Ich schreibe jetzt für mich selbst

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 24.01.2012

Vor der eigent­li­chen Nach­richt eine ein­lei­tende Nach­richt. Der Kol­lege Tho­mas Kars­ten vom Motor­rad­fah­rer (Nitschke-Verlag) ist seit eini­ger Zeit fies krank. Wir wün­schen ihm, dass er sich bes­sert, und zwi­schen­zeit­lich habe ich ihn ver­tre­ten in Nardo auf der Kawa­saki ZZR 1400 2012. Das war wahr­schein­lich gut so, weil erfri­schende zwei Grad plus bei noch erfri­schen­de­ren 300 km/h bestimmt nicht gut sind für die Gene­sung. Des­halb steht im kom­men­den Motor­rad­fah­rer ein kur­zer Fahr­be­richt der ZZR von mir drin (drei Sei­ten). Lauft zum Kiosk! Kauft das Heft! Oder lest wenigs­tens im Ste­hen die ZZR und schaut euch ein paar Anzei­gen an. Einen aus­führ­li­che­ren Test der fet­ten Kawa mit mehr schwei­ni­schen Wör­tern fin­det ihr dann in der nächs­ten Fast­bike, die man eh kau­fen muss, aus Grün­den, von denen ich mir nicht sicher bin, ob ich sie ver­ra­ten darf, des­halb machen wirs ein­fach spannend.

Die eigent­li­che Nach­richt: Der wun­der­bare Jan Bin­ta­kies hat das wun­der­bare Cover für mein wun­der­ba­res Buch fer­tig, sodass ich das Gesamt­werk jetzt bei Ama­zon zum Ver­kauf anbiete. Das ist ein Kindle-eBook, das man auf jedem Kindle, Sony Rea­der, iPhone, iPad, Android-Smartphone oder –Tablet oder für die ganz Har­ten sogar am PC oder Mac lesen kann (Kindle-App für alle Platt­for­men hier). Für die run­den drei Euro­nen gibt es mei­nen ewi­gen Dank, umge­rech­net 450 Sei­ten wilde Geschichte, ein sau­be­res eBook-Layout aus lie­be­voll hand­ge­den­gel­tem XML, sofor­tige, kos­ten­lose Lie­fe­rung über Ama­zons Whi­sper­net, kos­ten­lo­ses Noti­zen– und Lesezeichen-Backup und Gerä­te­ver­wal­tung von Ama­zon. Die­sen Leser­kom­fort zah­len Ama­zon und ich, damit ihr euch der­art ver­sorgt freuen könnt. Wer ein ande­res For­mat für sei­nen Rea­der braucht (die Linux-Buben fal­len mir ein), der melde sich bitte bei mir, dann schi­cke ich ihm seine benö­tigte Vari­ante zum Amazon-Preis ein­zeln hand­ge­fer­tigt von ost­chi­ne­si­schen Kobol­den. Bezah­lung per Pay­pal an mei­nen Kas­sier, den . Wer eine Rezen­sion schrei­ben möchte, kriegt ein Presse-Rezensionsexemplar, dem auf das Pres­se­ex­em­plar eines Fer­rari 599 prak­tisch nur die Nut­ten und das Koks fehlen.

Eine gedruckte Vari­ante des Buches gibt es der­zeit nicht, ich habe jedoch das Manu­skript an alle Ver­lage geschickt, die mir ein­ge­fal­len sind. Ich hatte nur keine Geduld, auf deren Ant­wor­ten zu war­ten, weil da Sachen ste­hen wie „wir ant­wor­ten so in acht bis zehn Mona­ten“. Papier muss offen­bar gedul­dig sein. I will keep you pos­ted. Aktu­ell zieht aller­dings der eBook-Markt an, wie er das vor Jah­ren in den USA getan hat. Es ist der beste Zeit­punkt, mit einem eige­nen Titel an die­sem Markt­wan­del mit­zu­ex­pe­ri­men­tie­ren. Des­halb hier das Buch in gro­ßer Glo­rie mit Jans Cover (drauf­kli­cken und kaufen):

