Reifen, Technik, Toby

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 16.11.2011

Der Zehn­jah­res­plan sieht als End­ziel vor, die Motor­presse zu kau­fen, die Rechte an MO, einen Dop­pel­agen­ten, der den Tou­ren­fah­rer infil­triert, und dann nur noch Quatsch an den Kiosk zu lie­fern. For­schun­gen von Exper­ten zei­gen sehr deut­lich, dass das Spaß machen und kei­ner mer­ken würde. Zu die­sem Stich­tag brau­che ich natür­lich erst­klas­sige Offi­ziere, und die zieht man sich am bes­ten selbst. Toby ist mitt­ler­weile hoch­de­ko­riert (mit der lila­nen Scha­cke­line am Schlüs­sel­an­hän­ger­band), sei­ner redak­tio­nel­len Kampf­aus­bil­dung fehlte jedoch noch ein Technik-Feature. Also habe ich ihn ins Metzeler-Reifenwerk geschickt.

Hier seine Technik-Memoiren

EICMA 2011: Ducati 1199 Panigale plus Gekruschtel

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 08.11.2011

Ich liebe ja Mes­sen, auf die ich nicht sel­ber gehen muss. Ich liebe es, die kur­zen Berichte der Kol­le­gen dort zu sehen, die sich mit begin­nen­der Mes­sekrätze im Hals nur fünf Minu­ten hin­set­zen kön­nen, um sowas abzu­set­zen, weil sie gleich wei­ter zur nächs­ten Pres­se­kon­fe­renz ren­nen müs­sen, eine ran­zige Ekel­mes­se­kör­ri­wuast unver­daut im Gedärm mit sich tra­gend, die sich bald fies rächen wird. Ich bin also ein vir­tu­el­ler Elends­tou­rist, ich schaue mir bequem mit einem Glas Scotch in der Hand die ein­ge­hen­den Pres­se­mit­tei­lun­gen an und ser­viere dann Urteile raus. Also: Auf der Eicma 2011 ist die Ducati 1199 Pani­gale pas­siert. Ansons­ten gab es noch so Rauschen.

Tech­no­mons­ter Ducati 1199 Panigale

Das Rau­schen (Honda, BMW, Elektroschrott)

Neu: Husqvarna TE 449 mit Bosch-BMW-ABS

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 03.11.2011

Die EU schreibt in den nächs­ten Jah­ren ABS für alle neuen Motor­rä­der vor, und das gilt dann auch für Endu­ros mit Stra­ßen­zu­las­sung. BMW hat sich ja vor ein paar Jah­ren die heiße-Ofen-Marke Hus­qvarna in den Kon­zern gekauft, um fortan unter die­ser Marke sport­li­che Gelän­de­mo­tor­rä­der zu ver­kau­fen, weil sie mit der GS-Kundschaft zu vor­be­las­tet waren. Die woll­ten ja nichts unter fünf Zent­ner kau­fen. Taugte doch nix, die­ses Mücken­zeuch. Also fin­det der The­men­kreis „leichte Motor­rä­der mit hohen Bei­nen“ im gro­ßen Haus BMW unter der Marke Hus­qvarna statt, ers­tens aktu­ell mit der Nuda, zwei­tens dem­nächst mit einem laut BMW sport­taug­li­chen Gelände-ABS in der 450er Hus­qvarna TE 449.

