Was zum Fick?

So schauen meine abgeschliffenen Bremsscheiben nach dem Schleifen und Einfahren aus. Sie rubbeln nicht mehr, sie schlagen. Hab ich noch nie gesehen, hat noch niemand so gesehen, weder der Schleifer noch die Werkstatt noch sonstwer. Strange. Die Scheiben kommen runter und die Originale drauf. Ich bin nicht angetan von der Fehlerrate bei Galfer. Die haben ihre metallurgischen Prozesse nicht so im Griff wie sagen wir: Brembo.

Sieht fast aus wie eine Schweißnaht?

Kommentare:

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  • Volker meinte am 15. Februar 2019 um 14:08:

    Interessanter Defekt. Du meinst vermutlich diesen „Steg“ bei 7:00 Uhr? Geschweißt ist da sicher nichts, aber eine lokale Veränderung des Metallgefüges allemal. Ich habe das zuletzt bei einer Bremsscheibe gesehen, die beim Hersteller hitzebehandelt wurde. Zum Abkühlen hat man das Ding dann an einem Drahbügel aufgehängt, was zu einer durchgehenden Veränderung in diesem Bereich geführt hat. Also nix mit „bremst sich weg“.

    Deine Scheibe scheint im Bereich des rechten Floaters (4:00 Uhr) auch noch eine Unregelmäßigkeit zu haben. Das Tragbild ist ebenfalls nicht hübsch, Du warst mit dem Ding ja wohl nicht auf der Rennstrecke und hast geschaut, wieviele Stoppies die Vollsinterbeläge aus 150km/h abkönnen, oder?

    Bin übrigens wegen des Resultats (=kompletter Reinfall) nicht überrascht.

    Brembo/TRW/Lucas ist immer eine gute Idee. Lassen wir es uns mal so ausdrücken: „Bei den Ausschreibungen, wo KTM nach einem Zurüster für Duke-Bremsscheiben gesucht hat, konnten Brembo/TRW/Lucas nicht mit dem Galfer-Angebot mithalten.“.

    Vielleicht wollte Brembo auch nicht mehr extra für kostensensitive Hersteller wie KTM (und auch Aprilia, Ducati, Horex, MV Agusta, Moto Morini und TM Racing) „Low Cost“ produzieren, weil man sich noch an die rufschädigende Peinlichkeit mit den zerbröselnden Hydraulikkolben aus Kunststoff erinnerte.

    Vielleicht kannst Du „die Scheibe schlägt“ auf einem Wuchtbock oder notfalls auch im eingebauten Zustand noch etwas quantifizieren, Mikrometermeßuhr wäre freilich hilfreich. Und ein Foto mit Filzstiftpünktchen an der Stelle mit dem größten Seitenschlag. Dann die Befestigungsschrauben der Scheibe lösen und das Teil 180° rotieren. Kann man bei eingebautem VR machen. Dann nochmal nachsehen, wegen des Prinzips.

    Wie hast Du Dein Murl denn jetzt wieder flottgekriegt? Spontanheilung nach Wartezeit? Neues Kerzerl? Fragen über Fragen.

    Gute Fahrt!

    • Clemens Gleich meinte am 15. Februar 2019 um 16:36:

      Genau, ich meine den Steg. Das mit den Drahtbügeln dachte ich mir auch schon, hatte aber den Schleifer im Verdacht. Der sagt aber, in seiner Apparatur wird die Scheibe an den Aufnahmebohrungen montiert wie am Motorrad und dann läuft sie vertikal durch die Parallelschleifapparatur.

      Brembo produziert übrigens die Hinterradscheibe und die Scheibe der normalen Duke ohne R mit 4,5 mm. Für die dickeren Scheiben der R mit 5 mm und die Powerparts mit 5 mm dann Galfer. Ich hab jetzt schon häufiger gehört, dass die Dinger metallurgisch Murks waren. Erinnerungen an Hanwei werden wach.

