Wo ist der billige Erneuerbaren-Strom?

Ich sehe mich als Anwalt der Armen, weil ich selber aus armen Verhältnissen komme und als Schreiber wirst du nicht reich. Ich betone das deshalb, weil viele Schreiber durch ihre Bildung und ihre berufliche Nähe zu den reichen Eliten glauben, das seien ihre Peers. Nein. Geh auf die Straße in deinem Viertel, sprich mit den normalen Angestellten und Arbeitern. DAS sind die Genossen deiner Einkommensebene. Seit ich klein bin, höre ich, wie Solar- und Windkraft unsere Energiekosten billig machen. Seit ich klein bin, erlebe ich aber das Gegenteil. Der Strom ist nach einer historisch beispiellos hohen Förderung der Erneuerbaren teuer wie nie, und das hängt direkt an unserer Stromproduktion. Wenn von Solarstrom für 4 ct / kWh gesprochen wird, dann geht es um Gelegenheitsstrom. Wenn die Sonne scheint, ist er so billig. Dann liefern aber alle Sonnenkraftwerke. Ein Peak des Angebots entsteht, den höchstens zufällig ein Nachfragepeak überlagert (siehe die Enten-förmige Spannungskurve an sonnigen Tagen im deutschen Netz: Mittags-Peak Verbrauch dellt Mittags-Peak Erzeugung ein). Kurz: Der billige Strom ist je nach Wetter da, statt steuerbar, wenn er gebraucht wird. Der einzig korrekte Wert für die Kosten erneuerbarer Stromerzeugung wäre kWh (gepuffert), also die nötigen Pufferkapazitäten für Mindererzeugung mit eingerechnet. Wenn nur innerhalb von 24 h gepuffert werden soll, kostet die kWh (gepuffert) Solarstrom um die 11 ct / kWh, Wind in der Gegend 13 ct. Man vergleiche mit den immer als viel zu hoch kritisierten Preisen für grundlastfähige Atomkraft mit 10 bis 11 ct. Man denke darüber nach, ob 24 h wirklich ausreichen.

Warum ist das so? Wo ist unser billiger Strom, den die Politik uns versprach dafür, dass wir als Endverbraucher die Chose bezahlen mussten? Es wird ihn nicht geben. Die Pufferung unserer EE-Stromerzeugung erfolgt über flexible Gaskraftwerke. Damit man das planen konnte, haben wir langfristige Verträge mit Russland abgeschlossen, die Gas über Pipelines lieferten. Dann wollten wir lieber Spotmarktpreise für Gas bezahlen, und seit Beginn Energiekrise 2021 beklagen wir uns, dass der Markt Preise schwanken lässt. Während ich dies tippe, dümpeln 30 Flüssiggastanker vor den Küsten herum und warten auf (für sie) bessere Spotmarktpreise. Damit ein einzelner Energieträgerpreis (aktuell: Gas) auch wirklich volle Kanne auf alle Stromerzeugung durchschlägt, haben wir am Strommarkt das „Merit-Order-Prinzip“ mit einem „Grenzkraftwerk“. Bedeutet kurz: Das teuerste Kraftwerk, das zur Spannungshaltung noch nötig ist, bestimmt den Preis für ALLE. Wenn du also für 4 ct Gelegenheitsstrom erzeugst, erhältst du 40 ct / kWh, wenn das entsprechend teure Gaskraftwerk die Spannung ausgleichen muss. EE-Strom ist staatlich dergestalt unterstützt, dass er „Einspeisevorrang“ genießt, die Energieversorger diese Kapazitäten also zuerst ans Netz bringen müssen. Damit das klappt, setzen sie den Preis mit 0 ct an. Sie müssen ihn jedoch aktuell mit bis zu 13 ct / kWh vergüten, denn das ist der (Stand 2022) über 20 Jahre garantierte Einspeisesatz für Volleinspeiser. Da können wir noch fast froh sein, denn frühe Anlagen erhielten über 50 ct plus noch einmal mehr Geld, wenn sie eigenen Strom verbrauchten. Die Differenz zum letztendlich erzielten Preis zahlt bei Verlust der Staat (früher über EEG-Umlage, jetzt direkt über Steuergeld). Bei Gewinn darf der Betreiber ihn behalten. Geld regnete auf Leute, die vorher schon gefördert wurden – Deutschlands typische Umverteilung von unten nach oben. Das Prinzip hätte man sofort 2021 aussetzen müssen. Es bleibt uns aber erhalten, weil die verantwortlichen Politiker nach dem Amt ja eine lukrative Sinekure bei einem Energiekonzern wollen.

