Leicht kalt

Mein Lithium-Eisenphosphat-Akku von Aliant (gekauft bei Jamparts) war die meiste Zeit des Jahres über sehr toll. Er wiegt ein Drittel des Serienteils (knapp 900 g statt 2800 g) und sieht besser als als das Chinablei, wenn man hinten den Beifahrerdeckel öffnet, um das Loctite rauszuholen. Ich habe allerdings das Gefühl, dass der Kollege bei Jamparts bei der Beratung über die Dimensionierung des Akkus einen Sommerfahrer im Kopf hatte, denn bei winterlichen Kaltstarts bricht die Spannung so stark ein, dass die Borduhr zurückgesetzt wird, weil der Tacho neu booten muss. Dazu muss ich sagen, dass der Akku es noch nicht mal ausgesucht schwer hat, denn die Duke steht in einer Garage mit Erdwärme. Es hat dort bei jedem Wetter ein paar Plusgrade, nicht viele, aber doch so mindestens 5 bis 8 °C. Heute war es so schlimm, dass die Motorwarnleuchte am maximalen Kompressionspunkt anging und ich noch einmal aus und wieder an schalten musste. Dabei hatte ich vorher extra voll geladen. Ich könnte natürlich flüssigeres Öl fahren im Winter, aber dann muss ich jedes Jahr ein, zwei ansonsten unnötige Ölwechsel veranstalten. Wie sind eure Erfahrungen? Kann man zum Beispiel was reißen, indem man den Akku anheizt? Strom ist vorhanden in der Garage.

Aliant Lifepo vor Bleibatterie
Der Aliant-Akku ist viel leichter und viel schöner, aber er wird bei Kälte sehr faul.

Kommentare:

ältere
  • VauZweiRad meinte am 9. Januar 2014 um 23:31:

    Ja, heizen hilft tatsächlich. Mir hat mal wer den Tip gegeben einfach vor dem starten ein paar Minuten das Fernlicht anzuschalten damit Strom gezogen wird. Das soll den Akku anwärmen. Hab das aber nie probiert.

  • Der-Alte Griesgram meinte am 10. Januar 2014 um 10:40:

    Ist das ein generelles Probelm bei den Lithium Batterien? Dann bleibe ich lieber bei den bleischweren Dingern, denn in meiner Garage ist kein Strom.

  • Clemens Gleich meinte am 10. Januar 2014 um 11:16:

    Ja, das ist ein generelles Problem. Der Leistungsabfall bei niedrigen Temperaturen ist höher, je nach Qualität der Chemie. Die ist bei Aliant schon gut, ich bräuchte allerdings wohl wegen Winter eine höher dimensionierte Batterie, um den Leistungsverlust auszugleichen.

  • Alexander meinte am 10. Januar 2014 um 11:31:

    Oder du beisst in den säuerlichen Apfel und fährst im Winter halt die originale Batterie (wenn noch nicht vom Abspeckwahn getrieben entsorgt). Das wäre zwar auch wieder Aufwand, aber wohl noch immer bedeutend weniger, als ständige Ölwechsel.

    Ob es reicht, wenn die Mechanik kalt ist, nur die Batterie vorzuwärmen, würde wohl nur ein Test zeigen.

  • Clemens Gleich meinte am 10. Januar 2014 um 11:32:

    @VauZweiRad: Was ich schon ausprobiert habe, ist mit Abblendlicht und laufender Benzinpumpe eine halbe Minute warten. Das hat keine Veränderung bewirkt. Bei „ein paar Minuten“ fürchte ich um die Spannung, die mir zum Starten bleibt.

  • Winfried V. Berlepsch meinte am 10. Januar 2014 um 12:48:

    …und sieht besser als als das Chinablei…

    Er tausche ein „als“ gegen ein „aus“!

    Btw. das ist ja einer der Gründe, warum einige ältere Mechaniker sagen, man soll bei einem Alltagsmopped, gerade wenn es im Frühjahr/ Herbst oder gar Winter laufen soll, lieber die alten Bleiakkus benutzen. Ansonsten sind die die LiFePo-Akkus so groß zu dimensionieren, daß sie wieder schwer UND noch teurer sind.

