam, als Hendrik von Kuenheim 2008 Geschäftsleiter bei BMW Motorrad wurde und bei seiner Ideen-Inventur hin und weg war von den ersten Entwürfen des Boxer-Roadsters. Er ließ das Teil erst als „LoRider“, nach Protesten von Harley-Davidson später als „Custom Concept“ der Welt vorführen, unter anderem auf der EICMA. Als von Kuenheim antrat, hielt ich seinen Job für eine Sinekure, ein Geschenk seines Papas. Doch Maik Schwarz hatte rückblickend betrachtet recht mit seiner Hoffnung in diesen Hendrik: Der Mann hat eine ganze Reihe wichtiger, richtiger Entscheidungen getroffen. So auch zum Roadster, denn dessen Marktresonanz damals war umwerfend. Ich war zu dieser Zeit noch bei MO angestellt und konnte in meiner Funktion als Leserbriefonkel das kollektive Flehen lesen und hören, das sich da offenbar angestaut hatte: Bitte baut uns dieses Teil! Es soll gestern fertig sein. Doch es dauerte noch fünf geschlagene Jahre bis zum Produktionsbeginn.

Ola Stenegärd

Roland und Ola passen sowohl in der Arbeit als auch in ihren Interessen (sofern man da überhaupt einen Unterschied machen möchte) so gut zusammen, dass es jedem auffallen muss. BMW-Designchef Edgar Heinrich kam zur Neuanstellung Olas damals mit den Worten zu Roland: „Jetzt habe ich einen Designer, der genau zu dir passt!“ Ola ist einer dieser Motorradfahrer, die mit Gusto in der buntsuppigen Kradkultur schwimmen, die sich in den letzten zehn Jahren so verdichtet hat. Wenn irgendwo irgendjemand irgendeine alte Maschine richtig geil umgebaut hat, ist er der Erste, der davon weiß. Ich persönlich bin außerdem ein großer Freund seiner Arbeit. Die BMW S 1000 RR zum Beispiel halte ich (von ihrem BMW-typisch schiachen Gesicht mal abgesehen) für das beste Supersport-Design diesseits der Aprilia RSV4 von Miguel Angel Galluzzi. Oder seine Gestaltung der BMW HP2 Sport: Wer hätte gedacht, dass man ein Sportmotorrad mit Boxertitten in so schnittigen Linien ziehen kann?

Ola hat BMWs schnittig gemacht, zum Beispiel die HP2 Sport oder hier die HP4.
Ola hat BMWs schnittig gemacht, zum Beispiel die HP2 Sport oder hier die HP4.

Ich habe Ola letztens endlich persönlich getroffen, beim Glemseck 101. Er ist einer der offensten Menschen, die ich kennengelernt habe. Er grinst und lacht die ganze Zeit. Die pulsierende Szene am Glemseck fand er komplett „great!“ und er sah es mit Humor, dass das Zeltstudio, das Daniel Sattler und ich für ein Video-Interview aufgebaut hatten, erstens mit einer Yamaha (!) dekoriert war und zweitens irgendwann unvorhergesehen Regenwasser in den Verteiler schwappte und das Mischpult killte. An diesen Stellen zeigte sich der große Unterschied zwischen ihm und dem normalen BMW-Mindset, das in Person der Pressesprecherin anwesend war. Sie fand die Yamaha so unmöglich, dass wir sie mit ihrer BMW-Jacke abdeckten. Ola hätte es gar nicht bemerkt. Ist doch ein Motorrad, oder? Ja? Dann ist doch gut. Sie sagte ihm auch, er solle doch bitte nicht das Logo der Red-Bull-Dose in die Kamera halten und sorgte sich darum, wie das alles überhaupt aussieht und kann man das nicht besser im BMW-Zelt machen? Ich kann mir vorstellen, dass es für Olas Kollegen manchmal schwierig ist, in die Dimension zu ihm vorzudringen, in der er ständig lebt.

“Findste nich auch scheiße, dass da eine Yamaha hinter mir steht?“ „Wieso? Ist doch ein Motorrad.“
„Findste nich auch scheiße, dass da eine Yamaha hinter mir steht?“ „Wieso? Ist doch ein Motorrad.“

Als nach langem Betteln der Szene der Startschuss für ein Serienmotorrad gegeben wurde, kam der gleich mit einer automatischen Deadline: Zum 90-jährigen Jubiläum musste das Teil fertig sein. 2013. Ob man das Projekt in die richtigen Hände gelegt hatte? Auf einer Messe sah von Kuenheim Ola und Roland herumstehen mit ihren Bärten, ihren Ray Bans, ihren Holzfällerhemden und ihrer bubenhaften Art. Nahmen die das überhaupt alles ernst genug? Das muss einen Moment des Zweifels ausgelöst haben, denn er rief, nur halb im Spaß: „Ihr zwei! Baut‘s mir fei ja das Motorrad g‘scheid, ja?“ Er hätte sich nicht sorgen müssen.

Mademoiselle Ninette

Denn natürlich fanden es alle Beteiligten total geil, endlich das Motorrad bauen zu dürfen, das ihnen so auf der Seele brennt. Niemand ließ die Zügel schleifen, im Gegenteil zeigte sich selbst beim großen Motorradbauer BMW der Pragmatismus kleiner Teams: Wie sollen wir diesen Krümmer für die Auspuffvariante verlegen? Das geht doch nicht! Zack, alles eingepackt und zu Akrapovic gefahren; zurückgekommen nicht mit Ratschlägen, sondern einem fertigen Teil. Igor ist ja auch eher ein Macher als ein Quatscher. Vorgestellt wurde die R nineT dann erstmals auf dem 90sten Geburtstag von BMW Motorrad. Da durfte man ein Glas Sekt trinken und drauf sitzen. Das interessierte mich nicht, ich schickte eine Vertretung. Bis dahin war dieses Krad für mich eine nette Entwicklung: Die Boxer-Umbauer hatten einen Wunsch, die (bärtigen) Feen erfüllten ihn, schön, gut.