Ich rege mich mittlerweile fürchterlich auf, wenn Politiker sagen, „die Lösung ist einfach: wir brauchen MEHR Erneuerbare, dann wirds billig“, weil ich das wie gesagt seit Jahrzehnten höre und es war schon damals gelogen. Es ist dasselbe wie bei den Gun Nuts in den USA, die bei jedem Massaker sagen: „Die Lösung ist: MOAR GUNS!“ Die Kritik „der Strom wird dann so teuer, dass es den Armen weh tut“ war von ANFANG an die Kritik an den EE-Gesetzen, und alle Empirie hat sie belegt. Warum wurde das durchgezogen? Weil es sehr viel Lobbyarbeit gab, bei der Umweltorganisationen mit Gasfirmen zusammenarbeiteten, weil EE ja Eine Gute Sache ™ sind. Es wird gern die Lobbygeldmenge kritisiert, die in die (stark korrupte) Atomkraft floss. Aber Energiewirtschaft wird nicht plötzlich unkorrupt, weil der Strom woanders herkommt. Lobbies haben für EE die zehnfachen Geldmengen lockergemacht, das meiste davon aus Gasinvestorenrichtung. Fossile Investoren also, die man genauso kritisieren müsste. Nun wissen alle, dass ich als Kind des Atomzeitalters am liebsten mit der Zerfallswärme von Atommüll im Keller heizen würde. Ich hätte lieber ein AKW auf dem Hügel gegenüber als eine der Stromerzeugung äquivalente Menge Windräder – nicht, weil ich Windräder nicht mag (ich finde sie im Gegenteil auch cool), sondern weil sie die 170- bis 300-fache Fläche brauchen und Flächenverbrauch schon jetzt das ärgste Artenschutzproblem ist. Aber ich bin auch Demokrat. Wenn die Mehrheit „Angst vor em Addohm“ hat, wenn sie keine Kernkraft will: gut, ich kann den Mehrheitswillen akzeptieren. Aber ich sehe in diesem emotional angespannten Winter, dass die Mehrheit gerade lernt, wie Energie mit Wohlstand zusammenhängt. Und nach dieser Lektion wäre es für unser aller Gesundheit schön, wenn wir nicht Kohle verbrennen müssten. Eine schlaue Energiepolitik würde verschiedene Techniken aufeinander abstimmen. Ein AKW könnte tagsüber (Solarstrom!) in einen thermischen Puffer speichern, aus dem es nachts mit erhöhter Leistung fährt. Systemlösungen hängen aber nicht an einzelnen Techniken, der Atomausstieg ist eh beschlossen: Ein Wasserkraftwerk könnte mit wechselnden Ständen gleichzeitig ein Pumpkraftwerk sein und so puffern. Von geförderten Wind- und Solarparks könnten Pufferkapazitäten verlangt werden. Das geht aber nur, wenn man nicht gegen jede Lösung ist, die nicht aus ein paar tausend mit Solarplatten zugeschmissenen Quadratkilometern Fläche besteht. Die Zeit einfacher Sololösungen ist lange vorbei.

Addendum

Um dem Einwand zuvorzukommen „das Ziel ist jeden Preis wert“: Warum muss Energie bezahlbar sein? Weil sonst nicht genug Menschen mitmachen (können), und dann stehst du blöd da mit deiner Lösung, die 1 bis 2 Prozent der Weltbevölkerung bezahlen kann. Elektroauto(s) in Doppelgarage am 50-qm-pro-Person-Eigenheim mit PV auf dem Dach als Konzept für bis zu 10 Milliarden Menschen? Lachhaft. Kann die Elfenbeinküste 500 Milliarden Euro für Erneuerbare ausgeben, damit die Bewohner fürderhin das Privileg haben, 55 ct / kWh (durchschnittlicher Haushaltsstrompreis Stand Oktober 2022) für Strom zu blechen? Noch lachhafter. China und Indien räuchern sich nicht zum Spaß mit Kohleruß aus, sondern weil es (Gesundheitskosten externalisiert) billig ist. Deutschland und andere Industriestaaten haben vor langer Zeit übrigens genau das Gleiche getan, um zu Wohlstand zu kommen. Deutschland verstromt aktuell wieder hauptsächlich Kohle (Energieträger #1 zur Stromerzeugung), weil das (Gesundheitskosten externalisiert) billig ist. Die Energiekrise. Erst kommt der Strom, dann kommt die Moral. Wenn wir vom Strom allein weggehen (etwa 20 Prozent) und den gesamten Endenergieverbrauch Deutschlands anschauen, wird klar: Wir sind in der Verteilung recht weltdurchschnittlich (deutscher Hauptenergieträger: Erdöl) und im Pro-Kopf-Verbrauch einfach krass drüber, wie alle Industrienationen. Gleichzeitig maßen wir uns an, uns als Vorbild zu stilisieren. Globale Probleme können wir lösen, wenn Mehrheiten mitziehen (können). Das ist bei unseren deutschen Lösungen, an denen die Welt genesen soll, durchweg nicht der Fall. Wir scheitern schon am eigenen Anspruch. Bevor wir Afrika sagen, die Leute sollen kein Erdöl verbrennen, müssten wir erst einmal selber zeigen, wie es ohne geht. Davon sind wir Welten entfernt.

