Wo der Herzog den Most holt

Clemens Gleich in Kategorie(n) , , - 13.05.2013

“Tschechien ist immer näher, als man denkt”, wusste schon Kungfutse Bergander, als er vorschlug, statt nach Oschersleben nach Most zu fahren mit unseren “Inappropriate Road Bikes” Ducati 1100 Hypermotard und KTM 690 Duke. Ich wollte ergründen, ob man mit einer Duke auf der Rennstrecke Spaß hat oder ob es doch zu mau ist. Für Herrn Bergander einmal denselben Satz ohne “mit einer Duke”, bitte. Das Ergebnis: Ja. Ja, es macht Spaß. Es hat mir mehr Spaß gemacht als mit der Honda CBR 600 RR am Nürburgring, aus diversen Gründen. Erstens ist es unglaublich albern, in der Startaufstellung zwischen nur Slick-bereiften 1000er-Reihenvierer-Superbikes auf gut abgehangenen Michelin Pilot Power zu stehen, und albern find ich ja total geil. Aber zweitens macht es einfach Spaß, weil es die Duke einem auch auf der Renne so einfach macht. Mit dem schaukelnden Ogginolfahrwerk millimeterweise Leute in fertigkeitstechnischer Schlagweite niederringen bringt mir mehr übers Motorradfahren bei als jede Superbimpf, die mich stets wissen lässt, was ich für eine Schwuchtel bin. Aus gemütlichen 185 km/h mit viiiel Zeit meinen Bremspunkt treffen verrät mir alles, was ich wissen muss: Dass mein mit Muße getroffener Bremspunkt nämlich die eben vorbeigezogene 1000er sofort wieder kricht, wenn der Fahrer sich auch nur um ein Zehntel vertan hat mit seinen 250+ km/h. Dabei hilft, dass KTM das mit dem ABS-Setup draufhat wie kein anderer Hersteller. Wenn man nur vorne bremst, kann man das System angeschaltet lassen, es fuchtelt eigentlich nie herum (anders als das der Honda).

Schlussendlich bestärkt mich Most in meinem Leichtigkeitswahn: Eigentlich ist selbst die Duke mit ihren 159 kg (ohne Kennzeichenträger) noch viel zu schwer. Das geht bestimmt nochmal 30 kg besser. Wenn wer sowas baut, kann er mich gleich als potenziellen Kunden anschreiben. In der jetzigen Realität habe ich schonmal mit einem Aliant-LiFePo-Akku im Heck angefangen, der knapp 900 Gramm wiegt (Originalbatterie: 2800 g). Die Dinger gibt es bei Jamparts. Sie sind deshalb empfehlenswert, weil im Plastikgehäuse eine Platine mit Balancer und diversen Schutzschaltungen sitzt und die Zellen hochwertig sind (wichtig für Winterstarts und Lebensdauer). Die Batterie startet sogar fast leer den 690er-Einzylinder kalt (10° C) und lässt keine anderen Probleme erkennen.

Mein nächstes Projekt wird “ABS ausbauen”, und weil alle ob der bei KTM tadellosen Funktion immer fragen, warum: Weil es geht, darum. Da ist noch bisi Recherchearbeit zu tun, weil das ABS-Steuergerät das Tachosignal auf den Bus legt, aber mein aktueller Plan geht dahin, nur die Hochdruckpumpe und das ABS-Zusatzgeschläuch auszubauen, was so rund anderthalb kg ergeben dürfte. Dann fehlen nur noch 28,5 kg!

Weltraumaffe in Cartagena, einer weiteren Duke-tauglich engen Kringelstrecke. Next stop: Oscherslife! (Bild: KTM)

Weltraumaffe in Cartagena, einer weiteren Duke-tauglich engen Kringelstrecke. Next stop: Oscherslife! (Bild: KTM)

Hard pressed

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 30.04.2013

Wer nach meiner Duke und dieser Honda noch sagt, dass es kein schlichtes Design wegen moderner Vorgaben geben kann, beweist Ahnungslosigkeit. Wenn man nur will, geht das.

Hondas Pressetag in Weibersbrunn ist mittlerweile eine Institution in meinem Alltag. Dort habe ich mich damals als MO-Volo auf den Stand gebracht, was es alles von Honda gibt und meine tiefe Feindschaft mit der Goldwing begründet, auf der ich eingenickt bin, was der Sicherheit überhaupt nicht zuträglich war. Ich kehre oft dorthin zurück, um Bildungslücken zu schließen oder um Dinge zu fahren, die ich sonst nichtmal anschauen würde. Manchmal ist der Zufall hart (Goldwing), manchmal liebt er einen: CB 1000 R. Eigentlich kannte ich die schon. Aber entweder haben sie irgendwas dran gemacht oder ich bin von Autos verdorben, auf jeden Fall war es eine Überraschung, eine Freude, das Ding nochmal zu fahren. Gleich danach fuhr ich die CBF 1000, das Motorrad, das mich nach seinen ganzen Lobeshymnen in der Presse bei Erscheinen am tiefsten enttäuschte. Sie ist immer noch scheußlich, aber der Kontrast zwischen diesen beiden brachte mich darauf, die Honda-Erfahrungen mal in einem Motorpresse-Standard-Vergleichstest zusammenzufassen:

1000 Punkte für die MSX 125 trotz Abwesenheit

Gefickte Reste

Clemens Gleich in Kategorie(n) , , - 22.04.2013

Diesmal keine Platitude, sondern aus ehrlichem Herzen: Es ist schön, wieder hier an der Tastatur der Mojomaschine zu sitzen. Ich war jetzt eine lange Zeit fleißig, sehr offensichtlich für euch, mich und meine Freundin stellenweise vielleicht zu fleißig, und jetzt schippere ich mit leicht fetzigen Segeln durch die windgeschützte Bucht namens “nach der Deadline”. Einige haben mitgekriegt, woran ich gearbeitet habe: Top Gear Magazin Deutschland, also die Lizenz-Printausgabe des erfolgreichsten englischen Autohefts. Dieses Heft kommt am Donnerstag, den 25. April für exakt 5 Euro ans Kiosk. Damit ihr vorher einschätzen könnt, ob sich der Gang zum freundlichen Zeitungsausgeber lohnt, gibt es hier eine Leseprobe als PDF. Ja, ich weiß, dass auf dieser Website der Fassadenputz fehlt, ich hab schon gefragt, ob wir noch einen Eimer voll haben. Ändern kann ich das nicht, aber ignorieren: Sprechen wir einfach nicht drüber. Sprechen wir stattdessen von Sachen, die nicht im Heft stehen werden. Ich habe zum Beispiel über lange Zeit meinen Ausflug auf dem Sea-Doo RXP-X 260 gehegt wie einen Schatttzzzzsss, damit ich ihn in Top Gear aufbereiten kann. Leider mochte Charlie Turner, Chefredakteur von Top Gear UK, meinen Schatz nicht, weil zu wenig Auto. Deshalb versuche ich jetzt hier zu erklären, warum ich unbedingt so ein Gerät in meinem Leben brauche:

Es war sehr “quirlig”.

‘schlieb eusch doch immä noch!

Clemens Gleich - 29.03.2013

Zu Recht schreiben mir Leute elektronische Briefe, warum hier diese Totenstille mit den Rollbüschen eingekehrt ist (außer vielleicht beim Diskutieren über BMW). Das liegt daran, dass Top Gear ein Arsch voll Arbeit ist. Ich möchte mich für meine Totenstille entschuldigen und für eure lieben Worte bedanken. Datenabgabe ist am 10. April, danach soll und muss wieder Normalität einkehren. Am 25. April liegt das Heft am Kiosk, wenn ihr dran vorbeigeht, blättert doch mal drin. Da stehen alle Buchstaben, die sonst hier hätten stehen können.

GS fahren in Spananien

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 28.02.2013

Die Tage habe ich BMWs de-facto-Erstgeborenen in Spanien gefahren und ich möchte darauf hinweisen, dass ich euch von Essens- und Strandbildern mit Kommentaren à la “ach, geht’s uns schlecht” verschont habe, da gibt es ja auch eh immer schon genug davon. Der wichtige Punkt war: Ich ging hin, um professionell die GS anzuschauen, weil sie halt wichtig ist. Irgendwann fuhr ich einfach lachend Motorrad, und das ging bei mir mit früheren Geh-Essen einfach nicht. Ich möchte die neue allen anderen GS-Hassern daher ans Herz legen:

BMW baut das erste echte Motorrad mit Boxer