Schokoladenseite: Akrapovics Kanonenrohre, Aluhöcker, Boxertutteln.
Schokoladenseite: Akrapovics Kanonenrohre, Aluhöcker, Boxertutteln.

Was mich interessierte, war das Fahrverhalten, denn so schön eine Guzzi V7 Classic ist, eine Triumph Thruxton oder eine Kawasaki W 800: Die fahren mir alle viel zu scheiße. Sie sind nicht klassisch, sondern alt — alt in der Gestaltung, noch älter im Fahrverhalten. Ich hoffte auf sowas wie eine Moto Guzzi Griso: Gestaltung klassisch im Sinne von „zeitlos“ statt dieser ewigen Retroscheiße, Fahrverhalten modern, Erlebnis hochprozentig. Ich hoffte, eben so ein Erlebnis zu kriegen, nur in gescheit ohne Drehmomentloch und Duschkabinen-Chromplastik. Die Bilder zeigten mir, dass der in Olas Team zuständige Designer Harry Schmidt trotz fehlenden Bartes eine ausgezeichnete Arbeit hingelegt hat: modern mit klassischen Zitaten ohne lähmend verklärte Vergangenheitsseligkeit.

Die erste Begegnung mit dem noch stehenden Krad am Vorabend des Fahrtags zeigte jedoch noch etwas ganz Anderes: Dieses Motorrad ist so gemacht, wie ich es haben wollen würde. Ja, es gibt immer noch Plastikteile, die Puristen gegen Blech getauscht sehen wollen, zum Beispiel die Spiegel. Aber ich habe gar nichts gegen Plastik. Ich hasse nur Fake. Und davon gibt es zum Glück sehr wenig. Der Tacho hat eine silbern lackierte Spange, die natürlich aus Plastik ist, ansonsten ist silber die Farbe von Blech: Der Tank ist aus Alu, mit schwarzem Lack und gebürsteten Flanken mit nur Klarlack. Die Träger von Sitz und vorderem Kotflügel sind geschmiedetes Gussalu. Selbst die schwarze Lampe ist aus Blech, was dieser Tage für die Großserie gar nicht mehr so einfach zu finden ist. Obendrein ist die Lampe sehr sauber, schlicht aufgehängt. Am Lenkkopf ist eine alte BMW-Blechplakette eingehämmert, die nur da ist, weil sie nett ist. Am wichtigsten jedoch: Vorne hängt eine Telegabel am Lenkkopf statt des Telelevers, dieses scheußlichen Dinosaurierknochens. Das alles erfreute mein Herz, denn es hätte auch ganz anders kommen können.

Es war durchaus in der Diskussion, ob man den Tank nicht einfach aus Plastik machen könne. Und überhaupt: Es gibt doch schon eine R 1200 R Classic. Genauso: Keine Sau sieht, aus welchem Material die Scheißlampe ist! Und so weiter. Es ist gut, dass Männer mit Bärten sich den gröbsten Verwässerungen verweigerten. Am Ende wäre eine bessere Griso herausgekommen: nett, aber ohne Belang. Stattdessen ist die Ninette, wie sie Maik Schwarz sofort nannte, eine Liebeserklärung an das pure Motorradfahren geworden. Die Wächter der Zahlen haben sich mit den Wächtern des Echten auf einen Weg geeinigt, der zu einem Preis-Wert geführt hat, den der seit Jahren wartende Markt sofort annimmt.

Gehen wir zurück zum Beispiel Telegabel. Die ist mehr als nur ein technisches oder gestalterisches Detail, sie ist für so ein Konzept notwendig: Die Telegabel macht in der Praxis alles genausogut bis besser als der nur theoretisch tollere Telelever. Sie ist jedoch dabei einfacher. Deshalb muss sie da rein. „Das war für mich von Anfang an klar“, sagt Roland Stocker. Sie ist deshalb auch nicht einstellbar. Selbstverständlich erwarten Raser bei diesem Preis eine voll einstellbare Gabel. Aber die Raser kaufen eine Super Duke. Die Kunden der Ninette, so seltsam es klingt, sind merkwürdig zufrieden mit den blanken Stöpseln, finden sie gar besser. Genauso gibt es auch keine Motormapping-Modi, die wie Unkraut aus der Elektronikentwicklung aller neuen Modelle wuchern. Ich persönlich hatte noch nie das Bedürfnis, mehr als ein Mapping am Motorrad zu haben. Die gesamte Entwicklungszeit soll bitte in ein richtig gescheites Mapping gehen statt in fünf doofe.

Es gibt überhaupt an der Mademoiselle nicht viel zu verstellen, sondern eher schon ab Werk umzubauen. Die bestickte, straffe Sitzbank (280 Euro) zum Beispiel steht dem Motorrad sehr gut, vor allem in Kombination mit dem Musskauf Alu-Höcker (395 Euro). Die scheußlichen Soziusstreben müssen sofort weg, das schöne Alugussteil, das dann stattdessen den Auspuff hält, kostet 110 Euro. Kleinere Blinker müssen ran, vielen sind die BMW-LED-Miniblinker (140 Euro) schon zu groß. Ein Fall für Herrn Kellermann. Man kann sogar das Heck komplett abnehmen, dann endet die obere Hälfte des Motorrads am Fahrersitz. Das Kennzeichen kann dann an die Schwinge, wo es zu diesem Behufe ein paar Bohrungen gibt. Was es nicht gibt, ist eine Homologation für diese Kurzvariante. Sie muss per Einzelabnahme durch den TÜV. Ach ja: die bekannten BMW-Heizgriffe gibt‘s für 281,60 Euro.

