Kurzes Australien-Tagebuch: Alleine im Busch

Zwei Tage Herrenurlaub waren genug. Harald kehrte zurück zur Wohnungssuche, ich richtete die Renault-Vagina auf der Motorhaube in Richtung Natur aus. Die Dandenong Ranges waren so nett, dass ich mir dachte: „Wenn es so nah am Sprawl solche Wälder gibt, wie schön müssen die Wälder dann erst ein bisschen weiter draußen sein?“ Mein „Navmate“ Sheila sollte mich also mitten in die Yarra Ranges lotsen. Unten am Mount Donna Buang fand ich auch endlich den ESP-Aus-Knopf rechts unter dem Lenkrad. Der funktioniert beim Koleos ganz gut, denn man braucht kein lang Halten oder gar eine Atomuboot-Drücksequenz, sondern nur ein kurzes Tippen, dann ist das ESP aus und die Traktionskontrolle auch. Damit fuhr ich dann die schöne Bergstraße hoch und freute mich daran, dass der Renault ohne ESP viel besser fuhr. Mit ESP schaltete sich das Auto einfach mal ein, zwei Sekunden praktisch ab, wenn du (ihm) zu schnell in eine Kurve fuhrst. Eher frustrierend. Ohne ESP schiebt es nur ganz sanft und brav über die Vorderachse.

Die Strecke war toll. Es gab vor allem kaum Verkehr. Ich sah nur zwei andere Autos und drei, vier Fahrradfahrer. Ein Fahrradfahrer oben sagte dazu: „Hier ist nur im Winter Verkehr, wenn die Wintersportler kommen. Sonst fährt hier praktisch keiner.“ Er sagte außerdem: „Da drüben im Wald gibt es tolle Strecken für deine Art von Auto. Solltest du mal probieren. Halte dich Richtung Marysville!“ Es dauerte einen Moment, bis ich nachvollziehen konnte, was er mit „deine Art von Auto“ meinte. Französisch? Mietwagen? Ein bisschen kagge? Nein, er hatte offenbar den „Allrad“-Aufkleber gesehen, und Zweispur-Offroading gehört in diesen Bergen zu den gern gepflegten Hobbies. Also fuhr ich ein Stück zurück und bog dann auf eine Lehmpiste ab. Touri-Tipp: Es gibt da einen „Rainforest Walk“: Du steigst hinauf zu Hängewegen und Plattformen, von denen aus du das Leben der Baumkronen besser beobachten kannst. Ich nahm lieber den Rainforest Drive, eine zweispurige Lehmstraße rüber Richtung Narbethong. Dort sah ich ein Schild: „80 km/h, wegen Straßenarbeiten“. Putzig, dachte ich mir, wer fährt denn auf dieser unübersichtlichen Straße die erlaubten 100 km/h? Die Antwort rammte mich fast in den Graben: Die Offroad-Hobbyisten tun das, denn sie sehen es offenbar als eine Art Challenge. Der glatte Untergrund gibt das locker her, nur würde man bei so geringer Sicht selbst auf Asphalt eher weniger als 100 fahren. Die Regel schien zu sein: Das Fahrzeug mit weniger Masse hat in den Graben auszuweichen, und das war angesichts riesiger Viertonner mit Schnorcheln stets der Renault. Gerne hätte ich gesehen, wie sich einmal zwei solcher Elefanten treffen und wie sie in der zur Verfügung stehenden Zehntelsekunde die Vorfahrt klären. Passierte leider nicht. Dieses Verhalten der australischen Primatenpopulation muss folglich eine nächste Forschungsexpedition untersuchen.