      Das Tragbild schaut so aus, weil ich ja grad beim Einbremsen war, als das auftrat. Dann natürlich zusammengepackt und heimgefahren. Wie viel diese Stege seitlich rausstehen, kann ich Dir nicht sagen, die Duke ist in der Werkstatt, Service und TÜV. Wenn ich die Scheibe nochmal sehe, geht sie in die Forschung.

      Ich hab die Duke mit Fremdstart vom laufenden Auto aus angekriegt, nachdem zwei parallele Motorradbatterien nicht ausreichten. Ging schneller als Zündkerzen rausmachen, denke ich.

  • Volker meinte am 16. Februar 2019 um 15:33:

    *LOL* Danke Clemens für diese Erläuterungen und die Bestärkung meiner vorläufigen Kaufzurückhaltung in Sachen KTM. Immer noch dieselbe Bastelscheiße. Oder wie ein Arbeitskollege immer zu sagen pflegt: Same same, but different. Was gestern Radlager, Radnaben, Nockenwellenlager und Benzinhähne waren, sind heute Tachos, Bremsscheiben, Batterien, usw.

    Ich frag mich gerade, was wohl wäre, würde KTM Medizintechnik verkaufen.

    P.S.: Interessant, wie eine vollgeladene LiFeP-Batterie den Motor zwar schnell drehen aber nicht anspringen lassen kann, es der schnöde Bleiakku aus der Dose aber dann doch schafft. Muß man nicht verstehen. Hauptsach, der Kat war kalt, dann rotzt es die Gülle schon irgendwie zum Auspuff raus.

    • Clemens Gleich meinte am 16. Februar 2019 um 17:52:

      Naja, die (kaputte) LiFePO4 drehte, aber die Spannung war zu niedrig für einen zündenden Funken. Dann abgesoffen, und um lang genug schnnell genug zu drehen, das zu beheben, reichten halt 2 Moppedbatterien nicht. Das kennst Du doch alles. Ich war einfach zu faul, die Zündkerzen rauszufummeln. Wobei man da ganz gut hinkommt, hab ich gesehen …

  • Volker meinte am 16. Februar 2019 um 20:28:

    Clemens, Deine Armut kotzt mich natürlich an.

    Zum Ersten muß sich keines meiner Motorräder mit einer Batterie erniedrigen. Solange ich zwei *sic* halbwegs gesunde Beine habe, werde ich die Kisten auch im Zustand „abgesoffen“ wieder erfolgreich zum Leben erwecken. Zündkerzen fummle ich bestenfalls prophylaktisch, was mich dran erinnert, daß ich das bei der SC wohl letztes Mal vor der Jahrtausendwende gemacht habe. Naja. Vielleicht aber auch letztes Jahr.

    Zum Zweiten ziehe ich bei Kandidaten mit schwächelnder Batterie (Anjas WR250X hatte da mal ein Issue, das Murl wollte selbst nach Startversuch per Anschieben nicht bei Leerlaufdrehzahl funktionieren, hat wohl die Lichtmaschine zu wenig Saft für die total geplättete Batterie geliefert) achselzuckend den guten Deutronic DBL 1050 aus dem Werkzeugschrank (https://www.deutronic.de/produkte/dbl-1050-14/), mit 70A haucht die Kiste wirklich jedem Fahrzeug neues Leben ein, man muß nur aufpassen, daß nicht irgendwelche schwindsüchtigen Kabel abrauchen.

    Danke, übrigens, liebe BMW-Fahrer, daß ihr mir dieses Gerät mit dem Kauf Eurer Premiumfahrzeuge querfinanziert habt. Denn in der hochnäsigen weißblauen Entwicklung schmeißt man derartiges Material nämlich in die Tonne mit dem E-Schrott, anstatt sie wenigstens aufzuschrauben und oberflächlich zu checken, warum sie wohl nicht mehr funktionieren. War letztendlich ein Flachbandkabel vom Display abgefallen, echt tricky zu reparieren…

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