Leere Straßen, volle Bärte

BMW hat mich sehr auf die Folter gespannt, denn bevor ich das Fräulein Ninette besteigen durfte, hatten sie mir zwei schwere Brocken in den Weg gelegt: die BMW R 1200 RT und die BMW R 1200 GS Adventure, beides die 2014er-Modelle mit Wasserboxer. Ich möchte hier kein Wort über diese Haufen verlieren, das habe ich anderswo bereits getan: (RT, Adventure) Für beide Brocken leuchtete perfekter Sonnenschein auf leere Straßen, für die Ninette am nächsten Tag regnete es. Que sera, sera. Gesundheitsverachtend zogen Thilo und ich trotz Wetter Weltraumjeans an für sommerlichere Fotos, dann rollte Roland uns voraus in die Berge. Fahrstil: „Endlich! Endlich kann ich die BMW fahren, die ich immer haben wollte!“. Die KTM-Methode quasi: Zuallererst muss es der Schöpfer selber geil finden. Die genauso Gestörten kommen dann schon.

Mademoiselle mag eher Surfen als hart Racen.
Mademoiselle mag eher Surfen als hart Racen.

Auf den nassen Straßen hatte es doch einigen Grip, also fuhren wir einen flüssigen, überraschend schräg gehenden Fahrstil praktisch ohne Rutscher. Das ist auch die Lieblingsgangart der Ninette, dieses vorausschauende Surfen über den Asphalt. Trotz einer an die Monster erinnernden Sitzposition ist sie weniger handlich. Im Prinzip fährt man am besten wie Maik Schwarz: Gefühlvoll am Gas und niemals an der Bremse. Bevor Fragen kommen: Nein, da ist nix Auffälliges an der Bremse. Sie bremst gut, mit einem unauffälligen ABS. Beim Schwarz-Fahren braucht man sie schlicht kaum, darum geht‘s. Als es doch abtrocknete, setzte sich dieses Fahrverhalten ohne Überraschungen in Trockenschräglagen fort. Mir und ein paar Anderen fiel leichtes Untersteuern auf, was zum Konzept passt. Das Motorrad fährt sich nicht von selber, sondern es will und muss gefahren werden. Das dürfte in etwa so auf der Wunschliste der Kunden stehen.

Schlussendlich der Boxer. BMW-Benjamin hakte nach: „Ich dachte, du magst diesen Motor nicht?“ Das stimmt. Ich mag ihn immer noch nicht. Aber diese „höchste Entwicklungsstufe des luft-ölgekühlten Boxers“, wie es BMW-Propagandaminister Maik Schwarzregen immer formuliert, die wird hier nicht einfach zum kompromissbehafteten Antrieb verbannt, sondern in ihrer ureigenen Art zum zentralen Erlebnis erhoben: Der Fahrer sitzt mitten auf dem Motor-Getriebe-Gehäuse, dazwischen nur ein Tank, darüber nur der Himmel, darunter nur der Asphalt. Er hält inniges Zwiegespräch mit dem Boxer, der in sonorem Basston von seiner Verbrennung erzählt und, ja: dabei das Krad um die Rollachse kippt und schüttelt, wie es eben in seiner Natur liegt. Sagen wir es so: Wenn es morgen nur noch Boxermotoren gäbe, wäre die Ninette meine Maschine.

Nach den Fotos trocknete es dann doch ab: Halleluhjah! Der optimale Fahrstil bleibt jedoch ein runder.
Nach den Fotos trocknete es dann doch ab: Halleluhjah! Der optimale Fahrstil bleibt jedoch ein runder.

Let Freaks Reign!

Zum Glück gibt es jedoch noch V-Motoren auf dieser Welt, sodass ich mein Spielgeld in diese Motoren investieren könnte, wenn es denn vorhanden wäre. Andere jedoch griffen schnell zu: Das Motorrad ist wie gesagt jetzt im Januar schon bis September ausverkauft. Das liegt natürlich auch daran, dass die Fertigungsmengen begrenzt sind (der Alutank zum Beispiel ist recht aufwendig und muss sich zudem die Kapazitäten mit der S 1000 R teilen). Vor allem jedoch hat BMW einen Nerv getroffen. Die Motorrad-Szene sucht derzeit nach dem Echten, Schlichten. Das kriegen sie ausgerechnet von BMW, in einer Form, die es aus Bayern vorher noch nie gab: mit echter Coolness. Für alle Entscheider mit viel Konzernkultur im Kopf und vielen Maßanzügen im Schrank daher noch einmal den Tipp anlässlich des Beispiels R nineT: Lasst die Freaks machen. Sie tun Dinge auf Weisen, die euch nicht in den Sinn kämen, und sie tun sie mit einer Getriebenheit, die Ergebnisse bringt, auf die ein Dienst nach Vorschrift nicht hinreicht. Das ist in eurem Interesse. Ich spreche außerdem aus Eigeninteresse.

Sagen wir es so: Wenn es morgen nur noch Boxermotoren gibt, kauf ich sofort den hier.
Sagen wir es so: Wenn es morgen nur noch Boxermotoren gibt, kauf ich sofort den hier.

BMW R nineT Modelljahr 2014

Ist: das, worauf die Landstraßen-Surfer mit Echtheits-Sehnsucht gewartet haben.
Kos­tet: 14.500 Euro in Grundausstattung.
Leis­tet: 110 PS (81 kW) bei 7.750 U/min.
Stemmt: 119 Nm bei 6.000 U/min aus 1.170 ccm.
Wiegt: rund 223 kg vollgetankt.
Tankt: 18 Liter Super.
Hat: folgende unbedingt nötige Dinge nicht ab Werk, die extra bezahlt werden müssen: Aluhöcker (395 Euro), strafferer, bestickter Fahrersitz (280 Euro), Aluhalter für Auspuff (110 Euro), Miniblinker (140 Euro oder bei Kellermann gucken)

Hier noch mein Walkaround-Video mit Kratzen, Anfassen und Starten:

Danke an BMW für die Bilder und besondern Dank an Walter Wille, der mir zu Maiks Taufe der Ninette diesen Sommerhit der Siebziger vorspielte: Mademoiselle Ninette

Kommentare:

ältere
  • Jojo meinte am 29. Januar 2014 um 12:59:

    Ich bin eine Spezialanfertigung weil ich das Hemd überhaupt nicht haben will. Mir fehlt das Habenhabenhaben-Gen.

