Trial by Gardening

In der letzten Zeit habe ich wenig publiziert, sowohl hier für mich als auch für meine Auftraggeber. Hier die erinnernde Erläuterung für die, die es nicht wissen: Wir haben ein Haus gekauft mit 2800 qm Grund. Am Samstag war mein Vater da, um meine Gartenplanungsideen zu bewerten und auch etwas zu den Bäumen zu sagen. Er hatte früher eine Gartengestaltungsfirma und arbeitet bis heute aktiv im eigenen Garten und denen der Umgebung bei ihm dort am Albtrauf. Wir fangen mit der Gartenarbeit an, weil Herbst Pflanzzeit ist und wir sowieso erst im November mit der Haus-Renovierung beginnen können. Ich sehe sehr viele Garten-und-Wald-Videos, die mir Google natürlich aus Gründen meiner Suchen vorschlägt, aber vielleicht ist der Ex-Weinberg ja dennoch für mehr Menschen interessant als Video. Hier stehen außer vor rund 50 Jahren gepflanzten Fichten und Kiefern vor allem Laubhölzer: Mehrere schöne Ahornbäume, eine Eiche, eine Walnuss, Berge von Pflaumenbäumen, die sich ausgebreitet haben wie Unkraut, drei riesige Haselnusssträucher, eine zweireihige Apfelbaumplantage, 4 oder 5 Kirschbäume, und im Hartriegel-Dschungel habe ich sogar eine schöne Esche gefunden, die noch nicht dem eingeschleppten Pilzbefall unterliegt, der die Esche als Art wohl zum Aussterben bringen wird. Auf der großen Wiese kommen noch Esskastanien und eine Sommerlinde hin. Langes Labern kurzer Sinn: Ich trage mich mit dem Gedanken, interessante Dinge im Garten zu filmen, wenn ich eh gerade dran herumhacke. Ich weiß, eine Esche ist keine Ducati, aber man kann ja eine Garage UND einen Garten haben und beides interessant finden. Das Motorrad und der Garten gehören eh zusammen. Ich will hier irgendwann mit dem Trial-Motorrad herumhüpfen.

Mittlerweile habe ich die Wiese fertig gesenst. Die Bussarde feiern das eröffnete Wühlmaus-Buffet.

Kommentare:

ältere
  • Clemens Gleich meinte am 14. Oktober 2019 um 10:44:

    Gestern waren wir Bogenschießen im Garten. Mit steilem Hang brauchst schon mal keine Pfeilfänger-Vorhänge. Ein Pfeil steckt irgendwo in einem Wühlmausarsch, den habe ich nimmer gefunden.

  • Dirk K. meinte am 14. Oktober 2019 um 15:18:

    Ich „musste“ meinen Garten vor 25 Jahren anlegen. Heute kann ich gar nicht mehr ohne Garten. Alles naturnah mit Insekten und Kleinsäugern ohne Ende. Garten macht glücklich.

    • Clemens Gleich meinte am 14. Oktober 2019 um 19:08:

      Ich wollte nie viel garteln, weil ich es daheim (wie gesagt: Vadder war Gärtner) als Riesenaufriss erlebte. Aber das könnte noch kommen. Heute kam ich abends nass und dreckig vom Hang und war recht glücklich.

  • Volker meinte am 14. Oktober 2019 um 15:32:

    Wichtig als Hobby für Eigentümer ist auch „Home Automation“, haben mir einige Augsburger Exilisten glaubhaft gemacht. Kannst Du per Schlaufernsprecher in Millilitergranularität dem Ölfluß Deiner Heizung zusehen.

    2800m^2. Mannomann. Das reicht für eine echt schöne Crosspiste.

    Fichten, Kiefern und Ahorn kann man nicht essen, daher kein Verständnis. Letzterer taugt vielleicht als Sonnendach für die Grillparty. Zu den Obstbäumen natürlich den Daumen hoch. Mein Vater hat im Garten einen „Kaiser Wilhelm“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser_Wilhelm_(Apfel)). Er kaufte ihn nur des Namens wegen, im Geschmack eher was für Apfelstrudel. Und Hochseilartisten.

    • Clemens Gleich meinte am 14. Oktober 2019 um 19:07:

      Man kann nicht alle Bäume essen, aber alle Bäume taugen dazu, Temperatur runterzunehmen und Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen. Wir standen am Sonntag da mit dem Bogen am Hang, und um 17h wars immer noch so heiß, dass man es kaum ertrug. Mitte Oktober. Ehemaliger Weinberg halt. Im Sommer kannst da Ananas ziehen, wenn du das Wasser findest. Also mehr Bäume, auch ohne Obstertrag. Sonst sterbe ich am Trialer den Hitzetod.

    • Clemens Gleich meinte am 14. Oktober 2019 um 19:22:

      Ach ja: Shitty Things kommen mir ned ins Haus!

      • Dirk meinte am 14. Oktober 2019 um 20:23:

        Wirst sehen sehen, die Liebe wächst … besonders bei Schreibtischtätern

        • Clemens Gleich meinte am 14. Oktober 2019 um 21:07:

          Wenn das stimmen würde, hätte ich schon einen Berg von IoT-Geraffel. Hab ich aber zum Glück ned.

  • Sven Wedemeyer meinte am 16. Oktober 2019 um 8:14:

    Hi Clemens,
    wir hatten in Fürstenwalde (Husqvarna, die Knochen schmerzten…) über Eure Idee gesprochen. Daumen hoch, beide!
    Bei uns ist es ähnlich: Landflucht nach vorn, Scheune, 7500 qm ehemalige Monokultur – in Brandenburg jedoch absurd flach. Ich verstehe trotzdem Deinen aufkeimenden Spaß am Weinberg. Als wir kürzlich erfolgreich einen Brunnen bohrten fühlte ich mich danach wie J. R. Hewing. Schräge Hochgefühle…
    Ich vermute jetzt, dass Gartenarbeit echt glücklich macht und wage mich immer weiter vor. Biodiversität, Permakultur, Selbstversorgung. Trockenbiotope und so. Der digitale Stadtmensch in mir mutiert dabei immer mehr zum Bauern. Ich habe jetzt Gummistiefel… 😉
    Vielleicht sollten wir anfangen für die Landlust zu schreiben…? Im Ernst, viel Erfolg und Kraft wünsche ich Euch, es klingt nach dem richtigen Weg!

    • Clemens Gleich meinte am 16. Oktober 2019 um 23:03:

      Ja, ich habe das stets vermieden, wie gesagt, weil ich es daheim als viel zu viel Arbeit erlebte. Aber ist eben doch noch einmal etwas Anderes, wenn es einem selber gehört. Selbstversorgung haben wir aber keine Ambitionen, nur bisschen Gemüseanbau.

  • Volker meinte am 22. Oktober 2019 um 20:42:

    Ey, also nur der Klarstellung wegen: Es vergeht kaum ein Tag, wo ich mich nicht frage, ob Landschaftsgärtner oder vergleichbare Berufe nicht besser für mein Seelenkostüm wären. Nur ist das mit der Selbstversorgerschaft eben nicht so einfach in München und das finanzielle Polster, mir eine Finca am Weinberg zu gönnen (so wie Clemens, die Geldsau, SCNR), habe ich halt auch nicht. Ergo radle ich jeden Tag durchs die Elendsviertel des Millionendorfs und frage mich, wieviel Hirn und geringstmöglichstes Maß an Verantwortung man im automotive-nahen Softwareentwicklungsbusiness wohl aufbringen muß.

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