Zurück aus der Hölle mit Ersatzteilen

Clemens Gleich - 05.07.2011

Habe mein Wochen­ende in der Hölle ver­bracht. Hatte ganz ver­ges­sen, wie scheiße es dort ist. Um mich wie­der auf­zu­hei­tern, wer­den wir jetzt ein biss­chen an der Mojo­ma­schine bas­teln. Hub­raum auf­boh­ren. Schwe­res Geraf­fel abbauen. Innere Rei­bung mini­mie­ren. Ein Racing-Kabelbaum. Einige Klein­teile. Alles eben ein biss­chen schnel­ler machen, klas­si­sches Tuning. Da wir dazu den Motor öffnen müs­sen, kann solange wir bas­teln kei­ner was schrei­ben. Ihr nicht, ich auch nicht. Wer zwi­schen­zeit­lich was los­wer­den will, kann sich wie immer ver­trau­en­voll ganz tra­di­tio­nell an das Post­amt wen­den. Ope­ra­tors are stan­ding by. Unser Gekrusch­tel im Maschi­nen­raum sollte aller­dings auch recht schnell über die Bühne gehen. [Update:] Es ist schnell über die Bühne gegan­gen, wegen des tap­fe­ren Ein­sat­zes eines Man­nes aus dem wil­den Osten. Kom­men­tare gehen also wie­der. Es ist (apro­pos Osten) übri­gens inter­es­sant, wie rück­stän­dig die Hölle ist. Tele­fon­bü­cher sind dort zum Bei­spiel kein iro­ni­scher Witz wie in zivi­li­sier­ten Gegen­den, son­dern belieb­ter Lese­stoff. [Update 2! OMG!] So, bis auf den neuen bestell­ten End­topf ist alles dran, was schnell macht. Zusätz­lich sind die Schilde jetzt sogar ein­fachst auf einen DDoS-Angriff auf­schalt­bar, sodass ich end­lich damit wei­ter­ma­chen kann, der größte Arsch des moto­ri­sier­ten Inter­net zu wer­den. Stig Heil!

Raser, die Polizei Nordirlands und die Polizei hier

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 26.06.2011

Gerade kam mein Foto aus Nord­ir­land, auf dem aus mir uner­find­li­chen Grün­den meine Kawa­saki Z 1000 SX nur 73 Mei­len pro Stunde fährt. Die­ses scho­ckie­rende Bild ver­langte ich die Tage, in der Hoff­nung, mein Gewis­sen zu erleich­tern. Viel­leicht ist ja Toby gefah­ren, für Fotos, dachte ich mir. Lei­der: nein. Zu Recht ver­hän­gen die „North Ire­land Crime Stop­pers“ ein Buß­geld für mein unter­ir­di­sches Ver­hal­ten. Dem Doku­ment hängt zudem eine Erklä­rung der Poli­zei an, die da lau­tet: „As the regis­te­red kee­per of the vehi­cle you are responsi­ble for kno­wing who was dri­ving your vehi­cle at all times.“ Dann folgt eine Rechts­be­leh­rung über Sank­tio­nen gegen Nicht­wis­sen. Ich befür­worte diese Her­an­ge­hens­weise der nord­iri­schen Poli­zei, weil sie die mir so wich­tige Eigen­ver­ant­wor­tung fest bucht.

Weni­ger Befür­wor­tung gibt es dage­gen für unsere ein­hei­mi­sche Poli­zei. Mein ein­sei­tig geschlos­se­ner Waf­fen­still­stand wurde von einem dicken Poli­zis­ten tor­pe­diert. Um das fra­gile Frie­dens­gleich­ge­wicht trotz allem zu erhal­ten, beauf­tragte ich umge­hend die (süd-) ame­ri­ka­ni­sche Film­ge­sell­schaft Equal Pic­tures, um ver­mit­tels einer rich­tungs­wei­sen­den Doku­men­ta­tion mit eige­nen Mit­teln per­sön­lich gegen unver­ant­wort­li­che Rase­rei im Stra­ßen­ver­kehr vorzugehen:

Die Motor­rad­ra­ser — eine Dokumentation

Die Guten sagen die Wahrheit

Clemens Gleich in Kategorie(n) , , - 18.06.2011

Der Renn­fah­rer an sich ist gern ein arro­gan­ter Schnö­sel. Auf der Haben­seite steht jedoch: Die Stopp­uhr trai­niert ihm sys­te­ma­tisch ab, ver­quas­ten Bull­s­hit abzu­son­dern. Andreas Werth (aka „Berz­erk“), Chef vom Motor­rad­ma­ga­zin „Reit­wa­gen“, mag ein Schrei­ber sein, aber sein ange­neh­mer Plus­punkt ist, dass er gern denkt wie ein Renn­fah­rer. Immer wie­der fin­det man die­sen Klar­text auch im Hef­terl. Man fin­det ihn genauso in sei­nen Mails. Ich erin­nere hier an seine kla­ren Worte zum Thema „bescheu­erte ABS-Pflicht“. Genauso klar hat er sich gegen­über Alfred Kirch­stei­ger von racing4fun.at geäußert:

Man kann mit gut vor­be­rei­te­ten Seri­en­ma­schi­nen auf gut abge­stimm­ten käuf­li­chen Fahr­wer­ken alle Alpe Adria-Klassen gewin­nen, wenn die Tech­nik ordent­lich funk­tio­niert und der Fah­rer ordent­lich reinhält.