    Das mit dem Vorheizen bringt Dir übrigens nix, wenn Du jetzt irgendwo eine Pause machst und das Teil dort auskühlt. Das sieht besschissenen aus, wenn ein warnbewesteter BMW-Fahrer mit dem Lederisten von der Chopper-Fraktion einen 60kg-Lulatsch auf seinem Mädchen Mopped auf dem Parkplatz rumschiebt.

  • Norbert Kröhl meinte am 10. Januar 2014 um 12:48:

    Kann man nicht mit der alten Bleibatterie der neuen Starthilfe geben?
    Ich gebe auch gleich zu, dass ich keine Ahnung habe, ist nur so eine Idee.

  • Winfried V. Berlepsch meinte am 10. Januar 2014 um 12:49:

    ha, selber Schreibfehler. o.O

  • Clemens Gleich meinte am 10. Januar 2014 um 12:57:

    @Norbert Kröhl: Kann man, ja.

  • mito meinte am 10. Januar 2014 um 13:06:

    Hallo Clemens,

    ich habe für die Buell ne JMT LiIon. Selbes Problem. Im Sommer alles gut. Ab 8 bis 5 Grad wird der Tacho genullt. Nach einer Gedenksekunde startet die Buell aber immer. Licht für 1 bis 2 Minuten hat keine Verbesserung gebracht. Länger habe ich es nicht probiert. (Keine Geduld und vorher nicht dran gedacht) Spannungsabfall befürchte ich nicht. Im Gegenteil, die Startspannung wird mit steigender Wärme bzw. Belastung größer. Erst wenn die verbliebende Kapazität gen Null tendiert war es das.
    Also, Batterie durch Stromentnahme erwärmen. Ich vermute jedoch, dass dies min. 5 dauern muss.
    Ansonsten, wer brauch schon ne Uhr… Gabs früher auch nicht… Lieber Gewicht sparen. Weniger ist mehr…;-)
    Gruß
    mito

  • moppedfahren meinte am 10. Januar 2014 um 18:52:

    Du kannst es durchaus mal mit einer Batterieheizung versuchen, die Bastlerfraktion unter den Elektroautofahrern baut sowas schonmal für den Ganzjahresbetrieb. Die Batterie wird dann beheizt, solange das Auto am Strom hängt. Neuere E-Autos temperieren ihre Batterien oft eh. Es könnte sich also lohnen, auch wenn du da sehr eine sehr viel kleinere Batterie hast.
    Wie in einem anderen Kommentar bereits angemerkt funktioniert das aber nur für die Garage, die Batterie mit ihrer eigenen Energie zu heizen, macht bei den kleinen Motorradbatterien wenig Sinn. Du könntest die beheizte Batterie aber isolieren, in Styropor oder quick&dirty in Luftpolsterfolie. Früher gabs Batterieheizungen im Autozubehörhandel, ansonsten gibts bei Conrad 12V Heizfolie, die wohl so 35-40°C warm wird (evtl. mit Thermostat betreiben, weil 20°C ja hier dicke reichen und wegen Sicherheit).

    Unaufwändiger ist im Zweifel wohl eine Bleibatterie für den Winter.

  • Michael Kohler meinte am 10. Januar 2014 um 18:52:

    Es gibt eine Lösung.
    LI FE PO Zellen der neuesten Generation von A 123 Industries aus den USA. Zu beziehen bei modellbaufuchs.de. Diese Zellen (die aktuelle V3 Variante) hat das Problem nicht mehr. Auf der Homepage lesen und dann kaufen, als fertiges Akku pack vor konfektioniert.
    In meiner RSV4 Factory Modelljahr 2012 hab ich die drin, mit nur 5AH Kapazität und die 1000er V4 startet selbst bei kühlen Temperaturen einwandfrei. Das gleiche bei meiner 2008er Yamaha R6.
    Ich schätze die Zellen sind die besten LI FE POs die es zur Zeit zu kaufen gibt.

