Video-Test: Mein erstes Mal SUV fahren

Die Engländer sind viel entspannter als wir. Nicht nur Muttipanzer, sondern Panzer generell sind dort als Alltagsfahrzeuge erlaubt, wenn sie Kettenschoner tragen, ja: Sie sind sogar von der Umweltzonengebühr befreit. Das ist eben ein zivilisiertes Land! Deshalb fuhr ich dort mein erstes Mal SUV:

Kommentare:

ältere
  • Volker meinte am 31. Juli 2014 um 13:15:

    Hallo Clemens!

    Ein sehr schöner, fairer Test dieser Fahrzeugkategorie, der bei mir sofort den „Habenwill-Reflex“ auslöst. Wir haben hier das Ideale Stadtfahrzeug mit reichlich Sicherheitsreserve vor uns. Mit Deinem Bildbericht bist Du allerdings schon ein wenig spät dran (was dem audiovisuellen Genuß freilich keinen Abbruch tut): Schon anno 2009 bat mich ein bekannter bayrischen Autobauer, zum Thema „Efficient Dynamics“ Stellung zu nehmen.

    Hier meine Ergebnisse:

    Den im internationalen Vergleich mit Abstand sparsamsten Kampfpanzer baut leider nicht BMW, sondern Krauss-Maffei-Wegmann, auch als Leopard II bekannt. Dieses Premiumfahrzeug ist nicht nur mit einem laufruhigen Zwölfzylinder-Hybridmotor mit 1100kW ausgestattet (Hybrid: Ist auch mit vielen anderen brennbaren Flüssigkeiten zu betreiben, uneingeschränkt Biodiesel/Sunfuel-tauglich, allein der Startgenerator – ja, sowas gibt es dort schon längst – leistet 20kW und kann bei Bedarf mitlaufen), sondern macht unerwünschten, vorausfahrenden Bremsern mit seiner 120mm-Glattrohrkanone ordentlich Dampf. Und das bei voller Höchstgeschwindigkeit, etwa 70km/h – unerreicht in seiner Klasse.

    Gegenüber dem Vorgängermodell ist der Leo-II gerade einmal lächerliche 50% (20t) schwerer geworden, die Antriebsleistung konnte aber annähernd verdoppelt werden – und das bei einem im Mitbewerberfeld unerreichten Kraftstoffverbrauch. Gegenüber dem oft als Vergleich herangezogenen US-amerikanischen Panzer M1 Abrams mit seiner Gasturbine vom Typ Avco Lycoming AGT-1500 liegt der Verbrauch bei rund der Hälfte. Sensationell! Den größten Vorteil hat der Dieselantrieb dabei im Leerlauf- und Teillastbetrieb, was sich im alltäglichen Stadt-, Nah- und Kurzstreckenverkehr, bei der Shoppingtour oder dem samstäglichen Semmelnholen als überaus höchst nützlich erweist.

    Flottenprimus in Sachen Durchschnittsverbrauch ist der Leopard ohnehin schon längst. Auch beim Thema „Recycling“ und „Wartungsfreundlichkeit“ hat KmWeg mitgedacht: Ein Austauschmotor ist z. B. in unter 30 Minuten eingebaut. Inzwischen verfügt der Kampfpanzer im Rahmen der Modellpflege über einen verbesserten passiven Insassenschutz durch Modifikationen an der Turm- und Wannenfront und eine laufruhigere Kette der Firma Diehl mit eingebautem „Always-Run-Flat“-Mechanismus (die in kurzer Zeit gegen optional erhältliche Schneeschaufeln ausgetauscht werden kann). Beim aktiven Insassenschutz ist die Reaktivpanzerung besonders hervorzuheben – sie verweist das Airbagsystem in PKWs kilometerweit ins Abseits.

    Der Hersteller benutzt übrigens auch wartungsarme Batterien und instandsetzungsfreundliche Leitradabdeckungen. Obendrein wurde der Tarnanstrich im Dienste der Umwelt auf zinkchromatfreie Lacke umgestellt.

    Na, wenn das nichts ist?!?

    Viele Grüße,
    Volker

  • Clemens Gleich meinte am 31. Juli 2014 um 16:36:

    @Volker: Ich gebe zu, voll Deiner Meinung zu sein. Das hier ist ein Stück Realpolitik. Die Bundeswehr hat auf meine Anfragen, den Leopard II zu fahren, unerhörterweise nicht geantwortet, also musste ich für mein erstes Mal nehmen, was ich kriegen konnte. Immerhin in Sachen Leichtbau brennt die Nelke den Leo her. Der muss unter Wasser durch die Pfütze fahren, mit seinem optionalen Schnorchel.

  • Volker meinte am 31. Juli 2014 um 23:51:

    Hallo Clemens!

    Ich plädiere übrigens dafür, den 2S1 Gwosdika „Lifestylecoupé“ zu nennen. In diese Kategorie fallen SUVs, die zu wenig (bzw. keinen) Kofferraum für Utilities haben, zu behäbig für Sport sind, und komplett unübersichtliche Vehikel. Weil es die Kanone beim X6 leider nicht im Sonderzubehör gibt, ginge mein Daumen in diesem Marktsegment ganz klar für die Nelke hoch. Da kriegt man noch Fahrerlebnis für sein Geld!

    Die Schwimmfähigkeit ist eh unübertroffen: Jeder Doppelhaushälftenbesitzer in Baden-Württemberg bereut gegenwärtig den Moment, in dem er die falsche Karre gekauft hat, wegen der Bluetoothkoppelung oder des Aktivsitzes. Da kann er jetzt Goldfische einsetzen.

    Ciao,
    Volker

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