In die 90er zurückreisen: Honda VFR 800 F

Über die Neunzigerjahre kann man im Fahrzeugbau nur wenig Gutes sagen, doch unter den wenigen guten Dingen sind einige Motorräder, denn in den Neunzigern blühte die Motorradfahrerei noch. Sogar Suzukis wurden noch verkauft, zeitweise sogar mehr als BMWs. Muss man sich mal vorstellen, heute, wo Suzuki weniger verkauft als Harley. Besonders gut in den Neunzigern waren Hondas, und diesen Ruf von „besonders gut“ machten eigentlich hauptsächlich die VFR-750-Modelle aus: Sie halten ewig, sind technisch interessant, können die Langstrecke und machen im Winkelwerk Spaß. Als ich mein erstes Motorrad suchte, schaute ich mir zum Beispiel eine ganze Reihe von VFRen an, die ich mir alle nicht leisten konnte, aber wollte. Uns Freunden der VFR 750 hat Honda mit der VFR 800 F ein Geschenk gemacht: Genau so soll eine VFR sein. Hier frühlingshafte Filmaufnahmen:

Kommentare:

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  • Jens Jensen meinte am 15. April 2014 um 19:04:

    Endlich ein würdiger Nachfolger für die RC36. Schööön. Die Einarmschwinge ist übrigens, vor allem in Kombination mit dem Hauptständer, nicht nur schön anzuschauen sondern eine Wucht was den Kettenservice angeht. Eine Schraube lösen, mit dem Hakenschlüssel nachstellen, Schraube wieder zu, einsprühen, fertig. Dauert ca. 2 min, ohne zu untertreiben. Mit dem Bordwerkzeug. Darum hält die Kette auch schön lange: Wird oft gepflegt und läuft immer perfekt in der Flucht.

  • David meinte am 15. April 2014 um 19:18:

    Schön auch, dass sie die 1200er zumindest etwas enthässlicht haben. Die Reste der Zuckergussfront sind nach ein paar Bier erträglich.

  • Dirk Klatt meinte am 16. April 2014 um 10:57:

    Danke … von einem dieser altmodischen Fahrer, dem genau so ein Krad gefällt. Endlich wieder eine Honda, die wie eine Honda ist. Well done!

  • Ährisch meinte am 16. April 2014 um 21:40:

    Sollte meine NTV irgendwann mal das Zeitliche segnen (was aber durchaus noch einige Zigtausend Kilometer dauern kann), könnte das mein nächstes Alltagsmoped werden.

  • Made meinte am 17. April 2014 um 8:53:

    Ey Clemens,

    wo ist denn jetzt der Test von „the Dark Side of Japan “ der MT09 ? ? ?
    Würde mich mehr interessieren wie die VFR 😉

  • Clemens Gleich meinte am 17. April 2014 um 10:28:

    @Made: Zur MT-09 kann ich ein paar wichtige Sachen gar nicht sagen, weil Hubert Hoffmann das Fahrwerk gemacht hat (alle fanden es zu weich) und weil der Akra mit den drei Gatling-Endrohren dran war statt der Serienanlage. Weiß also gar nicht, wie die klingt.

  • Michael meinte am 18. April 2014 um 13:42:

    Sieht doch echt gut aus, oder? Für den Schwarzwald hätte ich mir eine Upside Down Gabel gewünscht, die hätte Präzision und Stabilität gebracht. Und wenn ich einen Hauptständer sehe, frage ich mich immer als erstes ob der wohl aufsetzt 🙂
    Mal davon abgesehen finde ich die Honda klasse. Aber ob die wirklich irgendwo besser ist als die ältere VFR 800? Mal abgesehen vom Design scheint es ziemlich das gleiche Motorrad zu sein.

  • Clemens Gleich meinte am 18. April 2014 um 17:36:

    @Michael: Der Motor läuft besser, wenn man den Vergleichen glauben darf (ich selber kenne den alten Motor nicht). Sonst, ja, ist es größtenteils dasselbe Motorrad geblieben. Wenn Du den nächsten Schritt in der Entwicklung der Sporttourer suchst, wirst den nicht bei Honda finden.

