Beschwerde beim Deutschen Presserat

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 08.04.2014

Meine erste Beschwerde beim Deutschen Presserat ist durch! Ein Klaus hatte sich vor einiger Zeit fürchterlich darüber empört, dass Angela Merkel meiner Meinung nach ein Schädling an der Eiche Deutschlands ist. Er drückte schnell den Button „Beschwerde einreichen“ auf der Frontpage des Presserats, allerdings vorhersehbar umsonst: Klaus‘ Beschwerde kam schon im Vorverfahren als „offensichtlich unbegründet“ zurück. Der Presserat macht sich sogar die Mühe, den Vorgang für Aufschreiber zu erklären: „Es handelt sich vorliegend um eine satirische Kolumne, in der eine Autorin [sic] aus subjektiver Sicht den Audi Q3 bewertet. Stilmittel der Satire sind Übertreibung, Provokation sowie Ironie.“ Eigentlich ein guter Service, dass der Presserat Beschwerern unser Presserecht erläutert.

Man kann also beim Presserat schonmal keine Maßnahme gegen eine Meinung erreichen, nur weil sie einem nicht gefällt. Ich glaube sogar, dass die Entscheidungen des Presserats generell recht sachlich, nüchtern und meistens fair sind. Deshalb nehmen wir des Gedankenexperiments halber einmal an, dass ich statt unsere Bundesmutti abzuwerten Klaus‘ leibliche Mutter persönlich beleidigt hätte, die nicht in der Öffentlichkeit steht und das so will. Dann hätte der Presserat je nach interner Bewertung einen Hinweis geschickt, eine Missbilligung oder ärgstens eine Rüge ausgesprochen. Eine öffentliche Rüge soll das Medium veröffentlichen. Richtig zwingen kann man es jedoch nicht. Das ist mehr so ein Gentlemens‘ Agreement, und wie bei allen diesen Dingen halten sich nur Gentlemen daran, die eigentlich keine Agreements über Offensichtlichkeiten brauchen.

Eine solche Beleidigung hätte es in keiner vernünftigen Publikation Deutschlands am ersten Gegenleser vorbei geschafft. In fast allen hätte spätestens der Chefredakteur den Stecker so einer Geschichte gezogen. In der Bild hätte es so eine Geschichte geschafft, wenn sie Papier verkauft. Für solche Publikationen gibt es den Presserat. Aber solche Publikationen interessieren sich einen Scheiß dafür, was da missbilligt oder gerügt wird. Ein optimierungsbedürftiges System …

Abgelehnt

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 01.04.2014

Kürzlich habe ich ein Buch von William Goldman übers Drehbuchschreiben gelesen. Darin sagt er das, was jedem Schaffenden gesagt werden muss: Am Anfang wird alles, was dir einfällt, abgelehnt werden. Später verringert sich die Rate auf das Meiste oder mit etwas Glück einfach nur auf viel. Das ist wirklich das tägliche Geschäft in den Medien, und es ist schade, dass Erstautoren es dennoch nie wissen, wenn sie ihre erste Ablehnung erhalten. Wenn das in den Schulen besser gelehrt würde, dann könnte ich auch weiterhin Laien Textfeedback geben. In der Realität musste ich das aufgeben, weil ein professionelles Textfeedback praktisch immer auch Ablehnung enthält („diese Stelle gefällt mir nicht“). Wer jedoch in der Schule gelernt hat, dass jeder toll ist, jeder einen Preis kriegt, jeder immer gewinnt, den trifft die erste Ablehnung wie der Sündenfall: Es wird ein tragischer Akt epischen Ausmaßes. Mein Problem, wie man sieht, ist das Schwafeln, vor allem über Schwänze. Das wird natürlich abgelehnt, aber dann kotze ich es eben in meinem eigenen Haus auf meinen eigenen Teppich:

Porsche-Fahrer gewinnen in Genetik

Sorry: Stühlerücken im Adressraum

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 01.04.2014

Gestern habe ich meine IP-Adresse gewechselt. Für Nichttechniker: Gestern gab es ein bisserl Stühlerücken hinter den Kulissen. Normalerweise geht sowas mit minimalen (oder bestenfalls keinen) Behinderungen für den Betrieb vonstatten, aber weil ich es diesmal selber nassforsch mit der Axt gemacht habe, war es anders. Es sind einige Mails gebounced (mit Fehlermeldung zurückgekommen), weil ich einen falschen MX-Eintrag gemacht habe. Beim Herüberziehen auf die neue IP sind außerdem drei Kommentare in den digitalen Abgrund gefallen, der sich unter Menschen auftut, die nassforsch mit der Axt an Servern in laufendem Betrieb hantieren. Dafür Entschuldigung an die Schreiber. Im Besonderen möchte ich hier noch dem Bernd antworten, der sich eine BMW S 1000 R gekauft hat: Du hast richtig gehandelt, Bernd. Ich glaube, das Rennschweinchen wird Dich glücklich machen.

Ich hoffe, dass meine Technikkollegen René und Boris das lesen. Das kommt halt raus, wenn ihr mich mit diesem Computerscheiß alleine lasst. Das nächste Mal brennt das Internet.

Lichter am Ende der Speckschwarte

Clemens Gleich in Kategorie(n) - 26.03.2014

Grad muss ich wieder mal an den Kollegenspruch denken: „Es gibt ja eigentlich gar keine schlechten Sachen mehr, wenn man sie nur richtig einordnet rhabarberrhabarber…“ Ich muss wirklich gelegentlich lesen, was er dieser Tage so schreibt, weil es gerade eine sehr interessante Mischung von üblen Überraschungen (Harley Street 750) und freudigen Überraschungen (TomTom Rider) gibt. Es gibt also viel einzuordnen. „Dieser Dreck eignet sich vorzüglich für Deppen mit zu viel Geld“ könnte zum Beispiel eine Einordnung sein, wenn ich das System richtig verstanden habe. Zu den freudigen Überraschungen gehört die Jacke Revit Piazza, die ich für einen Test in Heise Autos bestellen wollte. Revit hatte aber keine zum Testen an ihrem Testkleiderständer hängen, denn das Budget ist knapp und Stadtfahrerjacken sind Rollerscheiß, für den kein Geld auszugeben sei. Deshalb habe ich eine bei Amazon gekauft, was den Vorteil hat, dass ich sie wider die Empfehlung in der Maschine waschen kann, wenn mir danach ist. Die Jacke ist ziemlich toll.

So sieht sie aus.

Zeichen und Wunder: TomTom Rider 2014

Clemens Gleich in Kategorie(n) , - 22.03.2014

Gerade komme ich aus dem heute bisserl frischen Schwarzwald zurück mit der aktuellen Generation des TomTom Rider, für den es gerade eine neue Software-Version gibt. Im Prinzip hat sich nicht viel geändert, auffällig ist nur der breitere Bildschirm. Unter der Haube haben sich aber die nervigen Punkte aller vorherigen Rider-Versionen verbessert. Der Anschalter schaltet endlich auch bei niedriger Akkuspannung an. Der Halter hält jetzt länger als 50 km, weil er ENDLICH dickere Achsen für den Schnapper hat, sogar mit Schrauben. Die Duke hat ihn bis jetzt noch nicht zerstört, was mir Hoffnung macht. Insgesamt ist der Sitz des Geräts am Halter auch satter, sodass es weniger Plastikabrieb gibt. Garmin ist da immer noch besser (denn dort scheuert gar nichts), aber es ist eine echte, brauchbare Verbesserung. Die superpraktische Funktion „kurvige Strecke finden“ bleibt erhalten, weiterhin mit Schieberegler für die Gewichtung des A*-Algorithmus, der letztendlich die Größe der gefahrenen Straßen einstellt. Sowas gab es aus mir unverständlichen Gründen seit dem Garmin 2610 nimmer. Einziger Nachteil gegenüber dem Urban Rider ist die deutlich geringere Akkulaufzeit. Ohne Stromversorgung auf verschiedenen Maschinen fahren geht damit realistisch nur noch halbtags (je nach Strecke und Beleuchtung überlebt die Batterie vier Stunden). Das ist für den Großteil der Kunden egal, denn sie fahren auf einer Maschine, auf der sie eine Stromversorgung verlegen. Für Hardcore-Tourenfahrer gut: TomTom vertreibt endlich einen Tourenplaner für den Desktop mit (Tyre Pro). Die fehlende Planungs-Software war für Touris vorher ein echter Nachteil gegenüber Garmin. Insgesamt: Na, geht doch. Werde das Teil noch bisserl testen für MO und Heise, aber ich bin bis jetzt sehr zufrieden. Vielleicht haben außer mir noch Andere zu TomTom „ihr Ficker“ gesagt, denn das ist die erste Rider-Generation, die die krassesten Mängel behebt. Vielen Dank, ihr Ficker! So wollten wir Kunden es haben.

Der aktuelle Rider am Lenker der Duke. Rüttelplattentest im Schwarzwald bestanden.

Der aktuelle Rider am Lenker der Duke. Rüttelplattentest im Schwarzwald bestanden.