Peugeot iOn: Elektroauto-Leasing

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 26.02.2010

Ende 2010 wol­len die Fran­zo­sen einen vier­tü­ri­gen elek­trisch moto­ri­sier­ten Klein­wa­gen für 500 Euro im Monat anbie­ten: 64 PS, 130 km Reich­weite, lädt seine Li-Ion-Batterien in sechs Stun­den an einer nor­ma­len Steck­dose oder ist in 30 Minu­ten auf 80 Pro­zent Leis­tung an einer nicht näher spe­zi­fi­zier­ten Hoch­leis­tungs­la­de­sta­tion. Star­ten soll das Pro­jekt Ende des Jah­res und in Peu­geots Miet­ser­vice "Mu" inte­griert wer­den. Inter­es­sant: Das Fahr­zeug hat einen Not­ruf­ser­vice, der manu­ell oder bei einem Unfall auto­ma­tisch den Ret­tungs­dienst anruft. Gibt es ab April zum Peu­geot Audio­sys­tem gegen Auf­preis auch für andere Modelle, steht hier.

Eigent­lich finde ich sol­che Stadt­fahr­zeuge gut, in die­sem Fall zum Bei­spiel als Zweit­fahr­zeug, wenn es eines mit Reich­weite gibt. Prak­tisch gibt es in der Stadt oft bis meis­tens Pro­bleme wie mei­nes: die­ser Wagen kommt die laange Treppe zu mei­ner Haus­tür wahr­schein­lich nicht hoch, und was nicht die Treppe bei mir hoch­kommt, kann ich auch nicht an mei­ner Steck­dose auf­la­den. Aber einen Ver­such wäre es wert — schon allein des Spek­ta­kels wegen.

Peu­geot iOn: Kommt er die Treppe zur Steck­dose hoch? (Bild: Peugeot)

Affentwin und Suppentätärä

Clemens Gleich - 25.02.2010

Klei­ner Zeitmaschinen-Pressespiegel: Nächste Woche Frei­tag wird in der Motor­rad das ste­hen, was ich hier schreibe: neue Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré blah blub. Yamaha wird auf Nach­frage alles abstrei­ten, was ich behaupte, aber was wis­sen die denn schon? Und wäh­rend die Bild-Leserschaft ver­ängs­tigt Rich­tung CERN guckt, weil dort schwarze Löcher rum­flie­gen könn­ten, geht die eigent­li­che Gefahr von Japan aus: die Ténéré wiegt so viel wie eine Vara­dero. Wenn man zu viel Zube­hör dran­macht, bil­det sich ein schwar­zes Loch, das die Milch­straße ver­schlingt. Aber bis auf die­ses kleine Manko muss ich sagen: gut gemacht.

wie gut gemacht?

Individualverkehr: Honda-Dreirad-Studie 3R-C

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 24.02.2010

Von öffent­li­chen Mas­sen­per­so­nen­ver­kehrs­mit­teln halte ich genau­so­we­nig wie davon, sich allein in so einen Puff­pa­last wie den Cayenne zu set­zen. Viel mehr halte ich von Motor­rä­dern. Damit gehöre ich einer Min­der­heit an. Hon­das Idee des Ein­per­so­nen­in­di­vi­du­al­ver­kehrs hat des­halb drei Räder und steht als Stu­die auf dem Auto­mo­bil­sa­lon Genf. Die Front­scheibe klappt im Stand nach hin­ten, ver­schließt den Innen­raum. Vorne hat das Drei­rad ein Gepäck­fach, unten drin lie­gen Bat­te­rien und der elek­tri­sche Antrieb. Wie der Piag­gio MP3 ist diese Honda ein Drei­rad­schwen­ker, Kur­ven pas­sie­ren also wie beim Flug­zeug oder Motor­rad für den Fah­rer quer­kraft­frei in Schräg­lage. Ich finde das Teil cool, des­halb kann man getrost davon aus­ge­hen, dass es nicht gebaut oder nicht gekauft oder bei­des wird. Es ist zum Bei­spiel schön, dass der Sitz hin­ter Ver­klei­dungs­tei­len ein Schutz­kon­zept ist. Warum dann aber nicht gleich eine geschlos­sene Kabine bauen? (Bil­der: Honda)

Schnit­ti­ges Welt­raum­fahr­zeug mit geschlos­se­ner Kabine.

Weni­ger schnit­ti­ges Welt­raum­fahr­zeug mit offe­ner Kabine.

Garantiert anders

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 24.02.2010

Sowohl die Medien– als auch die Motor­rad­bran­che manö­vrie­ren gerade durch inter­es­sante, weil schwie­rige Zei­ten. Das Posi­tive daran sind ver­mehrt abwe­gige Expe­ri­mente, die es nur geben kann, wenn den Ent­schei­dern der Arsch auf Grund­eis geht. Dinge vom Rand, Dinge, die anders sind. Das Essens­ma­ga­zin "Beef", das Auto­ma­ga­zin "ramp", eine Ouro­bo­ros Zaeta oder (älte­res Bei­spiel) eine Yamaha MT-01. Allen gemein­sam ist, dass sie kaum jemand haben will, obwohl sie wun­der­bar sind.