Das alte Monster ist zurück

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 18.01.2012

Tja, die ZZR. Häss­lich wie die Nacht, lie­bens­wert wie die Ruhr­pott­ma­schine, die sie ist. Als Destil­lat allen Prolls der Acht­zi­ger Jahre steht sie 2012 da wie ein nack­ter Nean­dertha­ler mit blu­ti­gem Speer auf einem Femi­nis­tin­nen­tref­fen vol­ler par­fü­mier­ter Eifouns. Ich mag sie trotz­dem, oder bes­ser: Ich mag sie des­we­gen. In der nächs­ten Fast­bike ste­hen dann ein paar Details, ich muss nur schon jetzt sagen: Kawas Software-Traktionskontrolle wird auch dies­mal kei­ner erklä­ren kön­nen. Auf Nach­frage sagte der Japa­ner: „It is supecial teck­no­lo­gyuee. We ah keepingu itu see­ku­reeto.“ Immer­hin kam nach dem Fahr­test ein Kawa­sa­kianer und brachte mir fol­gen­den Film aufs Zim­mer, den ich zur Ein­stim­mung der Nardo-Berichterstattung hier poste:

Frankreich: Kann das jetzt weg?

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 12.01.2012

Ziel­ort: Bris­tol“ klang gut. „Flug­ge­sell­schaft: Air France“ klang zum Fürch­ten. Es war das Grauen. In Paris umstei­gen. Auf dem Schild steht: „Alles tout bien.“ Am Gate steht das­selbe. Erst als der Flug boar­den soll, steht da: „can­cel­led“. Warum? „Tech­nee­cal pro­blems.“ Sie haben es also ver­kackt, wie sie alles ver­ka­cken. Allein die­ser Flug­ha­fen! Die bescheu­er­ten, weil fran­zö­si­schen Kon­struk­teure des Aéro­port Charles de Gaulle haben schon die Stein­zeit­tech­nik des Weg­wei­sers nicht begrif­fen (denn es gibt nur fünf und die sind falsch), da muss es auch nicht wun­dern, wenn dem Flug­zeug, was­wei­ßich, die Flü­gel abros­ten. Es hat nichts funk­tio­niert. Dafür haben sie mit bun­ten Lam­pen die Decke ange­strahlt: „Oo! Nous som­mes voll die Künstlärr!“

Die fran­zö­si­sche Pro­blem­lö­sungs­stra­te­gie für Kri­tik ist die schlech­test denk­bare. Ein kri­ti­sier­ter Ita­lie­ner sagt „Du ver­stehst halt nicht, warum das geil ist“; ein kri­ti­sier­ter Deut­scher will dir (mit Dia­gram­men) erklä­ren, warum du im Unrecht bist. Mit bei­dem kann man arbei­ten. Der Fran­zose dage­gen ist ein­fach belei­digt, wenn man ihn kri­ti­siert. Als Rossi Miche­lin kri­ti­sierte, weil ein Feh­ler im Rei­fen ihn mehr­fach poten­zi­elle Siege kos­tete, waren sie so belei­digt, dass er nach Japan zu Glitschs­tone ging. Miche­lin sagte mir spä­ter dazu: „Ja, das hätte Rossi anders sagen müs­sen, er hätte sie loben sol­len.“ Loben! Dafür, dass sie es ver­kackt haben? Was für eine Nation von arro­gan­ten, ver­zo­ge­nen Kack­brat­zen. Ich war so froh, als ich acht Stun­den spä­ter end­lich in Eng­land war, wo die Fran­zo­sen tra­di­tio­nell „cheese-eating sur­ren­der mon­keys“ hei­ßen. Man kom­men­tierte dort mei­nen Hass: „I com­ple­tely under­stand you. We have been at war with them for more than 600 years and there’s ple­nty good rea­son for that.“

Wozu ist Frank­reich über­haupt gut? Mir fällt nichts ein. „Essen“, sagen jetzt die Gän­se­sa­dis­ten, aber auch das stimmt nicht wirk­lich. Wenn man in Frank­reich gutes Essen haben will, muss man danach genauso lange suchen wie in B-W-Schwaben, wo die Ein­ge­bo­re­nen durch einen gene­ti­schen Defekt kein Geschmacks­emp­fin­den haben. Sie kön­nen schon kochen, die Fran­zo­sen. Sie haben nur keine Lust dar­auf. Sie haben irgend­wie auf gar nichts Lust, des­halb gibt es aus Ita­lien wirk­lich gute, auf­find­bare, leckere Küche, es gibt Fer­rari, Lam­bor­ghini und Fiat 500, wäh­rend die Fran­zo­sen aus­schließ­lich häss­li­che, herz­lose War­zen bauen, die nach drei Tagen ver­ros­ten. Mein Beweis sei der neue Twingo, dem ein Fran­zose, weil er keine Lust hatte, sei­nen Job als Desi­gner zu tun, ein paar Hüh­ner­au­gen ins Gesicht implan­tierte: „Fini. Isch ‚abä fer­tig und gäh Frosch­fot­zen­ra­gout essän.“ Gebt Frank­reich den Indern! Oder reißt wenigs­tens CDG ab. Ich will es bren­nen sehen.

