Nach dem Sturzregen der Nacht stand das Wasser am Fotopoint höher als erwartet. Aber die 690 brät da einfach durch mit ihrem Riesen-Vorderrad. Jetzt schreibe ich einen Text für den Motorradfahrer, weil der eine Druck-Deadline bedienen muss. Ihr könnt gern noch Wünsche äußern, was ihr für den Artikel hier über die Maschin‘ wissen möchtet.

„Wie tief es hier wohl ist? Naja, sie werden schon wissen, wie sie ihre Route legen …“ (Bild: Sebas Romero)

Kommentare:

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  • Volker meinte am 4. Februar 2019 um 14:08:

    – Was gibts am Murl für Wartungsintervalle?
    – Kann man das (Öl/-filter, Luftfilter, Kerze, Lenkkopf-/Rad-/Umlenkhebellager, Ventilspiel, Bremsflüssigkeit) ohne CAN-Interface noch selber machen?
    – Kostenpunkt der gängigsten Verschleiß- und Ersatzteile?
    – Herstellergarantie und -gewährleistung bei artgerechtem Einsatz?
    – Fallen da immer noch nach 1000km irgendwelche Schauben ab?
    – EU-Homologation mit voller (offener) Leistung oder potentieller Streß bei der allzweijährlichen HU?
    – Was baut man für Wettbewerbsbetrieb tunlichst alles runter und wie lange braucht man dafür?
    – Potential für eine DIY-Supermotoumrüstung gegeben?
    – Muß man als normalgroßer Mensch (185-190cm) irgendwelche Lenkererhöhungen anbauen?
    – Wie ist das Getriebe im Sporteinsatz?
    – Taugen Bremsen und Kettensatz oder haut man da idealerweise gleich neue Scheiben, TRW-Sinter und 15:45 drauf?

    • Clemens Gleich meinte am 4. Februar 2019 um 15:16:

      Das kann ich Dir alles beantworten außer das mit den Schrauben und dem Schrauben. Da muss ich Erfahrungen von der Duke extrapolieren: Nein, bei der neuen fielen keine Schrauben mehr ab. Beim Vormodell schon. Vibriert halt auch weniger mit der Ausgleichswelle. Loctite hab ich dennoch dabei. Zeug abmachen für Rennstrecke geht auf der Duke recht schnell.

      Das Ding ist straßenzugelassen mit 75 PS, ich glaube, Du hast hier richtige Enduros im Kopf zum Vergleich. Die 690er wiegen 160 kg, dürfen 2 Personen tragen und gelten nach EU-Recht daher nicht als Enduros. Wer sowas als Supermoto fahren will, kauft gleich die SMC R (selbe Plattform). Selber zwischen Supermoto und Enduro umstecken? Weiß ich nicht, es gibt auch keinen, der das macht. Auch das gehört ins Gebiet richtiger Wettbewerbs-Enduros. Die kriegst aber nicht mit Leistung straßenlegal. Also gibt es die 690er.

      Rest beleuchte ich Dir im Test.

      • Volker meinte am 4. Februar 2019 um 16:42:

        Zwischen SM- und Enduroradsatz umstecken machen vor allem die, die keinen Geldscheißer besitzen, der 24k€ für zwei Moppeds ausspuckt und trotzdem evtl. mal ein heiteres Ründerl auf Asphalt, in der Karthalle von Augsburg, Marktl oder sonstwo drehen wollen. Kommt das ABS damit klar? Kriegt man das irgendwie eingetragen? NB: Mit der Leistung und dank Ausgleichswelle steht man auch nach Anreise über >100km im „Winkelwerk“ [tm] (R) (C) ganz gut da, ohne daß zwischendurch der Zahnarzt die Plomben und der Proktologe die Hämorrhoiden wieder antackern müßte.

        Nachdem die Enduros eh immer fettere Frontscheiben kriegen, muß ich auch nicht auf 320er (nebst Adapter gehen) und kann die Geschichte entspannt in unter einer Stunde umstecken. Zahllose Male bei der 620er gemacht, genug Leute wechseln so zwischen WR250X und WR250R hin- und her.

        Es geht außerdem nicht nur um „Zeugs abmachen“, denn statt dem rituellen Steinschlagopfer „Frontscheinwerfer“ hätte ich evtl. schon gerne ein Nummerntaferl. Und vernünftig plazierte, abdichtbare Superseals, auch für die Fahrtrichtungsanzeiger. Tankoptionen könnten wir noch diskutieren, schließlich war die 690er in Deinem Fazit auch eine recht gute „Reise“enduro.