  • Andreas meinte am 7. Mai 2014 um 12:43:

    Schade das mit dem Fahrwerk der MT09, es ist eine Frage die mir momentan durchaus etwas unter den Nägeln brennt.
    In einer der größeren Motorradzeitschriften hab ich gelesen, die MT09 sei elektronisch auf 210km/h begrenzt ist und sei bis zu dieser Begrenzung vom Fahrwerk her „ausreichend stabil“. Für mich als Nichtmedienschaffender laß sich das als höfliche Umschreibung für „katastrophal“. Ich wüsste nicht was man einem Fahrwerk noch schlechteres bescheinigen könnte, als dass es so gefährlich für Leib und Leben ist, dass man dem Kunden lieber verbietet die letzten Gänge auszudrehen.
    Das Thema interessiert/ärgert mich insbesondere, als das mein Alltagsmopped (eine 60.000 km und 17 Jahre alte und mittlerweile unverkleidete TRX 850) sowohl fahrwerks- als auch motorseitig langsam aufgibt und ich durchaus auf die MT09 als Nachfolgerin zielte. Gerade besagtes Fahrwerk der TRX ist mittlerweile derart verschlissen und daher unterdämpft, dass man schon etwas genauer wissen muss, was man mit diesem Moped noch anstellen kann und was besser nicht. Selbiges etwas runtergekommene Moped dreht mit seinen ehemals 83 Pferdchen auf Autobahnetappen aber noch auf derart erheiternde Art und Weise hinten aus der Skala des Nachrüsttachos raus, dass ich es als Sakrileg empfinden würde mit einem stärkeren, neueren, teureren und wahrscheinlich besseren Motorrad auf diesen Spass verzichten zu müssen.
    Der Gedanke im letzten Gang irgendwann bei mittleren Drehzahlen und einem gelangweilten Motorklang elektronisch eingebremst zu werden ist mir ein derartiger Dorn im Auge, dass ich von meinem Vorhaben dem Eimer wenigstens auf der Landstraße mal eine Chance zu geben Abstand genommen hab und mein Geld wahrscheinlich lieber in die Instandhaltung/-bringung meiner TRX stecken werde. Nicht damit wir uns falsch verstehen, die eigentliche Geschwindigkeit ist dabei für mich irrelevant. 210 zu fahren, weil es alles ist, was der Motörchen irgendwie her gibt und es obendrein ein klein bißchen mehr ist, als die Ducati 900 SS seinerzeit konnte, auf die es Yamaha damals ja angelegt hatte, ist subjektiv einfach was ganz anderes als 210 zu fahren, weil aus Kostengründen auf ein Fahrwerk verzichtet wurde.
    Ein kleiner Teil von mir findet es irgendwie schade ein von mir lange erwartete Rückbesinnung auf alte Tugenden, was für mich die MT09 schon irgendwie darstellt (fahrfertig endlich mal wieder unter 200 kg, Leistung so bemessen diese auch in vollem Umfang nutzen zu können etc.) auf Grund eines einzigen groben Makels zu ignorieren. Ich wäre daher sehr interessiert an einer Zweitmeinung zu der elektronischen Begrenzung und dem Fahrwerk speziell der MT09, am liebsten natürlich noch mit einem Hinweis was die Offiziellen von Yamaha als Begründung für diesen Makel anführen.Vielleicht bekommst du ja demnächst nochmal eine originale in die Finger oder weisst sogar schon was Yamaha dazu sagt.
    Danke und Gruß

  • Hermann meinte am 23. Mai 2014 um 16:04:

    Für Andreas: Seit kurzer Zeit besitze sich eine MT-09. Das Fahrwerk geht im Solobetrieb noch durch – man muss halt ein wenig am Setup herumbasteln. Toll ist es allerdings nicht.

    Im 2-Personenbetrieb (das kommt bei mir vor) sind Gabel und Federbein restlos überfordert. Das letzte Mal, dass ich ein ähnlich „schwingendes“ Fahrgefühl erlebt hatte, war ebenfalls auf einer Yamaha – einer TY 50 im Jahre 1978. Mittlerweile kann man allerdings allerlei Fahrwerke nachkaufen – Wilbers, Hyperpro, Mipo, etc…

    Diese Investition kann man in den Anschaffungspreis direkt mit einkalkulieren…

    Ansonsten ist die MT-09 ein durchaus ein nettes Moped mit überraschender Handlichkeit, einem wenig aufgeregtem Motor mit dieselartigem Durchzugsvermögen und prima Windschutz. Quasi ein treuer Begleiter für alle Tage.

    Ob der Motor elektronisch abgeregelt ist, kann ich noch nicht beurteilen, da ich im Rahmen der Einfahrerei noch nicht schneller als 180 km/h gefahren bin. Bis dahin fühlt sich das Motorrad allerdings durchaus stabil an und ich glaube nicht, dass das schwabbelige Fahrwerk bei höheren Geschwindigkeiten instabil oder gar gefährlich wird. Aber nächste Woche werde ich da mehr wissen…

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