Was soll schon schiefgehen?! *KLONK!*

Am Ende der Lehmpiste dachte ich mir: Das kann ja nicht alles gewesen sein. Man konnte mit (wegen Automatik-Lag) lang vor der Kurve geplantem Vollgas den Koleos lustig schlingern lassen, aber außer bei solchen forcierten Aktionen musste sich der Hinterachsantrieb nie zuschalten. Also sagte ich Sheila, sie solle mir den kürzesten Weg nach Marysville zeigen. „Der führt über unasphaltierte Wege“, sagte sie. Good-o, Sheila! Das waren nun wirklich schöne Strecken. Würde der Koleos hier hundert fahren, hätte er nach fünfzig Metern keinen Auspuff mehr, keine Plastikfront, dafür aber vier platte Straßenreifen. Aber mit vorsichtigem Geschaukel gings auf den Dingern so gut, dass ich von Sheilas Route abbog auf einen seit offenbar längerer Zeit nicht mehr benutzten ehemaligen Forstweg.

Nachdem ich genügend kreuzdiquer durch den Buschwald geirrt war, richtete ich Sheila wieder gen Marysville aus. Immer noch kürzester Weg. Sie führte mich ein Stück zurück durch den Wald, der erkennbar gerade nach einem Waldbrand regenerierte. Überall verkohlte Baumstämme, dazwischen frisches Grün. Der Boden war asphalthart getrockneter Lehm, ich kam also trotz einiger Wasserlöcher gut voran. Auf einmal sagte Sheila „Hier abbiegen!“, und mir war zunächst nicht klar, wo sie meinte. Automatikkriechend versuchte ich, Abbiegeanweisung und Terrain in eine logische Überschneidung zu bringen. Ein kaum erkennbarer Pfad zweigte vom Hauptweg ab. Er erinnerte mich ans Trial-Fahren in den Pyrenäen. Nur ist so ein Auto halt etwas ™ breiter als eine Trial-Maschine. Ich quetschte mich zwischen zwei Bäumen durch, die deutliche Spuren vom letzten Navi-Fahrer mit breiterem Wagen trugen. Dahinter ging es steil bergab. Ich stieg aus, sondieren. Ein Schwarm von Bremsen in der Größe von Spatzen fiel über mich her. Ich stieg wieder ein. Müsste gehen. *ruuutsch* Ging.

Ja, ging. Nur hatte ich mich von der Karte zu äußerster Dummheit verleiten lassen: Da der Weg in 50 Metern auf die Asphaltstraße im Tal stoßen sollte, sondierte ich ihn nicht komplett. Jetzt war ich ein Stück heruntergerutscht, das ich mit Straßenreifen ziemlich sicher nicht mehr würde hinauffahren können. Die Bäume standen zu eng, um dem Weg zu entkommen. Vor mir lag eine Rampe, die des Koleos steil gerümpfte Franzosennase erstaunlicherweise noch ohne großes Schaben nahm. Er schaffte es auch mit nur leichtem Aufsetzen über die Rampenspitze. Dahinter kam jedoch noch einmal dasselbe, nur mit tiefem Wasserloch. Ich schalt mich für meine Dummheit. Wie kann man nur so blöd sein? Zur Vermeidung einiger lächerlicher Bremsenbisse im Busch festgefahren! Im Schlamm würden die Straßenräder trotz Allrad nahe am „nutzlos“ sein. Ich fuhr trotzdem rein. Das war schlichtweg sehr realpolitisch nach meinen vorherigen Fehlentscheidungen alternativlos geworden. Bis 30 km/h kann man im Koleos die Kupplung zum Hinterachsantrieb dauerhaft geschlossen halten. Mit der Hilfe dieses wichtigen Knopfes drehten daher beide Achsen durch statt eine. Super. Rückwärtsgang. Auch durchdrehen. Vorwärts, Vollgas, Lenkung: das eingeschlagene Rad schaufelte einen riesigen braunen Schwall über die rechte Fahrzeugseite. Tja. Verkackt. Aussteigen, laufen und überlegen, was man Hertz für eine Räuberpistole über den Verbleib ihres Fahrzeugs auftischen könnte?