        Ob auf dem Murl nun nur eine Person fahren darf oder sich der Sozius fühlt, wie ein Affe auf dem Schleifstein, ist dann wohl auch nur noch ein zulassungstechnischer Winkelzug, auf das Feature kann man im Alltagsbetrieb getrost einen lassen. Ehrlich: Wann ist bei Dir auf der Duke schonmal hinten jemand mitgefahren? Mehr als nur um den Block?

        Und, ja, ich habe natürlich „richtige“ Enduros im Kopf zum Vergleich und nicht eine XT600E auf Testosteron. Der Trend mag ja durchaus zum Zweitmotorrad gehen, aber so richtig das Zielpublikum für die 690er Enduro R erschließt sich mir nicht, außer es geht darum, wie man fotogen durch eine Wassepfütze fährt.

        Und „straßenzugelassen bei 75PS“ war jetzt nicht ganz die Antwort die ich mir auf meine Frage erhofft hatte, zumindest dann nicht, wenn mir der x-beliebige Sachverständige (oder Straßenbulle) irgendwas von „Ist die aber laut!“ vorheult und dann mit dem Phonmeter herumfuchtelt. Die HU muß ein absoluter Nobrainer sein und nicht irgendwelche (O-Ton BMW damals zur 450er und X-Challenge) „Homologationslücken“ ausnutzen.

        Die nächsten Umweltplaketten und Abschalteinrichtungsverbote kommen garantiert und Streß ist das Letzte, was ich will, nachdem ich einen knapp fünfstelligen Eurobetrag für einen 600er Einzylinder rausgehauen habe. Schließlich steht KTM ziemlich allein auf weiter Flur im Reigen der geländetauglichen Einzylinder, da gibt es schon Käufer, die nicht nur Feldwegposerei damit vorhaben oder alternativ mit zusammengezwickten Arschbacken oder auf dem Hänger im Dreck spielen fahren.

        Aber vielleicht ist das für einen Test auch bissl viel erwartet und nur mein kleiner Ponyhof, keine Ahnung. Würds halt gerne lesen.

        • Clemens Gleich meinte am 4. Februar 2019 um 17:28:

          Ich weiß ned, was ich Dir noch sagen soll außer: serienmäßig straßenzugelassen mit 75 PS. Da gibts NULL Probleme mit TÜV oder Kontrollen. Ich hab den Motor doch auch in der Duke R. Wenn du damit Probleme kriegst, hättest die auch mit einer Kawa Z 750 gekriegt und solltest in beiden Fällen den Anwalt bemühen. Das hat NICHTS mit BMWs 450er zu tun, die legal völlig zugestopft war. Siehe auch Hondas neue CRF 450 L: 26 PS legal – genausoviel wie ihre 250er-Enduro. Das hat auch NICHTS mit „Der Herbert in Köln trägt dir eine 500er EXC legal mit voller, offener Leistung ein“ zu tun. Die 690er gibt es, weil etwas wie die EXC in legal nicht geht. Schau Dich um: Mit Euro 4 und allem wiegen straßenlegale 250er-Enduros genausoviel wie die 690er, nämlich ca. 160 kg.

          Umstecken kannst immer, musst dann halt evtl. das ABS im Supermoto-Betrieb abschalten, weil es aufs 21-Zoll-Rad abgestimmt ist. Ich kenne viele, die das bei WR 250 tun. Ich kenne niemanden, der das bei einer 690 tut. Aber ich kenne ja nicht jeden. Ich frag mal KTM.

        • Clemens Gleich meinte am 4. Februar 2019 um 17:33:

          Ach so: Die Enduro ist mit 21 Zoll vorn homologiert. Also wärst mit 17 Zoll nimmer legal für das Anfahrtsründerl. KTM hab ich grad per Mail gefragt, die werden mehr wissen, was Dich wahrscheinlich eher betrüben wird. Die Legalität dieser Sorte Motorräder ist gar nicht so einfach herzustellen.

          • tam meinte am 8. Februar 2019 um 10:29:

            Ich hab das eine Zeit lang gemacht. Um die SM Räder an die Enduro zu bauen, muss man nur etwas Plastik am Gabelschützer und Kettenschutz entfernen. Die Eintragung beim TÜV war kein Problem.

        • Clemens Gleich meinte am 5. Februar 2019 um 16:30:

          Also, KTM sagt:

          “Dieser Umbau wäre technisch mit etwas Aufwand sicherlich irgendwie umsetzbar, aber definitiv nicht empfohlen und / oder freigegeben.

