Kettenrasseln
Edgar Hengesbach aus Mannheim ganz generell:
Verdammt, warum hab ich das ausgerechnet jetzt gefunden! Das Fragezeichen fehlt hier weil, das ist keine Frage, sondern ein Hadern mit dem Schicksal, welches mich dazu zwingen wird, meine Küche über’s nächste Wochenende weiter zu bauen, weil ich mich die letzten zwei Abende in mojomag.de und den diversen Links festgelesen hatte, statt das Projekt zum Ziel zu führen.
Trotzdem guten Morgen, Clemens Gleich.
Sie machen sich rar in MO. Warum? Ich versuche mal, die Frage selber zu beantworten. Sie sind ein Bewerbungsspezialist und sind dort eingestellt worden, weil sie, im besten Zwirn gewandet, erfolgreich das irre Flackern im Blick unterdrücken konnten, jedenfalls für die Dauer des Gesprächs. Mit welchen (sicherlich illegalen) Tricks sie ihre ersten Artikel in diese bis dahin seriöse Zeitschrift schmuggeln konnten, nötigt mir eine Spur von Hochachtung ab. Daraufhin wuchs die Rubrik „Post an MO“ zeitweise auf bis zu vier Seiten an. Wahrscheinlich ersparten ihnen erhöhte Werbeeinnahmen und viele neue Abonnenten eine Diskussion über ihren Arbeitsvertrag, nicht aber über ihren Schreibstil und ihre Recherche-Intensität, denn so langsam dämmerte denen was. Beides änderte sich langsam Richtung Normal. Ich meine gut, aber langweilig. Der letzte echte CG, an den ich mich erinnere, kam in MO vor gefühlten zehn Jahren; es ging da um eine Nachtfahrt mit einem rußschwarzen Motorrad.
Dann müssen sie wohl lautstark mit ihren redaktionellen Ketten gerasselt haben, worauf man sie aus Lärmschutzgründen einige Zeilen tiefer im Impressum zu den „freien“ Mitarbeitern befördert hat. War das eine Variante von „Wegloben“? Oder konnten die schlicht ihr Honorar nicht mehr bezahlen und sie mussten in die weite „Welt“ hinausziehen und was dazu verdienen? Könnte ich verstehen. Ich weiß, was ein Single Malt in Stuttgarter Bars ungefähr kostet.
Wie dem auch sei, ich hab ja jetzt mojomag.de bei den täglich aufzurufenden Seiten. Bei den zur Zeit unverantwortlich tiefen Außentemperaturen steht solcher Lesestoff bei mir hoch im Kurs, mangels Gelegenheit zur Lieblingsbeschäftigung. Da meine Bastelbude nur notdürftig beheizt werden kann, liegt das Suzi-Katana-Wiederaufbau-Projekt sozusagen auf Eis. Und an meinem Stadtmuli Yamaha 750 ist nichts zu schrauben. Da ist schon alles Entbehrliche weg.
Hoffentlich hält das unvermeidliche Geldverdienen sie nicht davon ab, mojomag aufzufüllen. An neueren Storys herrscht ja scheinbar kein Überfluss, wenn sie schon auf so uraltes wie „Zur Sicherheit“ zurückgreifen. Ist aber trotzdem super. Ach, machen sie doch, was sie wollen. Aber bald!
Der Leserbriefonkel bestätigt: Ja, Clemens Gleich ist ein perfider Bewerbungsbetrüger, der schon ganz andere Firmen in den Ruin getrieben hat. Opel zum Beispiel. GM. Die Deutsche Bank. Amerika. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Der Verlag MO Medien konnte sich nur durch den geschickten Schachzug einer kooperativen Zusammenarbeit mit räumlichem Abstand dem Schicksal von Opel (jeden Tag in der BILD-Zeitung) entziehen.
Clemens Gleich ist außerdem dafür bekannt, sich in den Boxengassen dieser Welt als Chefredakteur der Motorpresse vertitulieren zu lassen, um sich Vorteile wie zum Beispiel ein Aluschweißgerät nebst Bediener oder eine Dose Bier zu ergaunern. Bestimmt tut ihm nichtmal Ihre Küche leid. Aber er freut sich über Ihre Post. Schicken Sie also Bilder von der Katana. “Holzschwert”-Clemens, wie er in Yakuza-Kreisen genannt wird, ist daran als Waffennarr hochinteressiert.