Gefahren: Harley-Davidson Livewire

Clemens Gleich in Kategorie(n) , , - 18.08.2015

Elektromotorräder sind eine noch viel schwierigere Sache als Elektroautos. Ein Elektroauto wird total toll, solange es sich in vorhergesehenen Bahnen bewegt, in denen die geringe Energie des Akkus nebst der Reichweite langt. Es wird nervenaufreibend, wenn etwas dazwischenkommt, und da kann es schon genügen, in die falsche Richtung auf eine Autobahn aufzufahren. Been there. Done that. Beim Motorrad dagegen fahren wir selten, nur um anzukommen. Wir fahren, weil wir maschinenunterstützt streunern wollen. Streunern bedeutet “mal sehen, was da kommt”, es lebt von der Überraschung. Ein Akkukrad überrascht dich nicht, sondern sagt einfach nach kurzer Zeit: “So, das wars.” Eine Lösung hat KTM mit dem Ansatz “Sportgerät im Kurzzeiteinsatz” (Freeride E). Eine andere Lösung hat Harley: Ihre Kunden fahren in Europa bevorzugt sowieso nur kurze Strecken. Und die kann man auch elektrisch toll in Szene setzen. Die Livewire ist die beste Harlay evar.

Fickenscheißdrecks-EnBW

Clemens Gleich in Kategorie(n) , , - 28.07.2015

Die Tage fuhr ich zur elektrischen Harley-Davidson Livewire am Hockenheimring mit dem elektrischen Renault ZOE, weils mir so passend schien. Das Auto funktionierte super. Die Ladesäulen funktionierten scheiße.

Nachts um halb vier in Garmisch

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 13.07.2015

Was werden sie nur alle über die BMW Motorrad Days in Garmisch schreiben, dieses große Fest, auf dem sich BMW von seiner besten Seite zeigen will? Immer dasselbe natürlich: “Es war voll luschdig, und die Hendl waren läggor.” Wer keinen Standdienst hat, geht eigentlich nur pro forma und zum Spaß hin. Die Hendl sind ja wirklich läggor. Es ist wirklich lustig. Chris Pfeiffer kann ich mir jedes Mal wieder anschauen. Und ein Mal im Jahr Bierzelt brauche ich für meinen Vitaminhaushalt. Weniger wäre gefährlich, mehr wäre unaushaltbar mit der neuen Generation von Trachtendeppen. Ich hatte als Bub eine Lederhose, und der Wasen in Stuttgart (another Bierzeltfest) taucht meine unschuldige Kindheit revisionistisch in Schande. Eigentlich gehe ich hauptsächlich nach Garmisch, weil es mein Heimweh kurz kuriert. Jedes Jahr denke ich beim Latschen an der Bahndammwiese entlang: “Irgendwann musst aber wirklich zurück nach Bayern gehen”, und wenn ich alt bin, werde ich das wahrscheinlich allerspätestens tun. In Bayern hat das Motorradl einen ganz anderen Stellenwert, weil die Straßen dort einen ganz anderen Stellenwert haben als in sagen wir: Brandenburg. Das wunderbare Franken gehört rein politiktheoretisch ja auch irgendwie zu Bayern, und Thüringen gehört kulturell zu Franken. Vielleicht zeichne ich mal eine Karte “Clemens’ nützliche Übersicht der deutschen Länder”. In Stuttgart hält man es ja unter anderem deswegen so gut aus, weil B-W wie Bayern außer Hightech-Industrie auch schöne Motorradstraßen hat. Auf jeden Fall habe ich Garmisch genutzt, um Sebastian endlich mal Motorradfahren zu zeigen, denn in Garmisch gibt es ein BMW-gesponsertes Fahren ohne Führerschein und es kommen viele nette Motorradfahrer an den Hausberg. Das habe ich gefilmt:

Meinen Respekt für Toby, der mit mir bis halb vier übers Gelände stolperte auf der Suche nach den letzten offenen Bierausgabestellen und eine Nachricht für Alan: Sie haben gleich ein zweites Mal den Summer of 69 gespielt. Da wusste dann auch ich, dass sie uns loswerden wollten.

Waswaswas?

Clemens Gleich - 26.06.2015

Was ist hier los? Warum passiert nix? Weil wir grad im Endstadium des Redesigns rennen, nach dem alles moderner wird, mit Flow-Layouts für große Workstation-Bildschirme und (wichtig) einem Mobil-Layout. Wir merzen gerade Fehler um Fehler auf der Entwicklerplattform aus, damit weniger davon eure Augen beleidigen. In der Zwischenzeit habe ich aber immerhin ein Video von der Bodensee Klassik zusammengeschnitten.

Es woar so schee

Ausfahrten gegen Geld

Clemens Gleich - 11.05.2015

Jan von Ausfahrt.tv hat sich den Frust von der Seele geschrieben, der viele Automedienschaffende plagt. Hier kann man es lesen, aber es kommt nichts Neues, also reichen eigentlich die ersten Sätze, in denen die Gesamtklage schon mitschwingt. Er sagt wie alle, dass das ja so doof sei mit dem Präsentationskarussell, aber man MUSS da ja dabeisein. Ich bestreite das gänzlich. Wie lang hat es gedauert, bis den Typen von BimmerToday mal jemand eingeladen hat? Hat er da geweint und nix mehr geschrieben über die Themen, die ihn eben so bewegt haben bei BMW? Nope. Oder aus eigener Erfahrung der Punkt mit der Zeit: Ist es denn so schlimm, später über ein Auto zu berichten? Nein, denn später kann man eine gescheite G’schicht machen, statt anderthalb Stunden vom Flughafen zum Hotel fahren. Und dann die Klage mit der Werbung: “Wir BRAUCHEN das Werbegeld zum Leben! Also sollen es uns die Autohersteller geben, weil sie es Anderen (Beispiel Print) auch geben!” Die einzig richtige Antwort darauf ist die von Kathrin Passig: Nur weil du etwas machst, hast du noch kein Anrecht darauf, dass dir jemand Geld dafür gibt. Sonst werde ich morgen hauptberuflicher Ficker.

Eigentlich kann man diese Klagegeschichten, die es in weitestgehend identischer Form auch von Print-Kollegen gibt, auf einen Kernpunkt einkochen: Ihr seid nicht frei. Das ist es, was an der Seele zwackt. Freiheit ist aber kein Gut, das mit Erfolgsaussicht passiv-aggressiv eingefordert werden kann. Freiheiten muss man sich nehmen. Da fängt Jan schon richtig an, indem er sich die Freiheit nimmt, auch mal eine Einladung abzusagen, wenn eine Teilnahme ihm sinnlos erscheint. Das ist ja auch das große No Go der Szene. Lieber geht ein Sportautomagazin zum neuen Pups-Corsa ohne jede Berichterstattungsabsicht, als dass man eine Einladung absagen würde. Was für ein Quark. Als ob dem Hersteller dadurch geholfen wäre, dass der Prakti höflich sozialisierend ein paar Schnittchen frisst. Nein, Jan, zum beklagten Äffchen haben dich nicht die Hersteller oder die Agenturen gemacht. Du hast dich selber zum Äffchen gemacht. Nimm dir die Freiheit, das nicht mehr zu tun.