          Es spricht vieles dagegen:
          Die Elektronischen Fahrhilfen (sowohl ABS als auch Traktionskontrolle) würden nicht funktionieren.
          Zudem ist ja das Fahrwerk sehr unterschiedlich: Eine Enduro mit SM-Rädern / Reifen hätte durch die längeren Federwege und die weichere Abstimmung auf der Straße bei weitem nicht die Qualitäten wie eine SMC R. Das Ganze wäre schon ein arger Kompromiss.

          Und legal wäre es ohnehin nicht.

          Die vernünftigste Lösung wäre für die ENDURO passende Reifen mit Straßen-Profil zu wählen.“

          Der Plan, mit so einem Umbau legal zur Kartbahn zu fahren, geht also nicht auf. Dass es nicht so fahren wird wie die SMC, hab ich ja schon gesagt.

  • Volker meinte am 6. Februar 2019 um 12:12:

    Danke Clemens, für die Mühe und Klarstellungen. Derartiges wäre übrigens, was mich durchaus als Leser für irgendwelche Medien gewinnen würde, ein „KTM hat eine neue 690R auf dem Markt gebracht, es gibt sie als Enduro und als Supermoto und sie sind beide ursuper!“ eher nicht.

    Als Resümee bleibt, daß so ein SM-Enduro-Umbau mit der neuen 690er also NOCH schwieriger durchzuführen ist, als es vor etlichen ohnehin schon war, und daß sich das der frischgebackene Eigentümer tunlichst verkneift, selbst dann, wenn er auf Straßenlegalität pfeift.

    “Null Probleme“ bei der HU und Kontrollen liest sich angenehm, denn wer so einen Haufen Geld für so ein Motorrad ausgibt, will sich garantiert nicht mit irgendwelchen legalen Kompromissen abfinden.

    Über den Euro-4-Krampf kann ich nicht mitreden, die Kriterien „Straßenlegalität“ und „geringes Gewicht“ war bei der WR250X für meine bessere Hälfte jedenfalls kaufentscheidend, die Yamaha damals eine 137kg (vollgetankt!) schwere Lichtgestalt auf dem Motorradmarkt. Kaum zu fassen, daß das mit 500ccm nicht gehen soll – aber dank der neuen Richtlinien ist dieser Schuß vermutlich längst draußen. Niemand tut sich den Streß an, in einer Gesellschaft, in der 600ccm schon das maximalmögliche Zugeständnis an die Fahrleistungen eines Brot-und-Buttermotorrads sind.

    Ich werde die neue 690er einfach mal fahren und schauen, ob ich sie geil finde. Daran führt aber auch kein noch so wortreicher Testbericht vorbei, daher kein Versäumnis von Deiner Seite.

    Nachmal Dank von jemandem, der allein schon wegen der Größe seiner Garage (deren Mietvertrag übrigens seitens des Vermieters fristgerecht gekündigt wurde) „arge“ Kompromisse eingehen muß, auch wenn es das in der Welt von KTM nicht gibt.

    • Clemens Gleich meinte am 6. Februar 2019 um 12:42:

      Idee: Kommst mit auf den Test der 690 Enduro. Ich will wieder so einen Vergleichstest fahren, Reisen mit Offroad-Anteil, vielleicht über den Balkan. Mal sehen, was sonst noch mit sollte, die Honda 250 Rallye auf jeden Fall und eine Gravitationslinse muss auch mit als Kontext. Die soll dann aber jemand Anderes fahren …

      • Volker meinte am 6. Februar 2019 um 20:08:

        Zum Test: Klingt vielversprechend. Du weißt allerdings schon, daß ich aus naheliegenden Gründen aktuell nur „leichtes Gelände“ [tm] (R) (C) unter die Räder nehmen kann, weil sonst mein metallisches Endoskelett zickt? Für die Bleischwermöchtegernenduro bewerbe ich mich definitiv nicht – außer der Balkan ist mittlererweile gänzlich asphaltiert. Mir reichte eigentlich schon die 950er Adventure auf der Manching-Runde. Die Kiste ringt Dich zu Boden.

        • Clemens Gleich meinte am 7. Februar 2019 um 16:36:

          Das wird ja eh erst im Spätsommer aktüll. Es wär natürlich am schönsten, wenn Honda die CRF 450 L gescheit hingekriegt hätte (dann hättest sie Absätze lange mit der 450er Suzi vergleichen können), aber die hat wie gesagt nur so viel Leistung wie die 250er.

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