  • Dennis Richter meinte am 29. Januar 2014 um 13:02:

    Direkt von Facebook hierhin gekommen:

    Wegen weil: chromosomale Rekombination! 😀

    (Ist das Cheating?)

  • Clemens Gleich meinte am 29. Januar 2014 um 13:03:

    @Jojo: Das lese ich als „Erster! Will es aber nicht haben.“ Ist das so korrekt?

  • Jürgen H. meinte am 29. Januar 2014 um 13:03:

    Hallo,

    das Holzfällerhemd von Roland Stocker scheint eine Spezialanfertigung zu sein, weil es mal nicht auf Taille geschnitten ist, und weil der Kerl einfach groß zu sein scheint, oder?

    Viele Grüsse

    Jürgen

  • Clemens Gleich meinte am 29. Januar 2014 um 13:10:

    @Jürgen H.: Das Hemd ist locker und praktisch senkrecht geschnitten, so wie auf dem Bild auch zu sehen. Roland ist geschätzt so 185 cm groß.

  • Jojo meinte am 29. Januar 2014 um 13:15:

    @Clemens: Bingo! Ich wollte einfach auch mal erster sein.
    Das Hemd hat zu wenig Taschen (es reicht, wenn mein Mopped asymmetrisch guckt) und die falsche Farbe (was anderes als Schwarz geht bei mir einfach nicht, sonst erkennt mich meine Frau nicht mehr).

  • Clemens Gleich meinte am 29. Januar 2014 um 13:18:

    @Jojo: Na geb ich es Dennis. Schick mir eine Mail mit der Adresse, Dennis.

  • Dirk Klatt meinte am 29. Januar 2014 um 14:11:

    Hervorragend ausgedrückt ….“lasst die Spinner“ doch machen. Genau das, was viele Italokräder bisher auszeichnete, hat BMW gefehlt. Jetzt ist es da und gepaart mit der Effiziens und Gründlichkeit, die nun einmal deutschen Maschinenbau auszeichnet, ist ein hervorragendes Ergebnis herausgekommen. Auch die „Rechenschieber“ bei BMW werden mit dem wirtschaftlichen Erfolg zufrieden sein. Und das wird die Experimentierfreude bei BMW weiter fördern. Als Boxerfan, der aber mit BMW-Design nie warm wurde, freu ich mich richtig. Ganz herzlichen Glückwunsch an die Macher und auch zu diesem Artikel, der wunderbar ausdrückt, was auch mich beim Anblick der „Ninette“ bewegt.

  • Karl Dietrich meinte am 30. Januar 2014 um 10:15:

    Shut up and take my money!

  • Christian meinte am 1. Februar 2014 um 23:22:

    Da baut BMW mit der neuen R Neunzig endlich mal wieder nach langen Jahren ein schoenes Motorrad (R90S,R100RS,R100CS,R1100S) aber die Hipster mit den langen Baerten haben leider nicht viel Ahnung vom Motorrad-Fahren und nicht nur wegen des albernen Names die R Neinti Unkaufbar.Warum?Der Teufel liegt in den Details.
    14500 Teuronen und dann noch nicht einmal schlauchlose Reifen!In Verbindung mit dem fehlenden Hauptstaender wird jede Reifenpanne zum Super-Gau.Trotz Handy,ADAC und Tieflader ist am Sonntag/Montag kein Reifenflickdienst zu erreichen wenn Schlauchlos die Fahrt nach 15 Minuten weitergehen kann.Voellig uncool!Dann spielt es dann auch keine Rolle mehr dass eine schoene Café-Halschale sowie praktische Koffer auf der Zubehoerliste auch nicht zu finden sind.Die Hipster die sich den letzten neuen luftgekuehlten Boxer kaufen werden sich damit eh nicht aus der Stadt trauen…Schade,sehr schade.Wenn Jemand bei BMW wirklich Ahnung was der Kunde will wuerden solch einfach vermeidbaren Fehler nicht passieren!Aber was interessiert es die Hipster die sich sonst eine Monster,Thaiumph,V7 oder NoSPORTster unter den Hintern geschoben haetten?Ueberhaupt nicht den die koennen nicht einmal einen Fahrradreifen aufpumpen…;-)))

  • Dirk Klatt meinte am 3. Februar 2014 um 8:47:

    @Christian: Was die Kunden wollen, scheint BMW doch wohl sehr genau erkannt zu haben. Ausverkauft bis September ….aber diese Käufer sind ja alles Idioten ….die wollen sich nicht einmal Koffer an so ein Moped hängen….Was ist das? Neid, ein tiefes Minderwertigkeitsgefühl, Hass auf die ganze Welt? Oder ist das die oft so typische Reaktion eines Prollmopettenfahres, der sich mit seiner Kawasuki aus dritter Hand irgendwie abgehängt fühlt? So richtig typisch bei uns… kaum schaut mal einer über den Zaun, muss er niedergemacht werden. Auch wenn ich mir die Ninette nicht kaufen werde, freue ich mich einfach, dass BMW ein so schönes Motorrad, dass sicher auch noch die eine oder andere Modifikation erfahren wird, kreiert hat.

  • Michael meinte am 3. Februar 2014 um 19:34:

    Hi Christian,

    Du hast natürlich recht. 14.500,– Euros und keine Schlauchlos Felgen. Das ist einfach, ähem……. ich sage mal ganz vorsichtig: nicht so optimal. Ausgerechnet die doofen Italiener zeigen den Deutschen mal wieder, wie man es richtig macht: Moto Guzzi Griso 8V SE: Schlauchlose Drahtspeichenräder serienmäßig.