Das Design der klas­sisch auf­ge­bau­ten ABS-geregelten Zwei­kreis­brems­an­lage ver­wen­det Module der sehr leich­ten, fle­xi­blen und daher belieb­ten neun­ten ABS-Generation von Bosch mit eige­nen, neuen Set­tings. Das Hin­ter­rad bleibt hier­bei kom­plett unge­re­gelt, kann also jeder­zeit blo­ckiert wer­den, das Vor­der­rad arbei­tet mit spe­zi­el­len Schlupf­wer­ten, die eine zufrie­den­stel­lende Funk­tion auf losem Unter­grund ermög­li­chen sol­len — also etwas bie­ten, bei dem bis­he­rige Abstim­mun­gen ver­sag­ten. Das ABS misst dabei den­noch die Dreh­zahl des Hin­ter­rads, ebenso wie den Druck im Sys­tem, um robus­tere Schät­zun­gen zu lie­fern, die das letzt­end­li­che Brems­ver­hal­ten bestim­men. Denk­bar ist es laut BMW auch, ein wei­te­res Set­ting für den Stra­ßen­be­trieb mit­zu­lie­fern, bei dem das Hin­ter­rad wie­der mit­ge­re­gelt wird. Das „Hus­qvarna Motor­cy­cles Off­road ABS“ rich­tet sich an den „enga­gier­ten Hobby-Enduristen“. Preise und Ver­füg­bar­kei­ten soll­ten dem­nächst um die Ecke kom­men, und die hei­li­gen drei Buch­sta­ben könn­ten dafür sor­gen, dass Hus­qvarna in Deutsch­land bald die meis­ten 450er Endu­ros verkauft.

Endu­ros wie die Hus­qvarna TE 449 müs­sen wegen der EU bald auch ABS haben. BMW will ein Geschei­tes bauen. (Bild: BMW)

Deutsche Umwelthilfe (DUH): Wir petzen, ihr zahlt

Clemens Gleich in Kategorie(n) , , , - 26.10.2011

In der letz­ten Zeit lese ich einen Feed, der mir mehr Lacher bringt als alle LOL­Cats, als selbst per­verse Affen. Ich rede vom Nach­rich­ten­strom der Deut­schen Pres­se­agen­tur (dpa). Da ste­hen dann Sachen drin wie: „Wenn man Rei­fen offen hin­legt, könn­ten die geklaut wer­den.“, „Vor­sicht: im Herbst könnte man müde wer­den.“ oder „Flirt an der Ampel — das ent­spannt.“ Einige gute Lacher kom­men über den Pres­se­mit­tei­lungs­sei­ten­strom, und fast alle davon stam­men von einer schrä­gen Orga­ni­sa­tion namens „Deut­sche Umwelt­hilfe“ (DUH). Die DUH ist eine Orga­ni­sa­tion, die Spen­den­gel­der dazu ver­wen­det, harm­lose Leute zu ver­pet­zen. Viel­leicht ist Deutsch­land in der glück­li­chen Lage, keine ech­ten Umwelt­pro­bleme mehr zu haben, dass die gro­ßen Unter­neh­men ihren gif­ti­gen Schrott nicht mehr stumpf auf ihre Müll­kippe Afrika ent­sor­gen, dass die Che­mie– und Phar­ma­kon­zerne nur noch Rosen­duft als Abfall­pro­dukt pro­du­zie­ren, dass die DUH also gezwun­gen ist, sich in Erman­ge­lung der gro­ßen Dinge um die nich­ti­gen zu küm­mern. Aber wiss­ter was? Für wahr­schein­lich halte ich das nicht. Viel­mehr halte ich die DUH für einen Zeck, für einen Sys­tem­pa­ra­si­ten, der die Schwa­chen aus­saugt wie es irgend­wie alle tun.

Feed-Nachricht:DUH ver­petzt Leute mit fal­scher Staub­pla­kette!“ In Mag­de­burg und Halle übri­gens, Deutsch­lands gesün­des­ten Luft­kur­or­ten quasi. Als „posi­tiv“ ver­merkt die Mit­tei­lung hier­bei, dass sich selbst dort im Osten prak­tisch jeder an die sinn­freie Rege­lung hält. Well, D’UH! Feed-Nachricht: „Bischöfe fah­ren Mit­tel­klas­se­li­mou­si­nen, ohne die DUH zu fra­gen!“ Man­che ant­wor­te­ten gar nicht!!11einself! Diese Comedy-Texte führ­ten mich auf die DUH-Website, in der Hoff­nung auf mehr sol­ches Mate­rial. Man wird dort nicht ent­täuscht: „Wir ver­kla­gen den Horn­bach wegen gif­ti­gen Leucht­mit­teln.“ Es geht hier­bei wohl­ge­merkt um ein paar Mil­li­gramm Queck­sil­ber hin oder her. Es geht aller­dings nicht darum, dass diese gif­ti­gen, in der Her­stel­lung ener­gie­auf­wen­di­gen Ener­gie­spar­lam­pen ohne­hin das Gegen­teil von Umwelt­schutz sind. Der DUH fin­det die näm­lich gut. Der viel­leicht noch erträg­lichste Ein­satz ihrer Petz-Skillz fin­det dann bei einer Klage gegen das KKW Phi­lips­burg statt. Es geht um schlam­pi­ges Arbei­ten, wie es zwar täg­lich vor­kommt, aber bei AKW durch­aus ver­ach­tet wer­den sollte. AKW betreibt man am bes­ten wie eine mili­tä­ri­sche Ope­ra­tion, aber nicht wie eine der Bun­des­wehr mit ihren gut so genann­ten „Kata­stro­phen­ein­sät­zen“, son­dern die einer rich­ti­gen Armee — der Israe­lis zum Bei­spiel: kalt, emo­ti­ons­los, nüch­tern, effi­zi­ent, mit Equipment-Overkill und einem Schuss ziel­ge­rich­te­ter Menschenverachtung.