Das erin­nert mich an die Tage in Oschers­le­ben (bei Doc Scholl), an denen wir mit der Honda CBR 600 RR unsere Recher­chen der Geheim­nisse des Rasens für die Fast­bike angin­gen. Nach ein paar auf­wär­men­den Run­den zeigte der Lap-Timer unter Dirk Schnie­ders eine ordent­li­che 1:35 — trotz dem zehn kg schwe­ren ABS, mit dem man alles in allem einige Meter frü­her brem­sen muss. Wir haben nicht­mal was am Fahr­werk rum­ge­dreht, wir haben ein­fach Con­ti­nen­tal Race Attack auf­ge­zo­gen und sind seri­en­mä­ßig aus­ge­rückt. Denn beim Rasen geht es zu nähe­rungs­weise 100 Pro­zent nur um eines: den Fah­rer. Der sta­tis­tisch ver­nach­läs­sig­bare Teil dreht sich dann um die Renn­fah­rer auf IDM-Niveau und drü­ber. Wer durch die Gegend graupt, der tut das auch auf einem Öhlins TTX-Hinterbein. Er freut sich dar­über viel­leicht mehr.

Die Wahr­heit: Das ist ein rich­tig gutes, schnel­les Motorrad.

Berz­erk:

Alte Racing-Regel: Der Erste muss gar nix erklä­ren. je wei­ter hin­ten, um so län­ger wer­den die Aus­re­den und die Presseaussendungen.

Diese Aus­re­den gibt es über­all von der MotoGP bis run­ter auf die Haus­stre­cke. Mick Doo­han sag­ten die Lang­sa­me­ren genauso wie Valen­tino Rossi zu sei­nen Hoch­zei­ten nach, Honda gebe ihnen phy­si­ka­lisch unmög­li­che Welt­raum­teile und setze tau­send kleine Japa­ner mit Tret­müh­len zusätz­lich vors Getriebe. Die Wahr­heit war jedoch: Die bei­den fuh­ren schlicht schnel­ler, wie Jeremy Bur­gess Rossi ein­mal sagte, wie Rossi sich selbst und allen mit sei­nem Wech­sel zum damals gera­dezu grau­pi­gen Yamaha-Team demons­trierte. Genauso kam in Oschers­le­ben zum Abend­es­sen ein Kol­lege aus der Super­duke Battle an unse­ren Tisch, um zu fra­gen, wel­che schwarze Magie mit wel­chen Tret­müh­le­nös­ter­rei­chern denn in Dirks Motor am Werk sei, denn der klinge auf die­sem (voll­kom­men über­steu­er­ten) Video so komisch. Dirk: „Komm kurz vor dem Ren­nen zu mir, dann tau­schen wir die Maschi­nen. Ich baue nur mein Feder­bein und meine Gabel um, beim Rest nehme ich gern dein Motor­rad.“ Der Mann ging dann leise ins Bett.

Sol­che schlich­ten Wahr­hei­ten sind für mich so ent­span­nend, weil ich jeden Tag Pres­se­mit­tei­lun­gen und Fahr­zeug­tests lese. In bei­den steht ja meist plus­mi­nus der­selbe ver­quaste Rotz drin. Die 600er Hon­das wur­den in der Presse gern als etwas „lang­wei­lig“ oder „in die Jahre gekom­men“ abge­tan. In der Rea­li­tät stan­den zur sel­ben Zeit gern sie­ben die­ser in die Jahre gekom­me­nen Lang­wei­ler in den Top Ten der schnel­len Renn­klas­sen. Dage­gen Dirk: „Das ist ein gutes Motor­rad.“ Und das ist: die Wahrheit.

Berz­erks kom­plet­ter Brief bei Racing4fun.at

PS: Man beachte die wei­tere Aus­füh­rung des The­mas in den Kom­men­ta­ren.

Honda: The Power of … SPARTAA!!

Clemens Gleich - 14.06.2011

Vor tau­send Jah­ren im Mai (ich komm‘ ja grad zu allem, nur halt spät) bin ich end­lich Hon­das Crossrun­ner gefah­ren. Das war zunächst wie erwar­tet. Dann hat jemand einen Sack Nägel in die Air­box geschüt­tet. Das war dann inter­es­sant. Des­halb hier:

Wie der Crossrun­ner so ist und fährt

Wie der Crossrun­ner so entstand

The Good, the Bad, the Ugly

Clemens Gleich - 07.06.2011

Aktu­ell habe ich eine Pipe­line von zu pro­du­zie­ren­den Sachen, deren Länge gera­dezu rus­si­sche Gasprom-Ausmaße annimmt. Test Honda Crossrun­ner. Test Spidi H2out. In Irland, beim 10.000-Liter-Test. Dazu auch: Northwest 200. Außer­dem sind die Dau­er­tes­ter Honda CBR 600 RR (zum Ergrün­den der Essenz des Rasens) und der Honda Zoo­mer (zum Umbau als Alpen­tou­rer) nicht nur da, son­dern schon im Ein­satz, grad erst in Oschers­le­ben. Also mache ich, was jeder Schreib­tisch­tä­ter täte. Ich mache noch­mal was zusätz­lich ganz Anderes:

Ich spare auf einen neuen BMW 1er.