Kommentare:

ältere
  • Roger Hobbs meinte am 9. November 2022 um 11:01:

    Gott, wie ich Dich liebe! Wieder einmal auf den Punkt gebracht…in Deiner unverwechselbaren Art und Weise. Etwas spät und bedauerlicherweise mit zu wenig Reichweite als dass den Massen Mal die Augen geöffnet würden.

  • Ralf meinte am 9. November 2022 um 11:33:

    Und wenn wir auch nur 5 Minuten nachdenken wissen oder könnten wir alle wissen das es so ist wie Du schreibst.

  • Slarti meinte am 9. November 2022 um 11:35:

    Passt, gerade die Gegenüberstellung der 4 zu 40 Cent ist leider meine Argumentation. Bei der Umverteilung von unten nach oben, deiner Argumentation folgend, empfehle ich ein Viertelstündchen Georg Schramm. Der hat die richtige Tonart!
    Es ist zum Heulen, das man aus demokratischen Gründen dieses Wissen nicht zur Realität werden lassen kann, oder?
    Aber es ist halt die Verfassung, die uns eint- und diese geschaffen vor dem Hintergrund zweier Weltkriege- ich weiß warum ich diesen Wert bei dieser Realität noch hochhalten will.

  • Marc meinte am 9. November 2022 um 12:27:

    Du vergleichst Äpfel mit Birnen, sprich längst abgeschriebene Uralt-AKWs die seit Jahren nicht gewartet wurden mit neueren Windrädern.
    Schau nach Frankreich was AKWs wirklich kosten.

    Aber Du hast natürlich recht was Pufferung angeht. Davon brauchen wir viel mehr.

    • Clemens Gleich meinte am 9. November 2022 um 14:46:

      Ich rechne bei allen Stromerzeugerarten mit prognostizierten Lebenszeitkosten von neu, die Daten zu Solar und Wind sind zb die Annahmen von Fraunhofer. Bei Atomkraft gehen die Angaben halt weit auseinander von unter 1 ct bis über 2 Euro pro kWh, je nachdem, wer welche Faktoren wie mit einrechnet. Das betrifft vor allem den GAU. 11 ct ist ein Mittelwert, den ich in der letzten Zeit oft als gebräuchlich bemerkt habe.

      Lassen wir wegen mir die immer sehr emotionale Atomkraft weg, auch wenn ich glaube, dass man AKW besser machen kann als Frankreich. Die Kritik bleibt. Die Energiewende-Politik hat Jahrzehnte lang nicht geliefert.

  • Wolfgang meinte am 11. November 2022 um 13:52:

    „Eine schlaue Energiepolitik würde verschiedene Techniken aufeinander abstimmen.“
    Geht ja nicht, das wär doch „Planwirtschaft“ und würde somit die alleine seligmachenden „freien Kräfte des Marktes“ stören.

    Vorbehalte gegen AKWs beruhen nicht nur auf „Angst vor em Addohm“ sondern auch auf der Tatsache, dass wir nach wie vor keinen Plan haben, was wir mit den radioaktiven Hinterlassenschaften anfangen sollen.

    Also mir hat man über Jahrzehnte erklärt, dass der „Atomstrom“ bald so billig sein wird, dass wir die Landstraßen im Winter elektrisch beheizen können statt Schnee zu räumen.

    • Clemens Gleich meinte am 11. November 2022 um 14:29:

      Mir auch. Wurde auch nix draus. Bei den gegebenen Anforderungen finden wir auch nie ein Endlager. Ich wäre dafür, den Abfall in Brüterkraftwerken zu verbrennen und danach kann man ihn für die verbleibenden 500 Jahre in ein beliebiges altes Bergwerk werfen. Wenn das bei mir in der Gegend wäre: dafür.

      Aber es will in Deutschland eh kaum jemand Atomkraft, deshalb sind wir ja ausgestiegen. Aber wir haben halt auch nix Billigeres oder Besseres entdeckt bis jetzt. Was bleibt, sind leere Versprechungen, dass Energie billig werden wird. Ich glaube mittlerweile, das passiert in Deutschland am Sanktnimmerleinstag der Kernfusion.

  • Tobi meinte am 15. November 2022 um 11:54:

    Drei Tage hast noch 😉 :
    https://www.arte.tv/de/videos/100826-000-A/zukunft-der-atomenergie/
    Ganz interessant, aufschlussreich, spannend – ernüchternd; #rueckbau (v. a. für den ein oder anderen KK-Befürwortern …)

    • Clemens Gleich meinte am 15. November 2022 um 13:20:

      Frankreich ist krass. Frankreich zeigt auch, dass Atomkraft eigentlich dann am sinnvollsten ist, wenn man auch Kernwaffen herstellt. Synergien! Und das will ja in Deutschland nicht einmal ich.