  • Clemens Gleich meinte am 10. Januar 2014 um 19:30:

    @Michael Kohler: Diese Zellen sind verbaut.

  • Ralf meinte am 11. Januar 2014 um 0:15:

    Servus Clemens,

    ich meine gelesen zu haben, daß man mit diesen Akkus bei tiefen Temperaturen ein paar Minuten das Licht brennen lassen soll., bevor man den Anlasser drückt. Durch die Stromentnahme soll sich der Akku angeblich aufwärmen und dann wie gewohnt durchziehen. Ob es stimmt ? Probier es aus und lass es uns wissen !

    Viel Glück

    Ralf

  • Michael Kohler meinte am 11. Januar 2014 um 7:57:

    Clemens, was für eine Kapazität hat der Akku exakt? Wann hast Du den gekauft? Die aktuelle Zellengeneration gibt‘s noch nicht so lange. Bei meiner RSV 4 machte das den entscheidenden Unterschied. Ich hatte die Vorgänger Variante A123 V2 verbaut und damit die gleichen Probleme wie Du. Mit den V3 nicht mehr.
    Die V2 Zellen nutze ich jetzt für meine R6, die Startet auch bei kühlen Temperaturen weil die einfach nicht so viel Dampf braucht.
    Für die RSV 4 braucht‘s definitiv die V3 Zellen.
    Zweite Möglichkeit: Erhöhe die Kapazität des Akkus durch den Verbau von 3 weiteren Zellen auf rund 7,5 AH. Wiegt immer noch erheblich weniger als das Serienmässige Akku. Das sollte dann aber wirklich reichen.

  • Tobias meinte am 11. Januar 2014 um 13:41:

    Als etwas umständliche Methode (aber dennoch besser als vorheizen) die aber auch nur was in der Garage bringt.
    Es gibt externe Ladeanschlüße damit du nicht immer z.B. Seitendeckel abbauen musst wenn du die Batterie Laden möchtest.
    Wenn du zum Starten das Ladegerät hängen lässt sollte der Startstrom reichen, das Ladegerät steckst du dann über den Schnellanschluß einfach ab wenn sie läuft.

    Ist aber auch irgendwie umständlich, denke auch dass es einfacher ist den Winter über einen Bleiakku zu fahren, denn ein grössere Kapazität ist aus meiner Sicht nicht so Sinnvoll.

    Gruss und gib bescheid wenn du ein Lösung hast .

    Steig auf Kickstarter um dann kannst du auch mit leerer Batterie starten :).

  • Michael Kohler meinte am 12. Januar 2014 um 11:16:

    Clemens, ich war gerade auf der Homepage von Aliant Battery. Dein Akku hat 4,6 AH Kapazität, nicht wahr?

    Dann ist es die alte Zellengeneration. Die Neuen Zellen kommen in dieser Konfiguration auf 5 AH.

    Ausserdem stelle ich die Frage, ob Aliant tatsächlich die A Grade Zellen von A123 Industries verwendet. Modellbaufuchs macht das, die Zellen hab ich angeschaut, die Kennzeichnung steht drauf. Ich hab von einem Modellbauer gehört, das es von diesen Zellen viele China Nachbauten gibt die in der Qualität nicht ganz an das Original herankommen.

    • Clemens Gleich meinte am 13. Januar 2014 um 12:36:

      Genau, es ist der mit 4,6 Ah.

  • CB meinte am 17. Januar 2014 um 11:56:

    Wikipedia hilft. bei -25 Grad kannst dne Akku wegwerfen. Ab 10 Grad Außentemperatur
    steigt der innenwiederstand stark an. (Also wenig Srom und somit sehr viel schlechterer start des Bikes). Die selbstentladung allerdings verlangsamt sich. Also alles wie beim Bleiakku nur noch extremer.

    mfg

  • Volker meinte am 20. Januar 2014 um 2:29:

    (+)-Kontakt rausführen, mit bereitgestellter 40Ah-Batterie (z. B. vom Autofriedhof) fremdstarten, sich einreden, das wäre cool weil es die bei der Formel-1 genauso machen.

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