Klemens Kolumnens

Karla Kolumna war der beste Charakter auf den Bibi-Blocksberg-Kassetten meiner Schwestern. Ja, als Minderheit im Kinderzimmer musste man auch mit den Anschaffungen der Mehrheit leben, also Puppenspülmaschinen umbauen und Bibi Blocksberg hören. Auf jeden Fall kann ich mich bis heute an die nervige Karla Kolumna erinnern, weil sie diesen mnemonisch hervorragenden Namen hat, der allerdings wenig passte, denn sie wurde immer als „rasende Reporterin“ beschrieben statt als Kolumnistin. Dabei wäre Kolumnistin doch mindestens genauso gut geeignet, um eine Figur interessant zu machen. Heinlein etwa lässt einen Protagonisten in „Stranger in a Strange Land“ Kolumnist sein, um seine Freiheit und seine Querulanz herauszustellen.

Kolumnist wollen alle Schreiber gern sein — weniger wegen der Querulaz, mehr wegen dem Traum von ein Mal die Woche seine Meinung schreiben, für die man ja nicht recherchieren muss, weil sie bereits bekannt ist, und davon Miete und Scotch bezahlen können. Das gibt es aber glaube ich nicht mehr, so eine Bezahlung. Aber die Kolumnen gibt es noch, oder wir schaffen sie. Nachdem ich bei Heise Autos hin und wieder die Meinungsrubrik befüllte, regte ich vor rund einem Jahr an, da eine richtige Kolumne reinzubringen, mit wöchentlicher Erscheinung jeden Mittwoch. Das hat sich ganz gut eingeschliffen, denke ich. Es gibt immer mal wieder zu kurzfristig runtergerissene Texte, die von Gate A538 noch schnell übers freie WLAN ins CMS gesnipert werden, aber es gibt hauptsächlich jeden Mittwoch einen Stein, den ich anstoße, damit ich und andere Trolle darüber diskutieren, gerne auch mit Menschen. Eine Kompilation von Steinen des Anstoßes aus 2013 ohne Heckenschützenschnellschüsse kann man in ein paar Tagen bei Apple oder sofort bei Amazon kaufen. Das Geld kommt unserem neuen Kirchendach zugute, sprich: dem Umbau der Website.

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