    • Volker meinte am 28. November 2022 um 13:12:

      Schon wieder depubliziert? Vermutlich muß die Haushalts(zwangs)abgabe erhöht werden, damit wir das nicht auf YouTube schauen müssen (https://www.youtube.com/watch?v=xmjmKDAwtv4), die das auch ohne schaffen.

      • Clemens Gleich meinte am 28. November 2022 um 17:57:

        Wenn ich solche Dokus sehe, denke ich nicht „krass, wie viel Abfall“, sondern „krass, dass wir eine Energieerzeugung haben, die so WENIG Abfall produziert“. Kerntechnik ist die energiedichteste, leistungsdichteste und damit vom Flächenverbrauch geringste Art, Strom und Prozesswärme zu erzeugen. Wie gesagt: Ich bin Demokrat, wenn die Mehrheit nicht will, dann halt nicht. Aber technisch betrachtet spricht mehr für Kerntechnik als dagegen.

  • Volker meinte am 28. November 2022 um 13:08:

    Immer das mit dem GAU. Das Problem dieser Kernkraftwerke ist nicht, daß sie gelegentlich auf spektakuläre Art und Weise kaputtgehen. Das Problem ist, daß sie Abfall erzeugen, für dessen Beseitigung es keinen sinnvollen Plan gibt. Nein, „verbuddeln“, „ins Meer kippen“ oder „ins All schießen“ ist kein sinnvoller Plan.

    Kunststoffe kann man wenigstens verbrennen und (weitestgehend) ungefährliches CO2 draus machen bis sie CO2-neutral ersetzbar sind. Metalle kann man einschmelzen. Giftmüll kann man (größtenteils) chemisch oder thermisch neutralisieren. Aber bei abgebrannten Brennstäben hilft aktuell nur warten, sehr lange warten. Zumindest bis mir jemand verklickert, wie das mit der Neutronentransmutation (physikalische Neutralisation) funktionieren soll.

    Und damit bleibt die Kernenergie diejenige Energieform mit den höchsten Entsorgungskosten, die man zweckmäßigerweise und wie bei allen anderen Produkten auch in den Bereitstellungspreis hineinrechnet. Denn sonst betreiben wir Augenwischerei und es passiert genau das, was passiert, wenn der Wertstoffhof für entsorgte Autoreifen, Weißware, Altöl, usw. Geld nimmt (anstatt von den Herstellern einen Anteil des Verkaufspreises zu bekommen): Der Plunder findet sich unter Autobahnbrücken, im Wald, im Naherholungsgebiet, in Flüssen, in der *LOL* Schachtanlage Asse oder sonstwo, wo er nicht hingehört.

    Atomkraft beiseite. Ja, das gute alte Problem mit der Dunkelflaute und der Speicherkapazität. Braucht man zur Lösung Verbrennungskraftwerke? Möglicherweise. Braucht man dafür fossile Verbrennungskraftwerke? Möglicherweise nicht.

    Ich würde mich ja eher an die eigene Nase fassen als über Dinge zu lamentieren, die die Bundesregierung versprochen, aber nicht geliefert hat. Es muß auch niemand wie ein Esel hinter der Subventionskarotte herrennen und sich dann wundern, wenn nicht für jeden Esel eine übrig bleibt.

    Selbst ist der Mann (m/w/d)! Informierter Konsum (Weil wir hier in einem Mojoforum sind: Schon mal über den CO2-Fußabdruck von Alufelgen nachgedacht? Hint: Aluherstellung ist für rund 3% der weltweiten Emissionen verantwortlich und die zahllosen Legierungen sind – falls sie überhaupt jemand sammelt – nicht sortenrein zu recyclen), Verringerung des Verbrauchs (Versprochen: Es muß niemand sterben, wenn die Temperatur im Wohnzimmer unter 21°C sinkt!), Augenmerk auf umweltfreundliche Technologien, wenn der Bestand denn dann doch mal ausgemustert werden muß (Pelletheizungen, Solarthermie und mit Photovoltaik gekoppelte Wärmepumpen existieren schon länger) und natürlich eine Abkehr von liebgewonnenen Mobilitätsansprüchen.

    Gängige Fehleinschätzung: Freizügigkeit nach Artikel 11 GG bedeutet nicht, daß jeder Mensch jederzeit mit seinem eigenen Kraftfahrzeug bequem und günstig von A nach B fahren kann. Das darf gerne schmerzhaft teuer sein und es darf gerne zu Fuß, mit dem Radl oder den Öffis sein. Eine ineffiziente Technologie – d. h. deutschlandweit durchschnittlich 100kg Fleisch in fast 50 Millionen über 1000kg schweren Büchsen zu befördern, die 90% ihrer Lebenszeit nutzlos herumstehen und nach vielleicht 15 Jahren auf dem Schrott landen – wird dadurch nicht besser, daß man die Antriebsform ändert. Damit die Büchse noch schwerer wird.

