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Nachts um halb vier in Garmisch

Was werden sie nur alle über die BMW Motorrad Days in Garmisch schreiben, dieses große Fest, auf dem sich BMW von seiner besten Seite zeigen will? Immer dasselbe natürlich: „Es war voll luschdig, und die Hendl waren läggor.“ Wer keinen Standdienst hat, geht eigentlich nur pro forma und zum Spaß hin. Die Hendl sind ja wirklich läggor. Es ist wirklich lustig. Chris Pfeiffer kann ich mir jedes Mal wieder anschauen. Und ein Mal im Jahr Bierzelt brauche ich für meinen Vitaminhaushalt. Weniger wäre gefährlich, mehr wäre unaushaltbar mit der neuen Generation von Trachtendeppen. Ich hatte als Bub eine Lederhose, und der Wasen in Stuttgart (another Bierzeltfest) taucht meine unschuldige Kindheit revisionistisch in Schande. Eigentlich gehe ich hauptsächlich nach Garmisch, weil es mein Heimweh kurz kuriert. Jedes Jahr denke ich beim Latschen an der Bahndammwiese entlang: „Irgendwann musst aber wirklich zurück nach Bayern gehen“, und wenn ich alt bin, werde ich das wahrscheinlich allerspätestens tun. In Bayern hat das Motorradl einen ganz anderen Stellenwert, weil die Straßen dort einen ganz anderen Stellenwert haben als in sagen wir: Brandenburg. Das wunderbare Franken gehört rein politiktheoretisch ja auch irgendwie zu Bayern, und Thüringen gehört kulturell zu Franken. Vielleicht zeichne ich mal eine Karte „Clemens‘ nützliche Übersicht der deutschen Länder unter besonderer Berücksichtigung von Großbayern“. In Stuttgart hält man es ja unter anderem deswegen so gut aus, weil B-W wie Bayern außer Hightech-Industrie auch schöne Motorradstraßen hat. Auf jeden Fall habe ich Garmisch genutzt, um Sebastian endlich mal Motorradfahren zu zeigen, denn in Garmisch gibt es ein BMW-gesponsertes Fahren ohne Führerschein und es kommen viele nette Motorradfahrer an den Hausberg. Das habe ich gefilmt:

Meinen Respekt für Toby, der mit mir bis halb vier übers Gelände stolperte auf der Suche nach den letzten offenen Bierausgabestellen und eine Nachricht für Alan: Sie haben gleich ein zweites Mal den Summer of 69 gespielt. Da wusste dann auch ich, dass sie uns loswerden wollten.

Kommentare:

ältere
  • Volker meinte am 14. Juli 2015 um 20:46:

    Hmmmm.

    Also BMW-Maskottchen Pfeiffer wird langsam auch alt. Mit zu schweren Weißblau-Propellern immer im Kreis herum, Wheelie, Stoppie, Bussi. OK, der Großroller und sein Rückwärtsgang ist neu. Ungefähr ebenso neu und interessant wie der 1001e Aufguß von Michael Martin, dem der kasachische Schafhirte in allen Wüsten dieser Erde den abgenudelten Hinterreifen seiner Sidewinder-Bimpf mit Schafsfdarm geflickt hat. Der teutsche Oberwachtmeister Pudlich salutiert angesichts des erheblichen Mangels bei der Einreise nur. Denn es handelt sich ja um *DEN* Michael Martin.

    Aber wenigstens die Hendl waren lecker, immerhin etwas. Müßig zu sagen, daß sich Tatzelwurm und Kesselberg nur ungefähr 60 Moppedminuten entfernt befinden und sogar die Piste von Hausham (http://www.mcc-hausham.de) lockt. Da kann man Mittwoch, Freitags, Samstags Spaß haben. Ohne Trachtenfasching, ohne Führerschein und selbstredend ohne gedämpftes Kommen, gedämpftes Gehen und dazwischen gesponsortes Verweilen. Dafür aber natürlich trotzdem mit lecker Belohnungsbierchen – postcoital, versteht sich.

    Was ist denn dieser Hausberg überhaupt? Ist das nur ein Fähnchen im Navi oder gibts da neben netten Motorradfahrern auch nettes Motorradfahren? Ich bin Dir jetzt fast ein wenig beleidigt, daß Du es zur Aufbesserung Deines Vitaminhaushalts (vorzugsweise M und X) nicht in den Osten Münchens geschafft hast.

    Aber vielleicht geht sich diese Saison noch was aus – mein Fuhrpark wartet darauf, Dich beim Stolpern übers Gelände zu begleiten.

  • Chris meinte am 21. Juli 2015 um 2:09:

    Na wenn das die neue Zielgruppe von BMW ist dann Weiss ich jetzt auch warum das Metall der ganzen Kustom-Miser da rumstand,warum die F800 noch immer ohne den spassigen 900 Nuda Motor auskommen muss und warum beim Boxer der TL geopfert wurde und der neue Wasserboxer noch immer keine 150PS hat…Danke Clemens fuer die Aufklaerung !

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