Ich würde mich auch damit zufrie­den­ge­ben, den Twingo bren­nen zu sehen. (Bild: Rönnoh)

Die alte Garde

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 10.01.2012

Über die Weih­nachts­tage habe ich an einem Tisch die Jobs-Biographie gese­hen, ein Geschenk an jeman­den, der sich sicher­lich nur dar­über ärgert, weil er das Buch als Trost­preis statt eines neuen iPho­nes gekriegt hat. Medi­en­in­ter­es­siert habe ich darin geblät­tert und begann kurz dar­auf zu lesen. Ich habe es erst am nächs­ten Mor­gen wie­der weg­ge­legt, als ich fer­tig war. Das Inter­es­sante an die­sem Buch ist näm­lich gar nicht Steve Jobs (denn das der ein bru­tal anstren­gen­der Fir­men­dik­ta­tor war, weiß man auch ohne die Details), son­dern die Zeit, in der es spielt. Alle wich­ti­gen Jungs kom­men darin vor: Bill Gates, Bill Atkin­son, Jef Ras­kin, Steve Woz­niak, Larry Ell­i­son, Nolan Bush­nell, Paul Ter­rell, Jony Ive, Andy Grove, Paul Ottel­ini, es sind Dut­zende der Aller­bes­ten. Das Buch beginnt mit den Anfangs­ta­gen des per­sön­li­chen Digi­ta­len Zeit­al­ters, das diese Pio­niere fun­da­men­tiert haben, es geht um die Kind­heit des Per­so­nal Com­pu­ters. Dann wird diese gene­relle Geschichte zur Geschichte mei­ner Welt­raum­tech­ni­ker­ge­ne­ra­tion. Der erste Mac­in­tosh. Als ich den im win­zi­gen Schau­fens­ter des mür­ri­schen Apple-Büdchens am Ort sah, wusste ich beim ers­ten Blick, dass er ein hoff­nungs­lo­ser Fall ist. Ich wollte sofort einen haben. Grenz­ge­niale Pro­dukte ohne jede Chance auf Ver­kaufs­er­folge haben mich schon immer genauso fas­zi­niert wie kom­plett gestörte grenz­ge­niale Frauen. Ich war der ein­zige Mensch auf der Welt, der im vol­len Bewusst­sein des Unter­gangs die­ser Platt­form einen Atari Jaguar kau­fen wollte, und ich habe Nächte wach­ge­le­gen, in denen mich der Wunsch nach gestör­ten Frauen und nach einem Apple New­ton 2000 ver­zehrte. Die­ses Buch ist also gar keine Geld­ma­che­rei mit Apple-Fanboys, son­dern ein lesens­wer­tes Stück Com­pu­ter­ge­schichte (die lang­wei­li­gen Pas­sa­gen sind gut als sol­che erkenn– und damit skip-bar). Und dann habe ich noch ein Buch gele­sen, dies­mal nicht über die alte Garde, son­dern von einem der alten Garde, dies­mal des Motorradfahrens:

Zonko auf Monden

Attention all Space Hooligans!

Clemens Gleich - 30.12.2011

Für einige Tage musste ich die Sturm­schotts dicht­zie­hen, um den Hagel an Jah­res­rück­bli­cken zu über­dau­ern. Jetzt, wo sich die Sonne lang­sam wie­der her­aus­traut, möchte ich her­aus­ra­gende Leis­tun­gen des merk­wür­di­gen Jah­res 2011 loben. Ich veranstalte(te) eine kleine Gala mit Scotch statt Sekt, in der ich wahl­frei die Dinge belohnt habe, die mir nachts um drei ein­ge­fal­len sind:

The Mojo Awards 2011/2012