    Aber diese Felgen hätten im Einkauf doch nochmal ein paar Euro mehr gekostet. Und schließlich will man ja auch ein bisschen was verdienen, gell?

    Apropos verdienen. Die Guzzi Griso kostet weniger und hat neben den erwähnten Felgen auch noch ein voll einstellbares Fahrwerk.

    Und dann haben sich die Italiener auch noch die Mühe gemacht, die Gabel in einer zu Maschine passenden Farbe zu verbauen. Die Deutschen bauen direkt aus der S 1000 RR um.

  • Dirk Klatt meinte am 4. Februar 2014 um 9:44:

    @Michael: Auf was für einem Kreuzzug bist Du Junge? Du willst überall Fronten eröffnen, wo gar keine nötig sind. Ich glaube, dass Klientel für eine Griso oder eine Ninette hat sogar eine ziemlich große Schnittmenge. Mir gefallen jedenfalls beide. Dein Ausschließlichkeitsanspruch auf die Wahrheit und den richtigen Geschmack kann einem aber gehörig auf die Nerven gehen.
    Übrigens Dein neuer „Freund“, der Christian, hat nebenher auch erstmal pauschal alle V7- und Monsterfahrer (Harley- und Triumphtreiber sowieso) zu Idioten erklärt, die nicht einmal einen Fahrradreifen aufpumpen könnten. Aber immerhin, zumindest in Eurer Engstinigkeit seit ihr Euch schon mal einig.

  • Thimo meinte am 4. Februar 2014 um 11:01:

    Engstirnigkeit? Mich hat jemand gerufen …

    Meine 996 bleibt die Beste aller Zeiten (Wahrheit). Trotz keiner Drahtspeichenräder, aber dennoch Schlauchlos.
    Mag die „Nine“ gern angucken, würde mir aber nie nich einen Propeller oder KTM kaufen. Mag die beiden Marken einfach nicht.

    Müsst ihr eigentlich immer gleich zu einem Rundumschlag ausholen? Habe Kumpels mit Monster, 1600 GT (BMW Segment unterhalb 1er) und R1200 – ohne die gegenseitigen Nicklichkeiten wären die gemeinsamen Ausfahrten nur halb so unterhaltsam.

    Grisu ist ohne Zweifel ein tolles Moped, Guzzi hat jede Werbung bitter nötig. Danke dafür Michael! Für den Rest Deines Postings: s.o. – Wird Zeit, das der Frühling (offiziell) kommt, der Ton verschärft sich.

  • Dirk Klatt meinte am 4. Februar 2014 um 11:23:

    @Thimo: Da hast Du recht ….Zeit für Frühling ….und dann können wir das auf der Piste ausmachen…. 😉

  • Bla meinte am 6. Februar 2014 um 21:36:

    Seit ich den Artikel vor Tagen gelesen habe, taucht der olle Song immer wieder in meinem Kopf auf. Danke.
    Das Mopped gefällt mir nicht, schwer zu sagen, warum. Kann an der Tankblende und der Rahmenheckbefestigung liegen. Für mich typisches BMW-Design, das ich nicht mag.

  • Alexander meinte am 7. Februar 2014 um 11:46:

    Wem die Soulful Dynamics zu soft sind: http://youtu.be/RmFnarFSj_U

  • Clemens Gleich meinte am 7. Februar 2014 um 12:08:

    @Alexander: Bartpropaganda von Che Mayer. Ich wusste es.

  • Michael Kohler meinte am 9. Februar 2014 um 17:44:

    Ich habe die Retro BMW gerade gesehen, beim Händler. Finde, Sie sieht in „echt“ wirklich hübsch aus. Zierlicher als ich beim Anschauen der Fotos gedacht hätte.

    Spiegel und Blinker original Aprilia Shiver, wirklich! 🙂

    Gut auch das Sie zwar einen Retro Look hat, aber doch Modern wirkt und nicht so barock wie beispielsweise die Triumph oder die Kawasaki W800.

    Die Sitzhöhe ist schon recht niedrig. Gut für die Mädels, aber für normalgroße Kerle schon fast ein bisschen tief.

  • Frank Kemper meinte am 9. Februar 2014 um 22:29:

    Ich verstehe nicht, warum die RnineT keine Schlauchlos-Felgen hat. Das hat ja sogar meine olle R1100GS. Und wenn ich höre, dass die RnineT sehr zierlich sein soll – na super! Die Deutschen sind aber nicht zierlich. Ein signifikanter Teil der deutschen Motorradfahrer kann mit Moppeds, die für schmalärschige 1,70-Meter-Bürschlein gebaut werden, nichts anfangen. Das Ding hat 785 mm Sitzhöhe. Heiße ich Peter Maffay oder was?

  • Dirk Klatt meinte am 10. Februar 2014 um 14:28:

    @Frank Kemper: …. Du willst doch sowieso kein Krad, das schöner ist als Du ….also bleib bei Deiner GS ….da passt jeder Arsch drauf…

  • Dirk Klatt meinte am 10. Februar 2014 um 15:11:

    @Frank Kemper: Du willst doch sowieso kein Krad, das schöner ist als Du ….also bleib bei Deiner GS ….da passt jeder Arsch drauf…

  • Christian meinte am 10. Februar 2014 um 19:57:

    Jetzt will ich auch noch noch mal wa zum Thema Proll und Kawasaki aus 3. Hand sagen.Nee japanische Motorraeder das Thema hat sich schon vor 15 Jahren mit dem Kauf einer R1100S beendet.
    Nee ich haette mir die neue R NEUNZIG schon sehr gerne gekauft und mich auf das Krad gefreut!Doch leider sind bei BMW Ahnungslose am Werk die Modeaccessories fuer Hipster/Popper/Ahnungslose bauen die sich sonst ein Spielzeug mit dem Namen „Sportster,Bonneville,Monster“ gekauft haetten.
    Ein Motorrad mit Schlauchraedern in Verbindung mit fehlendem Hauptstaender hat anno 2014 auf der Strasse NICHTS zu suchen.So einfach ist das.Mit einem Plattfuss sieht selbst der coolste Hipster auf seiner Aerr Nein Tie voellig uncool aus.Waere ein einfach vermeidbarer Fehler geswesen siehe Griso wenn bei BMW Motorradfahrer mit Ahnung und nicht Beancounters mit coolen Baerten Entscheidungen treffen wuerden.Sie haetten bestimmt mehr R Nine T‘s verkauft mit Hauptstaender und Schlauchlosfelgen was im Pannenfalle viel cooler ist…;-))) Eine R1200R-Klassik mit Wunderlich S-Verkleidung ist das bessere Motorrad und sieht auch nicht viel schlechter aus!Eine R Nine T mit Schlauchlosreifen,Hauptstaender,Alu-Cafeverkleidung und optisch schoenen Koffern waere eine absolute Traum-Maschine gewesen…nomen est omen!
    Wemm die R Nine T gefaellt sollte sich schnell eine kaufen den sie wird spaetestens 2016 nicht mehr gebaut…wetten dass??!

  • Dirk Klatt meinte am 11. Februar 2014 um 12:18:

    @Christian: Meiner Ansicht nach wären Koffer an der RnineT genauso wie eine Verkleidung deplatziert, da dieses Krad die Philosophie des puren Motorrades verkörpern soll. Und genau das suchen die potentiellen Käufer auch. Wie wären beispielsweise Koffer an einer Griso …?
    Die Alternative hast Du ja schon aufgezeigt. Die R1200R und R1200R Classic. Hier sind Koffer ausnahmsweise vertretbar. Ob die Wunderlichverkleidung ein Gewinn wäre – so als R90S-Clon – mag jeder selbst entscheiden. Ich finde eher nicht. Und Schlauchreifen hat nebenbei auch die R1200R Classic, da sich die BMW-Kreuzspeichen für schlauchlose Reifen hier nicht montieren lassen. Die hier außenstehenden Speichen würden mit dem anders als bei der GS montierten Bremssattel kolidieren. Ansonsten ist die Classic aus meiner Sicht eine wirklich empfehlenswerte Alternative. Ich fahre u.a. so eine. Sie hat zweifelsohne mehr Verwendungsmöglichkeiten als die schönere RnineT.

  • Dirk Klatt meinte am 11. Februar 2014 um 13:03:

    @Christian: ….kleiner Nachtrag noch …die von Dir als Spielzeuge defamierten Sportster, Bonneville oder Monster halte ich für sehr achtbare Motorräder. Eine Monster S4R mit beispielsweise 121 PS ist ein wirklich sportliches und schönes Gerät und eine Sportster ist in meinen Augen die puristischste Harley überhaupt. Diese Motorräder werden auch von sehr ernstfhaften Kradisten gefahren. Ich kenn beispielsweise eine Reihe älterer Herren, die in ihrem Leben wirklch alles gefahren sind (einschließlich sehr böser Zweitakter) und heute mit ihren Sportstern immer noch mehr Kilometer machen, als manch breitärschiger GS‘ler.

  • Christian meinte am 11. Februar 2014 um 21:10:

    Ich habe auch so eine R1200R-Klassik und das Erste was ich getan habe die schoenen Speichenfelgen gegen viel praktischere weil SCHLAUCHLOSE R1200S Felgen ausgetauscht…;-)Nackt durch die Gegend fahren mag ich auch nicht mehr weil ab 120 der Winddruck keinen Spass mehr macht und im kalten Wetter eh nicht.Dazu sieht die der R90S angelegte Verkleidung super aus!Wie gesagt die R Nine T gefaellt mir trotz des oberpeinlichen Namens optisch schon sehr gut.Aber ohne praktische Koffer,Alu-Cafehalbschale und Hauptstaender ist die neue BMW einfach nicht mehr als ein Spielzeug oder Modeaccessorie fuer ahnungslose Poser die sich sonst eine Monster,Sportster,Bonneville gekauft haetten.Zumal fuer 14500 Euro hatte man zumindest Alpina Schlauchlosfelgen und eine echte weil einstellbare S1000RR Gabel erwarten duerfen es sei den man steht auf die Telegabel-Polka die bei BMW zumindest seit 1993 mit der Einfuehrung des Telelevers der Vergangenheit angehoerte…Aber die Hipster warden dies sicher auch cool finden…;-)
    BMW hat mit der R Neunzig leider nicht aus den Fehlern mit der R1200S,HP2S,R1200ST nichts gelernt.
    Eine BMW ohne Hauptstaender,Packtaschen oder Schlauchreifen verkauft sich nicht!
    Auch wenn sie gut aussieht den die R1200ST hatte all Das sah aber voellig bescheiden aus…;-)
    Wie auch immer,ich brauch sie mir nicht zu kaufen und habe Geld gespart.
    Mal sehen ob ein knackiger Boxer Sportourer mit Wabo fuer 2015 kommt…

  • Alexander meinte am 11. Februar 2014 um 22:35:

    @Clemens Gleich: Zu auffällig?

    • Clemens Gleich meinte am 12. Februar 2014 um 19:53:

      @Che Mayer: Propaganda muss auffällig sein, Genosse. Hast alles richtig gemacht.

  • Dirk Klatt meinte am 12. Februar 2014 um 9:01:

    @Christian: …man muss es einfach einsehen, es gibt nur eine Art richtig Motorrad zu fahren und das ist Deine. Sportster-, Monster-, Bonnevillefahrer und ähnliche (Griso, Ninette usw.)….alles ahnungslose Poserdeppen …. ich glaube viel mehr, dass es grad dieses Klientel ist, dass das Motorradfahren am Leben hält, es wieder chic und ein bisschen cooler werden lässt. Gäbe es nur nur noch Fahrertypen wie Dich, würde der Nachwuchs garantiert gänzlich wegbrechen und damit auf Sicht die ganze Branche mit der Warnwesten- und Topcasegeneration aussterben.