    Und last not least: Warum sollte CO2-neutraler Strom billig sein? Er ist halt alternativlos. Wenn Du kurz vorm Verrecken stehst, fragst Du den Notarzt auch nicht nach einem Kostenvoranschlag.

    • Clemens Gleich meinte am 28. November 2022 um 17:51:

      Atomare Endlager sind technisch längst gelöst. Ungelöst sind sie politisch, weil keiner so einen Schacht bei sich in der Nähe haben will. Die bisher gegrabenen Schächte gehen in Schichten, die sehr sicher Jahrmillionen so bleiben. Wenn man über Kernkraft redet, geht es ja auch nicht um AKW oder keine, sondern es geht aktuell sehr konkret darum, ob man Kohleverstromung reduzieren kann, die IMMENSE externalisierte Kosten hat, die höchsten aller Energieträger, und die dennoch große Vorzüge genießt. Wenn ein Kohlekraftwerk dieselben Regeln einhalten müsste wie ein AKW, dürfte keines betrieben werden, weil verbrannte Kohle Radioaktivität in die Luft bläst. Es wäre mir daher auch recht, wenn alle Energieerzeuger gleichberechtigt bepreist würden.

      Die Erzählung, dass jeder selber signifikant etwas beitragen könne, ist schlicht unwahr. Wenn jeder ein bisschen beiträgt, haben am Ende alle trotzdem nur ein bisschen geschafft. Kannst ja mal in einen beliebigen vollständigen CO2-Rechner gehen und das Minimum eingeben, das geht. Es bleibt in Deutschland trotzdem zu viel. Darin dann noch nicht: Rebound-Effekte, die (im Schnitt!) rund 60 Prozent solcher Einsparungen auffressen und Belohnungseffekte wie bei der Diät, die häufig jede Ersparnis auffressen, beim Klimaschutz am häufigsten „ich habe voll CO2 gespart, jetzt fliege ich nach Südamerika“.

      Und last but not least: Warum CO2-neutraler Strom billig sein sollte, steht im Artikel. Weil wir Ansätze brauchen, die die Weltbevölkerung bezahlen kann. Das kriegen wir Privilegierte hier ja ned so mit, aber nur als ein Beispiel sind 80 Prozent der Weltbevölkerung noch nie geflogen und werden das auch mangels Wohlstand nicht tun (Erhebung von Boeing). In Indien sind 2 Prozent der Bevölkerung schon mal geflogen. Die meisten dort sind Veganer, aber nicht aus Überzeugung, sondern weil Fleisch zu teuer ist. Ich lese gerade den 6. IPCC-Bericht. „Kurz vorm Verrecken“ ist etwas, das Du nicht aus diesen Berichten haben kannst, sondern das wahrscheinlich eher aus der alarmistischen Berichterstattung der Presse stammt. Du weißt doch, wie wir funktionieren. Wir generieren Aufmerksamkeit, damit ihr auch mal zu uns klickt von anderen Ablenkungen auf dem Smartphone. Wenn du heute mit weniger als dem Weltuntergang an den Start gehst, gähnen doch alle. Das ist aber unabhängig der (eher banalen) Fakten aus dem wissenschaftlichen Konsens, dem die IPCC-Berichte am nächsten kommen.

      • Volker meinte am 28. November 2022 um 20:09:

        Ich bin nicht recht überzeugt, daß die technische Lösung des Endlagerproblems wissenschaftlich so belastbar ist, um auch in Zukunft einfach weiter Atommüll zu produzieren. Zumindest klingen Artikel wie https://www.spektrum.de/news/endlager-forschung-sicher-fuer-eine-million-jahre/1747720 nicht entsprechend. Und wenn man sich ernsthaft Gedanken machen muß, ob ein Endlager nun für die Nachwelt z. B. mit – no shit! – nuklearen Blümchen zu kennzeichen (und vom Atom-Orden zu hüten) wäre, oder ob wir lieber vergessen wollen, wo wir den Mist hingetan haben, wird klar, daß unsere Gehirne schlicht zu klein für solche Aufgaben sind. Jeder, der sich mal Dietrich Dörners „Die Logik des Misslingens“ gegönnt hat, wird das nachvollziehen können.

        Vollkommen unstrittig, daß die bislang aufgelaufene Abfallmenge irgendwo hin muß. Denn in irgendwelchen Schuppen an der Erdoberfläche ist sie denkbar schlecht aufgehoben.

        Weiters kann ich mich nicht erinnern, irgendwo „wenn jeder ein bisschen beiträgt“ geschrieben zu haben. Stattdessen stand da „schmerzhaft teuer“. Denn mit einem Weiterbetrieb (oder Neubau) von Kernkraftwerken ist das Problem sicher nicht gelöst, daß jeder Deutsche rechnerisch drei Planeten Erde braucht (https://www.overshootday.org/how-many-earths-or-countries-do-we-need/).

