Kettenrasseln

Leserbriefonkel - 26.01.2010

Edgar Hen­ges­bach aus Mann­heim ganz generell:

Ver­dammt, warum hab ich das aus­ge­rech­net jetzt gefun­den! Das Fra­ge­zei­chen fehlt hier weil, das ist keine Frage, son­dern ein Hadern mit dem Schick­sal, wel­ches mich dazu zwin­gen wird, meine Küche über’s nächste Wochen­ende wei­ter zu bauen, weil ich mich die letz­ten zwei Abende in mojomag.de und den diver­sen Links fest­ge­le­sen hatte, statt das Pro­jekt zum Ziel zu führen.

Trotz­dem guten Mor­gen, Cle­mens Gleich.

Sie machen sich rar in MO. Warum? Ich ver­su­che mal, die Frage sel­ber zu beant­wor­ten. Sie sind ein Bewer­bungs­spe­zia­list und sind dort ein­ge­stellt wor­den, weil sie, im bes­ten Zwirn gewan­det, erfolg­reich das irre Fla­ckern im Blick unter­drü­cken konn­ten, jeden­falls für die Dauer des Gesprächs. Mit wel­chen (sicher­lich ille­ga­len) Tricks sie ihre ers­ten Arti­kel in diese bis dahin seriöse Zeit­schrift schmug­geln konn­ten, nötigt mir eine Spur von Hoch­ach­tung ab. Dar­auf­hin wuchs die Rubrik „Post an MO“ zeit­weise auf bis zu vier Sei­ten an. Wahr­schein­lich erspar­ten ihnen erhöhte Wer­be­ein­nah­men und viele neue Abon­nen­ten eine Dis­kus­sion über ihren Arbeits­ver­trag, nicht aber über ihren Schreib­stil und ihre Recherche-Intensität, denn so lang­sam däm­merte denen was.  Bei­des änderte sich lang­sam Rich­tung Nor­mal. Ich meine gut, aber lang­wei­lig.  Der letzte echte CG, an den ich mich erin­nere, kam in MO vor gefühl­ten zehn Jah­ren; es ging da um eine Nacht­fahrt mit einem ruß­schwar­zen Motorrad.

Dann müs­sen sie wohl laut­stark mit ihren redak­tio­nel­len Ket­ten geras­selt haben, wor­auf man sie aus Lärm­schutz­grün­den einige Zei­len tie­fer im Impres­sum zu den „freien“ Mit­ar­bei­tern beför­dert hat. War das eine Vari­ante von „Weg­lo­ben“?  Oder konn­ten die schlicht ihr Hono­rar nicht mehr bezah­len und sie muss­ten in die weite „Welt“ hin­aus­zie­hen und was dazu ver­die­nen? Könnte ich ver­ste­hen. Ich weiß, was ein Sin­gle Malt in Stutt­gar­ter Bars unge­fähr kostet.

Wie dem auch sei, ich hab ja jetzt mojomag.de bei den täg­lich auf­zu­ru­fen­den Sei­ten. Bei den zur Zeit unver­ant­wort­lich tie­fen Außen­tem­pe­ra­tu­ren steht sol­cher Lese­stoff bei mir hoch im Kurs, man­gels Gele­gen­heit zur Lieb­lings­be­schäf­ti­gung. Da meine Bas­tel­bude nur not­dürf­tig beheizt wer­den kann, liegt das Suzi-Katana-Wiederaufbau-Projekt sozu­sa­gen auf Eis. Und an mei­nem Stadt­muli Yamaha 750 ist nichts zu schrau­ben. Da ist schon alles Ent­behr­li­che weg.

Hof­fent­lich hält das unver­meid­li­che Geld­ver­die­nen sie nicht davon ab, mojo­mag auf­zu­fül­len. An neue­ren Sto­rys herrscht ja schein­bar kein Über­fluss, wenn sie schon auf so ural­tes wie „Zur Sicher­heit“ zurück­grei­fen. Ist aber trotz­dem super. Ach, machen sie doch, was sie wol­len. Aber bald!

Der Leser­brie­fon­kel bestä­tigt: Ja, Cle­mens Gleich ist ein per­fi­der Bewer­bungs­be­trü­ger, der schon ganz andere Fir­men in den Ruin getrie­ben hat. Opel zum Bei­spiel. GM. Die Deut­sche Bank. Ame­rika. Die Liste ließe sich belie­big fort­set­zen. Der Ver­lag MO Medien konnte sich nur durch den geschick­ten Schach­zug einer koope­ra­ti­ven Zusam­men­ar­beit mit räum­li­chem Abstand dem Schick­sal von Opel (jeden Tag in der BILD-Zeitung) ent­zie­hen.

Cle­mens Gleich ist außer­dem dafür bekannt, sich in den Boxen­gas­sen die­ser Welt als Chef­re­dak­teur der Motor­presse ver­ti­tu­lie­ren zu las­sen, um sich Vor­teile wie zum Bei­spiel ein Alu­schweiß­ge­rät nebst Bedie­ner oder eine Dose Bier zu ergau­nern. Bestimmt tut ihm nicht­mal Ihre Küche leid. Aber er freut sich über Ihre Post. Schi­cken Sie also Bil­der von der Katana. “Holzschwert”-Clemens, wie er in Yakuza-Kreisen genannt wird, ist daran als Waf­fen­narr hochinteressiert.

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