Nein, natürlich nicht. Aufgeben kann man, wenn das Benzin alle ist. Also schaukelte, ruckte und puzzlete ich den Renault mit all meinen erinnerten Offroad-Fahrtipps so gegen die Rampe, dass ich irgendwann ein Vorderrad auf trockenen Lehm bekam, das den Karren dann mit etwas Bleifuß aus dem Dreck zog. Gute Güte. Das Ding braucht für diese australischen Abkürzungen wirklich einen gescheiten Allradantrieb und eine Geländeuntersetzung. Was würde jetzt auf den letzten 15 Metern noch kommen? Gorillas? Kampfspinnen? Speerfallen? Oben auf der Rampe sah ich einen weiteren steilen Hang mit einer kleinen Matschpfütze kurz vor dem Asphalt. Gut, besser als Speerfallen. Ich rumpelte hinunter. Der Koleos gelangte auf diesem Weg ans Ende seiner Bodenfreiheit. Die Matschlochpfütze fuhr ich gleich quer an und mit einem Gasstoß durch, damit ich nicht zwei Zentimeter vor dem Asphalt doch noch strandete. Ging. Mann, Mann, Mann … Nie mehr ohne Handwinch durch den Busch fahren.

Vor Erleichterung triefend untersuchte ich die Unterseite meiner Mietdame. Sie sah erfreulich gut aus. Keine Schäden. Eine Lasche des hinteren Pseudo-Diffusors hatte sich herausgezogen, die steckte ich wieder ein, fertig. Nur ein bisschen Dreck nahm ich mit zum Mittagessen auf der Terrasse der Narbethong Inn, wo ich mich freute, meine eigene Dummheit wieder einmal gemeistert zu haben. Für später hatte ich mich zu einem letzten Abendessen mit Harald in Melbourne verabredet. Da sollte das Auto einigermaßen wieder aussehen, sicherheitshalber. Da in Australien alles sehr streng geahndet wird, wollte ich lieber kein Risiko eingehen, ein Gesetz für „zu schmutzig parken“ zu brechen. Deshalb fuhr ich in die Furt des McMahon‘s Creek, zog die Schuhe aus, bereitete mich mental darauf vor, gleich Überzieher aus Blutegeln (hey: Australien) zu tragen und wusch den gröbsten Schlamm wieder ab, bevor er sich zum Beispiel in den Schiebefensterdichtungen einnisten konnte.

Ich fuhr noch ein kleines Stück weiter, musste an einer großflächigen Brandschutzsperrung anhalten, unterhielt mich mit einem DR-650-Fahrer, der eigentlich auch auf denselben Gipfel wollte, aber nun vor der Schranke campieren musste (ich verarbeitete ihn zur aktuellen MO-Kolumne), und dann war es laut Sheilas Berechnungen auch schon Zeit, wieder Richtung Melbourne zu fahren für das Abendessentreffen. Sie schlug wieder eine ihrer kürzesten Routen vor. Diesmal sagte sie, man brauche auf dieser Route anders als bisher Allradantrieb. Jaja, dachte ich mir. Dann stand ich an der nächsten Sheila-Abzweigung und sah, was sie meinte: Es ging einen Hang hoch, den man für Hillclimb-Wettbewerbe verwenden könnte. Ich stieg aus und krabbelte zu Fuß hoch. Ja: „krabbelte“. Ohne alle Viere fehlte hoch wie runter Traktion. Sheila hatte recht. Der Renault wäre hier vielleicht sogar hochgekommen, aber wie der Hang, die Straßenreifen und die Felgen danach ausgesehen hätten, kann man sich anhand des Fotos ja vorstellen, und wenn man sich dann vertut, rollt die Kiste da runter wie eine zum Fußball umfunktionierte Coladose. Ich ließ Sheila eine Alternative suchen. Einmal grobe Dummheit am Tag muss reichen, und absichtlich zerstören wollte ich meinen Rönnoh auch nicht.

