Mission Statement

You can now: Join The Mission. Darum geht es:

Grundgesetz, Artikel 5:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Der obige Abschnitt aus dem Grundgesetz fiel mir vor einiger Zeit im Bett ein, als ich meine neue Internetseite plante. Normalerweise mache ich sowas auf dem Balkon, doch in der meditativen Ruhestellung fielen mir außerdem der berühmte „Stammtisch“, an dem ausschließlich PS-Zahlen diskutiert werden, das „breite Grinsen“, das obligatorisch unter jedem Helm sitzt und vor allem die Aussage eines Kollegen ein, dessen Name jetzt mal egal, obwohl interessant ist. Er sagte: „Es gibt eigentlich gar keine schlechten Fahrzeuge mehr. Man muss nur herausarbeiten, für welche Zielgruppe sich das jeweils getestete eignet.“ Ich war sehr froh, dass der Herstellersprecher, der das offenbar gehört hatte, am nächsten Tag folgende Kategorisierung seines Fahrzeugs verkündete: „Für große Männer mit kleinen Schwänzen.“

Ich liebe den Herstellersprecher dafür. Mir geht nämlich dieses relativierende Wischiwaschi-Geseier auf die Eier. Wenn ich mir schon die Mühe mache, jemandes Meinung zu lesen (und eine Meinung ist es immer), dann will ich klare Töne hören. Warum darf man Sachen nicht einfach scheiße finden? Ich finde sehr viele Sachen scheiße, und ich weiß, dass es den anderen genauso geht — egal, was sie schreiben. Oder völlig enthemmt gute Sachen über den grünen Klee loben. Warum denn nicht? Gibt schon genug Sachen, die scheiße sind. Das ist wie in der Religion. Ich respektiere glutheiß Gläubige, die einem am liebsten Gott mit dem Schwert einhämmern würden. Ich respektiere genauso alle, die sich knallhart mit der Realität eines kalten, gleichgültigen Universums anfreunden und sagen: „Ich bin überzeugter Atheist.“ Keinerlei Respekt habe ich jedoch für esoterisches Rumgeeier à la „man weiß ja nie, hihi“. Ja, das ist Schwarzweißdenken. Genau um diese Comic-Schule des Denkens geht es hier, unterstrichen durch ein Design in schwarz und weiß. Zugegeben: und rot.

The smell of money

Normalerweise schreibe ich Texte gegen Geld, arbeite also nach Auftrag. Wenn jemand kommt und sagt „einmal das Internet ohne Abkürzungen erklären“ oder so, sage ich „Aye“. Naja, eigentlich sag ich erstmal „Was krieg ich denn dafür?“, aber mein Punkt ist: Manchmal braucht jeder eine therapeutische Auszeit. Das hier ist meine. Hier nehme ich mir meine grundgesetzliche Freiheit, jedwede abstruse Meinung zu vertreten und am nächsten Tag eine andere, diametral entgegengesetzte. Hier stelle ich alle Texte rein, die ich entweder nicht verkaufen kann oder einfach nicht verkaufen will.

Diese Art von Chaos verträgt sich wahrscheinlich nicht so gut mit Waschkörben voller Geldscheinchen, die mir von überallher durch die Rosette geblasen werden. Was mich zu meiner „Seitenleiste der löblichen Trotzdemhelfer“ bringt (der Name verträgt vielleicht noch eine Balkon-/Bett-Session). Kleines Beispiel für einen Eintrag dort: Nachdem ich keinerlei Ambitionen habe, irgendwas flächendeckend zu machen, trage ich nur Sachen, die ich gut finde. Shark-Helme finde ich zum Beispiel gut.

Oder BMW Motorrad: Ich hasse deren R 1200 GS (siehe MO 10-2008). Dennoch habe ich mit BMW die professionellste und ergiebigste Zusammenarbeit, die man sich denken kann. Sie sind nie beleidigt, sie sind immer sehr hilfreich und bei Technikgeschichten kann ich gleich in München im Werk vorbeikommen, was ja näher ist als zum Beispiel Japan. Warum machen die das? Weil es kompetente Profis sind. Es gibt auch inkompetente Mädchen, die schon über ein leise impliziertes „Krapfen“ beleidigt heulen. Und inkompetente Mädchenabteilungen verkaufen schlechter.