Apro­pos ziel­ge­rich­tete Men­schen­ver­ach­tung: „Der jähr­lich durch KYOCERA ver­lie­hene KYOTO-Preis in Japan gehört nach dem Nobel­preis zu den höchs­ten Ehrun­gen“, schreibt die DUH da eis­kalt, weil Kyo­cera Deutsch­land seit 20 Jah­ren ihr „Part­ner“ ist. Ich habe jetzt nichts gegen Kyo­cera per­sön­lich, aber das ist so, als würde eine Frau­en­rechts­or­ga­ni­sa­tion ost­eu­ro­päi­sche Youporn-Accounts fea­tu­ren, weil sie fünf Cents pro Klick kriegt. Ich könnte hier noch Stun­den auf die DUH ein­schla­gen, but you get the drift. Es ist eine Orga­ni­sa­tion, die aus halt­lo­sen Schuld­ge­füh­len moti­vierte Spen­den­gel­der in Kla­gen oder Quatsch ver­wan­delt, die nichts ändern, aber einen gewis­sen Unter­hal­tungs­wert haben. Wer also diese kon­krete Unter­hal­tung lang­fris­tig für seine Comedy-Feeds erhal­ten wis­sen möchte, sollte die DUH finan­zi­ell unter­stüt­zen. Der Rest sollte sie verachten.

Mehr Mate­rial zum Ver­ach­ten: CO2-Fußabdrücke und –Aufkleber

Marco Simoncelli ist gestorben: Right and Wrong

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 24.10.2011

Marco Simon­celli war einer von den Guten. Am Wochen­ende starb er beim MotoGP-Rennen in Sepang. Er ruhe in Frie­den, vor allem in Frie­den vor däm­li­chen Pres­se­spe­ku­la­tio­nen à la „hätte, hätte, Fahr­rad­kette“. Marco hat bis zum Ende das gemacht, was er geliebt hat. Er hätte [sic] gar nichts Ande­res machen wol­len. Das hohe Risiko macht eben auch den hohen Reiz aus, wie es Guy Mar­tin in sei­nem Inter­view mit Jon Urry in MO 10 auf den Punkt gebracht hat. Das kann aber jemand nicht wis­sen, der sein Leben im Ses­sel damit ver­bringt, jeden Tag drei Ver­si­che­run­gen abzu­schlie­ßen. Beim Tod von Risi­ko­sport­lern sieht man daher immer sehr genau, wer Ahnung hat und wer bes­ser die F…inger fest­ge­hal­ten hätte. Marco, die Rennsport-Gemeinde ver­misst Dich schon jetzt, für Deine kla­ren Ansa­gen, für Dei­nen kom­pro­miss­lo­sen Fahr­stil, für Deine Liebe für uns, Dein Publi­kum. Diese Liebe geht ebenso stark in die andere Richtung.

Doin‘ it right (Klaus „Gas­krank“ Nägler)

Doin‘ it right (Alfred „Racing4Fun“ Kirchsteiger)

Doin‘ it wrong (Peter „ich hab keine Ahnung, soll aber was sagen“ Ahrens auf Spon)