Me and my Streetguard against the world

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 27.09.2011

Als die unbe­sieg­bare BMW-Streetguard-Jacke eine Schwä­che an ihrem Reiß­ver­schluss zeigte, ver­han­delte ich in fins­te­ren Hin­ter­zim­mern voll teu­rem Zigar­ren­rauch mit der BMW-Bekleidungsspitze über ihr Schick­sal, denn das ganze Kon­zept von „Schwä­che“ an sich gilt uns Bay­ern als häre­tisch. Ich schlug vor, die Jacke tot­zu­prü­geln. Einen Moment lang ver­brannte Zigar­ren­ta­bak im Wert des Brut­to­in­land­pro­dukts von Lett­land. Dann nickte der BMW-Mann. Das Schick­sal des Street Guard war besiegelt:

Ein alter Mann schlug auf die Jacke ein.

Neu: Honda CBR 1000 RR Fireblade 2012

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 23.09.2011

Ein Jubi­läum! 1992 gab es die erste Fireb­lade, 2012 sind es also runde 20 Jahre Vor­spul­tas­ten­ge­schichte. Honda bringt zu die­sem Anlass ein neues Modell her­aus, das mit 250 PS alles bügelt, was fährt und rüs­tet es (seri­en­mä­ßig!) mit ABS und Maschi­nen­ge­weh­ren aus. Diese Mel­dung habe ich mir lei­der nur aus­ge­dacht. Die echte Jubiläums-Blade hat ein paar andere Ver­klei­dungs­teile, neue Stoß­dämp­fer (Showas BPF-Gabel vorn, hydrau­lisch spiel­freies Feder­bein hin­ten), andere Fel­gen, ein leicht über­ar­bei­te­tes Map­ping und einen neuen Tacho (*schnrrzzzz*). Ver­ste­hen wir uns nicht falsch: Die Fireb­lade gehört wei­ter­hin zu den schnells­ten Landstraßen-Superbikes mit ihrer per­fek­ten Ergo­no­mie, ihrer dicken Leis­tung in der Mitte. Aber Leute: Es ist ein Jubi­läum! Wo sind meine Maschi­nen­ge­wehre? Oder wenigs­tens fla­shige Geburtstags-Dekors! Jedes Jahr gibt es coole neue Gra­fik für die 600er. Warum gibt es nach 20 Jah­ren Rase­rei für die Große kein Dekor mit zwan­zig wun­der­schö­nen Vagi­nas drauf? Bin ent­täuscht und warte jetzt auf die Ducati Pani­gale. Die wird alle Tech­no­lo­gie brin­gen, mit der selbst Rossi, einer der bes­ten Fah­rer aller Zei­ten, voll am Abka­cken ist. Das muss man auch erst­mal schaffen.

Ein paar Detail­ver­bes­se­run­gen müs­sen lan­gen zu 20 Jah­ren Fireb­lade. Keine Maschi­nen­ge­wehre, keine Vagi­nas. Meh. (Bild: Honda)

Ihr seid die Besten.

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 21.09.2011

Das Stan­dard­mo­dell des publi­zis­ti­schen Geld­ver­die­nens hofiert den Wer­be­kun­den, weil der die gro­ßen Beträge bringt. Leser sind nur als quan­ti­fi­zier­bare Masse inter­es­sant. Im Inter­net hat sich hierzu der ein­deu­tig beschrei­bende Fach­be­griff „Klick­vieh“ her­aus­ge­bil­det. Das erklärt auch, warum anderswo so viel Quatsch steht (hier steht natür­lich nie­mals Quatsch). Es gibt jedoch am Rande ver­schie­dene For­men der Mensch­lich­keit, der Leser­wert­schät­zung. So hat­ten wir damals bei der c’t zum Bei­spiel jeden Tag eine kos­ten­lose Hotline-Fragestunde, in der jeder Redak­teur ver­pflich­tet war, Leser­seel­sorge zu leis­ten. Was haben wir nicht für Men­schen­men­gen getrös­tet (denn machen kann man da nichts Bil­li­ges mehr), die kein Backup, aber einen Head Crash hat­ten. Ich erin­nere mich ebenso an einen Fall, als Dr. psych. Gleich eine arme Mut­ter trös­tete, deren puber­tie­ren­der Junge die ganze Nacht zockte und unterm Tisch neben dem auf­ge­säg­ten Rech­ner schlief.

Diese gelernte Leser­ver­sor­gung nahm ich — zusam­men mit feu­er­ver­zink­ten Recher­che­tech­ni­ken — mit in die Motor­rad­welt. Was habe ich am Tele­fon alles für Motor­rä­der ver­kauft durch ebenso per­sön­li­che wie nette Bera­tungs­ge­sprä­che! Außer­dem war es Ehren­sa­che, jede ein­zelne E-Mail wenigs­tens einer kur­zen Ant­wort zu wür­di­gen. Das scheint dem Ökonom nun viel­leicht her­aus­ge­wor­fene Zeit, die ja Geld ist. Nur hat er Unrecht. Denn die inves­tierte Net­tig­keit kommt aller­weil mit Zin­sen zurück. Ich habe aus ganz Deutsch­land Ein­la­dun­gen ans Lager­feuer zu einem Bier, wenn ich eine mei­ner Gewalt­tou­ren mache. Leser ermög­li­chen mir Dinge. Leser haben mir schon direkt bei der Arbeit gehol­fen, Leser haben mir Alko­hol und Geräte zu mei­nem puren Ver­gnü­gen gege­ben, Zuspruch, und selbst has­sende Gei­fe­rer geben gele­gent­lich etwas sehr sel­te­nes: die Wahr­heit. Fast muss man den Ökono­men bemit­lei­den, der die Zusam­men­hänge nicht sieht, denn es geht um basale Bau­steine der Zwischenmenschlichkeit.

Jetzt haben mir Leser schon wie­der etwas Gutes getan (you know who you are). Und diese Her­den­stim­mung, die ihr ver­mit­telt („Wir sind die Guten! Yeaaah!“), die macht Mut, dass es — vor allem im um– bis weg­bre­chen­den Wer­be­markt — künf­tig mehr echte Leser-Publikationen gibt, also sol­che, bei denen zuerst der Leser kommt und dann erst die Wer­bung. Viel wich­ti­ger jedoch: Selbst wenn alles zusam­men­bricht, dann kön­nen wir nach der Apo­ka­lypse immer noch am schwe­len­den Rei­fen­feuer sit­zen, aus ver­las­se­nen Aldi-Filialen erbeu­te­tes Dosen­bier in der Hand, und glück­lich den nächs­ten voll­kom­me­nen Quatsch pla­nen. Wir wären immer noch die Guten. Und: Ihr seid die Besten.

Alpen-Wellness-Wandern für das Gute

Clemens Gleich - 17.09.2011

Habe Alex­an­ders bemer­kens­werte 50er-Geschichte zusam­men mit mei­nem bemer­kens­wer­ten Abschluss des WWF-Projekts nebst (bemer­kens­wer­ten) Bil­dern bei MO ein­ge­reicht. Trotz aller Bemer­kens­wer­tung kann es gut sein, dass es MO nicht inter­es­siert (oder sie es nicht bemer­ken), daher bitte ich, in der Zwi­schen­zeit die fol­gen­den bemer­kens­wer­ten Film­auf­nah­men zu bemerken:

Pro­jekt WWF Part III: Der Gip­fel des Erfolgs

Neu 2012: Yamaha R1 mit Traktionskontrolle

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 15.09.2011

Huch! Yamaha zuckt noch! Sie über­ar­bei­ten für nächs­tes Jahr ihre Enduro Yamaha WR450F (neuer Rah­men, Tank, Ein­sprit­zung und Preis), und die R1 kriegt eine sechs­stu­fige Trak­ti­ons­kon­trolle, weil die jetzt gerade so in Mode sind. Die lang­wei­li­gen Details mal außen vor (Schrau­ben! Und: ja, Yamaha, ist uns schon klar, dass ihr für die TK die ECU ändern müsst) sind wir hier­mit durch mit den Yamaha-Modellnews. Immer­hin: Letz­tes Jahr gab’s nur zu sagen „Yamaha ver­harrt in Dul­dungs­starre“. Mit der per Trak­ti­ons­kon­trolle auf­ge­wer­te­ten Ea Oans zieht sich Yamaha dann auch kon­se­quent aus dem Wett­be­werb der WSB zurück, was eini­ges über das Ver­trauen von Yamaha in den Markt, den Motor­sport oder in ihre Kon­kur­renz­fä­hig­keit oder alle drei aus­sagt. Das wars dann auch schon wie­der mit der jähr­li­chen Yamaha-Berichterstattung, wir sehen uns in 2012 zur Bespre­chung der 2013er-Updates (neue Auf­kle­ber und der Laden wird von Casio übernommen).

Der wütende Pac-Man-Geist Yamaha R1. Schö­nes Motor­rad. Gutes Motor­rad. Jetzt mit Trak­ti­ons­kon­trolle. 15.750 Euro (Bild: Yamaha)