        Natürlich gibt es Rebound-Effekte (gut am Post-COVID-Reise-Boom zu bewundern) – wenn es Brain 2.0 also nicht tut, weil die Prozesse eher reflexgesteuert ablaufen, sollte sich die Politik auf den Plan gerufen fühlen. Wird aber vorläufig nicht passieren, da Lobbyismus.

        Mit „Ansätzen zur Rettung zur Weltbevölkerung“ bist Du der Star an jedem Stammtisch. Insbesondere, weil das so schwierig ist, daß man da gerne erst noch ein paar weitere Jahrzehnte darüber tatenlos philosophieren kann, bevor was passiert.

        Den Schuh mit den Privilegien ziehe ich mir jedenfalls nicht an, denn als mietswohnendes Individuum kann ich meinen Wunsch nach dem Ausbau umweltverträglicherer Stromerzeugung wohl kaum deutlicher ausdrücken, als über zwei Jahrzehnte lang einen durchaus erheblichen Mehrpreis für „Ökostrom Regional“ abzudrücken. Was die Münchner Stadwerke mit meinem Geld angefangen haben, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

        Wenn jetzt offenbar vollkommen unerwartet der große Preisschock kommt, den ich aus durchaus nachvollziehbaren Gründen (von denen die Grundlastsicherung nur einer ist) leider mittragen muß, dann sei es eben so. Mein Mitgefühl hält sich in recht überschaubaren Grenzen.

        Den IPCC-Berichten hast Du sicher auch entommen, daß es vernünftige Gründe gibt, die Erdewrwärmung auf 1.5°C zu begrenzen. Anschaulicher sieht die Sache folgendermaßen aus: https://assets.orf.at/mims/2022/40/00/crops/w=800,q=70,r=1/1518558_body_552700_erderhitzung_folgen.png . Und nicht wenige Wissenschaftler – darunter natürlich auch solche, die IPCC-Berichte schreiben, sind der Überzeugung, daß wir dieses Ziel deutlich verpassen – auch wenn es Haarspaltereien um die akademische Möglichkeit gibt, sich einen temporären Überschwinger zu erlauben. Das ist wie mit Steuern oder Kacke am Schuh: Leicht eingefangen, unglaublich schwer wegzukriegen.

        Also präzise, was ich mit „kurz vorm Verrecken“ meine. Denn wenn wir hier über Endlager für Halbwertszeiten von 24‘110 Jahren (Pu239) diskutieren, dann darf ich vielleicht auch einen Blick 50-100 Jahre in die Zukunft werfen, ohne mir effekthascherische Endzeithysterie vorwerfen lassen zu müssen.

        Keine rechte Ahnung, wie wir funktionieren. Weder lenkt mich mein Smartphone großartig ab (ist die meiste Zeit ausgebucht), noch sind Super-Superlative das Einzige, was mich aus meiner Selbsthypnose reißen. Vielleicht wäre die Arbeit daran auch schon mal ein guter Anfang für meine werten Mitmenschen.

        • Clemens Gleich meinte am 28. November 2022 um 21:32:

          Cooler Artikel, danke! Ich lese dort aber nichts davon, dass das Problem technisch nicht lösbare Hindernisse hätte, im Gegenteil.

          Auch wenn jeder Einzelne „schmerzhaft teure“ Maßnahmen ergreift, wird sich das fast nicht auf die Erderwärmung auswirken. Die Jugend hat schon recht: Für relevante Effekte müssten politische und globale Lösungen her, und die sind halt zäh und teuer. Der Stammtisch hat also recht: Ohne globale, vernetzte Pläne gehts halt ned. Deutschland ist da auch kein Vorbild, sondern ein abschreckendes Beispiel, weil wir mit immensem Geldeinsatz sehr wenig geschafft haben und die Bevölkerung sehr hohe Energiekosten und Folgekosten tragen muss, seit Jahrzehnten. Wir können auch gern nur von Deutschland reden, wenn die Welt Dir zu groß gesteckt ist, aber dann reden wir a) genauso von Versagen und b) müssen eventuell in Deutschland gefundene Lösungen dennoch global zum Einsatz kommen, und das werden sie derzeit aus Kostengründen so nicht. Am deutschen Wesen kann die Welt auch diesmal nicht genesen.

          Es gibt viele Vorteile, unter 1,5 Grad zu bleiben. Die hat aber ausgerechnet der ORF sicher nicht en detail gelesen und kann sie damit auch nicht verstanden haben. Neben den Vorteilen sind aber auch die Kosten interessant, die 1,5 Grad bringen würden inklusive aller Vorteile und Nachteile. Diese Kosten sind leider exorbitant (s. Projektionen des EMF). Ob die wählende Bevölkerung da dauerhaft mitgeht? Ich zweifle. Den Kosten stehen obendrein keine so großen Nutzen entgegen, wie sie das ORF-Bild suggeriert. Es gibt auch keine klaren Abrisskanten von Parametern bei den gewählten, runden Gradzahlen. Die 1,5 Grad waren kein wissenschaftliches Ziel, sondern wurden politisch 2015 in Paris so mal dahingesagt (deshalb so eine runde Zahl). Die Wissenschaftler sagten, als man sie DANACH fragte, dass es Vorteile gebe und was für geradezu unfassbare Handstände dazu getätigt werden müssten (siehe IPCC-Sonderbericht 1,5 Grad). Weißt, was noch besser wäre als 1,5 Grad in 2100? Runde 1 Grad. Viel besser (high confidence, high agreement). Beides wird aber nicht passieren (high confidence, medium agreement).