Grundsätzlich kann, darf, soll jedoch jeder ein Brother in Crime werden. Schaut euch beim Mojo-Merch nach Shirts um, die euch gefallen. Fragt mich nach Varianten, Übergrößen, anderen Artikeln für die Motive. Das mir Liebste, was ihr tun könnt, bleibt weiterhin: Weitersagen. Dazu gibt es Buttons unten an den Artikeln, Werkzeuge in den Browsern und natürlich Schreibhände oder Münder. Ich will keine toten Zahlen für bescheuerte Klickstrecken, ich will echte, interessierte Leser, mentale Rechtsüberholer mit Motoren als Herzen, Benzin im Blut und Elektrizität im Kopf. Wer solche Charaktere kennt: Bringt mich mit ihnen zusammen! Denn wenn die Realität damit fertig ist, die Medienlandschaft aufzureißen, umzupflügen, dann will ich, dass wir über den sich kalt knisternden Maschinen auf der Veranda in der Abendsonne sitzen, ein Gläschen besten Scotch in der Hand, unsere Narben vergleichen und sagen: „We did it — our way.“

„Krad allein ist fad.“

Die Themen hier haben oft nur so peripher mit Motoren zu tun, manchmal haben sie scheinbar gar nichts mit überhaupt irgendwas zu tun. Dennoch sind es oft gerade diese Geschichten, die besonders schön, menschlich, lesenswert werden. Wie zum Beispiel die Geschichte von Helmut Wicht über seine Ulle. <- Lesen, dann wiederkommen. Als er diesen Herz-Striptease in der Newsgroup de.rec.motorrad veröffentlichte, war ich echt berührt und schrieb:

Helmut, Du hast einfach viel zu viel Herz und bist damit sowas wie ne Mach III damals, wenn ihr Motor ihr Herz wär: Problematisch überbestückt, der Empathie thematischer Außenseiter völlig verschlossen und daher nur am Rand von allem (er)fahrbar. Ich weiß nicht, ob sich das jetzt wie ein Kompliment las oder nicht, aber manchmal tät ich Dir gern die Glatze tätscheln und wider besseres Wissen behaupten, dass alles gut wird. Mag an momentaner Resonanz ob meines Wochenendes am emotionalen und hormonellen Begrenzer liegen (Frauen (im Plural) sind dem Männer sein Tod), wahrscheinlicher find ich allerdings eine permanente Resonanz.

Grüße von einem Stück weiter am Tellerrand,

Clemens (sitzt da)
- „Worte wegen Weibern“

Einen ebenso bemerkenswerten wie richtigen Reply postete Helmut unmittelbar darauf:

…von einem MANN gesagt zu bekommen, dass man ein HERZ habe (wiewohl man freilich gemeinhin gesagt bekommen will, dass man EIER habe), dies gesagt zu bekommen, ist ein grosses Kompliment, für das ich mich sehr bedanke.

Und an der grandiosen Idee von der „Übermotorisierung“ sollten wir arbeiten. Ja, ich bin die Mach (die 500er)  gefahren: „A woman, a beast, beyond any control.“ Und dicke Harleys: „Fat bottomed girls, you make the rockin‘ world go round, yeah..“

Aber es geht nicht um diese Maschinen, um diese Frauen, oder um uns. Es geht um den SEINSzusammenhang, in dem diese Maschinen, diese Frauen, diese Kinder, die wir mit ihnen gezeugt haben, in dem wir eine Rolle spielen. Davon wird zu reden sein.

Krad allein ist fad.

Ja! Ja, genau! Der nackte, geschichtenerzählende und -hörende Affe Mensch mag am liebsten diejenigen Stories, in denen es um den interprimaten Seinszusammenhang geht. Und deshalb hoffe ich, dass sich hier sehr viele Ulle-artige Geschichten sammeln, denn die normalen „um“-Geschichten werden das von allein tun.

Apropos Geschichten sammeln: Die besten getexteten Unterhaltungen, kurze Anfälle von Genialität und die bunten Schnipsel der Gemeinschaft der Guten finden unverbindlich hingerotzt auf sozialen Netzwerken statt. Deshalb habe ich genau dafür eine Kapelle ins Facebook-Land gebaut: