Postamt
Schreiben Sie mir hier einen lieben Brief. Freu ich mich drüber. Oder schreiben Sie einen bösen Brief. Freu ich mich ebenfalls drüber. Denn manchmal sinds ja grade die ätzend feindseligen, die den höchsten Lesewert haben. Also: Schreiben Sie mir, aber vergessen Sie nicht:
Alles, was an leserbriefonkel [at] mojomag [Punkt] de geht, ist ein Leserbrief, den ich, sofern leserlich geschrieben, veröffentlichen werde. Schreibe an diese Adresse daher nichts, was du nicht auch der ganzen Klasse mitteilen möchtest.
Garmins Cannon Ball Race
Jens in Berlin hat eine gute Idee zum GPS-Tracker skizziert:
Die bislang schmutzigste Idee zur legalen Verwendung eines Consumer-GPS-Trackers wie dem Garmin GTU 10: ein Cannon Ball Race ausschließlich auf Landstraßen (vorgegebene Wegpunkte) mit 10 schneeweißen Aprilia RSV4 von Berlin nach Malaga. Initiiert, beworben & gesponsert von Piaggio, der MO & Conti.
139 PS: Bin sehr alt & untwitterfähig, darum mein Vorschlag auf diesem Wege.
Der Leserbriefonkel ist beeindruckt: Capital! Habe den weitsichtigen Vorschlag sogleich an die betroffenen Parteien weitergeleitet. Bis jetzt keine Antwort. Müsste jedoch stündlich so weit sein.
Trinker(nichtmehr)jugend Stuttgart
Sebastian Andreas musste über Clemens Gleich weinen:
Heute hab ich mich mit einem, ich gebe es zu, weinenden Auge einer alten MO-Ausgabe gewidmet und mir ist dann auch wieder eingefallen, warum ich dieses amüsante Stück Papier überhaupt abonniert habe: Es gibt wirklich viele Motorrad-Magazine, die sehr sachlich Berichte über aktuelle Themen veröffentlichen, jedoch ganz ohne irgendwelche Emotionen. Bin dann irgendwann über die MO gestolpert, und als ich mich dann in die ersten Artikel stürzte, fiel mir sofort auf, dass da doch jemand schreibt, der genauso wie ich einfach nicht mehr “alle Tassen im Schrank” hat, dafür aber Benzin (machmal überwiegt doch auch mal der Alkohol) im Blut. Seitdem der Herr Gleich bei der MO nur noch als freier Mitarbeiter gelistet wird, hat sich das Blatt für mich doch sehr entfremdet, ich kann und will einfach nichts mehr über Cafe-Racer und Eigenbauten lesen…
Bin dann in meinen Frust auf ein anderes Blatt gestoßen und als ich den ersten Artikel las,wusste ich sofort wer der Verfasser war… Mein weinendes Auge war sofort geheilt. Ich will jetzt nicht über die MO herfallen, die machen immer noch gute Arbeit, momentan jedoch für eine andere Zielgruppe. Nun zu meiner eigentlichen Frage: Clemens, trinkst du wirklich so viel, wie du immer schreibst?
Der Leserbriefonkel plaudert alles aus: Clemens Gleich, das ist eine allgemein bekannte Tatsache, ist eine riesige Muschi. Er wäre gerne ein großer Trinker und schreibt sich diese Realität herbei. In Wahrheit schafft er es seit Pubertätstagen nichtmal, konsequent zu rauchen. Der Herr Gleich wurde schon mehrfach dabei beobachtet, wie er nach einem halben Sixpack fertig mit der Welt war! Aber nicht weitersagen, ja?
Eier bis Tscheina
Ralf Steinert freut sich über Lob und darüber, dass das Fastbike-Logo schon bis nach China kommt:
Stephen Davison ist der supernette Kerl, der diese Roadracing-Bilder schießt. Guckstu [hier].
Wie man Scotch trinkt
Ralf Tönjes wurde folgendermaßen vom Nikolaus beglückt:
Lieber Leserbriefonkel,
Ich habe vom Nikolaus einen 12-jährigen Highland Park geschenkt bekommen (Auslöser war eine Mare-TV-Sendung über die Orkney-Inseln und die dortige Destillerie). Als unerfahrener Whisky-Trinker möchte ich wissen, wie ich dieses (edle?) Getränk am besten trinke (zimmer warm/mit Wasser/auf Eis/anders). Was rätst du mir?
Der Leserbriefonkel rät: Kurzfassung: Einfach reinschütten, die Plörre! Länger: Alle Highland Parks (including Dein 12er) sind sehr gute Trink-Whiskies mit einem wunderbaren Karamellgeschmack am Gaumen oben. Alle Malt Whiskies (auch gute Blends) trinkt man üblicherweise bei Zimmertemperatur, weil sie ohnehin in kürzester Zeit diese Temperatur im Glas erreichen. Eingeschenkt kenne ich von meistens Schranktemperatur, also 16–18° C.
Eis ist bei Scotch unüblich, das ist eher Tradition bei den Amerikanern, und auch dort meist nur für die weniger edlen Tropfen. Man trinkt Scotch normalerweise zunächst mal pur, auch die Fassstärken. Wenn es dann nicht passt, kann man das Getränk mit ein paar Tropfen weichen Wassers verdünnen, “öffnen”, sagen Manche. Man nimmt wirklich jeweils nur sehr wenig Wasser, ich verwende meist einen oben zugehaltenen Strohhalm als Pipette. Verdünnen kann man ohnehin mal probieren, weil es oft Noten zeigt, die unverdünnt nicht oder kaum wahrnehmbar sind. Das ist auch kein Gepansche: Scotch wird ohnehin verdünnt, wenn er aus dem Lagerfass in die Flasche abgefüllt wird (selbst die Fassstärken). Dabei lässt man dem Wasser Zeit, sich gut mit dem Scotch zu vermischen, was dann Alkosnobs auch fürs eigene Glas empfehlen: eine halbe Stunde stehen lassen. Ich kenne jedoch keinen Schotten, ja generell keinen Trinker, der sowas macht. Aus einem einfachen Grund, den ich mit den Worten eines jungen Experten aus Glen Ord wiedergeben möchte: “Let’s be honest: a dram doesn’t last this long.”
Den HP12 trink ich immer einfach so, der ist sehr zugänglich und lecker. Kannst nix falsch machen. Vor allem: Immer dem eigenen Geschmack trauen. Wenn er Dir persönlich also wasweißich durch die Nase gezogen am besten schmeckt, lass es Dir nicht von einem Alkosnob ausreden.
Auf den guten Nikolaus!
Endlich: Google-Dump als Printout
Der m.-w.-Verlag kündigt sein neues Webadressbuch an — gedruckt:
Die besten Geheimtipps aus dem Internet! Die neue Ausgabe des führenden deutschen Internet-Guides „Das Web-Adressbuch für Deutschland“ präsentiert die besten und wichtigsten Internet-Adressen auf einen Blick! Zu über 1.800 Themenbereichen werden jeweils die zwei bis zehn absoluten Top-Adressen aus dem Internet übersichtlich im Web-Adressbuch präsentiert. Die Redaktion testet, bewertet und vergleicht jedes Jahr aufs Neue alle Web-Seiten und hat aus den Tiefen des Internets auch diesmal wieder die besten Perlen herausgefischt. Darunter sind auch viele neue, eher unbekannte Surf-Tipps zu den aktuellen Trends. Mit Hilfe des Web-Adressbuches spart man sich somit das ewige Herumsurfen und Durcharbeiten der Trefferlisten in Suchmaschinen und stößt auf viele interessante und praktische Web-Seiten, die bei den Suchmaschinen im Netz gar nicht oder nur sehr schwer zu finden sind! Neu: Ein Special mit den besten Online-Shops.
Für nur 16,90 Euro ist „Das Web-Adressbuch für Deutschland 2011“ überall im Buch– und Zeitschriftenhandel erhältlich (ISBN 978−3−934517−12−7). Mehr Infos im Internet unter www.web-adressbuch.de
Der Leserbriefonkel ist baff: Seit den Neunzigern, als wir das erste Mal darüber gelacht haben, kommt jedes Jahr diese Pressemitteilung, jedes Jahr wird sie absurder. Eine Email-Ankündigung eines Buchs voller Web-Adressen, das im Internet vermarktet wird; das ist fast schon philosophisch. Am absurdesten ist ja, dass sich dieses Buch scheinbar lohnt. Wobei auch soeben jemand eine E-Mail ausgedruckt hat, um sie dem Chef auf den Schreibtisch zu legen…