          Mit „wir“ meinte ich übrigens „wir, die Presse“. Die Presse-Berichterstattung zu allem mit Klima ist problematisch, um es sehr, sehr diplomatisch auszudrücken.

          • Volker meinte am 29. November 2022 um 10:38:

            Der dem Bild zugrundeliegende Artikel vom ORF ist übrigens https://orf.at/stories/3293196/, ich wollte mir den Link sparen um die philanthropische Grundeinstellung mancher Leser nicht zu gefährden. Grob gesagt geht es darum, daß rund 2% der Klimakonferenz-Teilnehmer der Fossilbrenstofflobby zuzuordnen waren und mehr Lobbyisten als Delegierte aus jenen zehn Ländern anwesend waren, die am stärksten von der Klimakrise betroffen sind.

            Einen „Nutzen“ suggeriert das ORF-Diagramm doch gar nicht, nur – OK, etwas plakativ – hypothetische Konsequenzen. Klassisches Präventions-Paradox. Ich muß was tun, damit ich nicht irgendwann in einer für menschliche Verhältnisse ewig fernen Zukunft am Arsch bin. Hat über Quartalsdistanz bei der COVID-19-Impfung nicht geklappt, wird auf Dekadendistanz beim Klimaschutz auch nicht klappen. Sogar meine sonst durchaus optimistische bessere Hälfte, ihres Zeichens Gymnasiallehrerin ist dieser Ansicht.

            Ansonsten bin ich (natürlich) vollkommen Deiner Meinung und verkaufe DIY auch nicht als Lösung des Schlamassels, in dem die Menschheit steckt. Aber während das globale Eierschaukeln weitergeht, könnte der Bottom-Up-Ansatz zumindest nicht schaden. Arschtritte von Konsumenten haben in der Vergangenheit schon häufiger einen Wandel eingeläutet. Es nagt allerdings der Verdacht in mir, daß ein Großteil ebendieser Konsumenten das Argument mit dem „globalen Plan“ als durchaus wohlfeile Ausrede benutzt, um – außer ökologischen Feigenblättern, die wir alle nur zu gut kennen – genau gar nichts zu tun. Insbesondere nichts, was schmerzt.

            Daß am Beispiel vom Autoland Deutschland in nächster Zukunft irgendwer genesen könnte, von dem Gedanken können wir uns getrost verabschieden. Die Ausprägung einer konservativen Grundeinstellung verhält sich quasi direkt proportional zum erreichten Wohlstand.

            Daher werden wir in naher Zukunft deutlich mehr Fälle von Umweltterrorismus erleben (die Bundes- und Länderregierungen rüsten sich bereits dagegen, ganz vorne natürlich wieder die bayrische Union) und ich kann es den dortigen Protagonisten irgendwie nicht verdenken.

          • Clemens Gleich meinte am 29. November 2022 um 11:53:

            Selbstverständlich sind auf allen Klimakonferenzen Lobbyisten fossiler Brennstoffe, denn sie sollen ja komplett abgeschafft werden. Ich als Demokrat finde es sehr wichtig, dass alle Seiten da sind und nach Argumenten entschieden wird. Die Saudis wollen (natürlich aus Eigennutz) fossile Brennstoffe für Afrika ausbauen. Das wollen wir nicht (obwohl wir selber davon abhängig sind). Das wollen aber Mehrheiten in Afrika, denn sie wollen Wohlstand, und der kommt aus billiger Energie. Das hat Europa so gemacht, das hat Amerika so gemacht, das hat Asien so gemacht, und jetzt wollen wir es Afrika verbieten. Wenn sie schlau sind, machen sie es wie China und scheißen auf uns. Wenn alle diese Positionen nicht gehört werden sollen, bringt das niemandem etwas, denn es ändert ja nichts an den Plänen von Saudi Aramco und Co. Sprechverbote (auch in Form von Nichteinladung) sind undemokratisch. Bei uns darf die AfD ja auch jeden Senf absondern, sogar im Bundestag. Das gehört zum demokratischen Diskurs, und ich finde, meistens drehen sich die Leute eh ihre eigene Schlinge, wenn man ihnen nur Seil in Form von Redezeit reicht.

            Der „Nutzen“ im Bild ist die Vermeidung der angedrohten Konsequenzen (die im Übrigen so nicht stimmen im Sinne, dass das irgendwas mit dem IPCC-Konsens zu tun hätte). Das wäre ein großer Nutzen. Ist aber leider halt nicht so wie auf dem Bild.