  • Christian meinte am 13. Februar 2014 um 6:54:

    Dirk Du hast leider nur Vorurteile.Klapphelm habe ich zwar weil praktisch aber Warnweste bestimmt keine!
    Ausserdem fahre ich gerne „fern,schnell,gut“…Also BMW,Kardan,ABS,Verkleidung und praktische Koffer weil man Unterwegs ein paar Dinge braucht.Wie gesagt optisch schoen finde ich die neue R Neunzig schon aber Schlauchraefer,keine Halbschale und keine Koffer eignen sich nur zur Fahrt zum Posertreff oder Kneipe auf dem Boulevard der grossen Stadt wo die Hipster sich gerne tummeln…Schade dass BMW da nichts Brauchbareres fuer Leute anbietet die nicht unbedingt GS oder RT fahren wollen und die R Nine T so nutzlos gemacht hat.Soul-fuel eben.R Nine T.Da war wohl ein ganz Schlauer am Werk der zwar keine Ahnung vom Motorradfahren aber ein Eins im Englisch Leistungskurs hatte…;-)
    R Nine T,Sportster,Monster…jeder blamiert sich so gut er kann.
    Monster gab es in der Sesamstrasse und ein Sportster ist bestimmt keine Sportster von Harley sondern eine schwere,teure und lahme Kruecke!
    R Nine T…peinlich.Rapper mit Schlaghosen fahren keine Motorraeder…wie auch immer genug zum Thema!
    Eine R 90 Jahre BMW Boxer mit voll einstellbarer S1000RR Gabel oder gar elektronischer HP4/GS Federung,SCHLAUCHLOS Speichenraedern,schoener Halbschale und optisch schoenen koffern waere vol geil gewesen…ein Traum!Doch die Realitaet ist meist traurig…;-)))

  • Dirk Klatt meinte am 13. Februar 2014 um 11:30:

    @Christian: …ich sag ja, es gibt nur eine Art richtig Motorrad zu fahren ….Deine nämlich. Und wer nicht mit einer BMW, Koffern und Klapphelm durch den Ostharz tourt (oder wo auch immer, bitte abstrahieren, genau wie die Warnweste) ist ein ahnungsloser Poserdepp …ich geb es auf.
    Aber vielleicht doch noch einmal zur Sportster ….jeder weiß, dass die Sportster keine Sportmaschine ist. Indes ist sie eine der ältesten Baureihen von Harley und der Name steht historisch für eine schlichte, auf‘s Wesentliche reduzierte, authentische Maschine, die in dieser Form auch für Trackrennen u.ä. eingesetzt wurde (daher Sportster, gell). Und die Ducati Monsterfamilie hat eine große Fangemeinde meist sehr ambitionierter Kradisten und bildet das Rückgrat einer großen Marke. Aber jetzt müssen die endlich einsehen, dass sie ahnungslos und auch noch Poser sind ….
    ….jetzt hab ich mich doch wieder hinreißen lassen, auf Deine verquasten Ansichten zur Motorradwelt zu reagieren, obwohl doch jedes Wort eigentlich zu viel ist. Ich will Dich final nur noch einmal zitieren …. „…jeder blamiert sich so gut er kann.“

  • Christian meinte am 19. Februar 2014 um 22:11:

    “Jeder blamiert sich so gut er kann“,vollste Zustimmung!
    Siehe BMW R Nine T.Haette die geilste BMW ueberhaupt sein koennen aber leider kam nur ein weiteres Spielzeug-Motorrad fuer Poser und Hipster a la Harley,Ducati oder Triumph.
    -Peinlicher Name
    -Schlauchreifen
    -kein Hauptstaender
    -keine Koffer,keine Verkleidung,keine gute Fahrt…
    Aber die Poser and der „Szene-Kneipe“ um die Ecke wird es nicht stoeren;
    Denn schneller als 50 in der Stadt fahren Sie eh nicht und wenn der Reifen platt ist hilft den ach so Coolen der ADAC…LOL
    BMW hat mal wieder die Perlen vor die Saeue geworfen…;-)))

  • Ellis meinte am 25. Februar 2014 um 13:38:

    BMW war bisher für mich in der selben Ecke anzusiedeln wie ‚ne Goldwing: was für Leute, die sich lieber ein Schiebedach in den Familienkombi einbauen lassen sollten, anstatt mit allem erdenklichem technischem SchnickSchnack die Widrigkeiten des Motorradfahrens auszumerzen. Die Motorräder sind zweifelsohne hochwertig und sicher sehr sehr praktisch. Aber sie sind eben auch oberhässlich und stinklangweilig. Und es sei denn man kann sich kein Auto leisten, fährt man Motorrad den Emotionen wegen.
    Es ist das erste Bike von BMW, welches erstens diesen Titel überhaupt verdient und zweitens welches ich mir ernsthaft auch kaufen würde.
    PS: falls ich Angst habe, unterwegs eine Panne zu haben, bleibe ich zuhause

  • Made meinte am 5. März 2014 um 12:42:

    Tja Clemens, ich lese Deine Kommentare und Deine Test´s z. B. in der Fastbike immer sehr gerne und habe jetzt das Gefühl das es uns ganz ähnlich geht ->> bisher dachte ich immer, egal was man um einen Flat-Twin herumbaut, es wird immer hässliche aussehen. Aber die Ninette ist den Berliner Bayern gut gelungen, keine Frage. Aber von diesem Modell mal abgesehen bauen sie halt trotzdem überwiegend langweilige, seelenlose Wesen . . . . . .

  • Hermann Bösl meinte am 15. April 2014 um 18:15:

    gesehen, gefahren, bestellt! Echt cool

    • Clemens Gleich meinte am 15. April 2014 um 19:04:

      Wann kriegst denn Deine, Hermann?

  • Thorsten Stephan meinte am 16. April 2014 um 9:52:

    Clemens: Ein Frage – eine Antwort:

    Griso oder Ninette?