Das klingt zunächst selt­sam. Es wird kla­rer, wenn man bedenkt, dass Leute, die sich offen oder in Umfra­gen wün­schen, "anders" zu sein, in Wirk­lich­keit der Main­stream sind, denn der aktu­elle gesell­schaft­li­che Trend erhebt die Indi­vi­dua­li­tät zur maxi­mal erstre­bens­wer­ten Eigen­schaft. Kon­se­quen­ter­weise ist "anders sein", wie es (falsch ver­wen­det) in der Bri­gitte steht, main­stream­kon­sens­fä­hig. Die meis­ten Leute wol­len aller­dings gar nicht wirk­lich anders sein als der Schnitt ihrer Mit­men­schen, es reicht ihnen, im Rudel als Per­son noch ein biss­chen erkenn­bar zu blei­ben. Sie kau­fen sich eine Honda CBF 1000 und las­sen sich was in die Sitz­bank sti­cken, machen Kellermann-Blinker dran. Ist ja auch irgend­wie "anders". Hin­weis: Eine BMW GS ist nicht anders, nur weil sie häss­lich ist. Sie bedient im Gegen­teil grund­le­gendste Mas­sen­be­dürf­nisse. QED. Genau des­halb ist mit Eigen­stän­dig­keit von janz weit drau­ßen kein Staat zu machen. Eine Frau mit drei Köp­fen ohne Brüste kann der tollste Mensch auf Erden sein, sie wird es nie­mals auf den Vogue-Titel schaf­fen, genau­so­we­nig wie ich. MO wird nie­mals so viele Hefte ver­kau­fen wie die Gala. In letz­ter Zeit habe ich eine Menge Sachen gefun­den, die mich vom Fleck weg begeis­tert haben, die genial sind, die ihren eige­nen Weg gehen, die außer mir noch drei wei­tere Leute ken­nen und zwei davon mögen sie sogar.

Diese gan­zen neuen Nischen­pro­jekte wer­den daher nie­mals rich­tig Stück­zah­len brin­gen. Die Ent­schei­der glau­ben viel­leicht an Mas­sen­er­folg, weil sie dem Mob glau­ben, dass er anders sein will (ein Wider­spruch in sich), weil sie ihren Umfra­gen glau­ben, in denen das­selbe steht. Sie ver­lan­gen daher in ihrer Ver­zweif­lung oft einen wei­te­ren Wider­spruch in sich: eine Garan­tie, dass sich ihr neues, völ­lig absei­ti­ges Pro­jekt mas­sen­haft ver­kauft. Logik war eben noch nie eine mensch­li­che Stärke. Wer Mas­sen gewin­nen will, muss auf den Main­stream zie­len. Um genug Geld zu ver­die­nen, muss ich zum Bei­spiel hin­rei­chend mas­sen­kom­pa­ti­ble Sachen schrei­ben. Das ist nicht schlimm, es ist ein­fach ein Fakt. Im Abseits ste­hen groß­ar­tige Dinge wie eine Honda NR 750, eine KTM RC8, eine Moto Guzzi Griso. Diese Fahr­zeuge berei­chern unsere Kul­tur. Ihre Her­stel­ler berei­chern sie jedoch nicht. Für geniale Außen­ste­her gibt es also nur eine Garan­tie: dass sie sich anders ver­kau­fen. Näm­lich schlechter.

Das hier ist mit­nich­ten ein Appell, die Nischen zu igno­rie­ren, son­dern eher einer, die Nischen als sol­che zu erken­nen, damit kor­rekt kal­ku­liert wird. Es gibt zwar keine Garan­tie drauf, aber wenn es rich­tig klappt, hat man einen klei­nen Kreis "Ande­rer" glück­lich gemacht. Deren Wün­sche wur­den nir­gendwo anders erfüllt; sie sind die per­fekte Ziel­gruppe. Die Indi­vi­duen die­ser per­fekt pas­sen­den Gruppe zu fin­den ist dann die eigent­li­che Her­aus­for­de­rung. Ich hier in mei­ner Nische weiß, wovon ich da rede.

Fast Bikes

Clemens Gleich - 23.02.2010

Die neue Fast­bike ist da! Die neue Fast­bike ist da! Ist das auf­re­gend! Diese Belei­di­gung da über mei­nem Kom­men­tar mit den Kampf­jets, ne, die ist nicht von mir. Bitte ste­cken Sie da hin­ten den Base­ball­schlä­ger also wie­der ein. Ich bin gespannt, ob sich Fastbike-Leser für die Details der Motor­radelek­tro­nik inter­es­sie­ren und ich freue mich, dass Ralf die schwarz­weiß­ro­ten Comic-Bilder von BMW Süd­afrika, die ich hier auch gepos­tet habe, groß im Heft gedruckt hat. Er erzählt außer­dem was vom "Kon­zept BMW S 1000 RR". Ich erzähle jetzt hier weiterführend:

wie man sich die S 1000 RR schöntrinkt