            Wir werden in Zukunft mehr Konsum haben, weil Konsum die Konsequenz aus Wohlstand ist (schau mal ins 19. Jahrhundert auf die Anfänge des Systems). So, wie noch niemand ohne billige Energie wohlhabend wurde, hat auch noch keine Nation gezeigt, wie ein Wohlstand ohne materiellen Konsum in einer gelebten Praxis aussehen könnte. Ich habe da auch immer drauf gepocht, dass die Dinge, die Menschen glücklich machen, wenig kosten. Aber es bleibt Fakt, dass die Leute mehr Wohlstand wollen, damit mehr konsumieren, und für den größten Teil der Welt ist dieser Wunsch korrekt. Das wird die Herausforderung des Jahrhunderts werden. Die Bevölkerung kann nicht um den Faktor 30 wachsen. Der Anspruch jedes einzelnen kann das aber locker.

            Wenn es mehr Umweltterror gibt, wird das zu einem sehr großen Teil auf die Berichterstattung in der Presse zurückzuführen sein.

  • Volker meinte am 29. November 2022 um 12:21:

    Keine Ahnung, warum mein Browser zu Clemens‘ Beitrag vom 29. November 2022 um 11:53 keinen „Antworten“-Button anzeigt. Zu meinem Beitrag obendrüber übrigens auch nicht. Egal.

    Jedenfalls hat Clemens sehr klar, wenn auch mit vielen Worten erklärt, daß der billige erneuerbare Strom schon längst dort ist, wo sich Homo Sapiens auch in absehbarer Zeit befinden wird: Am Arsch. Fragt sich nur, wer bis dahin noch in den Spiegel schauen kann.

    Muß nichts Schlechtes sein, Zivilisationen kommen und gehen.

    • Clemens Gleich meinte am 29. November 2022 um 14:28:

      Ich glaube, es gibt irgendwo einen Parameter für die maximale Verschachtelungstiefe. Ab da gibt meine Website Deinem Brauser keinen Antwort-Button mehr, was jetzt auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

    • Volker meinte am 1. Dezember 2022 um 13:34:

      Ich mache hier mal die Ingrid und antworte auf meinen eigenen Kommentar mit einem anschaulichen Beispiel über welche Größenordnung von „schmerzhaft“ wir hier reden.

      Nach Ansicht der Stanford University sei die fossile CO2-Emission während des COVID-19-Lockdowns 2020 gegenüber dem Vorjahr weltweit um etwa 7% (sieben Prozent) gesunken:
      https://earth.stanford.edu/news/covid-lockdown-causes-record-drop-carbon-emissions-2020

      Dabei handelt es sich um die größe, seit Beginn der Aufzeichnungen jemals gesehene Reduktion. Aus dem Text geht ebenfalls hervor, daß wir das Kunststück JEDES Folgejahr wiederholen müßten, wenn wir die im Übereinkommen von Paris gesteckten Klimaziele erreichen wollen. Stattdessen ist die Welt emissionsmäßig schon wieder voll auf Kurs, indem sich die Emissionen bereits 2021 wieder annähernd auf pre-pandemischem Niveau einpendelten (https://joint-research-centre.ec.europa.eu/jrc-news/global-co2-emissions-rebound-2021-after-temporary-reduction-during-covid19-lockdown-2022-10-14_en).

      Wenn das Obige wie eine dystopische Endzeitvision klingt: Genau das ist sie auch. Insbesondere, wenn man berücksichtigt, daß nur rund 40% der CO2-Emissionen aufs Konto der Energieerzeugung gehen. Der größte und vermutlich am leichtesten zu beackernde Einzelposten (dahinter die Industrie mit rd. 20%, s. https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland#treibhausgas-emissionen-nach-kategorien) zwar – aber dennoch seit Jahrzehnten keine Lösung in Sicht.

      • Clemens Gleich meinte am 1. Dezember 2022 um 16:08:

        Genau, wir müssten dieses Kunststück aber nicht nur jedes Jahr wiederholen, sondern jedes Jahr noch einmal im Vergleich zum schon argen Vorjahr einsparen. Da geht keiner mit, das würde selbst mit Zwang zum Aufstand führen. Das ist aber auch nicht so schlimm, weil die zu erwartenden maximalen Effekte des Pariser Abkommens auch nur marginal sind. Daher ist es schon gut, wenn man da nicht solche unfassbaren Ressourcen reinsteckt. Wenn die westlichen Industrienationen SOFORT FÜR IMMER jede Emission von CO2 stoppen, sind wir am Ende des Jahrhunderts circa 0,4 Grad besser dran. Daher mein Pochen auf globale Lösungen. Und die müssen menschenfreundlich sein. Dieses malthusische Apokalyptiken in den Medien ist ja gruselig, und nicht von den IPCC-Berichten gedeckt.

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