Die Hangbesteigung hätte sowieso auch zeitlich nicht gereicht. Schon so reichte es gerade so bis zu Haralds Studichinesenbutze, ohne Duschen. Ich griff mir ein Deo, musste reichen. Dann dinierten wir in einem Koreaner, den Harald gefunden hatte. Es war ein passendes Abschlussessen, denn besser als dort hatte ich in Australien nirgends gegessen. Der Laden heißt „Kang Na Roo“, falls jemand in Melbourne/Clayton lecker essen möchte. Die Küche machte mir noch bessere Laune als ohnehin schon. Danach saßen wir mit einem im Bottle Shop gekauften Sixpack auf der Ladeklappe des Koleos vor dem Haus, bis uns die gefräßigen Mücken vertrieben. Ich verabschiedete mich von Harald, den ich ja so bald nicht wiedersehen werde. Und ich wusste, wie ich meinen morgigen letzten Dreivierteltag verbringen würde: irgendwo draußen im Busch.

Die dunkle Sonne

An meinem letzten Tag ließ ich zuerst den Renault waschen. Dann ließ ich ihn mangels Sauberkeit noch einmal waschen, diesmal von den liebevollen Händen eines Pakistani im „Magic Hands Handwash“ in dem man beim Cappuccino im Glashaus mit WLAN sitzend Anderen dabei zuschaut, wie sie dein Auto putzen. Man dürfte das Auto auch dreckig abgeben, aber ich wollte nicht asi sein zu Hertz. Eine Schaufel voll Buschboden gehört vielleicht, aber vielleicht auch eher nicht zu üblichen Verschmutzungen in Australien. Dann fuhr ich auf den Mount Macedon, trank Kaffee, latschte herum, traf einen Exilmünchner, irrte durch den Wald und dachte mir vor allem: „Wenn ich je wiederkomme, dann gehe ich sofort in den Busch. Und ich werde mir einen Subaru Outback leihen.“

Irgendwann nachmittags machte ich mich langsam und gemächlich auf den Weg zum Flughafen Melbourne. Die Rückgabe des Autos klappte ohne Probleme, anders als der Hinflug lief auch der Rückflug wie geplant und nach etwa 30 Stunden saß ich statt auf der Terrasse auf dem Mount Macedon auf meinem Balkon. Ich kippte ins Bett und schlief erst einmal 15 Stunden. Ich war desorientierter als auf der Hinreise. Die Sonne erschien mir viel zu blass, schwach. Die Menschen kamen mir unangenehm nah. Es gibt doch Platz genug auf der Welt!

I‘ll be back.

Es war keine erholsame Reise. Eher … lehrreich. Ich hatte das Gefühl, zwischen dem Amboss des roten Bodens und dem Hammer der Sonne ein paar kräftige, formende Schläge kassiert zu haben. Diese Tage hatten mich verändert – natürlich nicht viel, dazu war die Zeit zu kurz, aber doch mehr, als es andere Orte in derselben Zeit schaffen. Und ich möchte irgendwann zurückkehren. Ich möchte sehen, was Hammer und Amboss aus Harald formen, dessen neues Leben ich mit Interesse auf Facebook verfolge. Ich möchte sehen, was sie aus meiner Schwester geschmiedet haben, die seit einigen Jahren auf Tasmanien lebt und bei der es leider nicht für einen Besuch gereicht hat. Und wenn es sich irgendwie einrichten lässt, würde ich mich auch gern noch einmal weniger desorientiert der GP-Strecke auf Phillip Island widmen …

Schmeiß einen Euro in die Tasmanienkasse! Man soll dort sehr schön Motorradfahren können. ?

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Kommentare:

ältere
  • Volker meinte am 10. März 2017 um 13:13:

    Servus Clemens!

    Schönes Gschichterl und welcome back im spießigen Schwabenländle.

    Das mit dem klaustrophobischen Anfall ging mir schon zweimal so – auf dem Heimflug von wilden Western der US of A und wie meine bessere Hälfte und ich durch die Blue Mountains und entlang der Sapphire Coast tingelten. Einzige Abhilfe: Stopover in Tokio. Oder vielleicht ein homöopathischer Aufenthalt in Sydney respektive Los Angeles.

    Übrigens: Schonmal das Kleingedruckte im Leihwagenvertrag gelesen? Der Paragraph wo „no unpaved roads“ bzw. „no offroad use“ stand? Unser lustiger – äh – Vauxhall(?): http://bartheld.net/australien/slide058.html hatte es auf der Straße zum Green Cape Lighthouse (https://www.google.de/maps/place/37°15'41.3“S+150°02‘57.7″E) auch nicht eben leicht. Dabei sah die Straße im Satellitenbild von Google Maps doch eigentlich sehr brauchbar aus.

    Das war übrigens, bevor es Street View gab. Schau Dir das dort unbedingt mal an und stell Dir vor, Du würdest da mit einem normalen PKW langbraten. Die malerische Aussicht belohnte uns dann aber doch für die Schrammen am Unterboden – nicht umsonst gibts da bei ernstzunehmenden Offroadgeräten eine Metallplatte und innenliegende Bremsleitungen.

    Geheimtip von jemandem, der es auf die harte Tour lernte: Am „Point of No Return“ vor Tümpeln, Steilhängen, Schotterfeldern usw. immer mal wieder schauen, wie es weiter geht. Die investierte Zeit zahlt sich aus, insbesondere, wenn Du grad keine Seilwinde zu Hand hast. Selbst Sportmotorräder werden gerne zur Immobilie, falls Du nicht Hulk Hogan bist (s. auch bartheld.net/txt/endurorunde.txt).

    Australiens Outback? Das Tasmanische Hinterland? Sag Bescheid. Das wird bestimmt lustig.

    Grüße,
    Volker

  • Christian Ahrens meinte am 12. März 2017 um 9:14:

    Hallo Clemens, dafür kriegst von mir gern was in deine Kirschenkiste. Mehr davon! Meiner unmaßgeblichen Meinung nach ist reiner Motorjournalismus öde und überbewertet, da es sowieso immer irgendwie gekauft und subjektiv kommt, wobei deine Beiträge hier schon wertvoll sind, weil unabhängiger. Wenn ich als mündiger Endverbraucher Fahrzeuge einordnen will, leg ich mir eh zuerst die Spezifikationen nebeneinander und setz mich dann in oder auf die wenigen Fahrzeuge, die übrig bleiben, Presse lass ich für persönliche Entscheidung links liegen…
    Aber zurück zum Thema, ich finde die Reisedings mit eingeflochtenen Kfz -Erfahrungen am reizvollsten und stark im Kommen. Es ist unterhaltsam, nimmt den Leser schnell gefangen
    und es rückt die Fahrzeuge in ein wahres Licht.
    Mir gefällt z.B., daß du nicht allerschlechtest über Renault schreibst, denn die haben zweifelsohne auch ihre Alltagsqualitäten, auch wenn sie nicht für eine deutsche linke Spur gebaut werden. Bin unvoreingenommen was Marken anbetrifft, hatte in den 90ern auch mal einen Renault, es ließ sich gut mit dem leben…wohingegen darauffolgend 13Jahre und 2 VWs eine Enttäuschung und hintenraus ziemlich teuer kam……

    • Clemens Gleich meinte am 12. März 2017 um 11:18:

      Siehe auch den Kommentar in der Kolumne auf Heise/Autos: Man wächst einfach an ein Fahrzeug, mit dem man gemeinsam Dinge erlebt. War beim Renault nicht anders, und das französisch Cruisen an der Küste entlang mit Musik aus der Bose-Anlage konnte er gut. Die Heckklappe hat mir nach anfänglicher Skepsis auch gefallen.

      Was Du sagst, sehe ich als generellen Trend in der Kirschenkiste: Leser, die hierherkommen, finden es gar nicht so spannend, wie ich dachte, wenn man ganz schnell über ein neues Motorrad frisch von der Präsentation schreibt. Stattdessen sind solche Geschichten beliebter oder ehrliche, kurze Einschätzungen. Timos Reiseendurovergleich wurde schon über 60.000 Mal gelesen zum Beispiel.

      • Volker meinte am 12. März 2017 um 12:14:

        Servus Clemens!

        Ein ebenso brandaktueller wie praxisferner Präsentationsbericht oder irgendwelche gesponsorten Vergleiche, wo schließlich nach Prozentpunktbruchteilen nach dem gepflegten Schotterdrift, dem praktischen Gepäckträger, einem Getränkehalter oder Kurven-ABS entschieden wird, kommt demjenigen, der sich Zeit und Muße für Belletristik nimmt, ohnehin schon zu den Ohren raus.

        Den Konsum von journalistischem Fastfood überlasse ich gerne Menschen mit 30-Sekunden-Aufmerksamkeitsspanne. _Wenn_ ich mich hinsetze und was lese, _dann_ soll es bitte auch unterhaltsam sein. Also mit Herzblut geschrieben. Und nicht Erbrochenes aus der Phrasendreschmaschine.

        Deswegen: Weiter so!

        Ciao,
        Volker

  • Christian Ahrens meinte am 12. März 2017 um 17:12:

    Servus nochmal in die Gemeinde!

    Ja! Timos Reiseendurogeschichte hat mich auch sehr begeistert, genauso muss das! War mir auch irgendwie aus dem Herzen geschrieben. Lese das Mojomag auch schon ein Weilchen. Hatte paypal.me da aber noch nicht begriffen 😉
    Ich z.b.habe letzten September meine GS 1200 entnervt verkauft, obwohl ich nie was gegen so Dickmadames hatte, aber es hat wirklich gereicht(ich glaube,diese Entscheidung hast du mit beeinflußt) … Die Dinger im allgemeinen und die GS im speziellen sind völlig überbewertet..Und ich stehe dazu!… Da wird seitens BMW noch von alten Legenden plus dem Stärker-und-Schneller-Fieber der Käufer profitiert. Der enorme finanzielle und mechanische Wartungsaufwand meiner K25 in Verbindung mit der mühsamen Alltagsbenutzung (sorgfältiges Warmfahren, Platzbedarf und Gewicht) standen nicht mehr im Verhältnis zum Fahrspass. Denn eins hab ich gelernt nach etlichen Modellen querbeet: der Fahrspass wird nicht größer! Die Last im Hinterkopf aber schon. Erinnere mich zu gerne an meine CB500 zurück, auf den ersten Blick todlangweilig, aber die hat ne schnelle kalte Rowdyrunde durch die Stadt zum Baumarkt und danach den kurzen Spaßumweg immer gerne angenommen bei geringstem Wartungsaufwand… Und erstaunlich flink! Mit der BMW ging das nicht…. Stopandgo in der Stadt waren ne Qual für mich und Maschine und das freche Zwischenquetschen an der Ampel ging auch nicht ohne allerbestes Augenmaß. Die wollte am liebsten 8 Stunden die lange Landstraße, dafür ist sie gemacht, aber das Universale ist schleichend abhandengekommen. Sicher, sie fuhr wie das heiße Messer durch die Butter, und Japanerjagd am Kyffhäuser hat auch Spaß gemacht…..Trotzdem… braucht keine Sau..
    Davor hatte ich ne alterwürdige Honda GL1100 original ohne dieses Wahnsinnsheckwohnzimmer, fast naked, die konnte die überzeugten Vorurteilsträger verblüffen! Mordsantritt und Druck aus den Kurven heraus, dabei Zug bis 190, die Maschine konnte auch was mit einem schlanken jüngeren Fahrer..;-)

    ….Will sagen, der Fahrspass war immer groß, es liegt nicht an evtl „wenigen“ PS oder dem Image oder der Marke… Und Touren waren mit allen Maschinen herrlich und gelungen…
    Der wieder zunehmende Trend nach kleineren Motoren und Modellen gibt meinem Gefühl nur Recht.
    Hab wirklich mal Lust auf ne 390er Duke…. Die unanständigen nachmittäglichen Rowdyrunden…. Ich meine das natürlich nicht auf andere Verkehrsteilnehmer bezogen.

    Treue Lesergrüße aus dem Saaletal, Christian

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