    • Clemens Gleich meinte am 16. April 2014 um 10:14:

      @Thorsten: Für jemanden, der so ein Motorrad sucht? Ninette. Für mich? Weder noch.

  • Alexander meinte am 8. Mai 2014 um 9:17:

    Zum Thema „Ninette und ihr Plattfuß“:

    https://twitter.com/camerondonald86/status/464225217913434114

  • Nachbesprechung: PS auf der Couch | MoJomag meinte am 13. Dezember 2014 um 15:46:

    […] kann ein Redakteur jedes Motorrad auf seine Schneller!-Eignung hin betrachten. Der Test der Ninette von Gert Thöle ist ein gutes Beispiel. Er ist wie gesagt sauber gedengelt, und bestimmt hat der […]

  • Volker meinte am 15. Februar 2015 um 15:17:

    Servus Clemens!

    Irgendwie hatte ich geahnt, daß der Tag kommen würde, an dem ich etwas Positives über BMW schreiben müßte. Aber so früh? Ich gehe doch gerade auf Mitte Vierzig zu… OK, zugegeben: An der S1000R konnte ich ebenfalls wenig meckern, zumindest insoweit mein beschränkter Horizont in Sachen „Supersportler“ das zuläßt. Und das zerstürzte Exemplar, welchs ich auf den Schandkarren bugsierte, glänzte bei der Aktion tatsächlich durch Handlichkeit und überraschend geringes Gewicht.

    Doch der Reihe nach: Im Usenet berichtete jemand von der die Tage wieder stattfindenden IMOT und daß er da eine erfreulich leichte, erfreulich hübsche Guzzi gesehen habe. Guzzi? Erfreulich leicht? Erfreulich hübsch? In einem einzigen Satz? Hmmm. Meine Neugier regte sich.

    Die Rede war von der V7, ich habe mir das Modell „Stone“ vorgenommen: http://de.motoguzzi.it/motoguzzi/DE/de/moto/naked/V7/V7-Stone.html, denn „feine Aluminium- und Chromteile“ will doch jeder, zumindest, wenn er dafür auch noch geringere rotierende Massen kriegt: „Das macht die neue V7 Stone gegenüber der Classic deutlich handlicher und leichtfüßiger.“.

    OK, „Stone“ also. Der Name ist Programm: 200kg. Leer. Schwer wie ein Stein also. Die schon leicht geriatrischen Retrofans werden Schlange stehen. Aber vermutlich auch nur die, denn da wiegt der Bauch schon 200kg und man kann ihn obendrein bequem auf der Spritblase abstützen.

    Also WENN ich ein nackertes Motorrad mit zwei Zylindern und nostalgischer Anmutung wollen würde, DANN täte ich mir wirklich die Ninette hinstellen. Möglichst in einer unschwulen Farbgebung. Geschissen auf den Anschaffungswiderstand, der ungefähr zwei V7 entspricht.

    Natürlich haben wir auch bei der Bimpf „192kg trocken““ und einen gewissen optischen Massenschwerpunkt im Motorbereich – aber diese Steckerl der Guzzi mit den 100 Jahre alten Faltenbälgen…? Diese antike Chromwarze auf dem Heck? Die Flachtüten aus Spiegelblech? Der Faßtank? Die stilverirrten Gußräder? Die Eingeweide, die hämorrhoidenartig unterm Motor auf die Straße hängen? Naaah.

    Und dann 48PS – in Worten: ACHTUNDVIERZIG? Bei DEM Gewicht? Gnaaaaade. Ich werde plötzlich so müde…

    Viele Grüße,
    Volker,
    konvertiert

    • Clemens Gleich meinte am 16. Februar 2015 um 10:40:

      Diese Guzzi war eine der größten Krad-Enttäuschungen ever. Sie fährt wie aus den Siebzigern. Ihr Motörchen ächzt asthmatisch. Die allergrößte Enttäuschung war aber der „V7 Cafe Racer“. Den fand ich von den ersten Bildern super. Dann sah ich ihn live. Der Alutank? Obi-Duschkabinen-Chromplastik. Die Lederspange, die den Tankdeckel hält? Billig aufgeklebtes Kunstleder-Fake. Und so weiter und so fort. Dann schob Timo die Scheußlichkeit aus der Werkstatt und fragte: „Willst mal fahren?“ Er drückte auf den Anlasser. Ächz. Hust. Stotter. Schluss. Wohlgemerkt: Ein neues, Hersteller-gewartetes Motorrad. „Weißt was?“, sagte ich. „Lassen wir es einfach. Mir ist jede Lust auf den Scheißkrapfen vergangen.“ Ich denke, ich habe nichts verpasst. Fahren tut das Teil so wie die Standard-V7, und mir wäre nur geblieben, dass ich beim selben Scheißfahrgefühl auf einem peinlichen Plastikstück aus Obis Sanitärabteilung sitze.

  • Volker meinte am 16. Februar 2015 um 19:56:

    Oh Mann. Und aus dem Munde von Clemens, dem alten Philantropen. Also *DAS* Ding muß ja wirklich scheiße sein. Vermutlich juckt es einen die ganze Zeit an Stellen, wo man sich nicht kratzen kann, sobald man auf dem Schweineeimer sitzt.

    Bliebe die Frage: Wollen die Marketing- und Designheinis uns eigentlich verarschen und denken, es wird schon einen Deppen geben, der dieses Plastiklametta kauft oder sind sie einfach komplett hilf- und planlos: „Baut doch bitte ein Krad mit Retroanmutung. Es darf nichts kosten (noch viel weniger in der Produktion), es muß die Euro-10-Norm erfüllen und vielleicht ein bisserl Chrom haben.“.

    Gnade. Da erscheint mir mein LC4-Eisenschwein plötzlich geradezu zeitlos-elegant in seiner unmißverständlichen Authentizität und der frivolen „Leck mich, Du Bonze!“-Ausstrahlung.

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